Aber ein Traum …

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Montag, 23.09.19 – Rückmeldung

Montag, 23.09.19

So lasst mich denn erneut beginnen …

Dann ist es also nach diesem langen Sommer doch noch Herbst geworden. Am Morgen liegen zähe Nebelschwaden auf den Schmutterwiesen und die frühe abendliche Kälte treibt einen von der Terrasse des Altweibersommergartens ins düstere Haus hinein, in dem auch schon ein-, zweimal der Holzofen seinen Dienst aufgenommen hat. Die Wetteraussichten: Mies, es soll die ganze Woche regnen. Überall hat längst die Sommerpause begonnen: Alle sind längst aus ihrem Urlaub zurück (wenn sie nicht mit Thomas Cook geflogen sind), Lehrer und Schüler sind endlich wieder zumindest wochentagstags in die Klassenzimmer weggegeräumt, die Kühe sind von der Alm und die Politiker haben ihr Alltagsgeschäft, mit viel Geschrei wenig zu tun, wieder aufgenommen und Lebkuchenpakete sprießen wie die Pilze im Wald aus dem Boden der Supermärkte. In den Restaurants erscheinen Kürbissuppen im Tagesangebot, die Shortlist für den deutschen Buchpreis ist online und auch für mich wird es Zeit, meine Blogauszeit zu beenden. Auch wenn es mir diesmal sehr, sehr schwer fällt.

Oh, danke der Nachfrage, es war sehr schön in den letzten zwei Monaten. Frau Klammerle und ich sind auf einige Berge gestiegen und haben Städte besichtigt, genossen la dolce vita in einem Weingut am erstaunlich touristenfreien italienischen Iseosee und haben eine halbe Bibliothek leergelesen, gut gegessen und gekocht und die eine oder andere Flasche Wein geöffnet. Ich habe einen alten Roman (Nutzlose Menschen) überarbeitet, ihn unter Ausschluss der Öffentlichkeit „veröffentlicht“(1) und freilich auch an meinen anderen Projekten gefeilt. Wenn ich ausnahmsweise einmal ehrlich bin: Überanstrengt habe ich mich nicht und eigentlich könnte es so weitergehen, lesend, wandernd, schreibend, faulenzend, genießend. Jedoch ist der Mensch ein soziales Wesen und ich fühle mich schon ein wenig von meinem Umfeld (Frau Klammerle, die schon seit Wochen wieder arbeitet) bedrängt, das die Erwartung hat, dass ich endlich wieder mit meinem Alltag zu beginne, mit meinem Brotberuf zum Lebensunterhalt beitrage, Hausarbeiten erledige und das soziale Leben wieder aufnehme. Sie hat ja recht …

Darum ein seufzender Blick zurück ins Tal und dann sei mir herzlich auf meinen Seiten willkommen, mein lieber unbekannter Leser; egal, ob du zum Inventar gehörst oder mich neu entdeckt hast. Hier beginnt eine neue Staffel mit neuen Gedankensplittern, neuen Texten und neuen Ausszügen aus meinen Büchern. Vielleicht hat ja der/die eine oder andere Lust, mich auf meinem langen, steilen und überaus steinigen Abenteuerpfad hinauf in den Olymp der Literatur ein paar Höhenmeter zu begleiten. Ich würde mich freuen.

Wir lesen uns.

PS. Und keine Sorge, ich überanstrenge mich schon nicht. Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub. Die nächsten Ausflüge ins Lechtal und vor Allerheiligen nach Südtirol sind schon fest eingeplant, falls es meinem alten Stinker-Diesel noch einmal gelingt, sich durch den TÜV zu mogeln.

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(1) Ich weiß, hier habe ich einen Satz veröffentlicht, der zweimal „veröffentlicht“ enthält. Es ist an der Zeit, es hier öffentlich der Öffentlichkeit zu sagen: Ich bin kein Deutschlehrer. Sollte einer dieser strengen Zunft unter meinen Lesern sein (ich will es bezweifeln), so darf er den Satz ruhig mit Rotstift unterstreichen und ein großes „A“ an die Seite seines Bildschirms schreiben – der Korrekturrand meiner Aufsätze waren immer voller „A“, daran bin ich gewöhnt. Ich glaube aber, dass nur Deutschlehrern Wortwiederholungen auffallen.

Donnerstag, 13.06.19 – Auf gepackten Koffern

Donnerstag, 13.06.19
?. Fastentag, ich zähle nicht mehr mit

 

Nachdem wir gestern wieder aus dem Lechtal zurückgekehrt sind, ziehe ich mal eine kleine Zwischenbilanz. Bis jetzt ist dieser Urlaub so entspannend wie schon lange keiner mehr. Das Wetter war größtenteils schön und die Wanderungen inspirierend. Ich fühle mich wie schon lange nicht mehr im Einklang mit mir selbst und das Leben ist schön. Heute ist ein Zwischentag, um zuhause Blumen zu gießen, den Rasen zu mähen, die Räder herzurichten, ein paar Einkäufe zu erledigen und die benutzte Wäsche zu waschen und die Koffer neu zu packen, um dann morgen in aller Frühe mit einem kleinen Zwischenstopp in Rüdesheim am Rhein in die niederländische Provinz Limburg zu fahren, wo wir die nächste Woche mit Radfahren, Wandern und Städtetouren verbringen wollen. Wir haben es uns inzwischen angewöhnt, größere Strecken nie in einem Rutsch durchzufahren, sondern etwa bei der Hälfte eine Pause von ein-, zwei Tagen einzulegen, damit die Seele hinterherkommen kann und wir nicht als bleiche Zombies an unserem Ziel ankommen. Am Rheinsteig waren wir noch nie. Diese „Rhythmisierung“ hat sich inzwischen bewährt. Am nächsten Sonntag geht es dann auf ähnliche Weise wieder zurück ins heimatliche Augsburg, wobei noch nicht genau feststeht, wo wir pausieren werden.

Außer einigen Büchern(1) werde ich mir auch ein wenig Arbeit in den so fernen Norden mitnehmen. Da ist zum einen der 2. Teil von „Der Weg, der in den Tag führt“, an dessen letztem Kapitel ich arbeite (Ich veröffentliche hier trotz Pause an jedem Sonntag ein Stück von dem Roman – inzwischen kann man etwa 300 Seiten dieses Romans hier lesen) und werde mein Korrekturexemplar von „Nutzlose Menschen“ nach Fehlern durchgehen. Dieses Buch aus meinem „Jahrmarkt-in-der-Stadt“-Zyklus will ich Ende Juli in meinem kleinen, exklusiven Eigenverlag veröffentlichen (Hier kann man ein wenig reinlesen). Ich habe zwar inzwischen keinerlei Hoffnungen mehr, aber vielleicht interessiert sich ja doch jemand für meine Texte.

Der Weg ist das Ziel

Grüße, Nikolaus

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(1) Da ich mich mit meinen Urlaubslektüren immer dem Land anpasse, das ich besuche, habe ich diesmal den „Psalmenstreit“ von Maarten ‚t Hart und „Kriegslicht“ von Michael Ondaatje dabei – wobei letzterer etwas gemogelt ist, da er eigentlich ein kanadischer Schriftsteller niederländisch-tamilisch-singhalesischer Herkunft ist.

Zwei analoge Wochen

Nun ja. Die Wetteraussichten sind eher medioker bis saumäßig. Es soll in der nächsten Zeit in Südtirol ziemlich wolkenverhangen und regnerisch sein (1). Aber hat nicht mein Vater immer gesagt, dass es kein schlechtes Wetter, sondern nur eine schlechte Ausrüstung gebe? (2) Und er muss es eigentlich wissen, denn schließlich war er in jungen Jahren ein weitgereister Bergsteiger, der so berühmte Gipfel wie den Montblanc, den Ararat, den Kilimandscharo, den Popocatepetl und dazu auch einige 7000er im Himalaya erklommen hat – und das meist bei miesem Wetter.

So hoch hinaus wollte ich bei meinem obligatorischen Herbsturlaub nicht, der Frau Klammerle und mich – wieder einmal – ins eigentlich auch Anfang November sonnige Vinschgau führen wird; aber verwöhnt vom endlosen Sonnenschein dieses Jahres muss ich schon zugeben, dass ich ein wenig enttäuscht von den feuchten Aussichten bin. Meinen neuen Wanderführer habe ich mir in der letzten Woche wohl umsonst gekauft. Aber die von Frau Klammerle ausgesuchte Ferienwohnung im Martelltal hat zwar keinen Fernseher, aber eine große Wellness-Anlage mit Innenpool, dafür keinerlei Internet und ist ziemlich abgelegen und einsam. Wir werden also eher ruhige und stille Tage dort verbringen, wenig wandern, sondern viel lesen, Brettspiele spielen, reden, gut essen gehen oder italienisch kochen, ausspannen und eventuell mal einen Abstecher nach Meran (3) oder in die nahe Schweiz unternehmen. Meiner Ehe, die nun schon über 30 Jahre hält und mindestens noch einmal so lange dauern soll, tun solche Tage wirklich gut. Sie sind die Tankstelle, an der wir den Benzintank unseres Ehe-Vehikels wieder füllen.

Mein Smartphone (4) werde ich ganz bewusst daheim liegen lassen. Ich will mal wieder vollkommen analog sein, was mir im Sommerurlaub nicht einmal annähernd gelungen ist. Ich werde am 4. Geltsamer-Roman weiterschreiben, die Schlusskorrektur meines Ende November erscheinenden Romans „Die Wahrheit über Jürgen“ (5) durchführen und endlich die Erzählung „Heilende Wasser“ (6) fortsetzen. Mal sehen, wieviel davon ich schaffen werde und wie oft ich mit den besten Vorsätzen und mit Papier und Bleistift bewaffnet auf einer Saunaliege sanft entschlummern werde.

Der Blog – ihr seid das ja schon von mir gewöhnt -, wird wie ich eine Zeitlang ruhen. Vergesst mich nicht vollkommen. (7)

Bis bald und viele herzliche Grüße, Nikolaus


(1) Falls ihr nicht mehr wisst, was Regen ist: Das ist so eine durchsichtige Flüssigkeit, die aus niedrighängenden, dunkelgrauen Wolken fällt. Ihr müsst euch das so ähnlich wie unter der Dusche vorstellen. Früher, als ich noch ein Kind war, regnete es eigentlich das ganze Jahr.

(2) … also gut, ich gebe/gäbe es zu: Bei solchen Konjunktiv-Sätzen verlassen mich meine ansonsten recht zuverlässigen Deutschkenntnisse. Ich weiß nie, ob ich in diesem Fall „gebe“ oder „gäbe“ schreiben muss. Ich gebe/gäbe einiges, wenn mir mal jemand Schlaues die Regel für mich verständlich erklären könnte.

(3) Hans-Dieter Heun hat mir mal glaubhaft versichert, Meran besitze ein sogenanntes „Mikroklima“. Dort sei das Wetter immer gut, auch wenn es in ganz Südtirol regnen würde. Tatsächlich war ich schon mehrmals bei strömendem Regen in dieser Stadt. Ich nehme an, HD hat mir mal wieder einen Bären aufgebunden – er ist nach mir der größte Mythomane, den ich kenne.

(4) Ich habe mir erst vor zwei Jahren auf Druck von Frau Klammerle eines angeschafft, weil sie wollte, dass ich sie erreichen kann, falls ich mal auf der Autobahn im Stau stehe. Jetzt stehe ich zwar oft stundenlang auf der A8 und starre aphatisch in die Rücklichter meines Vordermanns, wenn ich von meinem Brotberuf heim nach Diedorf fahre, aber Frau Klammerle ist telefonisch nie zu erreichen, weil sie ihr Gerät entweder stummgeschaltet hat oder gerade in ein stundenlanges Telefonat verwickelt ist. Ich verweigerte mich jahrelang dieser Technik, denn kenne mich gut und weiß ganz genau, was für eine große Suchtgefahr für mich von so einem Smartphone ausgeht. Tatsächlich ist das Ding jetzt so eine Art von juckendem Hautausschlag, an dem ich ständig kratzen muss, auch wenn ich ganz genau weiß, dass ich das besser lassen sollte. Wie alle Handy-Süchtigen lasse ich mich dauernd von meinem Gerät ablenken und verschwende viel zu viel Zeit mit dem Ding. Vielleicht habe ich ja Glück und es geht bald kaputt.

(5) Ich habe den Roman zu drei Vierteln im Lauf dieses Jahres bereits in inzwischen 36 Fortsetzungen hier vorveröffentlicht. Diese Leseproben werde ich bald vom Blog löschen. Wer den Schluss von „Die Wahrheit über Jürgen“ lesen möchte, muss sich schon das Buch kaufen.  😉

(6) Den Anfang kann man hier lesen. Das nur der Vollständigkeit halber, denn ich weiß ja genau, dass niemand diesen Link anklicken wird.

(7) Ich bin einfach ein Fußnoten-Fetischist, aber das muss noch gesagt werden: Kauft meine Bücher, es lohnt sich für euch und ich kann mir dann noch mehr Urlaube leisten und noch mehr Urlaubsankündigungen mit noch mehr Fußnoten schreiben. Hach!

Dieser Herbst ist groß!

Ohne – wie das sonst meine geschwätzige, gut bayerische Art ist – große Worte zu machen: Was war das für ein fantastisches, traumhaft schönes, sensationelles Herbst-Wochenende, das da hinter uns liegt? Ich konnte es ausnutzen und im Karwendelgebiet wandern und jetzt bin ich immer noch bis an den Rand aufgefüllt von der Schönheit und der Wärme, die ich erleben durfte. Es werden auch wieder nassgraue, neblige Tage kommen, aber im Moment fürchte ich sie nicht. Herr, der Sommer war groß …

PS.: Und noch ein kleiner Insider-Tipp. Den weltbesten Käsekuchen gibt es in der Ammergauer Schaukäserei in Ettal. Ungelogen!

Wake me up when September ends! (Eine sommerliche Blogpause)

Die Bayerische „Rockantenne“ gehört zu den wenigen Sendern, die ordentliche Musik spielen (auch wenn sie auf dem Blues-Auge blind sind). Leider ist ihr Programm zumindest tagsüber recht eingeschränkt und es ertönen immer wieder die gleichen Songs. Damit unterscheiden sich sich kaum von den anderen Stationen, aber es ist immerhin größtenteils Rock, der da in Heavy Rotation läuft und nicht irgend ein Helene-Fischer-Xavier-Naidoo-Hiphop-Rhianna-Scheiß. Gelegentliche Fehlgriffe wie die neuen Trallala-Pop-Liederchen von den Toten Hosen (Tage wie diese) seien ihnen verziehen.

Man sollte den Redakteuren aber vielleicht einmal verraten, dass Frank Zappa auch andere Lieder als Bobby Brown einspielte, Pink Floyd mehr als Another Brick in the Wall kann, Alice Cooper auch andere Songs als School’s out und Poison hat und AC/DC-Stampf auch bei der hundertsten Wiederholung nicht besser wird. Nightwish jodeln gefühlt alle zehn Minuten Nemo, dann ertönt Lady in Black. Und wenn ich Sonntagmorgen beim Frühstück noch einmal Hotel California oder Behind Blue Eyes – beides eigentlich schöne Titel – höre, schmeiße ich mich aus dem Küchenfenster im Erdgeschoss. Auch ist es wenig sinnvoll, im Februar The Boys of Summer oder von Green Day Wake me up when September ends zu spielen. Obwohl mein jüngerer Sohn behauptet, von letzterem bekäme er immer Kopfschmerzen, ist das eigentlich ein nettes und auch sehr trauriges Lied, aber die Dauerschleife, in der es gespielt wird, nervt wirklich.

Warum erzähle ich euch das alles? Weil ich Lust dazu habe und weil ich und mein Blog jetzt endlich die verdiente und längst angekündigte Sommerpause machen, ‚till September ends. Um meinen 92jährigen Herrn Vater zu zitieren: „Es muss auch mal gut sein. Alles ist nur eine Weile schön.“

Ich lasse die Arbeit hier bis Mitte oder Ende September vollständig ruhen und schreibe offline meinen Roman „Der Weg, der in den Tag führt“ zuende, der im Winter erscheinen soll und das Prequel zu meiner Fantasy-Saga „Brautschau“ abschließt. Ich werde meinen Garten pflegen, cool in Biergärten chillen, mit Freunden grillen(1), faulenzen und in der Sonne liegen, dicke Bücher lesen, Nächte durchdiskutieren und mich in der Schnapsbrennerei versuchen. Dann mache ich noch Urlaub in Österreich, wandere mit Frau Klammerle im Tannheimer Tal und am Dachstein herum, wellnesse mit ihr dazwischen in einem Schilcher-Weingut in der südlichsten Südsteiermark. Ich werde acht Wochen lang keine neuen Artikel mehr veröffentlichen. Vergesst mich nicht vollkommen in dieser langen Zeit.

Diejenigen unter euch, die es ohne mich nicht aushalten, findet auf meiner Texte/Kontakt-Seite seit kurzem die Links zu meinen literatischen Texten im Blog und kann mir dort auch eine E-Mail schreiben, die ich selbstverständlich beantworten werde. Ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn ihr den Mut aufbringen würdet, den Gegenwert eines Kaffees oder einer Pizza investieren und ein Buch von mir erwerben würdet – es vielleicht sogar irgendwo bewertet.

Ich grüße die zufällig auf meine Seiten stolpernden Gäste, meine Follower und Freunde, die mich hier trotzdem besuchen kommen. Ich wünsche uns allen einen wundervollen, sonnigen, erfrischenden und erholsamen Sommer voller Einsichten, Genuss und Erfahrungen.

Ich werde Kraft und Ideen sammeln und melde mich wieder zurück, wenn der September endet. Weckt mich bitte nicht vorher.

Liebe Grüße,

Eurer Nikolaus Klammer

Vielleicht begegnen wir uns ja zufällig auf einem einsamen Wanderweg hoch über der Welt …


(1) … komm doch einfach bei mir vorbei, wenn dir danach ist und du in meiner Nähe bist.

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