Videos, Illustrationen und … keine Sau interessiert’s

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Ich habe in der letzten Woche sehr fleißig weiter an meiner neuen Website

BRAUTSCHAU

gearbeitet und z. B. ein paar kleinere Videos zu den Leseproben dort erstellt und habe für meine Laienspielaufführungen übrigens nur Windowsbordmittel benutzt. Nachdem ich nun den Trick weiß, mit dem es mir gelingt, Videos in meine WordPress-Mediathek hochzuladen und sie in Beiträge einzufügen, denke ich, dass ich das noch häufiger machen werde. (*) Wie gefallen dir meine ersten Versuche? Ich habe auch begonnen, für meine neue Site die doch recht primitiven und arg hässlichen Landkarten neu zu gestalten, die meine Brautschau-Bücher bislang verunzierten.

Dazu verwende ich die gute Landkarten-Software „Wonderdraft“, mit der es nach ein wenig Eingewöhnung, Zeit und Nachbearbeitung möglich ist, schöne Fantasy-Maps zu erstellen. Ich finde, zu einem guten Fantasy-Roman gehört auch eine Karte, auf der der Leser mit dem Finger nachvollziehen kann, wie die beschriebene Welt aussieht. Wie findest du meine neuen Entwürfe?

Du siehst also, dass ich das Beste aus dem Lockdown und der Homeoffice mache, zu der ich wie wir alle wegen des Scheiß-Virus‘ verdammt sind. Ich versuche inzwischen, diese bewegungslosen Wochen nicht nur als Gefängnisaufenthalt in Einzelhaft, sondern auch als Chance zu nutzen. Leider gibt es ein altes Problem, das mich immer wieder in Depressionen stürzt: Niemand kauft meine Bücher, niemand rezensiert sie, niemand interessiert sich für meine Literatur. Ich kann keine Leser erreichen, mir kein Publikum aufbauen. Auf meiner neuen Site kommt mich niemand besuchen und auch hier akuf meinem Blog sieht es ja seit Längerem zappenduster aus, wenn ich mal von dir absehe, liebe einzige Leserin. Das alles ist tödliches Gift für jeden Künstler und ich nehme jeden Tag einen Schluck von ihm …

Deshalb versuchen es Amy und ich heute mal mit Hypnose:

Du willst meine Bücher lesen! Du willst meine Bücher lesen! Du willst meine Bücher kaufen und lesen! Du willst!

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(*) Der Trick ist, es nicht zu versuchen, die mp4-Datei des selbsterstellen Videos in der Desktop-App von WordPress hochzuladen, denn das wird mir aus angeblichen Sicherheitsgründen verweigert. Es geht aber merkwürdigerwesie anstandslos in der Smartphone-App (Zumindest auf Android).

NEU: Brautschau – Zeit muss enden

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Willkommen in den Überlebenden Landen, Wanderer zwischen den Welten!

… und manchmal geht eben alles etwas schneller.

Ich habe heute schon meine Domain

Brautschau – Zeit muss enden

wiedereröffnet. Der Schneesturm, der um mein Heim bläst, hat mich zum Homeoffice gezwungen, was mir die Gelegenheit gegeben hat, an der Site weiter herumzubasteln. Wie du oben sieht, habe ich dabei auch den Kniff herausbekommen, wie ich Videos in meine WordPress-Blogs einfügen kann. (1) Wie gefalle ich dir in der Rolle des Meisters Jac Javac Mauvaise, des Erzabbas‘ von Stabsang? Eigentlich spricht im Roman Sahar, der Märchchenerzähler, diese Worte. Allerdings wird er dort als androgyner, schlanker und muskulöser Endzwanziger beschrieben.

Ich konnte dir das einfach nicht vorenthalten, meine liebe, treue Leserin. Ich hoffe, du gehst mal hinüber zur „Brautschau“ und siehst dich dort ein wenig um. Manches ist noch nicht ganz fertig, anderes lange nicht vollständig, einiges noch nicht einmal begonnen. Aber ich hoffe, du fühlst dich dort ebenso wohl wie hier und dir gefällt, was du dort sehen und lesen kannst. Ich habe mir wirklich sehr viel Mühe gegeben.

Du kannst dort bereits zwei spannende Leseproben aus der „Brautschau-Sage“ lesen, z. B. den Anfang von „Meister Siebenhardts Geheimnis“:

Ich würde mich sehr freuen, wenn du mir deine Meinung mitteilen oder mir sogar auf BRAUTSCHAU folgen würdest! Vielleicht kannst du auch ein wenig Werbung für mich machen …

Liebe Grüße,

Nikolaus ›Jac‹ Klammer
Weltenschöpfer und Dichter


(1) Der Trick ist, das fertige Video über die WordPress Smartphone-App in die eigene Mediathek hochzuladen und es dann wie ein Bild einzufügen. Im Gegensatz zur PC-Version funktioniert das dort – weiß der Teufel, weshalb …

Brautschau – Die Website (Vorankündigung)

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Außer meinem Blog nikolaus-klammer.blog besitze ich seit vielen Jahren noch zwei weitere Sites bei WordPress. Die eine – rosmarinkatze.wordpress.com – gehört Verena Salva, einer Protagonistin meiner Romantrilogie „Dr. Geltsamers erinnerte Memoiren“, deren 4. Teil (!) ich gerade hier als Fortsetzungsroman vorveröffentliche. Wer über die geheimnisvolle Frau im Geltsamer nicht genug erfahren hat, wird auf ihrem Blog fündig, auf dem sie auch ein paar Dinge über ihr Leben preisgibt, die sie in den Büchern verschweigt.

Die andere Domain hat die Adresse siebenhardt.wordpress.com und sie liegt seit vielen Jahren brach. Ich habe sie 2015 gegründet, weil ich die Genres, in denen ich tätig bin, trennen wollte, nämlich in die Belletristik und in die Phantastik. Mir wurde glaubhaft versichert, ein Autor, der unter einem einzigen Pseudonym zwei oder drei verschiedene Literaturgattungen bedient, würde bei den Lesern nur Verunsicherung bewirken. Die Arbeit an zwei literarischen Blogs gleichzeitig wuchs mir jedoch sehr schnell über den Kopf, deshalb stellte ich die Siebenhardt-Seite (1) nach gut einem Jahr ein, stellte sie „privat“ und ließ sie in meinem virtuellen Kellerloch verschimmeln. Die Brautschau-Saga wuchs jedoch in den darauffolgenden Jahren an und mir manchmal auch über den Kopf. Inzwischen sind aber 3 lange, im Eigenverlag veröffentlichte Romane erschienen, insgesamt über 1400 Seiten Lesefutter. An dem fast fertigen Roman „Mánis Fall“, der das Prequel zur Sage ist, arbeite ich. Ich will den Band noch in diesem Sommer veröffentlichen. Dazu existieren einige Entwürfe für weitere Geschichten aus den „Überlebenden Landen“.

Die drei bislang erschienenen Romane der Brautschau-Sage

Es haben sich in den Jahren, in denen ich an der „Brautschau“ schrieb, außer den Büchern viele Artworks, Landkarten, Orts- und Namenslisten, Zeittafeln, sogar die Grundzüge einer Sprache und alles mögliche weitere Material angesammelt, das in den Romanen keinen Platz gefunden hat, aber meine Leserinnen vielleicht interessiert. Deshalb habe ich beschlossen, die Seite siebenhardt.wordpress.com wieder zu eröffnen. Hier soll es zusätzlich zu dem eben Erwähnten News und Leseproben rund um die Brautschau-Sage geben (2). Ich denke, im Februar bin ich so weit, dass ich die Seite starte. Selbstverständlich soll die Brautschau-Site auch eine Art von Visitenkarte sein, die Vorbeisurfenden Lust macht, die Bücher zu lesen – also schlicht auch Werbung machen.

Dies ist schon mal ein Screenshot der Titelseite, die sich aber wahrscheinlich noch ein wenig verändern wird. Aber ich glaube, man kriegt schon eine gute Vorstellung, wie das Ganze am Ende aussehen soll.

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(1) Der dicke und gerissene Meister Siebenhardt ist die Hauptfigur der Romane und – ja – auch eine Art von Alter Ego.

(2) Der Geltsamer, meine zweite große Romanserie, und auch meine anderen Projekte haben weiterhin hier auf dem Blog ihre Heimat.

Den Weltuntergang ordnen – Die „Brautschau“-Chronologie

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1. Geschichte einer endlosen Saga

1987 – damals war ich 24 Jahre jung –  schrieb ich die ersten vier Kapitel eines Fantasyromans, der in einer dystopischen Zukunft spielen sollte. Ich widmete mein Werk Frau Klammerle, die ich in diesem Jahr heiratete. Ich nannte ihn beziehungsreich „Brautschau“ und es ging um den jungen, naiven Half, der von seinem kleinen Dorf in der Provinz hinaus in die weite Welt zieht, um dort die Frau seines Lebens zu finden. Die einzige Bedingung, die er an seine Zukünftige stellte, war, dass sie unbedingt blonde Haare haben sollte. Bald schon geriet er allerdings in ein Intrigenspiel zwischen dem angeblichen Kaufmann Juel und den Mönchen Jac und Sahar, die ihn verfolgen und gefangennehmen wollen.

Wie so viele hoffnungsvolle Romananfänge von mir zu jener Zeit hatte auch die Brautschau keine Zukunft. Nach ungefähr 100 Buchseiten legte ich das Projekt zu den anderen Fehlgeburten in meine „Schubladen für verlorene Texte“ und schrieb an anderen Werken. Denn mit Genre-Literatur wollte ich eigentlich nicht bekannt werden, da ich mich als „ernsthafter“ Autor sah. Damit schien auch die Geschichte von „Brautschau“ besiegelt.

Die „Schubladen der verlorenen Texte“

Im Sommer 2013 dann benötigte ich für meinen frisch gegründeten Blog „Aber ein Traum“ Texte, die ich auf ihn stellen konnte(1). Ich hatte auf dem Blog mit einem befreundeten Autor einen Fortsetzungsroman begonnen (siehe hier –>), der durchaus einiges Publikum erreichte. Als wir nach einem hoffnungsvollen Beginn leider in persönliche und literarische Differenzen trudelten und unsere Zusammenarbeit beendeteten, suchte ich nach einem Text, der sich gut für Fortsetzungsromane eignete. Ich fand ihn in meinem alten „Brautschau“-Manuskript. Beim Überarbeiten für den Blog stellte ich fest, dass die alte Geschichte durchaus originell und ausbaubar war und Leser finden könnte. Also begann ich mit der Vorveröffentlichung des alten Textes (siehe hier –>). Ich schrieb einen Prolog, der der Handlung einen tiefergehenden Hintergrund und Erweiterungsmöglichkeiten verschaffte (Dieser Prolog ist mir länger geraten als das Bruchstück, das ich als 24jähriger geschrieben hatte) und dazu noch ein fünftes Kapitel, in dem endlich auch die weibliche Hauptfigur Hetha ihren Auftritt hat. Ich ließ nun auch Sahar das Märchen von „Faiaba“ erzählen, die irgendwo in den Jenseitigen Landen seit Jahrtausenden tiefgefroren auf ihr Erwachen wartet. Damit hatte ich Futter genug, um meinen gefräßigen Blog über Jahre zu füttern. Woche für Woche erschienen die Fortsetzungen und gleichzeitig arbeitete ich auch an dem Buch weiter. Bald wurde mir klar: Wenn ich alles erzählen wollte, dann musste ich aus „Brautschau“ eine klassische und umfangreiche Fantasy-Trilogie machen.  Anfang 2017 war es dann so weit: Der 1. Roman meines Fantasy/SF-Epos hatte 150000 Wörter und ich veröffentlichte die 600 Seiten als Selfpublisher unter dem Titel „Meister Siebenhardts Geheimnis“.

Auch die ersten 100 Seiten des 2. Bandes „Faiabas Erwachen“ waren längst geschrieben und Rest der Saga „durchgeplottet“. Ich wollte eigentlich auf die bewährte Weise weitermachen. Auch die „Faiaba“ wollte ich als Fortsetzungsroman auf meinem Blog vorveröffentlichen. Gleichzeitig würde ich an ihr weiterschreiben, denn das hatte sich als erfolgreiche Methode für mich herausgestellt, um mit einem Text in diesem Umfang zurecht zu kommen.

Doch dann machte mir meine machmal ein wenig überbordende Fantasie einen Strich durch die Rechnung. Denn zu dieser Zeit begann ich auch nebenbei als kleine Fingerübung mit einer kurzen Erzählung, die von Geschehnissen berichten sollte, die sich ein halbes Jahr vor der Brautschau-Trilogie in der Wüstenstadt Karukora ereignen. Auf sie wird im „Meister Siebenhardt“ mehrmals angespielt. Auch für „Der Weg, der in den Tag führt“ bediente ich mich bei einer alten, allerdings komplett verlorengegangen und sehr zynischen Geschichte von mir, die allerdings urspünglich nichts mit „Brautschau“ zu tun gehabt hatte. Eigentlich hatte ich etwa 20000 oder 30000 Wörter für den Text eingeplant, doch daraus wurde nichts. Die Geschichte um Selin und die verlorene Stadt Pardais, in der auch einige Figuren der Hauptreihe „Brautschau“ mitspielen (Juel, Sahar, Miladi etc.), geriet mir unter der Hand länger und länger und hat sich inzwischen zu der umfangreichen „Der Weg, der in den Tag führt“-Trilogie entwickelt, deren erste beide Bände „Karukora“ (2018) und „Die Verliese des elfenbeinernen Palastes“ (2020) bereits erschienen sind und an dessen dritten Buch „Der Schatten von Pardais“ (2022 ?) ich gerade arbeite.

Gleichzeitig will ich selbstredend auch die Hauptreihe fortsetzen. Nach längerem Überlegen habe ich mich jedoch dazu entschlossen, den geplanten und bereits größtenteils geschriebenen Prolog zum 2. Band „Faiabas Erwachen“ aus dem Roman auszukoppeln und ihn als kürzeren Einzelroman im nächsten Jahr zu veröffentlichen. Auf die bewährte Weise bin ich gerade dabei, ihn hier im Blog als Fortsetzungsroman zu posten. (siehe hier —>)  „Mánis Fall“ ist der Prolog zu „Brautschau“ und sollte eigentlich zuerst gelesen werden ;). Der Roman spielt 5880 Jahre vor „Meister Siebenhardt“ und erzählt von der blonden Studentin Fabia. Ihr Schicksal, das ihres Professors Baruch Rosenthal  und das ihrer Studienfreunde Xaver und Sadie ist über die Jahrtausende hinweg auf das Engste mit dem Schicksal der Hauptfiguren der anderen Romane verknüpft.

Tja. So weit, so gut. Aber wie es bei mir so üblich ist, habe ich kürzlich mal wieder in meiner Schubladen-Vault gestöbert und bin auf einen fast vergessenen Romananfang gestoßen, der etwas umgeschrieben wunderbar in die „Brautschau“-Saga hineinpasst und nun eine Art Geheimprojekt ist, an dem ich nebenzu arbeite, aber bisher noch nichts davon veröffentlichte. Es soll „Die Zauberlehrlinge von Italmar“ heißen, spielt etwa zehn Jahre vor der Haupt-Trilogie  und verknüpft einige lose Fäden. Die Hauptfiguren sind u. a. Juel, Jac und Adelf, der ja eine recht prominente Rolle in „Karukora“ spielt. Wahrscheinlich wird wieder eine Trilogie daraus – mal sehen …

Wir lesen uns …


(1) Ein Blog ist ein Moloch, der frisst und frisst und frisst und ständig neuen Nachschub benötigt, wenn er sein Publikum halten will. Die Follower springen einem sofort ab, wenn man mal ein- zwei Wochen lang nicht bloggt. Zeitweise war ich ein Getriebener und veröffentlichte siebenmal in einer Woche. Erfolg hatte ich damit allerdings nicht: „Aber ein Traum dümpelt friedlich vor sich hin – mit seit Jahren konstanten 150 Followern, von denen aber höchstens eine Handvoll ihn ab und an besuchen kommt. Inzwischen habe ich mich damit abgefunden und betrachte den Blog als persönliches literarisches Tagebuch, in das ich schreibe, wenn ich Lust habe. „Aber ein Traum“ ist mir inzwischen eine Art virtuelle „Schublade der verlorenen Texte“.

Der Schatten von Pardais (1. Kapitel – Teil DREI)

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Teil III. der großen »Der Weg, der in den Tag führt«-Saga:
Der Schatten von Paradais

knoten

Sechstausend Jahre sind vergangen, seit sich die hochentwickelte Kultur der Vorgänger in ihrer Hybris selbst vernichtet hat. Obwohl viele Länder der Welt dabei vollkommen zerstört wurden und die heute unbetretbaren Jenseitigen Lande im Westen bilden, sind die Vorgänger für die heutigen Völker nur mehr eine vage Erinnerung und ihr enormes technisches Wissen ist fast vollkommen vergessen. Allein Märchen und Sagen erzählen von ihnen und ihren Geheimnissen.

Doch noch immer kämpfen uralte Roboterarmeen und Kriegsmaschinen östlich der großen Wüstenstadt Karukora in einer gewaltigen Schlacht, die nicht enden will. Gibt es eine alte Landkarte, die durch diese Ebenen des Ewigen Krieges nach Pardais, der Stadt des Friedens, führt? Der alte Märchenerzähler Alis ist davon überzeugt. Er gerät auf der Suche nach ihr zusammen mit seinem Enkel Selin, dem Kaufmann Juel und dem jungen Mönch Sahar am Hof des grausamen Herrschers von Karukora in ein Kesseltreiben aus Intrigen, Verschwörungen und finsteren Mordplänen. Der Regno der Lamargue wurde auf dem Gastmahl des Großvezirs der Wüstenstadt Karukora vergiftet. Während sich das fröhliche Fest in eine blutige Schlacht verwandelt, nutzen Juel und Selin die Gunst der Stunde. Sie stehlen aus dem Thronsaal des Namenlosen Herrschers von Karukora die Landkarte, die den Weg nach Pardais zeigen soll.

Der Diebstahl gelingt, aber die Häscher des »Unterwerfers« sind ihnen auf der Spur. Es beginnt ein verzweifelter Wettlauf mit der Zeit. Selin, Juel und ihre Gefährten müssen durch die Verliese des elfenbeinernen Palastes hinein in die Tote Wüste fliehen und überall lauern tödliche Fallen und Gefahren auf sie.

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Kapitel Eins
Ein Sturm zieht auf
III.

Juel erwachte vom unruhigen Blöcken der Kamele, in das sein eigener armer, durstiger Maulesel klagend einstimmte.

Er öffnete die verklebten Augen und hob vorsichtig dem Kopf von seinem Schlafsack, den er zu einer Nackenrolle zusammengebunden hatte. Dabei versuchte er, sich so langsam wie möglich zu bewegen, um jede unnötige Anstrengung zu vermeiden. Solch eine mörderische Hitze, wie sie über dieser vollkommen leblosen und menschenfeindlichsten aller Wüsten waberte, hatte er noch nie erlebt. So tot waren nicht einmal die Ruinen der südlich von Nearoma liegenden Gräberstadt Tudas’Tel, wo er vor einigen Monaten vergeblich den wertvollen Gegenstand gesucht hatte, nach dem er seit beinahe zehn Jahren forschte. Hier, am Kraterrand der Ebenen, schien es außer ihrer Gruppe höchstens ein paar giftige Echsen zu geben, die mangels anderer Beute aufeinander Jagd machten. Juel rieb sich den Sand aus den Augen und blinzelte. nachdenklich. Auch Tudas’Tel, der „Ort des Todes“, war eine weitere Enttäuschung gewesen. Jetzt lag seine ganze Hoffnung auf der Traumstadt Pardais, die ihre Geheimnisse viele tausend Jahre bewahrt hatte. Es war noch ein langer Weg zurückzulegen, aber der dicke Mann wartete nun schon so lange, da kam es ihm auf ein paar weitere Wochen nicht mehr an. Und wer weiß: Vielleicht fand er ja in den Ebenen des Ewigen Krieges eine Abkürzung oder einen Zug, der dort unten auf ihn wartete. Das war ihm schließlich schon mehrmals passiert. Sein Glück wies im häufig den Weg. Auf diese Weise würde er nicht nur der Diebesgilde und dem Namenlosen, die hinter ihnen her waren, ein Schnippchen schlagen – sondern auch seinem hartnäckigen Verfolger und ehemaligen Freund Jac Javac Mauvaise. Auch wenn er sein Gefühl nicht begründen konnte, so vermutete er den Meister und seine Helfer schon ganz nah auf seiner Spur.

Aber … uff, was für eine Hitze! Obwohl Juel im Schatten unter einer eilig aufgeschlagenen Zeltplane lag, die er und Selin am Abend vorher seitlich an einer zerplitterten B‘Ton-Säule befestigt hatten, drang sie ihm in alle Poren. Er wunderte sich, dass davon nicht sein Fett schmolz und er eines Morgens spindeldürr erwachte. Er richtete sich weiter auf und stützte sich auf seine Unterarme. Er sah zu den anderen hinüber, die in seiner Nähe ebenfalls auf Schattenplätzen unter aufgespannten Planen lagen. Allein Adelph schlief nicht. Er hockte mit nacktem Oberkörper auf seiner dünnen Decke und schien zu meditieren; starrte mit leerem Blick ins Nichts. Seine äußere Erscheinung glich von Tag zu Tag mehr der eines irren Hindersohn-Asketen. Juel zuckte mit den Schultern und kroch zu ihm hinüber. Er konnte sowieso nicht wieder einschlafen. Er setzte sich neben den Mönch, der der größte Pechvogel war, dem er je begegnet war. Im Großen und Ganzen war Adelf – nicht zuletzt wegen Juels heilenden Händen –  von seinen schweren Verletzungen genesen. Adelf war noch immer erschreckend mager und ausgezehrt, denn niemand in der Gruppe hatte bei der hektischen Flucht unter der brütenden Sonne dieses kargen Landstrichs östlich von Karukora Speck ansetzen können.  Er ermüdete schnell, aber wenigstens war er inzwischen gesund und kräftig genug, die Strapazen der Flucht zu ertragen. Juel fragte sich mal wieder, was die wahren Gründe waren, aus denen der Mönch  dem Trupp in die Wüste gefolgt war. Bei allen anderen war ihm ihr Antrieb klar. Selin und Sirtis hatten ihren Traum vor Augen. Semira folgte ihrem Verlobten und Jalah reizten die Schätze von Pardais und nicht zuletzt auch die Juwelen, die Juel in der Tasche verbarg. Aber warum sich Adelf nicht nach Norden in Richtung Italmar abgesetzt hatte, wusste Juel nicht. Konnte es wie bei ihm selbst nur die Neugierde auf Paradis sein oder hatte er andere, undurchsichtigere Gründe? Bislang hatten die beiden alten Bekannten noch nicht die Gelegenheit gehabt, ausführlich darüber zu reden. Vielleicht war jetzt die Stunde der Aussprache, während die Frauen schliefen und die beiden jungen Leute, die gute Ohren hatten, auf Erkundung unterwegs waren.

Juel wartete eine Weile auf eine Reaktion des in sich verschlossenen Adelf. Als keine kam, räusperte er sich respektvoll. Damit weckte er den Mönch endlich aus seiner Trance. Adelfs Blick wurde klar. Etwas unwillig sah er zu Juel, aber er lächelte.

»Soll ich dir etwas Wasser bringen?«, fragte der Dicke. »Allzu viel haben wir ja nicht mehr, aber …«

»Nein, danke. Es geht mir gut«, erwiderte der Mönch abgelenkt und sah sich prüfend um, als müsse er sich erst einmal vergewissern, unter welchen Umständen er nach seiner Geistesreise erwacht war. »Ich war eben weit, weit weg. Es ist gut, dass du mich zurückgeholt hast. Ich werde wohl ein wenig vorsichtiger sein müssen, wenn ich mich nicht irgendwann einmal endgültig verlaufen will und dann nicht mehr in meinen Körper zurückkehren finden kann, weil ich mich zu weit entfernt habe.«

»Wo warst du?«

»Es ist merkwürdig. Seit meinem Kontakt mit dem alten Baum hat sich meine Gabe verändert, ich möchte sagen, erweitert, ausgedehnt. Früher konnte ich nur durch Dinge sehen, die in meiner nächsten Nähe waren und die ich berühren konnte. Inzwischen fliegt mein Geist wie ein Falke hoch empor und meilenweit im Rund. Wenig bleibt mir noch verborgen. Doch ich beherrsche diese neue Fähigkeit noch nicht vollständig und ich verstehe sie auch nicht ganz. Ich muss mich anstrengen und meinen inneren Blick auf einen bestimmten Punkt richten, sonst überwältigen mich die Eindrücke, die auf mich einströmen. Sie sind wie eine große Hafenwelle, der ich ungeschützt ausgesetzt bin. Hier in der Wüste kann ich jedoch gut üben, denn sie ist leer, nirgendwo ist etwas, das mich mehr einschränkt oder begrenzt. Wahrscheinlich könnte ich mit meinem Geist über die Ebenen des Ewigen Krieges hinaus bis zum östlichen Rand der Welt sehen, aber der Gedanke erschreckt mich und ich fürchte mich davor, so weit von meinem Körper davonzuwandern. Mir war vor meiner Begegnung mit dem Falkenthron nicht bewusst, wie stark der Sinn ist, den mir der grüne Strahl noch im Mutterleib geschenkt hat. Ich glaube es inzwischen wirklich: Wenn ich die Kraft finde und es versuchen möchte, dann werde ich nicht nur durch Wände sehen, sondern auch vorwärts und rückwärts durch die Zeit. Doch dorthin will ich nicht, denn ich glaube, das ist Sünde. Ich fühle es. Mich erwartet in der Zeit eine glutrote Feuerwand, die mich verbrennt.«

Juel zuckte mit den Schultern. Dies waren viele Worte, die wenig erklärten und ihn nur verwirrten. Sie enthielten keine Antwort. Deshalb wiederholte er seine Frage:

»Und wo warst du eben, als ich dich weckte?«

Trotz der Hitze erschauderte er plötzlich. Mit Schrecken erkannte er: Dieser Mann, der da neben ihm auf der dünnen Decke saß, der war ein Fremder. Der war nicht mehr der freundliche, tollpatschige Mönch, den er vor zehn Jahren auf der Burg Nordergal kennengelernt hatte. Wenn Juel diese Veränderung hätte benennen müssen, hätte er gesagt, Adelf habe seine Unschuld verloren. In Situationen, in denen der Mönch früher nur gelacht oder eines seiner Lieder gesummt hatte, wurde er nun schnell zornig oder versank stundenlang in dumpfem Brüten. Der Dicke fragte sich nicht zum ersten Mal, was seit seiner langen Abwesenheit alles im Kirchenstaat vorgefallen war. Es konnte doch nicht alleine daran liegen, dass mit Hierion Ederwerfh ein ewig Gestriger oberster Abbas und Ratsvorsitzender geworden war; ein böser, grausamer Mann, der von der Wiederherstellung der alten Größe träumte und von der Ausrottung aller Andersgläubigen und Heiden. Ob Adelfs Entscheidung, mit nach Pardais zu kommen, etwas mit dieser dunklen Gewitterwolke zu tun hatte, die über Italmar schwebte?

Adelf atmete tief ein und bedachte Juel mit einem merkwürdigen, fast mitleidigen Blick, als er sich endlich dazu herabließ, die Frage zu beantworten. »Mein Geist flog mit unseren beiden jungen Freunden Semira und Selin, denn irgend etwas ließ mich besorgt um sie sein. Das fühlte sich so an, als würde ein Wurm an meinem Herzen nagt. Sie haben inzwischen die Kuppel erreicht, die sie untersuchen und in die sie womöglich sogar einen Eingang hinein finden werden«, erklärte er so umständlich, als wolle er ein Buch diktieren. Er spitzte die Lippen. »Du hast gesagt, du hättest solche Bauwerke schon einmal früher gesehen und betreten und die Kuppel wäre wahrscheinlich ein altes Bahnhofsgebäude aus der Vorgängerzeit, noch älter als das Schlachtfeld, an dessen Rand er steht.«

»Genau. Die Ruinen um uns waren mal die Stadt, die man über den Bahnhof erreichen konnte. Und soweit ich die Schlüsselkarte – den Weg, der in den Tag führt – begriffen habe, ist der Bahnhof auch der Ort, von dem aus wir – unbeschadet von den Kämpfen – Pardais erreichen können.«, warf Juel ein.

Adelf nickte. »Ich habe versucht, meine Sinne zu erweitern und durch die Wände der Kuppel in ihr Inneres zu sehen. Es gelang mir, den Schleier der ewigen Finsternis zu lüften und für einen kurzen Moment hineinzuspähen. Ich sah nur einen winzigen Moment und wenig und Undeutliches. Doch ich bin mir sicher: Dort drinnen lauert in der Finsternis ein Monstrum, das lebendig ist und abgrundtief böse ist. Und es ist uralt. Ich sah zwei glühende Augen, die mich direkt anzublicken schienen. Oder waren es vier? Egal. Sie brannten jedenfalls wie Kohle in der ewigen Schwärze. Was immer dort unten ist, in den Gängen unter den Ebenen – ob Mensch, Daimon oder Inet selbst -, es will uns nichts Gutes und wir sollten uns davor hüten.«

[Zur Fortsetzung …]

Was vorher geschah:

Karukora
Buch Eins der »Der Weg, der in den Tag führt«-Trilogie

Die Verliese des elfenbeinernen Palastes
Buch Zwei der »Der Weg, der in den Tag führt«-Trilogie

Überall im Buchhandel als gebundene Ausgabe oder als E-Book erhältlich.

Und wer noch nicht genug von den Überlebenden Landen hat:

Die Brautschau-Trilogie

Meister Siebenhardts Geheimnis
Überall im Buchhandel als gebundene Ausgabe oder als E-Book erhältlich.