Aber ein Traum …

Autorer als andere Autoren

Archiv für das Schlagwort “Noch einmal davon gekommen”

Kleine Erinnerung: Meine Bücher für 99 Cent!

Nicht vergessen!

Ab heute bis zum 9. September gibt es überall im Buchhandel meine

eBooks

im Preis stark reduziert. Sie kosten statt 2,49 Euro

nur noch 0,99 €!

Billiger konnte ich sie nicht machen! Wenn das kein Gelegenheit ist!

Meine Bücher im Angebot!

Meine Bücher!

Wie es beinahe schon Tradition ist, sind auch in diesem Sommer während meiner Blogpause die E-Book-Ausgaben meiner 8 Bücher in der Zeit vom

13. August – 09. September 2019

überall im Buchhandel im Preis reduziert und kosten statt 2,49 Euro nur noch neunundneunig Cent. Wenn das keine Occasion ist!

Nur 0,99 €!

Das sollte auch den geizigsten, ärmsten oder vorsichtigsten meiner Freunde und Follower überzeugen, sich einmal auch an die Werke von mir zu wagen; schließlich ist schon ein Eis am Stil, das man in drei Minuten geschleckt hat, viel, viel teurer. Selbstverständlich verdiene ich da überhaupt nichts mehr – ich verschenke mich und hoffe, jemand nimmt dieses Geschenk an.

Liebe Grüße aus meinem Urlaub,

Nikolaus

PS. Und wenn euch vielleicht meine Literatur nicht interessiert, dann teilt doch bitte diesen Beitrag mit euren Freunden. Danke.

PPS. Und wenn einer von euch erkennt, an welchem Ort Frau Klammerle und ich uns gerade aufhalten, dann schenke ich ihm eine gebundene Ausgabe eines von meinen Büchern.

Freitag, 05.07.19 – Was ich schon immer mal sagen wollte …

„Die Deutschen sind übrigens wunderliche Leute!
Sie machen sich durch ihre tiefen Gedanken und Ideen, die sie überall suchen
und überall hineinlegen, das Leben schwerer als billig.
Ei, so habt doch endlich einmal die Courage, euch den Eindrücken hinzugeben,
euch ergötzen zu lassen, euch rühren zu lassen, euch erheben zu lassen, ja euch belehren,
und zu etwas Großem entflammen und ermutigen zu lassen:
aber denkt nur nicht immer, es wäre alles eitel,
wenn es nicht irgend abstrakter Gedanke und Idee wäre.“

Goethe, 1827

Nicht funktionierende Wecker, kaputte Türen, Überreste von Katzenmahlzeiten auf dem Teppich. Seltsame Gewächse in meinem Hochbeet, Klavier spielende Nachbarn, Mücken, Radiosender, Gender-Wissenschaft und Rasenmäher, Weihnachtslieder, Neologismen, merkwürdige Urlaubsorte … und meist ist das Wetter schlecht. Fast beängstigend, über was ich mich schon alles aufgeregt habe – und das war nur eine kleine Auswahl der Emotionen, die für diesen Blog inzwischen zu hunderten Texten geronnen sind. (1)

Mir ist bewusst, dass jedes einzelne meiner Problemchen im dunklen Schlagschatten der oft existentiellen Nöte von anderen Menschen steht und wie ein Hundehäufchen neben einem Alpengipfel wirkt. Die Widrigkeiten in meinem Leben wirken in der Summe von Millionen, ja Milliarden viel grausamerer Einzelschicksale lächerlich nichtig und unbedeutend. Es ist beinahe schon eine Beleidigung für die wirklich Leidenden, wenn ich mich hier auf diesem Blog und speziell in meinen Freitagsaufregern über die unerquicklichen und unerfreulichen Dinge in meinem Alltag echauffiert habe oder darüber, dass wirklich niemand meine Romane liest. In der Regel sind es wirklich nur Kleinigkeiten und Erste-Welt-Wehwehchen – wie das Sohn Nr. 1 formulieren würde -, die mich plagen, aber sie sind eben Teil meiner bürgerlichen Existenz in einem der wohlhabendsten Länder der Welt. Da ich mir selbst am nächsten bin, stehen mir meine Sorgen und Nöte im Mittelpunkt, so gering man sie auch einschätzen mag. Es sind meine Rückenschmerzen, die mich plagen, es sind meine Freunde, zu denen ich den Kontakt verliere. Es ist meine Lebenszeit, die ein unerfreulicher Alltag und eine belastende Arbeit in Windeseile auffressen. Es ist mein verregnetes Wochenende. Mir deswegen ein Jammern auf hohem Niveau vorzuwerfen, ist ungerecht.

Seien wir an dieser Stelle einmal ehrlich: Jedes Leben – auch meines – ist in letzter Konsequenz tragisch. Egal, wie bequem dieses Leben ist und wie lang es noch dauern mag – es verläuft für jeden auf die gleiche Weise: Es bringt für den einen früher, für den anderen später – aber unvermeidbar – den Verlust von allem mit sich, an dem ihm gelegen ist. Am Ende des Weges verliert man sich selbst, Stück für Stück, Zahn für Zahn, Erinnerung für Erinnerung, Mensch für Mensch. Manchen geschieht der Gedächnisverluss schon lange vor ihrem körperlichen Tod. Krankheiten quälen, Träume platzen, Lebensentwürfe scheitern, geliebte Menschen verlassen uns: „Was sind wir Menschen doch? Ein Wohnhaus grimmer Schmerzen, […] Ein Schauplatz herber Angst und abgebrannte Kerzen.“ (2)

*

Oje, hier muss ich unbedingt einen Absatz machen. Ich habe mich verlaufen! Wie bin ich nur in diesen Sumpf gelangt? Und wie ziehe ich mich wieder aus ihm heraus? Mein Haar ist nicht wie das vom Baron Münchhausen zum Zopf gebunden …

Ich erzähle hier nicht von meinen Alltagsnöten, weil ich bedauert werden will. Schließlich mache ich mich doch auch oft genug über meine Missgeschicke und Peinlichkeiten lustig und belache mich selbst, sehe die Komik in den Ereignissen, die ich zuerst tragisch nahm. Ich erzähle von meinen alltäglichen Fehlschlägen, weil ich glaube, dass es ein Vergnügen ist, von den Problemen der anderen zu lesen und sich über ihre kleinen Sorgen zu amüsieren. Das lenkt wunderbar von den eigenen ab.

Heißt es nicht: Wer den Schaden hat, macht die reinste Freude – oder so ähnlich? Ich exhibitioniere meine Sorgen und Missgeschicke nur, weil ich meine Leser unterhalten will. Meine kleinen Klagen sollen ein paar vergnügte Momente lang unterhalten, goutiert und dann vergessen werden – die Glosse als Schokoriegel, als Teil der täglichen Hygiene. Was ich zu bieten habe, fordert ein-, zweimal in der Woche ein paar Minuten Lebenszeit und das kleine Risiko, enttäuscht und gelangweilt (3) zu werden. Sollte diese von mir angebotene Leckerei bei einem Leser einen schlechten oder faden Geschmack im Mund erzeugen, dann bitte ich um Verzeihung. Aber ich glaube, das Preis-Leistungs-Verhältnis meines Angebots ist sensationell. Und nein: Es ist nicht alles schlecht, was nicht so bekannt ist!

Obwohl ich weiß, dass es ein verlogenes Bild ist, sehe ich es noch immer gerne gemeinsam mit der Maus Frederick (4) auf die folgende Weise: Mit meinem Talent, Geschichten zu erfinden und sie zu erzählen, wurden mir ein Farbtopf und ein Pinsel in die Hand gedrückt, mit deren Hilfe ich diese graue, grausame Welt ein wenig bunter tupfen und dem Leser ein Lächeln auf die Lippen zaubern kann.

Auch deswegen habe ich dieses Buch geschrieben. Es ist mein Beitrag dazu, die Welt ein ganz klein wenig besser zu machen.

__________

(1) Eine Auswahl aus dieser Auswahl ist in meinem Buch „Noch einmal davon gekommen“ nachzulesen. Im Herbst gibt es einen weiteren Sammelband, der „Noch einmal daran gedacht“ heißen wird. Davon morgen mehr …

(2) Andreas Gryphius, Menschliches Elende. Ich rate sehr dazu, mehr barocke Lyrik zu lesen, dort fühle ich zumindest mich sehr heimisch. Die Autoren jender Zeit sind uns um so vieles näher als die Minnedichter vor und die Klassiker nach ihnen. Erst Barock, dann die Moderne, erst Gryphius und Fleming, dann Jandl und Celan. Lyrisch betrachtet, kann man große Teile des 18. und fast das gesamte 19. Jahrhundert getrost vergessen und überblättern.

(3) Seien wir exakt. Kein Text ist langweilig, die Langeweile ist eine Empfindung, die von innen kommt, aus dem Gefühl heraus. Sie wird nie von außen an mich herangetragen, sie existiert allein in mir selbst. Mir ist langweilig, nicht das Buch ist langweilig. Selbstverständlich gibt es viele Texte, dich mich gelangweilt haben, z. B. dieser Adalbert Stifter’sche Nachsommer, in dem edle und gute Menschen in schöner Umgebung 700 Seiten lang – nichts tun. Den halte ich persönlich für eine meiner schlimmsten Leseerfahrungen.  Offensichtlich war ich nicht das Publikum für diesen Text, ich kenne Leute, die ihn mögen. Ich schätze hingegen Arno Schmidt, andere können kaum eine Seite lesen, ohne kopfschüttelnd einzuschlafen.

Zusammengefasst: Ich werde es nie schaffen, einen Text zu schreiben, der niemanden langweilt, das schafft auch Stephen King nicht. Aber ich werde mit meinen Texten immer jemanden finden, für den gerade dieser Text neu ist, interessant ist, der mir Publikum ist. „Gehobene Literatur“, und es ist wahrscheinlich das, was die meisten schreiben wollen, hat immer nur ein kleines Publikum, auch bekannte Autoren können nur ganz selten von dem leben, was sie schreiben, vielleicht ein, zwei Leute pro Generation. Der Rest schreibt, weil er das Bedürfnis hat, seine Sicht der Dinge, seine „Utopie“, weiterzugeben. Wieviel Publikum er hat, ob zehn, zwanzig oder hunderttausend Leser, ist dabei doch nicht von Interesse.

(4) Leo Lionni, Frederick. Unter den ungezählten Kinderbüchern, die ich meinen Söhnen Abend für Abend vorgelesen habe, waren einige – wie eben dieses – von so tiefer Weisheit, dass sie eigentlich zur Pflichtlektüre von jedermann zählen sollten. Andere wiederum … waren der letzte Mist; sie waren merkwürdigerweise oft die beliebtesten.

Sommerschlussverkauf!

So könnte dein Bücherregal aussehen, wenn du alle meine Bücher kaufst. Schön, nicht wahr?

Vielleicht bin ich ein bisschen früh dran, aber ich will meinen Freunden hier den hitzigen Sommer 2018 etwas versüßen. Deshalb mache ich euch ein Angebot, das keiner ablehnen kann und vielleicht greift dere eine oder andere, der die „hohen“ Ausgaben für meine Bücher bislang scheute, zu und traut sich endlich an meine Literatur heran.

Sommerschlussverkauf!

In der Zeit vom

10. August – 10. September

sind die E-Book-Versionen meiner 7 Bücher überall im Preis reduziert und kosten jedes einzelne nur noch neunundneunig Cent. Wenn das keine Occasion ist!

Nur 0,99 €!

Das sollte auch den geizigsten, ärmsten oder vorsichtigsten meiner Freunde und Follower überzeugen; schließlich ist ein Eis am Stil, das man in drei Minuten geschleckt hat, teurer. Selbstverständlich verdiene ich da überhaupt nichts mehr – Ich verschenke mich.

Liebe Grüße aus meinem Urlaub

Nikolaus

PS. Dieser Beitrag darf gerne geteilt werden.

 

In the Summertime

SUMMERTIME

In diesem Jahr kamen die Mücken spät, erst Mitte Juli. Wie die Wespen sind sie auffallend klein, aber aggressiv. Zielsicher finden sie die eine Stelle, die ich nicht mit Autan besprühte oder stechen gleich durch die Kleidung hindurch. Auch ihr Gift scheint gemeiner zu sein; die betroffene Hautpartie juckt ewig. Allerdings sind durch die häufigen Gewitter die Gelegenheiten eher selten, den Abend mit wohligem Ennui auf der Terrasse zu verträumen. Darum hält sich das Mückenproblem in Grenzen.(1) Man muss nur die Türen und Fenster geschlossen halten, damit sie einem nicht die Nachtruhe rauben. Aber das fällt bei den Abendtemperaturen leicht, die sich zielgerichtet dem Nachtfrost nähern. Ich habe schon überlegt, ob ich einheizen soll. Dafür schießen im dampfigen Morgennebel der seltenen wärmeren Tagen die Schwammerl aus dem Boden. Auch wenn ich nur selten Essbare finde. Aber Fliegenpilze sind auch viel hübscher anzusehen als Steinpilze.

Die Terrasse – mal wieder in nachmittäglichem Gewitterregen …

Die Idee zum folgenden Text hatte mein Freund Peter S., der meinte, ich solle doch mal über die sommerlichen Mückenabende  schreiben. Er sagte, er sei eben erst Rentner geworden und er habe deshalb wenig Zeit. Aber meine Bücher und meine Texte würde er auf jeden Fall noch lesen, spätestens im nächsten Jahr, mit seinem neu erworbenen Tablet auf seiner Terrasse. Nur wenig später wurde bei ihm ein besonders bösartiger Krebs diagnostiziert. Er starb wenig vor Weihnachten. Diesmal ist es ein trauriger Rückblick für mich.

*

Heute habe ich keinen Grund, mich aufzuregen. Es war eine schöne Woche: Die Arbeit ging leicht von der Hand und ich musste mich dabei auch nicht überanstrengen. Das Wetter ist sommerlich, aber die Temperaturen in angenehmen Alt-Herren-Bereichen. Kurz, um es mit George Gershwin zu sagen (Alle dürfen jetzt mitsingen. Ich bevorzuge allerdings die Fassung von Janis Joplin):

Summertime,
And the livin‘ is easy
Fish are jumpin‘
And the cotton is high

Your daddy’s rich
And your mamma’s good lookin‘
So hush little baby
Don’t you cry …

Also, es gibt keinen Grund zum Schreien. Allerdings sind da jene Mistviecher, die abends über meine Gartenterrasse herfallen und die Ruhe des Autors nach dem Sturm empfindlich stören, der gemeinsam mit Frau Klammerle bei Kerzenlicht an einem Glas Pfälzer Rosé nippt (Cuveé Tabernus – sehr empfehlenswert! Den gibt es inzwischen auch als 5-Liter-Karton; das hält eine Weile vor), dabei den geschmacklos altrosafarbenen Phlox beim Blühen bewundert und wertvolle Aphorismen für die Nachwelt (und seinen Blog) erdichtet.

Diese Plagegeister sind zum einen Teufels Beitrag zur Schöpfung –  jene weiblichen Mückenvampire, die sich durch das feuchte Klima der letzten Monate explosionsartig vermehrten, in überaus durstigen Wolken das Mondlicht verdunkeln und sich auf uns herabsenken und juckenden Blutzoll fordern, die anderen sind seltsame, fett brummende und ungelenke Juli- oder Augustkäfer von Daumennagelgröße, deren Hobby es scheint, mit voller Wucht gegen mein Panoramafenster zu knallen und dann wie besoffen weiterzutaumeln. Gibt es die überhaupt – Augustkäfer? Vielleicht sind es auch amerikanische Spionagedrohnen, die ein paar meiner weltbewegenden Gedanken abfangen wollen. (Seit kurzem folgt den Artikeln auf meinem Blog ein amerikanisches Modemagazin. Ob das irgendwie zusammenhängt?)

Als würden die neugierigen Blicke der Nachbarn schräg gegenüber nicht schon reichen. Immerhin steht jetzt die Goldrute so hoch, dass sie zum Spannen in den ersten Stock gehen müssen …

Gegen die Mücken hilft nur die Chemiekeule. Vergesst die Hausmittelchen wie Citronelladuftkerzen, mit Nelken gespickte Orangen und stinkende Weihrauchpflanzen – es sei denn, Ihr wollt es im Sommer einen Hauch weihnachtlicher – und verschwendet euer Geld nicht für Ultraschallpfeifen, Elektrofallen und ähnlichen, wie Frau Klammerle das ausdrücken würde, Schnickschnack. Schutz bietet allein DEET. Allerdings riecht man und frau danach klebrig nach Büffel, was der leichten Sommerliebe und den Trieben abträglich, aber immerhin: Die großen Schnaken (auf gut Günzburg-Schwäbisch formuliert: Uz Schnookn hans han!) stechen nicht. Trotzdem umschwirren sie weiterhin wütend sirrend meine Ohren und stoßen mit den Julikäfern zusammen, verbrennen sich gemeinsam die Flügel an der Kerze und landen zischend und nach Hühnchen riechend im heißen Wachs. Die Chemie gelangt zwangsläufig an die Lippen und das Gift in den Wein, der sich in eine ungenießbare Azeton-Lauge verwandelt.

Aber, wie gesagt: Die Fische springen, und Jerry Cotton(2) ist high.

Himmlische Ruhe herrscht auf einer sommerlichen Terrasse.

Wäre da nicht der Nachbar hinter der drei Meter hohen Thujahecke, der jetzt sofort, dringend, auf der Stelle, es muss einfach sein, geht nicht anders, den Rasen mäht und die laut vibrierende Heizungsanlage von den alten Leuten gegenüber, die sich in regelmäßigen Abständen einschaltet und unnötigerweise einen Boiler aufheizt. Und die Jugendlichen, die ihre aufgebohrten Maschinen hinten am Spielplatz testen und der IC nach Ulm und die dicken Lastwägen, die den Müller-Joghurt vom Nachbarort (der ja laut Werbung im Allgäu liegt) aus in alle Herren Länder transportieren. Und die Altherrenmannschaft vom TSV Diedorf spielt in schwarz-gelben Wespentrikots hinten auf dem nahen Sportplatz laut umjubelt gegen den FC Bieselbach(3). Der Nachbar zur Linken ist inzwischen in seinem Strandkorb – man gönnt sich ja sonst nichts – sanft entschlummert und sendet seine balzenden Schnarchgeräusche herüber. Jetzt schleimen auch endlich die Nacktschnecken auf ihrem Abendspaziergang zum Pflücksalat quer über den Terrassenboden. Sie machen wenigstens keinen Lärm dabei.

Beruhig dich, kleines Mädchen, es gibt kein‘ Grund zum Schrei’n.

Was für eine Sommernacht.

Heute hatte ich wirklich keine Veranlassung, mich aufzuregen …

Falls jemand von euch diese oder ähnliche Erlebnisse aus meinem aufregenden Leben auch an Orten lesen möchte, bis zu denen das Internet nicht hinreicht, also irgendwo im Amazonas-Dschungel, an einem gottverlassenen thailändischen Strand oder einfach in Niederbayern, dann kann ich mein Buch „Noch einmal davon gekommen“ empfehlen, das voll dieser Geschichten ist und sich als ideale Urlaubs- und Ferienlektüre anbietet.


(1)  Den letzten Sommerurlaub verbrachten wir im Chianti. Dort wütet die kleine Tigermücke, die ein paar eklige Krankheiten überträgt und dazu nicht nur nacht-, sondern auch tagaktiv ist und einen schon beim Frühstück quält. Selbst DEET hilft gegen diese Miniaturmonster kaum und ihre Stiche jucken furchtbar. Da kommt noch was auf uns zu mit der Klimaerwärmung. Dagegen ist unsere einheimische, schwäbisch-Diedorferische Mücke ein harmloses Insektchen.

(2) Kennt den edlen und tapferen G-Man vom FBI eigentlich noch einer? Ab den 60ern erlebte er in unzähligen Heftchenromanen wilde Verbrecherjagden in N.Y., half seinem minderbegabten Kollegen Phil Decker aus der Patsche, kriegte in jeder Folge das Mädel ab und wirbelte lässig auf den Absätzen herum, während er seine Browning aus dem Schulterhalfter riss, um dem bösen Kerl ein drittes Nasenloch zu stanzen. Abends fand er dann noch die Zeit, bei einem Highball als Ich-Erzähler seine Erlebnisse aufzuschreiben. Es gibt auch ein paar unsägliche Sechziger-Jahre- Verfilmungen mit dem an Mädels nicht allzu interessierten George Nader; in denen groteskerweise München so tut, als läge es an der amerikanischen Ostküste.

Ein Jerry-Cotton-Heftchen reichte genau einen öden Schulvormittag lang und konnte gut versteckt unter einem aufgeklappten Schulbuch unter der Bank gelesen werden, ohne dass der Lehrer misstrauisch wurde.

(3) Die Ortschaft gibt es wirklich; sie liegt im idyllischen Zusamtal zwischen Horgau und Zusmarshausen und hat als einzige Sehenswürdigkeit einen spätgotischen Holzaltar. Die letzte aufregende Zeit erlebten die Bieselbacher im Mai 1648. Da fand dort die letzte große Feldschlacht des Dreißigjährigen Kriegs statt, die auf deutschem Boden ausgetragen wurde. Ach, ja, beim Bieselbacher Fischer hole ich mir immer meine frischen Lachsforellen, wenn ich grillen will. Im Moment ist Bieselbach mit dem Auto leider nicht zu erreichen, weil die Ortsstraße renoviert wird.

Beitragsnavigation