Aber ein Traum …

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Bock des Monats – April

Ich war kürzlich recht malade und in den ersten Tagen dieser Krankheit fühlte ich mich so, als würde mein Leben nun bald ein unerfreuliches Ende nehmen. So schlimm kam es dann nicht, aber anfangs konnte ich keine Nahrung zu mir nehmen (und bei mir behalten). Ich lag wie ein tote Frettchen auf dem Sofa und litt – Männerschnupfen, ich habe es schon erwähnt. Damit der Körper überhaupt Flüssigkeit bekam, überredete mich Frau Klammerle, ihren favorisierten Kräutertee zu trinken. Naja. Wer Ingwer mag …

Aber ich will nicht von der Qualität der Heißgetränke der Firma „YOGI TEA“ erzählen, sondern von ihrem altruistischen Bemühen, die überteuerten Teemischungen zusätzlich noch mit Versatzstücken aus der fernöstlichen Lebensweisheit zu würzen und diese auf die Pappschildchen ihrer Teebeutel zu drucken. Die Inder, die Chinesen und die anderen Völker, die in Richtung der aufgehende Sonne wohnen, besitzen unendlich tiefsinnige Traditionen, ehrwürdige Philosophien, Weisheitslehren und Religionen, die teilweise in Zeiten zurückweisen, in denen meine Vorfahren noch ungewaschene Barbaren waren. Yoga, Zen, Buddhismus, Yin und Yang, Konfuzius, I-Ging, Feng-Shui, Laotse, Asketen, AyurVeden, spirituelle Führer, taoistische Transmutationen* … ein kleines Brainstorming ist ausreichend, um die Tiefe der fernöstlichen Weisheit anzudeuten, die ein Einzelner überhaupt nicht ausloten kann (oder will). Und ein Europäer, der in einer vollkommen anderen Vorstellungswelt aufgewachsen ist, schon gar nicht.

Was hat nun „YOGI TEA“ aus dieser jahrtausendealten Weisheit und geistigen Tiefe gemacht? Was muss ich lesen, während ich meinen Würztee acht Minuten ziehen lasse? Darüber soll ich meditieren?

Teebeutel

„Liebe ist Leben, Leben ist Liebe.“ – „Ich bin schön, voller Gaben und Seligkeit.“ – „In unseren Beziehungen fehlt Heiligkeit.“ – „Liebe ist Seligkeit.“ – „Liebe ist ein Zustand von Mitgefühl, in dem Freundlichkeit regiert.“ – „Liebe kennt keine Furcht oder Vergeltung.“ und so weiter. Ja, was ist denn nun? Was ist Liebe denn nun?

Das sollen Weisheiten sein? Diese Fastfoodsätzchen für’s Poesiealbum einer Zwölfjährigen? Diese mehr als billigen Gemeinplätze sind der Aufguss der Moral und der Erkenntnisse weiser Menschen, die ihr Leben lang gefastet haben und sich kasteit, um sich von den irdischen Fesseln zu lösen und hinter die Oberfläche der materiellen Welt zu sehen, einen Blick auf die Urgründe des Seins zu werfen? Die uns voran gegangen sind ins erlösende Nirwana? Das bleibt am Ende übrig von all den Weisheitslehren, dem Jahrtausende währenden Ringen um Erkenntnis, um den richtigen Weg, den man im Leben einschlagen soll? Ein sinnentleerter Satz auf einem Etikett? Das ist bitterer, zu lange gezogener Tee.

Dafür bekommt die Firma „YOGI TEA“ von mir den Bock des Monats April überreicht! Aber ihren „Black Çay“ mag ich trotzdem.

 bock

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* … komm, Hans-Dieter, das ist doch was für dich. Warum bist du in der letzten Zeit so stumm? Bist du noch immer beleidigt? Denke doch dran: „Liebe ist Verzeihen und Langmut.“

Yoga mit Amy

Lektion 2:
(Kontemplationsübung)

Wir finden in der Vorweihnachtshektik unseren inneren Ruhepunkt.

amy12

Das Sofakissen

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Mein Neffe behauptet, ich würde ständig Fotos von meiner Katze bloggen. Das ist nicht wahr! Dies ist die erste Aufnahme von ihr seit dem 15. August. Und wem es auf die Nerven geht, in meinem doch eigentlich literarischen Blog immer wieder Bilder von Amy zu sehen, dem sei hier gesagt: Dies ist meine private Spielwiese. Und ich liebe Katzen. Sie sind die Krone der Schöpfung. Warum ich nur Fotos von Amy im Ruhezustand poste, die ja doch in manchen Nächten drei halbtote Mäuse durch die neue Katzenklappe ins Haus trägt, ist einfach der Trägheit meiner Kamera zu verdanken. Bevor sie auslöst, ist die Katze schon wieder weg und ich habe mal wieder nur eine Zimmerecke geknipst.

Frau Klammerle ist übrigens im Gegensatz zu mir begeisterte Anhängerin des ayurvedischen Yogas und verknotet sich regelmäßig mittwochs bei ihrem Guru Hartmut, einem dürren Anthroposophen, der auch malt und musiziert und Theater spielt (kurz: am Hungertuch nagt). Sie tut es also auch für den guten Zweck. Ich persönlich zweifle übrigens am Sinn und Nutzen dieser weltanschaulich doch recht zweifelhaften Körperverrenkungen und hocke lieber bequem mit einem Buch in der Hand und einem Glas Rotwein in Reichweite auf meinem Sofa – wenn mir die Katze genug Platz lässt. Das ist für mich genug Meditation und Zen-Buddhismus.

Triffst du Buddha, töte ihn.

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