Aber ein Traum …

Autorer als andere Autoren

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Empfehlung: Das neue Buch von Hans-Dieter Heun

Zwar darf ich Hans-Dieter Heun schon eine ganze Weile nicht mehr meinen Freund nennen, denn er hat mir leider vor gut einem Jahr aus mir noch heute vollkommen rätselhaften Gründen unsere langjährige Freundschaft aufgekündigt und seither jeden Kontakt zu mir abgebrochen; liest auch wohl in diesem Blog nicht mehr mit, den er mit seinen früheren launigen Kommentaren und Texten noch immer mitprägt.

Aber nichts desto weniger halte ich ihn weiterhin für einen lesenswerten Autor, den ich gerne weiterempfehlen will. Ich freue mich, dass er seine lange prosaische Schaffenspause beendet hat und mit etwas Neuem am Start ist. Nun ja, zugegeben, so ganz neu ist das alles nicht, denn sein neues Buch „Das unglaublich unglaubwürdige Leben des Hannemann“ ist leider „nur“ eine Überarbeitung eines seiner alten Bücher, nämlich des Romans „Geilen Farben“. Es ist eine Art „Heun-Omnibus“ daraus geworden, in den er auch ein paar seiner Kurzgeschichten aus seinem „Zackenbarsch“ eingewoben hat.


Es ist – Zitat des Autors:

… das Beste in der Selbstfindungsliteratur seit dem Gilgamesch-Epos, behauptet zumindest ein wissendes Medium, meine Frau. Noch dazu mit einigen mausetoten Leichen, leichtverständlicher Leidenschaft und geradezu außerirdischen Kochrezepten.

Das neue Werk ist ebenfalls die Erklärung, warum ich, auf Prosa versessener Mann, euch in letzter Zeit derart stiefmütterlich behandelt habe. Stiefmütterlich, jawohl, denn stiefväterlich schildert nicht im Mindesten, wie maßlos ich euch vernachlässigte. Ich bitte inständig und untertänig wegen der euch nicht gewährten Liebe um Vergebung.

[..] Ganz nach dem Motto, jede Dame wird sich freu´n, wenn sie liest den neuen Heun. In diesem besten Sinne: Behaltet den neuen Titel im Auge. – Mein ganz besonderer Dank gilt Michael Weiler, besser bekannt als Zebrafink, für die erschöpfende Schöpfung des Covers. Es war eine lange künstlerische Auseinandersetzung zwischen uns, bis der Hampelmann Hannemann endlich an den Fäden seines Schicksals hing.

Hans-Dieters nun wieder neu aufgelegtes, aber eben bewährt skurriles Werk ist gerade bei neobooks als E-Book erschienen und für 8,99 € überall im Handel erhältlich, wo man elektronisches Lesefutter erwerben kann. Dort ist auch eine Leseprobe downloadbar, die ausführlich beweist, welch herrliches Garn er zu spinnen vermag. Ich hoffe, Hans-Dieter, der auch eine Facebook-Präsenz unterhält, bekommt die Leser, die er verdient.

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Und zum Abschluss noch ein Link auf einen vollkommen anderen Text, den wir gemeinsam begonnen haben und der hier immerhin 7 aufregende Fortsetzungen erlebte, den wir aber leider nie gemeinsam beendet haben.

Wolfenklau

Am Wegesrand (XII)

Es wird viel darüber gejammert, dass moderne Architektur gesichtslos und beliebig sei. Tatsächlich erscheinen mir persönlich Häuser, die vor der Bauhausdesign-Revolution entstanden, schöner und bewohnenswerter. Die spiegelnden Fassaden der Büroarchitektur oder die Monokulturen der Reihenhäuschen an den Dorfrändern kränken meinen schönheitsdurstigen Blick. Es sind seelenlose Bausteine von Riesenkindern, die sie in ihren Kinderstuben durcheinander gewirbelt haben. Ein altes Haus hingegen – hat manchmal nicht nur eine knarzende und quietschende Seele, sondern ein Gesicht. Und das ist ist fröhlich.

hausgeist

In solch einem Haus (Schloss Kampan in Brixen) wohnt selbstverständlich auch ein Kater. Er saß an jedem Morgen meines Urlaubs an meinem Fenster und nahm an meinem Frühstück teil. Ich stelle vor: Cesare, erster Herzog von Valentinois und der Romagna, Fürst von Andria und von Venafro, Graf von Diois, Herr von Piombino, Camerino und Urbino. Und der beste Mäusefänger der Region.

 cesare

Über dieses Wochenende (Der Blog ruht bis Montag) bin ich übrigens in Tabor, dem beseelten alten Vierseithof von Hans-Dieter Heun. Wo ich meiner Pflicht als Trauzeuge nachgehen und schauen werde, ob nach zehn langen Jahren in der Ehe von Herrn Heun und seiner liebreizenden Gattin noch das nötige Feuer vorhanden ist. Sicherheitshalber werde ich ein wenig Würze zum Hl. Berg mitnehmen. Deshalb noch ein Bild für Familie Heun – zum Freun.

eingelegt

Das Rezept findet sich hier.

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