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Die Verliese des elfenbeinernen Palastes – Was bisher geschah …

Wie ich gestern ausführte, werde ich in den nächsten Wochen intensiv an dem 2. Band meines Fantasy-Epos „Der Weg, der in den Tag führt“ arbeiten, damit ich den Roman bis zum Ende des Jahres abschließen kann. Deshalb gibt es heute schon einmal eine kleine Zusammenfassung des 1. Teiles „Karukora“, der auch am Anfang des Buches zu finden sein wird. Ich denke, das ist ein Dienst am Kunden, vor allem, wenn es vielleicht schon ein Jahr oder länger her ist, dass man den Einstiegband gelesen hat. Nur wenige besitzen das Gedächtnis, sich an die Verwicklungen der Handlung und die Namen der Protagonisten zu erinnern.

Eine aktuelle Daguerrotypie des „Elfenbeinernen Palastes“ aus dem Jahr 5875 im 14. Jahr der glorreichen Regierung des „Unterwerfers“

Was bisher geschah

In den Überlebenden Landen herrscht der heiße Sommer des Jahres 5879 nach der Großen Welle, die die alte Welt der Vorgän­ger zerstörte. Der Stadtstaat Karukora ist auf der Höhe seiner Macht. Das Juwel der Wüste, wie die große Stadt auch ge­nannt wird, befindet sich inmitten unwegsamer Wüs­teneinöden und westlich der Ebenen des Ewigen Krie­ges, wo sich seit Jahrtausenden drei Robo­terarmeen Nacht für Nacht eine erbitterte und doch nie endende Schlacht liefern, die keinen Sieger kennt. Aber Karuko­ra liegt auch am Kreuzungspunkt der wichtigsten Han­delsrouten der Überlebenden Lan­de im Mündungsdelta des vielbefahrenen gewaltigen Stromes Ma­rat ins Süd­meer. Die Stadt wird seit ihrer frühesten urkundlichen Erwähnung im Jahr 3126 von einer Ab­folge von Herr­scherfamilien regiert, deren erste, die so­genannte Bingh-Dynastie, sich direkt von dem legendä­ren Grün­der des Stadtstaats herleitete, dessen Name im Dunkel der Zeit verlorengegangen ist. An der Spitze des Staa­tes steht deshalb seit vielen Jahrhunderten der sogenannte Namenlose Herrscher, der, von seinem Diwan und sei­nem Vezir-Bey beraten, vom Falken­thron des Elfenbein-Pa­lasts aus die Geschicke der Stadt und der umliegen­den Wüsten- und Oasenland­schaften bis hinauf zum Helmgebirge und den Gro­ßen Wall lenkt. Dort grenzt das Herrschaftsgebiet der Namenlosen an das Königreich der Lamargue, mit der Karukora jahrhundertelang in Grenzstreitigkeiten und kriegerische Auseinanderset­zungen verwickelt war und sich heutzutage in einem prekären und brüchigen Waffenstillstand befindet.

Der augenblickliche Herrscher, der sich auch der „Unterwerfer“ nennen lässt, entstammt der relativ jungen Bişra-Dynastie. Sein machtgieriger und intriganter Vezir Ómer Sud, mit dessen hochschwangerer Tochter Eóra der Namenlose ver­mählt ist, plant dessen Sturz, um sich selbst zum Re­genten zu machen und seine eigene Sud-Dynastie zu begründen. Ómer hat sich für seinen Putsch mit dem mächtigen General Paşha Ultem verschworen und will auf einem Gastmahl zuschlagen, das er für Regno Raul IV., den Fürsten der Lamargue, ausrichtet. Dieser be­findet sich gerade von seiner Entourage und seinem Geheimdienstchef Idrichson Galves, der die „Schwalbe von Avríl“ genannt wird, zu diplomatischen Beratungen und Handelsgesprächen in Karukora. Auch die oberen Zehntausend Karukoras und Miladí da Hiver, die rät­selhafte Botschafterin des technologisch fortschrittli­chen 5-Städte-Bundes weit im Osten der Überlebenden Lande, sind zu dem Fest eingeladen, das Ómer mit gro­ßem Aufwand geplant hat, um seine Gäste mit der Überlegenheit der Karukorer Kultur zu beeindrucken. Er erhofft sich gleichzeitig ihre Unterstützung bei sei­nem Handstreich, der ihn an die Macht befördern soll. Doch sein Festmahl, dessen Höhepunkt ein Vortrag des berühmten alten Märchenerzählers Alis Dabinghi sein soll, ruft noch andere Verschwörer auf den Plan, von denen Ómer nichts ahnt.

Druşba es Sakr, die geheimnisvolle Anführerin der legendären Karukorer Assassinengilde „Kalte Hand“, plant an diesem Abend ein bezahltes Attentat auf den hühnenhaften Regno, den man auch als den „Bären von Jasir“ bezeichnet. Der Auftraggeber für diese Mordtat bleibt zwar noch im Verborgenen, aber Meister Adelf von Süderbal, der Botschafter des Mönchsstaats Italmar in Karukora, erfährt durch einen Zufall von dem Komplott. Doch bevor er den Regno oder jemanden anderen warnen kann, wird er von der „Kalten Hand“ aus dem Weg geräumt. Allerdings kann er eine Botschaft hinterlassen, die der Mönchsadept Sahar findet, der sich eigentlich in Karukora aufhält, um nach dem abtrünnigen Meister Siebenhardt zu suchen, der von Italmar wegen Ketzerei gesucht wird. Sahar überredet die skeptischen Raul und Galves, dass auch er als ein weiterer Märchenerzähler verkleidet an dem Fest teilnehmen kann, um die Assassinen auf frischer Tat entlarven und ihren Anschlag vereiteln zu können.

Auch der alte Alis Dabinghi hat eigene Pläne für das Fest. Er lebt mit seinem Enkel Selin, dessen Mutter bei seiner Geburt starb, und mit seiner älteren Tochter Sirtis in ärmlichsten Verhältnissen in den Slums von Karukora, denen er entfliehen möchte. Er will den Abend des Fests dazu nutzen, um mit der Hilfe eines Dieners von Ómer, seinem stummen, alten Freund Muhar, einen wertvollen Schatz aus dem Elfenbein-Palast zu stehlen. Diesen Raub soll für ihn der junge und geschickte Selin durchführen, während Alis selbst auf der Bühne steht und eines seiner Märchen vorträgt. Das Objekt seiner Begierde ist der „Weg, der in den Tag führt“. Dabei handelt es sich der Sage nach um eine Karte oder eine Wegbeschreibung, die eine Möglichkeit aufzeigt, wie man unbeschadet die Ebenen des Ewigen Krieges durchqueren kann, um zu der legendären Stadt des Friedens und des Glücks Pardais zu gelangen, die inmitten des Schlachtfelds liegt. Soweit Alis, der ein direkter Nachfahre der Bingh-Dynastie ist, aus den Familienüberlieferungen weiß, ist „Der Weg, der in den Tag führt“ in einem Geheimfach im Falkenthron direkt im Thronsaal des Elfenbein-Palasts verborgen. Da Selin zwar seinem Großvater gehorsam, aber kein Dieb ist, macht Alis einen Vertrag mit der Diebeszunft von Karukora, ihn bei einem Raub zu unterstützen. Diese schmuggelt zwei ihrer Mitglieder auf das Fest, die Selin unterstützen sollen: Das sind Jalah, die Dienerin von Semira Binsa, die mit ihren reichen Eltern ebenfalls an dem Fest teilnimmt und Selins heimliche Geliebte ist, und der geheimnisumwitterte Meisterdieb Ludo sorriento, der sich als der Kaufmann Juel aus dem 5-Städte-Bund ausgibt und niemand anderer als der von Sahar gesuchte ehemalige Meister Siebenhardt ist.
Schließlich beginnt Ómers Gastmahl und während sich Sahar und Alis vor den hohen Gästen ein Duell liefern, wer von ihnen der beste Märchenerzähler ist, machen sich Selin und Juel heimlich in Richtung Thronsaal auf, um den „Weg, der in den Tag führt“ zu rauben. Auch Jalah schleicht sich davon. Sie wird von der neugierigen und aufmerksam gewordenen Semira verfolgt, die sich fragt, was ihr Freund und ihre Dienerin vorhaben.

Der traditionelle Satz, mit dem ein Märchenerzähler zum Schluss seines Vortrags kommt, lautet: „Aber das ist eine weitere Geschichte nach der Geschichte und ich will sie euch an einem anderen Tag erzählen.“ Ómer hat mit Paşha Ultem verabredet, dass diese Worte, wenn sie Alis ausspricht, das Signal sein sollen, ihre Palastrevolte gegen den Namenlosen zu starten. Doch auch der ehrgeizige General hat seine eigenen Pläne. Er hat den Vezir gemeinsam mit dem Seneschall Radik Emre an den „Unterwerfer“ und an die Elitesoldaten des Namenlosen, die „Treuwacht“, verraten und vereitelt mit seiner Truppe Wüstenkriegern den Putsch. Ómer wird sofort verhaftet und ins Verlies des Palasts gebracht. Das Gastmahl könnte nun weiter-gehen. Doch in diesem Augenblick stürzt der Regno Raul von seinem Stuhl. Er wurde von den Assassinen der Kalten Hand vergiftet.

Ein paar Stunden vor diesen Ereignissen, kurz vor Sonnenuntergang, nähert sich ein Eselsgespann, das von einer dicken Frau auf dem Kutschbock gelenkt wird, der großen Alhaşra-Karawanserei vor den Toren von Karukora …

Ab morgen werde ich als Leseprobe und zum Reinschmecken das über 100 Seiten lange, längst überarbeitete und fertige 1. Kapitel des Romans in Fortsetzungshäppchen veröffentlichen. Dessen Inhalt, eine Geschichte, die am Großen Feuer der Karawanserei erzählt wird, kann auch gut ohne Kenntnisse des ersten Teils gelesen werden. Obwohl ich schon lange nicht mehr daran glauben mag: Vielleicht findet sich ja unter meinen ach so schweigsamen Followern und Blogbegleitern ein Leser, der mich auf dieser Reise begleiten und den einen oder anderen Kommentar abgeben möchte.

 

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