Aber ein Traum …

Autorer als andere Autoren

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Herbstnonsense

Liebe Freude meines Traumes,

aufgrund der schon erwähnten momentanen Arbeitsbelastung im Brotberuf, meiner Faulheit und anderer Gründe und nicht zuletzt aufgrund meiner aus ihnen resultierenden tiefen inneren Müdigkeit, verbringe ich meine Feierabende in der Regel damit, nach dem Konsum eines Glases Rotweins sanft mit einem Buch in der Hand in die Ohren meines Lesesessels gekuschelt einzuschlafen. Es mangelt mir im Moment an Zeit und – ich gebe es zu – auch an der Leidenschaft, diesen aufwändigen Blog regelmäßig mit neuen Artikeln und neuen Texten zu aktualisieren. Meist bediene ich mich aus der Schublade – wie auch in diesem Fall, in dem ich einfach einen alten Text überarbeitete. 😉

Das wird wieder anders, ich verspreche es. Aber der Oktober ist für mich einfach kein Monat für geistige Höhenflüge. Und ich scheine nicht der einzige zu sein, dem es so geht.

Mein Oktober-Bock für den schiefsten Vergleich geht wohlverdient an das Hotel Lamm in Taufers, das mir eine Werbemail mit einem angeblichen Zitat von Henri de Toulouse-Lautrec schickte – ein Zitat, dasmerkwürdigerweise im Augenblick überall im Internet zu hören ist und immer wieder anderen schlauen Leuten untergeschoben und zugeordnet wird. Was den Spruch, gleichgültig, welchem Hirn er entsprang, nicht weniger dämlich macht.

Der Herbst ist der Frühling des Winters.

Echt jetzt? War Henri etwa ein früher DADAist? Ob dann der Frühling der Herbst des Winters ist? Oder der Sommer der Frühling des Herbstes? Oder vielleicht gar der Herbst der Herbst des Herbstes? Daraus könnte man ein wundervolles Nonsense-Gedichtlein machen. Nein, man – also ich – kann es sogar machen:

Sei, sei, sei

Der Herbst sei der Frühling des Winters,
sagt ihr, und der Sommer sei

des Frühlings Winter,
denn der Oktober

sei der April des Mais
und der Montag des Dienstags sei
schon am Mittwoch ein Samstag.

Und der Opa sei der Enkel des Mannes.

Der Herbst,
sage ich,
der ist ein ganz schlimmer Finger.

Auf jeden Fall  ist es kein Wunder, dass meine Katze, Frau Klammerle und ich gerade unter akuter Frühjahrsmüdigkeit leiden … Wir bräuchten dringend Sommerurlaub.

 

Vorankündigung: Jahrmarkt in der Stadt – Band 2

Ja, der Sommer war groß. Aber jetzt ist wirklich es an der Zeit. Auch wenn dieser Oktober noch immer ein wenig nach Juni riecht, schlendere ich nun in meinen persönlichen Bücherherbst hinein, in jene zum Lesen und Schreiben prädestinierte dunkle Jahreszeit, in der man vor dem offenen Kamin am Buchenfeuer in seinem Lehnstuhl sitzt, Lebkuchen isst, am schwarzen Tee mit Wildkirscharoma nippt und über sein Leben und die verlorenen Chancen des vergangenen Sommers nachsinnt.

Wie heißt es doch so schön am Ende von Rilkes berühmten „Herbsttag“:

Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Mitte November (den genauen Termin erfahrt ihr noch) werde ich mit „Die Wahrheit über Jürgen“ den 2. Band meines „Jahrmarkt in der Stadt“-Zyklus‘ veröffentlichen. Meine Helfer und ich arbeiten gerade am  Endlektorat.

Jahrmarkt in der Stadt – Band 2
Die Wahrheit über Jürgen
Ein Künstlerroman von
Nikolaus Klammer
(270 Seiten, als Softcover oder E-Book bald überall im Buchhandel erhältlich)

Der Mensch dürstet nach dem Bösen, aber er vermag es nicht,
ihm seine Seele zu verschreiben.
Deshalb schlägt er krumme Wege ein:
Die Neurose, das Gelächter … oder die Kunst.

Eine Stadt Mitte der 90er Jahre in der bayerischen Provinz: Die Bilder des Malers Jonas Nix sind eine künstlerische Sensation und Tagesgespräch bei den Kulturschaffenden. Doch liegt der Erfolg wirklich in der Qualität seiner düsteren, blutigen Werke begründet oder eher an seinen verwandtschaftlichen Beziehungen zu einem Stadtrat?

Der junge Journalist Georg Hauser, der mit dem Maler in die Schule gegangen ist, beginnt nachzuforschen und die Personen im Umfeld von Nix zu befragen. Er wird dadurch in ein Familiendrama verwickelt, das bald auch sein Leben bedroht und ihn vor die existenzielle Frage stellt:

Wie weit würdest du für deine Kunst gehen?

Dieser Herbst ist groß!

Ohne – wie das sonst meine geschwätzige, gut bayerische Art ist – große Worte zu machen: Was war das für ein fantastisches, traumhaft schönes, sensationelles Herbst-Wochenende, das da hinter uns liegt? Ich konnte es ausnutzen und im Karwendelgebiet wandern und jetzt bin ich immer noch bis an den Rand aufgefüllt von der Schönheit und der Wärme, die ich erleben durfte. Es werden auch wieder nassgraue, neblige Tage kommen, aber im Moment fürchte ich sie nicht. Herr, der Sommer war groß …

PS.: Und noch ein kleiner Insider-Tipp. Den weltbesten Käsekuchen gibt es in der Ammergauer Schaukäserei in Ettal. Ungelogen!

In einen klammen Herbst hinein …

Liebe Freunde,

mit der heutigen Post beende ich meine lange Sommerpause – die irgendwie keine war, denn auch im August und in der ersten Septemberhälfte habe ich mich immer mal wieder gemeldet und eine Erzählung, den Beginn einer Kriminalerzählung und ein Theaterstück veröffentlicht. Wenn ich die Statistik meines Blogs betrachte, durch die ich sehe, dass ihn trotz der 133 Follower höchstens ein bis zwei Personen täglich besuchen, frage ich mich allerdings, warum ich das getan habe. Das vollkommene Ignorieren meiner Literatur hat mir wieder deutlich gemacht, dass es mir einfach nicht gelingt, ein Publikum zu finden. Ich muss es mir eingestehen: Als Autor bin ich ein Versager. Offenbar gelingt es mir immer weniger, eine Leserschaft zu binden und Menschen anzusprechen. Ich habe während meiner „Sommerpause“ (trotz Verbilligung meiner E-Books auf 99 Cent) auch kein einziges Exemplar meiner Bücher verkauft; niemand hat meine Werke kritisiert oder rezensiert. Ich kriege sie nur los, wenn ich sie verschenke. Ob das an der mangelnden Qualität meiner Literatur liegt (im Moment zweifle ich stark an mir!) oder andere Gründe hat, sei dahin gestellt.

Auf jeden Fall mache ich weiter, denn der Traum in und mit und sogar von der Literatur zu leben, ist noch nicht zuende geträumt, auch wenn mir der Wind der Realität im Moment schon sehr streng ins Gesicht weht. So ignoriert zu werden, tut zwar höllisch weh, aber auf der anderen Seite kann ich dadurch tun und lassen, was ich will. Ich muss keine Erwartungen erfüllen und kann in meinem eigenen Arbeitstempo an den Texten arbeiten, die ich schreiben möchte – das ist eine Freiheit, die nur wenige Autoren kennen. Aber ein Traum …

„Dr. Geltsamers erinnerte Memoiren“ – 4. Teil (Cover)

Ab Donnerstag werde ich anfangen, an diesem Platz die „Beta-Version“ des 4. Romans der Geltsamer-Trilogie vorzuveröffentlichen, der In den Bücherkellern des Vatikans heißen wird und den ich für meine wenigen Leser (10? 15?) im Frühsommer 2019 als Buch und E-Book erscheinen lassen werde. In der nächsten Woche geht es an dieser Stelle auch mit Die Wahrheit über Jürgen weiter, meinem Künstlerroman, der noch in diesem Jahr vollendet sein wird und im Buchhandel zu finden ist.

„Die Wahrheit über Jürgen“ – Ein Künstlerroman

Und dann steht da noch jeden Montag die Fortsetzung meines Fantasy-Debakels  Der Weg, der in den Tag führt an, das eigentlich überhaupt keine Leser gefunden hat. Im Moment ist es für mich ein Kampf, am 2. Teil weiterzuschreiben. Ja, ich bin ordentlich frustriert und waidwund. Ein Verriss oder eine schlechte Kritik wäre kein Problem für mich – aber so die kalte Schulter gezeigt zu bekommen, das ist grausam.

„Der Weg, der in den Tag führt“ – Band 2: Pardais – Fantasyroman

Also, genug geklagt. Ich mache dann mal weiter …

Regen im Gemüt

Nein! Ich glaube nicht, dass es die unter den literarischen Bloggern so oft herbeigeredete „Angst vor dem leeren Papier“ unter Schriftstellern wirklich gibt. Eher das Umgekehrte, den horror vacui, der sie dazu zwingt, jede weiße Fläche mit ihren Worten zu füllen. Denn das ist es, was den Autor von denen unterscheidet, die erst noch einer werden wollen:

Der Autor schreibt.

Denn er ist einer, der sich einbildet, Leser würden ungeduldig auf sein nächstes Buch warten. Gleichgültig, ob ihn nun die Muse geküsst hat oder nicht, er schreibt. An manchen Tagen nur einen Absatz, an anderen zehn Seiten. Wenn er kein Schreibutensil zur Hand hat, dann setzt er seinen Text eben im Kopf auf. Die Regelmäßigkeit ist entscheidend. Der Autor fasst sein Handwerk als einen Beruf auf, den er jeden Tag  fleißig ausübt. Wenn Bücher schreiben nicht sein Brotberuf ist, dann hat er eben zwei Jobs.  Die oft gehörte Frage, wo und wann er denn die Zeit fürs Dichten fände, findet er merkwürdig. Sie stellt sich ihm nicht. „Leben oder Schreiben?“ Der Schriftsteller hat sich längst für zweiteres entschieden.

Aber auch Autoren – und ich will mich jetzt einfach einmal als einen bezeichnen(1) – machen Urlaub, liegen in der Sonne, lesen, wandern, feiern mit Freunden und Familie. Obgleich er niemals versiegt, tröpfelt der Fluss ihrer Literatur dann nur noch. Offiziell befinde ich mich grade in solch einem Urlaub; auch wenn dieser Blog deutlich zeigt, wie schwer es mir fällt, die Finger, die sich meist schneller als meine Gedanken bewegen, vom Stift oder der Tastatur zu lassen. Klar, das miese und kühle Regenwetter, das Süddeutschland und seine Nachbarn seit zwei Wochen fest im Griff hat, und die politischen Ereignisse zwingen mich häufiger an den Schreibtisch, als ich es eigentlich wollte. Obwohl ich eigentlich kein „politischer“ Schriftsteller bin, fühle ich mich doch verpflichtet, an dieser Stelle deutlich mein Entsetzen und meine Abscheu zum Ausdruck zu bringen, dass diese „tumben Toren“ und Brandstifter aus AfD, Pegida und rechtsradikaler Szene im Schulterschluss gerade eifrig damit beschäftigt sind, alle Werte, an die ich glaube, wortwörtlich mit den Füßen zu treten, und meine Heimat und meine Existenzgrundlage als Dichter zu zerstören.  Leider ist meine Stimme kaum zu hören in dem Lärm, den die Nazis machen. Meine Herbstdeprimiertheit begann in diesem Jahr sehr früh – noch bevor die Lebkuchen in den Regalen standen.

Der Himmel weint und ich mit ihm.


(1) Ich habe heute keine Lust, erneut durchzudiskutieren, ob ich mich Schriftsteller nennen darf oder nicht. Ich habe das hier bereits getan: Der „Hobbyautor“ und wie ich das hasse …

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