Aber ein Traum …

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Montag, 20.10.19 – Alles neu macht der … Oktober?

Montag, 20.10.19

Nein, ich bin durchaus nicht der Auffassung, dass der Herbst der Frühling des Winters ist!

Dieser Spruch, der mal Adalbert Stifter und mal Henri de Toulouse-Lautrec und mal einem anderen schlauen Geist zugeschrieben wird und den man in der letzten Zeit immer häufiger hört, klingt zwar höchst hintersinnig, er ist aber nur höherer Blödsinn.  Denn dann müsste doch der Frühling der Herbst des Winters sein? Oder der Sommer der Frühling des Herbstes? Oder vielleicht ist gar der Herbst der Herbst des Herbstes? A rose is a rose is a rose. Sollte aber doch etwas an dem Spruch dran sein, dann ist kein Wunder, dass ich gerade unter einer gewissen Frühjahrsmüdigkeit leide … oder gibt es kurz vor dem Winterschlaf auch eine Herbstmüdigkeit? Wie dem auch sei. Man könnte das klinische Ergebnis meiner Anamnese auch altmodisch einen schwachen Fall von Ideosynkrasie oder auch neumodisch einen Anflug von Burnout nennen, woran ich in diesen Tagen leide. Und da ich ja recht wehleidig bin (ich bin ein Mann), jammere und klage ich über mein schweres Schicksal und falle allen damit auf die Nerven. Früher hätten die Ärzte in solch einem Fall Bewegung in frischer Luft, Sommerfrische und wegen des Überschusses an schwarzer Galle einen kräftigen Aderlass empfohlen.

Auf jeden Fall fühle ich mich an diesem Montag, an dem sich mal wieder einer meiner „Follower“ von meinem Blog abgemeldet hat – gerade was auch die Sinnhaftigkeit meine literarischen Ergüsse angeht –  wie ein angeschlagener, schwankender Boxer, der sich mit unzureichender Deckung seit zehn Runden gegen einen übermächtigen Gegner behauptet und eigentlich längst das Handtuch hätte werfen sollen; nur noch Starrsinn und Trotz hält ihn auf den Beinen. Sein – mein – Widersacher ist die öffentliche Wahrnehmung, das Publikum, das ich manchmal viel zu verzweifelt zu erreichen suche, obwohl mir mein Verstand sagt, dass es ein hoffnungsloses Unterfangen ist. Deshalb geht auch jeder meiner Konter ins Leere; ich habe z. B. noch keines meiner beiden neuen Bücher verkaufen können und bei niemandem Interesse oder gar Aufmerksamkeit erweckt, nicht einmal bei meinen Freunden und Verwandten. Ich blute längst aus Mundwinkeln und Nase, alles tut mir weh und ich schaffe es kaum mehr, die müden Arme schützend vors Gesicht zu heben. Jeder Schlag lässt mich zurücktaumeln.

Ich ziehe deshalb an dieser Stelle die Reißleine und werde ein wenig Urlaub machen und zwar in einer Gegend, wo zumindest die recht zuverlässige Wettervorhersage von Bergfex für das nächste Wochenende Großes verspricht; nämlich ins Martelltal im Südtiroler Vinschgau. Ich hoffe, dass dort der Herbst noch viel Sommer und Wärme in sich trägt(1). Und falls die Wetterfrösche sich doch irren sollten und es nasskalt und regnerisch wird – na, nicht so schlimm: Das Bergsteigerhotel, in dem Frau Klammerle und ich residieren, hat eine große Sauna- und Wellnesslandschaft. Nur das mit dem Aderlass, das werde ich sein lassen und mir vielleicht stattdessen eine Massage verschreiben. Ich werde also über die kommenden, massiv gehäuften, dunkelschwarzen Feiertage (2) in den Süden zur Sonne und in meine Berge verreisen und dem Blog und mir selbst mal wieder eine kleine Pause gönnen; mein Treibstofftank muss wieder gefüllt werden.

*

Übrigens war ich an diesem Wochenende sehr fleißig, wenn auch nicht gerade literarisch. Ich habe an den Titelbildern meiner „Brautschau“-Romane gearbeitet, dessen nächsten – „Die Verliese des elfenbeinernen Palastes“ – ich in den nächsten Wochen zum Abschluss bringen werde, um ihn vielleicht noch in diesem Winter zu veröffentlichen. Da es mir trotz verzweifelter Hilferufe nicht gelungen ist, einen talentierten Gestalter oder Zeichenkünstler für mein Werk zu interessieren, musste ich dann eben doch in den sauren Apfel beißen und diese Arbeit selbst machen. Dies, obwohl ich für das Designen keinerlei Talent besitze, was man meinen anderen Titelbildern ja auch ansieht. Aber mir wurde ja von einigen glaubhaft versichert, die „Brautschau“-Cover seien besonders mies und würden einen potentiellen Käufer nur abschrecken. Auch wenn das sicher nicht der einzige Grund ist, aus dem ich keine Leser finde, ist an diesem Vorwurf sicher etwas dran. Daher habe ich mich an die Arbeit gemacht und die Titel der Serie komplett verändert; sie ein wenig an die Gepflogenheiten der professionellen Genre-Illustratoren angepasst. Und so sehen meine „Brautschau“-Bücher ab der nächsten Auflage aus:

Ich würde mich wirklich freuen, wenn ein Seemann dort draußen auf dem weiten Meer des Internets, der zufällig auf diesen Text, den ich wie meine anderen als Flaschenpost losgeschickt habe, seine Meinung zu meinen neuen Covern äußern könnte. Herzlichen Dank im Voraus!

Dann lesen wir uns im November wieder! Ich wünsche eine schöne Zeit und hoffe, dass ihr alle gut über die düsteren Feiertage kommt.

Euer Nikolaus.

Psst! Hier ist noch ein Entwurf für ein Brautschau-Geheimprojekt, an dem ich seit geraumer Zeit nebenzu arbeite (Aber nicht weiterverraten, bitte …).

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(1) Ich will ja niemanden neidisch machen:

(2) Reformationstag, Allerheiligen, Allerseelen, Samhain, Halloween, wie man diese Tage der Trübnis und der Beschwichtigungsrituale an die angebetete Todesgottheit auch nennen und begehen will – auf eurer Feier des Beginns der winterlichen Düsternis müsst ihr diesmal auf mich verzichten.

Am letzten Halloweenabend 2018 stand ein kleines, schüchternes Gespenst vor meiner Haustür und hielt mir stumm und fordernd seine noch leere Beutetasche entgegen. „Na, musst du mich nicht ‚Süßes oder Saures‘ sagen?“, fragte ich und er sah mich an, als sei ich komplett irrsinnig geworden. „Nein, nix Saures. Ich will Süßes“, erwiderte er nach einem Moment des Überlegens. Genauso will ich es nächste Woche halten – nix Saures, nur Süßes.

Mein neues Buch – „Noch einmal daran gedacht“

NOCH EINMAL DARAN GEDACHT

Neuerscheinung!

Ir sult sprechen willekommen:
der iu maere bringet, daz bin ich.
allez daz ir habt vernomen,
daz ist gar ein wint: nû fraget mich.
Walther von der Vogelweide

Wie versprochen steht nach dem erfolgreichen 1. Band „Noch einmal daran gedacht“ nun mein zweiter Band mit Artikeln aus meinem Blog in den virtuellen Regalen der Online-Buchhandlungen und ist beim Buchhändler des Vertrauens bestellbar. Selbstverständlich kann man wie immer auch mein neues Buch direkt über meine Wenigkeit erwerben; E-Mail genügt:

Noch einmal daran gedacht
Die besten Essays aus meinem Blog
„Aber ein Traum“
260 Seiten, illustriert
7,99 € als Taschenbuch und
2,49 € als Ebook

Ich habe auch diesen neuen Band so billig wie möglich gemacht und verdiene selbst nichts daran.

In „Noch einmal daran gedacht“ habe ich eine Auswahl aus meinen

      • halbautobiografischen Wahrlügen-Texten, aus meinen
      • originellen Essays und Glossen über die Literatur und das Schreiben,
      • Buchkritiken und
      • Kurzgeschichten

versammelt und gebe mal wieder ein paar tiefere und heitere Einblicke in mein Autoren- und Familienleben. Der umfangreiche Band ist üppig illustriert und enthält 103 Fußnoten(1).

Wer Vergnügen an kurzweiligen, mit Humor, Geist und Esprit geschriebenen Texten und meinen Gedankensplittern hat, wer Sprache liebt und sich gerne auf das Abenteuer „Denken“ einlässt, wird sich mit dem Buch in der Hand wohlfühlen und es genießen. (Und es haben sich sogar ein paar Gedichte zwischen die Prosa gemogelt – Entschuldigung!)

Um es – salopp übersetzt – mit meinem alten Kumpan Freund Walter zu sagen:

Heißt mich willkommen!
Der, der euch neue Gedanken und Geschichten bringt – das bin ich.
Und alles, was ihr vorher gehört habt, ist nur ein Furz.
Jetzt erzähle ich!

 

Das Inhaltsverzeichnis – Da ist für jeden etwas dabei!

Jetzt müssen nur noch mein Lektor und ich ein paar kleinere Korrekturen erledigen und hier und da noch etwas feilen – dann steht nichts mehr zwischen euch und dem Lesevergnügen!

Auch mein alter Kumpan Wolfgang hat schon sein Wohlgefallen an meiner „Wahrheit und Dichtung“ bekundet.

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(1) Ich weiß, mit Fußnoten habe ich ein kleines Problem; ich bin süchtig nach ihnen. Ich liebe sie einfach, auch wenn mir durchaus bewusst ist, dass es für einen Leser dadurch nicht leichter wird, meine Texte zu genießen.(1a)

(1a) Aber sind wir mal ehrlich: Wollen wir, dass uns alles leichtgemacht wird?

Vorankündigung: „Noch einmal daran gedacht“

Neuerscheinung!

Ir sult sprechen willekommen:
der iu maere bringet, daz bin ich.
allez daz ir habt vernomen,
daz ist gar ein wint: nû fraget mich.
Walther von der Vogelweide

Nach dem erfolgreichen 1. Band „Noch einmal daran gedacht“ steht nun mein zweiter Band mit Artikeln aus meinem Blog in den Startlöchern:

Noch einmal daran gedacht
Die besten Essays aus meinem Blog
„Aber ein Traum“
260 Seiten, illustriert
demnächst als Softcover und als Taschenbuch

 Heute erhielt ich mein Korrekturexemplar vom Verlag und ich bin zuversichtlich, dass der Band in zwei Wochen im Internet und im traditionellen Buchhandel erhältlich sein wird. Wie immer wird es eine Taschenbuch- und eine billige EBookausgabe geben. In „Noch einmal daran gedacht“ habe ich eine Auswahl aus meinen halbautobiografischen Wahrlügen-Texten, aus meinen originellen Essays und Glossen über die Literatur und das Schreiben, Kritiken versammelt und gebe mal wieder ein paar tiefere Einblicke in mein Autoren- und Familienleben. Der Band ist üppig illustriert und enthält über 100 Fußnoten(1). Wer Vergnügen an kurzweiligen, mit Humor, Geist und Esprit geschriebenen, Gedankensplittern hat und Sprache liebt, wird sich hier wohlfühlen. Und es haben sich sogar ein paar Gedichte zwischen die Prosa gemogelt.

Um es noch einmal mit meinem Freund Walter v. d. V. zu sagen:
Heißt mich willkommen!
Der, der euch neue Gedanken und Geschichten bringt – das bin ich.
Und alles, was ihr vorher gehört habt, ist nur ein Furz.
Jetzt erzähle ich!

Das Inhaltsverzeichnis – Da ist für jeden etwas dabei!

Jetzt müssen nur noch mein Lektor und ich ein paar kleinere Korrekturen erledigen und hier und da noch etwas feilen – dann steht nichts mehr zwischen euch und dem Lesevergnügen!

Zwei Brüderbücher – endlich vereint!

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(1) Ich weiß, mit Fußnoten habe ich ein kleines Problem; ich bin süchtig nach ihnen. Ich liebe sie einfach, auch wenn mir durchaus bewusst ist, dass es für einen Leser dadurch nicht leichter wird, meine Texte zu genießen. Aber sind wir mal ehrlich: Wollen wir, dass uns alles leichtgemacht wird?

Freitag, 27.09.19 – Verhülltes

Nom de plume oder nom de guerre?

Es ist ein offenes Geheimnis:

Ich heiße nicht Nikolaus Klammer und ich bin auch nicht Nikolaus Klammer. Ich bin ein anderer. Ich bin weder der verzweifelte Schriftsteller Nikolaus M. Klammer aus den erinnerten Memoiren des Dr. Geltsamer, noch der gelangweilte und zynische Beamte Nikolaus Klammer aus dem Jahrmarkt-in-der-Stadt-Zyklus, der gerade in meinem neuveröffentlichten Roman „Nutzlose Menschen“(1) sein Wesen resp. Unwesen treibt. Und am wenigsten bin ich Miladí da Hivers intriganter Sekretär Niclas Agrafe aus den Brautschaubüchern.(2) Es stimmt schon. Eine Figur mit diesem Namen taucht in jedem Buch von mir auf, sogar in meinen Märchen um Karl-Heinz, den Weihnachtshund. Das ist ein Spiel, an dem ich wahrscheinlich mehr Vergnügen als meine Leser habe, von denen ich einige damit verwirrt habe. Am Ähnlichsten ist mir wahrscheinlich jener Nikolaus Klammer, der für die Autorenschaft meiner Werke Verantwortung übernimmt, diesen Blog führt, z. B. bei Twitter, Facebook oder Lovelybooks ein durchaus rühriges virtuelles Leben führt und mit klammer@email.de ein eigenes Postfach führt.

Ganz schön eifrig, der Nikolaus Klammer. Die Bücher rechts, in denen Kurzgeschichten und Erzählungen von mir zu finden sind, kann man übrigens zum Teil über den Webshop des Wolkenstein-Verlags erwerben, in dessen Verlagsforum Nikolaus Klammer mal recht fleißig publizierte.

Nikolaus Klammer ist also nur ein nom de plume, ein Schriftstellerdeckname, ein Alias. Seit ich mich im Web bewege, habe ich überall konsequent nur dieses Pseudonym benutzt und es ist inzwischen ein Vulgo-Name, den manchmal sogar schon meine Freunde verwenden, wenn sie mich ansprechen.(3) Ich weiß, dass es nicht allzu schwierig ist, meinen Realnamen(4) herauszufinden, aber mir ist es bis jetzt erfolgreich gelungen, ihn aus dem Internet herauszuhalten. Zum Glück sind nur wenige so neugierig. Während eine Google-Suche nach Nikolaus Klammer tausende Einträge und Bilder liefert, kann man den „echten“ Menschen dort eigentlich nicht finden. Allein ein weit entfernter Verwandter von mir(5) mit gleichem Namen taucht an den wenigen Fundstellen auf. Mein Ziel, mein privates Leben hinter einer erfunden Person zu verbergen, ist mir also im Großen und Ganzen gelungen.

Warum ist mir das wichtig? Natürlich ist es auch der Reiz des Sich-Verbergens, des Sich-Verhüllens, der Charade, der mich dazu gebracht hat, mir einen Künstlernamen zuzulegen, der inzwischen sogar auf meinem Briefkasten steht, damit der Herr Klammer seine Post bekommen kann (Nicht, dass das häufig geschieht). Wer mich nicht persönlich kennt, weiß zum Beispiel nie, ob das, was ich hier schreibe (auch dieser Text) „wahr“ ist, „halbwahr“ oder einfach „frech gelogen“. Ich muss mir keine Gedanken machen, wie meine Geschichten und Blogartikel bei meinen Bekannten, Freunden und Verwandten ankommen. Die meisten von ihnen sind übrigens recht froh, dass dadurch mein ganzes Schreiben nicht mit ihnen in Verbindung gebracht wird, denn diese Seite meiner Existenz, die offenbar nur mir so richtig wichtig ist, ist ihnen eher peinlich und sie bemühen sich nach Kräften, sie zu ignorieren. Wenn ich in vertrauter Runde über meine Literatur reden möchte, ist das ein noch bewährterer Stimmungs- und Gesprächskiller als das Auflegen einer Leonard-Cohen-CD. Diesem Unbehagen will ich niemanden aussetzen. Ganz pragmatisch ist das Pseudonym auch ein Schutz davor, dass Nachbarn und Menschen, mit denen ich über meinen Brotberuf zu tun habe, von meinem doch recht anrüchigen „Schriftsteller-Hobby“(6) erfahren, denn es hat schon ein wenig von einem ekligen Hautausschlag oder einer verborgenen Geschlechtskrankheit und stellt mich in die Ecke der Absonderlichen und Wirrköpfe. Würde meine nicht gesellschaftsfähige Beschäftigung publik, würde es meinem Ruf und Ansehen schaden und ich würde nicht mehr ernst genommen. Auch deshalb bin ich janusköpfig. Das ist so traurig, wie es wahr ist. Da ich mich nicht in Künstler- und Literatenkreisen bewege, sondern in einer grundsoliden, bürgerlichen und dazu auch noch bayerischen Umgebung, kann ich nur dann ein Autor sein, wenn ich als Nikolaus Klammer im Netz unterwegs bin und meine Romane veröffentliche. Und unter diesem nom de guerre kann ich dann auch mal – salopp ausgedrückt –  die Sau rauslassen. Klammer darf alles sagen, was ich verschweigen muss. Er kann sich mit Dingen beschäftigen, die außer mir keinen in meinem Umfeld interessieren, kann seine stupende Belesenheit, seinen Witz, Geist und Intelligenz sprühen lassen und dabei so selbstherrlich und arrogant auftreten und reüssieren, wie es mir in meinem realen Leben unter meinem realen Namen niemals möglich ist. Als Nikolaus Klammer bin ich ein Held, so wie der langweilige Clark Kent Superman ist.

Ein so alteingesessenes Alias hat selbstverständlich auch ein paar Nachteile. Es ist wie ein eleganter Anzug, der ab und an overdressed wirkt und nicht passt und manchmal sogar an des Kaisers neue Kleider erinnert. Doch er sollte niemandem vom Leib gerissen werden, wie dies unter anderen Elsa Ferrante geschah. Keiner hat aus Sensationslust oder einfach aus Bosheit das Recht, einem anderen sein „Imago“ zu rauben, das er sich mühsam aufgebaut hat. Trotzdem:

Ich liebe Nikolaus Klammer!


(1) Falle ich euch schon lästig? Egal. Ich mache hier noch einmal Werbung für meinen neuen Roman „Nutzlose Menschen“ aus meinem Jahrmarkt-in-der-Stadt-Zyklus, der im wohlsortierten Buchhandel oder in dessen Online-Shops als Taschenbuch oder als spottbilliges E-Book erworben werden kann; z. B. hier.

(2) Ich bin auch nicht der ausgeprochen arbeitscheue österreichische Künstler und Gemmenschneider Nikolaus Klammer – der sich selbst anglizierend Nicolas Clamer schrieb -, Zeit seines Lebens (1769 bis 1830) an finanziellen Problemen litt und an „Brustwassersucht“ verstarb. Wie es in einem alten Lexikon heißt, war er „zu viel Idealist, weil er an seinen Werken oft monatelang arbeitete und alles um sich vergaß”. Das alles erinnert mich allerdings wieder an mich selbst; auch wenn mir Clamer noch nicht bekannt war, als ich den Namen Anfang der 90er Jahre für den Roman „Die Wahrheit über Jürgen“ für mich erfand.

(3) Sogar meine Frau benutzt ihn inzwischen und ist z. B. beim „Quizduell“-Spielen auf ihrem Smartphone unter „frau klammerle“ zu finden. Sie ist übrigens in der Rangliste ziemlich weit oben und freut sich immer über neue Gegner. Man kann sich selbstverständlich auch mit „Nikolaus Klammer“ messen.

(4) Über meinen realen Vornamen stritten meine Eltern lange. Meine Mutter wollte Bodo oder Lars – sogar Detlev(!) stand auf ihrer Liste – mein Vater war mehr für gut Abgehangenes: Maximilian, Heinrich, Hermann oder Karl. Zu meinem Glück konnten sie sich auf den Namen eines norwegischen Wikingerkönigs aus dem Hause Jelling einigen, der 1963 zu den beliebtesten Jungennamen gehörte. Ich hatte deshalb in jeder Klasse drei Namensvettern. Der echte Nachname kling typisch Bayerisch, auch wenn er nicht so geschrieben wird und zum Glück nicht auf -er endet.

(5) Ich bin meinem Wiedergänger nur ein einziges Mal vor vielen Jahren bei der Beerdigung meines Großvaters begegnet und es gibt buchstäblich nichts außer dem Namen und einer fast identischen E-Mail-Adresse, das wir gemeinsam haben. Daraus lässt sich leider keine romantisch-gespenstische „Elixiere des Teufels“-Geschichte machen.

(6) Der „Hobbyautor“ und wie ich das hasse!

Montag, 23.09.19 – Rückmeldung

Montag, 23.09.19

So lasst mich denn erneut beginnen …

Dann ist es also nach diesem langen Sommer doch noch Herbst geworden. Am Morgen liegen zähe Nebelschwaden auf den Schmutterwiesen und die frühe abendliche Kälte treibt einen von der Terrasse des Altweibersommergartens ins düstere Haus hinein, in dem auch schon ein-, zweimal der Holzofen seinen Dienst aufgenommen hat. Die Wetteraussichten: Mies, es soll die ganze Woche regnen. Überall hat längst die Sommerpause begonnen: Alle sind längst aus ihrem Urlaub zurück (wenn sie nicht mit Thomas Cook geflogen sind), Lehrer und Schüler sind endlich wieder zumindest wochentagstags in die Klassenzimmer weggegeräumt, die Kühe sind von der Alm und die Politiker haben ihr Alltagsgeschäft, mit viel Geschrei wenig zu tun, wieder aufgenommen und Lebkuchenpakete sprießen wie die Pilze im Wald aus dem Boden der Supermärkte. In den Restaurants erscheinen Kürbissuppen im Tagesangebot, die Shortlist für den deutschen Buchpreis ist online und auch für mich wird es Zeit, meine Blogauszeit zu beenden. Auch wenn es mir diesmal sehr, sehr schwer fällt.

Oh, danke der Nachfrage, es war sehr schön in den letzten zwei Monaten. Frau Klammerle und ich sind auf einige Berge gestiegen und haben Städte besichtigt, genossen la dolce vita in einem Weingut am erstaunlich touristenfreien italienischen Iseosee und haben eine halbe Bibliothek leergelesen, gut gegessen und gekocht und die eine oder andere Flasche Wein geöffnet. Ich habe einen alten Roman (Nutzlose Menschen) überarbeitet, ihn unter Ausschluss der Öffentlichkeit „veröffentlicht“(1) und freilich auch an meinen anderen Projekten gefeilt. Wenn ich ausnahmsweise einmal ehrlich bin: Überanstrengt habe ich mich nicht und eigentlich könnte es so weitergehen, lesend, wandernd, schreibend, faulenzend, genießend. Jedoch ist der Mensch ein soziales Wesen und ich fühle mich schon ein wenig von meinem Umfeld (Frau Klammerle, die schon seit Wochen wieder arbeitet) bedrängt, das die Erwartung hat, dass ich endlich wieder mit meinem Alltag zu beginne, mit meinem Brotberuf zum Lebensunterhalt beitrage, Hausarbeiten erledige und das soziale Leben wieder aufnehme. Sie hat ja recht …

Darum ein seufzender Blick zurück ins Tal und dann sei mir herzlich auf meinen Seiten willkommen, mein lieber unbekannter Leser; egal, ob du zum Inventar gehörst oder mich neu entdeckt hast. Hier beginnt eine neue Staffel mit neuen Gedankensplittern, neuen Texten und neuen Ausszügen aus meinen Büchern. Vielleicht hat ja der/die eine oder andere Lust, mich auf meinem langen, steilen und überaus steinigen Abenteuerpfad hinauf in den Olymp der Literatur ein paar Höhenmeter zu begleiten. Ich würde mich freuen.

Wir lesen uns.

PS. Und keine Sorge, ich überanstrenge mich schon nicht. Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub. Die nächsten Ausflüge ins Lechtal und vor Allerheiligen nach Südtirol sind schon fest eingeplant, falls es meinem alten Stinker-Diesel noch einmal gelingt, sich durch den TÜV zu mogeln.

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(1) Ich weiß, hier habe ich einen Satz veröffentlicht, der zweimal „veröffentlicht“ enthält. Es ist an der Zeit, es hier öffentlich der Öffentlichkeit zu sagen: Ich bin kein Deutschlehrer. Sollte einer dieser strengen Zunft unter meinen Lesern sein (ich will es bezweifeln), so darf er den Satz ruhig mit Rotstift unterstreichen und ein großes „A“ an die Seite seines Bildschirms schreiben – der Korrekturrand meiner Aufsätze waren immer voller „A“, daran bin ich gewöhnt. Ich glaube aber, dass nur Deutschlehrern Wortwiederholungen auffallen.

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