Aber ein Traum …

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Das Motto

So saufe du nun auch, daß du taumelst!“

(Hab 2,16)

Abakoum

Abakoum

Das Motto ist ein Zitat aus dem Psalm des sog. kleinen Propheten Habakuk, hier bewusst in der starkdeutschen Lutherübertragung, die aus einem zornigen Fluch eine deutliche Aufforderung zur Trunkenheit macht.

In der „Einheitsübersetzung“ wurde ein kraftloses „…auch du sollst trinken und taumeln“ daraus, das nur noch eine schwächliche, ursachenlose Konjunktion zusammenhält.

Die Hauptfigur des Romanes heißt nicht von ungefähr Jonas Habakuk. Wie der Prophet kann er bald nicht mehr zwischen Traum und Wirklichkeit unterscheiden, wird von Men­schen seiner Umgebung mit Geschichten konfrontiert, die ihn wie trunken taumeln ma­chen.

»„Du kannst dich nicht erinnern“, sagte er zögernd, als fiele es ihm schwer, die passenden Wörter zu finden. Die Stimme war dünn und hatte einen Akzent, den Jonas nicht zuordnen konnte.

Das ist kein Wunder, denn es ist noch nicht geschehen. Aber die Zeit wendet sich, Abakoum. Du hast nach Hilfe gerufen. Ich habe dich gehört.“ Ein bibelfester Irrer, das hatte noch gefehlt.

Wie Jonas wusste, war ‚Abakoum’ der hebräische Name des Propheten Haba­kuk, dessen Klage vor Gott der Graubart eben zitiert hatte. Es war mindestens fünfzehn Jahre her, dass ihn jemand ‚Abakoum’ genannt hatte. Erneut verwünsch­te er seinen Vater Georg Habakuk für dessen alttestamentarischen Geschmack, der zu diesem doch ungewöhnlichen Nachnamen noch zwei weitere der sogenann­ten kleinen Propheten gestellt hatte.

Auf der anderen Seite erzeugte allein die Nennung seines vollständigen Namens einigen Respekt, noch bevor er den Mund öffnete. Dr. rer. pol. Jonas Zacharias Ha­bakuk, da erwartete jeder Offenbarungen.«

Auszug aus dem ersten Kapitel

Abakoum bedeutet „der Umarmer“ (Klammerle), sein Tag ist der 2. Dezember.

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