Aber ein Traum …

Autorer als andere Autoren

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Sweet Glowwine to go und some other adventliche Troubles

„Es gibt nichts Behaglicheres,
als einfach zu Hause zu bleiben“

„Ärgern wir uns nicht über die Dinge,
die wir nicht haben, sondern freuen wir uns
über das, was wir besitzen.“

Jane Austen

Tja, so ist das in diesem Jahr. Das große Sodbrennen und die frühmorgendlichen Kopfschmerzen fallen aus. Der Ausschank von Glühweinen ist verboten, die Christkindlesmärkte sind abgesagt und in privatem Rahmen darf ich nicht einmal meine Söhne gleichzeitig treffen. (1) Diese Adventszeit ist spürbar anders als die anderen, melancholischer und weniger farbenfroh. aber vielleicht hat diese Beschränkung auf das Wesentliche auch etwas Gutes und es kömmt tatsächlich ein wenig Besinnlichkeit und Ruhe in die sonst so hektischen dunklen Nächte vor dem Hl. Abend. Die gute Jane Austen ist in diesen Tagen wirklich eine gute Ratgeberin und die Lektüre ihrer Bücher die beste Begleitung, die man sich gerade wünschen kann.

Vergessen wir nicht, wie es noch im letzten Jahr war. Wollen wir eine solche Adventszeit wirklich wiederhaben?

Von allem viel zu viel

Eine Glosse aus dem Jahr 2018

Die Deutschen sterben aus!

Immer weniger Kinder werden geboren, ganze Dörfer veröden zu Geisterstäd­ten. Kirchen und Gasthäuser müssen schließen; es lohnt nicht mehr, Postboten von Tür zu Tür zu schicken, man schickt Drohnen und Roboter auf Rädern. Die wenigen, die überhaupt noch Brie­fe und Päckchen bekommen, sollen sie gefälligst selbst bei den seltenen Post-Service-Schaltern abholen, die sich in den staubi­gen Ecken irgendwelcher  Zeitschriftenläden in der fer­nen Stadt verstecken. In der Lausitz ist wieder Wolfsge­heul über den vereinsamten, aber durch meinen Soli aufgeblühten Landschaften zu hören und die Rudel lauern den vereinzelten Rentnern auf, die sich aufgrund ihrer Al­tersarmut nur noch eine Billigbusreise mit Wärmede­ckenverkaufsvorführung in der Provinz leisten können.

Jeder kennt diese Nachrichten. Immer, wenn den Re­dakteuren dieser Tage nichts mehr einfällt, Trump sei­nen Mund hält – schließlich muss er ja auch mal schla­fen oder Golf spielen -,  irgendein Model einmal nicht mit halb- oder vollkom­men nacktem Hintern in eine Kamera winkt oder uns ausnahmsweise der Bayerische Ministerpräsident mal nicht die Welt erklärt, dann wird die Titelseite der Zeitungen mit der Horrormeldung von der gefährdeten Tierart „Deutscher“ befüllt und uns ein großes, textsparendes Diagramm gezeigt, das einem Pilz ähnelt. Das aber ei­gentlich eine Pyramide sein sollte – oder so ähnlich. Die Renten, die Sorgen … Diese Meldung erscheint seit Jahrzehnten in schöner Regelmäßigkeit und wird ebenso erregt debattiert und kommentiert wie die gerade heutzutage so bedeutende Frage, ob man weiterhin dulden sollte, dass der Hl. Nikolaus zum Weihnachtsmann amerikani­siert wird und immer häufiger keine Mitra, sondern eine rote Mütze trägt. (2) Aber auch das Aussterben der Deutschen ist meiner Meinung nur eine dieser absonderlichen Weltverschwörungs­theorien wie Chemtrails, Hohlwelt-Eidechsenwesen, geimpfte Kontrollchips und die Illuminaten. Warum fällt nur mir allein das auf?

Diese Lüge ist schnell entlarvt. Jeder kann selbst das Ex­periment machen und morgen Nachmittag versuchen, mit einem übervollen öffentlichen Verkehrsmittel in die vorweihnachtlich geschmückte Innenstadt zu fahren –  falls er sich überhaupt in die enge, von Körperdünsten dampfende Straßenbahn hineinquetschen kann – um sich an­schließend durch verstopfte Fußgängerzonen zu schie­ben, damit man im Kaufhaus seiner Wahl endlich einmal frühzeitig ein Geschenk für die Liebsten zu erwerben. In der qualvollen Enge allerorten, dem Gestoße, dem Gerempel und Gedränge, dem Gequetsche und Gequängel, den endlosen Schlangen an den Kassen, wird der Gedanke, der Deutsche sei in seiner Existenz bedroht, zur Groteske. Denn all die agoraphoben Bürger haben sich demons­trierend versammelt und genießen es, ohne Ängste über den übervollen mit Buden und Glühweinständen vollge­stopften Rathausplatz zu wandeln, wenn sie sich zwi­schen den zermalmenden Menschentrauben überhaupt willentlich vorwärtsbewegen können und nicht einfach von der Flut aus schwitzenden Leibern, Einkaufsta­schen und Kinderwägen mitgerissen und an Orte und Örtchen abgetrieben werden, an die sie niemals gelan­gen wollten.

Oder er sollte in diesen Tagen auf einen Christkindels­markt gehen, um dort einen übersüßten, Sodbrennen er­zeugenden Glühwein, eine verkohlte Bratwurst in einer staubtrockenen Semmel oder als Vegetarier eine undefi­nierbare, fetttriefende Masse – die sich aus welchem Grund auch immer „Kartoffelpuffer“ nennt – zu genießen und sich dazu vom Band überlaut schmalzige Weihnachtslieder interpretiert von Wham!, Heino, den Regensburger Domspatzen und Freddy Quinn in die Ohren blasen lassen. „Oh, du fröliche“ (sic!), um den Herrn Friederbusch aus meinem Weihnachtsmärchen „Karl-Heinz, der Weihnachts­hund“ zu zitieren. (3)

Es ist ein Gelüst, das mich – ich gebe es unumwunden zu – zur Adventszeit ebenso suchtartig packt wie das ge­neralstabsmäßige Vernichten aller Plätzchen von Frau Klammerle, die diese gerade in mühe- und liebevoller Kleinarbeit zubereitet hat. Dies ist übrigens eine ab- und suchtartige Ab­hängigkeit, die mich längst nicht mehr glücklich macht (der Glühmarkt, nicht das Vertilgen der „Loibla“), son­dern wie die Qual einer unerwiderten, manischen Liebe in mein Herz sticht. Ich bin in dem Alter, in dem man erkennt, dass früher tatsächlich mehr „Lametta“ war und weniger Menschen, die sich gegenseitig zwischen den Buden zerquetschten, es war noch keine abendfül­lende Beschäftigung, einen Glühpunsch zu ergattern und anschließend einen klebrigen, wackligen Bistrotisch zu finden, auf dem man das dampfende Getränk abstel­len kann.

Es beginnt schon mit dem Problem, dass mein Dorf kei­nen Weihnachtsmarkt hat. Da man in Diedorf nicht ar­beitet oder lebt, sondern nur zum Schlafen aus der Stadt herausfährt, ist das wahrscheinlich auch überflüssig, verlangt aber von mir – der ich ja ein bekennender und begeisterter Anhänger der Sportart Extreme-christkind­lesmarket-going bin – dass ich den Witterungsverhält­nissen zum Trotz ins Auto steigen und fahren muss, wenn ich nicht Frau Klammerle überreden kann, dies zu tun. Wenn ich dann doch einen Parkplatz gefunden habe – meist so weit vom Geschehen entfernt, dass ich gleich hätte laufen können – und mich tatsächlich wie ein Dschungelforscher durch den dampfenden Urwald zum Glühweinstand durchgekämpft habe und bei der Gelegenheit meinen armen studenti­schen Namensvetter St. Nikolaus über den Haufen ge­rannt habe, der dort für einen Hungerlohn von einer gie­rigen Kindertraube umgeben Nuss und Mandelkern ver­teilen muss, kommt das nächste Problem.

„Ich hätte gerne einen Glühwein.“

Verständnislos sieht mich der Verkäufer an, deutet stumm auf das Schild über seinem Haupt und ich merke: Es gibt keinen Glühwein mehr … Es gibt heißes Bier mit „Stich“, kochenden Amaro im Weinglas, Marillen-, Mira­bellen-, Heidelbeer-, Holunder-, Brombeer-, Kirschwein, drei Sorten Kinderpunsch, Eierpunsch, „Eggnog“, war­men Weißwein mit und ohne Zucker, vegan, aus biologi­schem Anbau, fair gehandelt oder einfach aus dem Te­trapack, Jägertee, Tee mit Schuss, mit Rum, mit Whis­ky, mit Absinth, mit Kandis und mit Rahm. Es gibt Grog. Von hinten werde ich gegen die Theke und schmerzhaft an den Topf gepresst, in dem ein Glüh­punsch seit Stunden vor sich hin köchelt und inzwischen außer Alkohol so ziemlich alles enthält, was ungesund ist. Ich deute kurzentschlossen auf das Heizgerät:

„Zweimal“, rufe ich kurzentschlossen, ohne zu ahnen, was dort drinnen vor sich hin blubbert – eh egal, das kos­tet alles dasselbe und es schmeckt auch gleich widerlich. Ich zah­le den Punsch und einen ungeheuerlichen Pfand, den ich nie einlösen werde, da die Schlange vor der Rückgabe, an der ich mich als letzter anstellen würde, länger ist als die vor der Getränkeausgabe, verschütte die Hälfte über einer von einer Rentnerin gezogenen Einkaufstasche auf Rädern und als ich endlich Frau Klammerle im Gewühl wiederentdecke, ist das pappige Gesöff kalt und ungenießbar.

Die Deutschen sterben aus? Ha! Jedenfalls nicht in der Vorweih­nachtszeit. (4)

Ernsthaft? Wollen wir, dass es im nächsten Jahr wieder so ist?

Ich wünsche eine schöne Adventszeit.

Nikolaus Klammer

 

 

 

 

 

 


(1) In meinem Brotberuf treffe ich übrigens werktags 30 Personen aus unterschiedlichen Haushalten und dies in einem kleinen Raum bei schlechter Belüftung und mehrere Stunden lang. Aber das spielt anscheinend keine Rolle. Wenn wir arbeiten, sind wir offenbar immun …

(2) Ich – Nikolaus M. Klammer – trage im Winter übrigens meistens eine schwarze Baskenmütze. Das wollte ich nur mal bemerken.

(3) Ich erinnere an das wundervolle Weihnachtsmärchen, das ich an den Adventssonntagen auf Instagram live vortrage. Aber ich will dafür eigentlich über­haupt keine Werbung machen, denn die Qualität spricht für sich. Doch jetzt mal ehrlich: „Karl-Heinz, der Weihnachtshund“ ist wirklich eine tolle Geschichte; wer sie nicht liest, wird sich noch in Jahren Vorwürfe wegen dieses Versäumnis­ses machen!

(4) Diese Glosse und viele, viele weitere findet sich in meinem wunderbaren Buch:

Noch einmal davon gekommen

Dieser schöne Band ist für wenig Geld überall im Buchhandel erhältlich und ein ideales Weihnachsgeschenk für jung und alt. Kommt Leute! Unterstützt mal zur Abwechslung einen hungernden Autor.

8 Fragen, die man einem Autor keinesfalls stellen sollte

Acht Fragen, die man einem Autor nach der Lesung auf keinen Fall stellen sollte

Autoren – hier sind selbstredend immer auch das Autor und die Autorin gleich welcher geschlechtlichen Vorliebe, Ausprägung und körperliche und seelischer Ausgestaltung und Ausstattung mitgemeint – denn ich werde niemals den un­säglichen Gendergap oder einen anderen semiotischen Unfug in meinen Tex­ten einführen1 -, machen nie freiwillig eine Lesetour quer durch die Buchhandlungen der Provinzstädt­chen der Republik, um ihre Bücher anzupreisen und aus ihnen vorzutragen, sondern sie sind in aller Regel von ihrem Verlag dazu gezwungen worden, Werbung für ihr neues Werk oder sich selbst zu machen.

Durchaus jeder Au­tor – der ja, wie allgemein be­kannt -, am liebsten in seinem Dachjuchhe (Das Wort Dachjuche ist wie molestieren2 oder Idiosynkrasie eines von meiner privaten roten Liste der schönen, aber leider beinahe ausgestorbenen Wörter. Ich mag es und habe es gerade wieder bei dem leider schon verstorbenen Dieter Kühn gefunden. Es ist also auch eine Verneigung vor diesem Schriftsteller, wenn ich es in diesem Büchlein ein-, oder zweimal verwenden werde) einsam in sein Moleskine kritzeln oder auf die Tastatur hämmern möchte und alltäglich nach dem Motto »Ich will nichts erleben, denn ich bin Schriftsteller« lebt, hasst es, auf diese Weise in die Öffentlichkeit gezerrt zu werden und sich dort zu pro­stituieren und vor Publikum zu »lesen«. Es gibt eine große Anzahl von Autoren wie z. B. Patrick Süskind oder Thomas Pynchon, die sich dieser Zumutung komplett entziehen und sich nicht einmal für ein Werbefoto ihres Verlags ablichten lassen. Schließlich sollte doch, auch wenn es heute aus der Mode ist, der Schriftsteller hinter seinem Werk verschwinden und nicht umgekehrt.

Denn solch ein literarischer Abend mit dem Autor geht selten gut. Vor einer äußerst über­schaubaren Gruppe beflissener Zuhörerinnen – in aller Regel sind das liebreizende Buchhändlerinnen, neugierige Leh­rerinnen oder gelangweilte Doktoren-Gattinnen kurz vor dem Kli­makterium, denn das »Lesen« ist ja heut­zutage eine rein weibliche Beschäftigung –, gibt der Autor mehr oder weniger verschämt Aus­schnitte aus seinem Werk zum Besten, die nur selten einen Ein­druck vom ganzen Buch vermitteln können. Er weiß, dass er der schlechteste Vermittler seiner ei­genen Texte ist, dass er zu leise oder zu laut spricht, nu­schelt, ohne oder mit viel zu viel melodramatischer Betonung spricht, stottert, blättert, zö­gert und auch mal ganz den Faden verliert. Aber die meisten hören ihm eh bald nicht mehr zu, denn eine klassi­sche Le­sung hat viel Ähnlichkeit mit der Pre­digt in der Kir­che; viele klappen nach ein, zwei Sät­zen ihre Ohren zu und lassen ihre Gedanken und Empfindungen wie Luftballons frei im Raum schwe­ben.

Ganz wenige Autoren haben schauspielerische Ta­lente und unterhalten ihre Zuhörer wirklich. Ihnen gilt meine volle Bewunderung. Ich könnte das nicht, denn wie die meisten Schriftsteller bin ich als real-existierende Person anstrengend und überaus langweil­ig – fade, schüchtern, menschenfeindlich. Würde je­mand schreiben und sich hinter sei­nen Werken und einem Pseudonym ver­stecken, wenn er ein offener, freundli­cher und sympa­thischer Zeitge­nosse wäre? Wohl kaum. Wie gesagt: Der kon­servative Schrift­steller ist ein eher widerbors­tiges, menschenscheues Wesen, das seiner Berufung in ei­nem kleinen, ab­schließbaren Kämmerchen nach­geht, unauffällig im Verborgenen an seinen Sätzen feilt und sie in die Ma­schine tippt oder gar aufs Pa­pier kritzelt. Er ist voller »promethi­scher Scham«, um mit Günther Anders zu sprechen. Das Schlimms­te ist ihm, direkt mit seinem Publikum konfrontiert zu werden und sich nach der Lesung noch der wie der Donner zum Blitz gehörigen und daher oft unver­meidbaren anschließenden Diskussion aussetzen zu müs­sen. Das schlimmste für den Autor: Selten will je­mand über den Inhalt sei­ner Texte sprechen oder sei­ne beeindruckende Sprachgewalt und die enorme Kraft bewundern, mit der er sein Thema beherrscht und den Finger in die offe­nen Wunden der Zeit legt. Nein, die meisten interessie­ren sich ausschließlich für Privates, Intimes, Peinliches, das er ei­gentlich nicht preisgeben will. Auch deshalb schreibt er ja.

Wenn du also, mein lieber Leser oder Zuhörer, nett zu mir sein willst, falls Nikolaus M. Klammer dem­nächst in der Buch­handlung deines Vertrauens auf­treten muss und Verwirren­des aus seinen Essays, An­strengendes aus dem »Jahrmarkt in der Stadt« oder gar den »Erinnerten Memoiren des Dr. Geltsa­mers« vor­trägt, dann meide bei der an­schließenden Diskus­sion die folgenden acht Fragen. Du quälst ihn damit. Und da die Qualität der hastigen Antworten in die­sem Fall nicht die Qualität der Fra­gen übersteigt, tust du nicht nur mir, sondern auch dir selbst einen Gefallen. Denn eigentlich möchte ich den Abend schnell beenden, direkt ins Hotelzimmer gehen, den Minikühlschrank plündern und mich mit der Beute unter der Bettdecke verkriechen.

*

Wir beginnen mit dem Klassiker aller Publikumsfra­gen:

I. Wie kommen Sie eigentlich auf Ihre Ideen? Wie fällt Ihnen so etwas nur ein?

Was soll der Autor dazu sagen? Dass ihm die besten Ideen in der Badewanne oder auf dem Klo kommen, dass er mal wieder viel zu viel gegessen und anschlie­ßend schlecht ge­träumt hat? Dass er das bei Dosto­jewski oder bei Facebook klaute? Mit Absinth experi­mentiert hat? Seine Nachbarn mit einem Nachtsicht­gerät beobachtete und den Nebentisch im Café be­lauschte? Oder dass er schlicht ein psychotis­ches, menschliches Wrack ist, dem so etwas Krankes ein­fach zwischendurch mal so einfällt?

In die gleiche Richtung zielt die nächste Frage:

II. Wie kann man nur etwas so etwas abartiges, misogynes, sadistisches, pornografisches oder politisch unkorrektes schreiben?

Tja. Das hat man davon, wenn man sich vor Publi­kum öffnet und das innere Ungeheuer befreit und versucht, sich selbst durch Schreiben zu heilen.> Er­zählt man etwas Monströses, wird man für ein Mons­ter gehalten. Erfindet man einen üblen Rassisten oder Macho, ist man selbst einer. Und schreiben männliche Autoren gar über Frauen, finden sie sich plötzlich in einem Mi­nenfeld wieder, dem sie nicht mehr ausweichen kön­nen; egal, wohin sie sich wenden: Sie sprengen sich selbst in die Luft (siehe oben).

III. Wie autobiografisch sind Ihre Texte?

Ich weiß schon, das würdest du gerne wissen, liebe Leserin. Aber den Teufel werde ich tun. Alles was ich mache, ist au­tobiografisch. Auch wenn ich reife Jo­hannisbeeren vom Busch pflü­cke und sie mit Gelier­zucker einkoche, ist etwas von mir drin; ist dieses Glas Marmelade autobiogra­fisch. Genau wie die Bee­ren durch ein Sieb gepresst werden, um Schalen, Stängel und Ker­ne zu entfernen, fließt auch ein Text durch ein Gitter, nämlich durch das Raster meiner Persönlichkeit. Meine Geschichten sind durchtränkt vom Gelierzu­cker meiner eigenen Meinung. Man sieht: Wenn alles autobiografisch ist, ist nichts, was ich schreibe, auto­biografisch. Ich ma­che mir nicht die Mühe und arbei­te jahrelang an ei­nem Schlüsselro­man, um anschlie­ßend bei einer Le­sung den Schlüs­sel zu verschenken.

IV. Wie stehen Sie eigentlich zur aktuellen Politik?

Es ist seltsam. Autoren wird immer einiges zuge­traut. Sie sollen auf dem Stand der Forschung ste­hen, sich auf allen geisteswissenschaftli­chen und so­zialen Gebieten auskennen, ihr Wort eine moralische Instanz sein. Autoren stehen bei Demonstrationen in der ersten Reihe, lesen auf Wohltätigkeitsveranstal­tungen und schreiben glühende J’accuse…!-Artikel. Man sieht sie als Gutmen­schen und belesene Intel­lektuelle. Doch nicht alle heißen Jean Paul Sartre. Tatsächlich ist das eher selten der Fall. Autoren sind keine Denker. Sie haben keine neuen Ideen, die über­lassen sie anderen, besseren. Aber sie machen sie manch­mal durch einen Text populär. Auch in Deutschland sollte es sich lang­sam einmal durchspre­chen: Schriftsteller sind Men­schen wie du und ich. Die haben vielleicht gar nicht Kant oder Heidegger gelesen, überblättern den Politik- oder Wirtschaftsteil ihrer Zeitung, um schnell zum täglichen Sudoku-Rät­sel zu gelangen und wissen nichts Vernünf­tiges über AHAL-Regeln, Klimawandel, transatlantische Handelsabkommen oder die montenegrische Innenpolitik zu sagen. Aber sie ha­ben eine Meinung und einen Standpunkt und die finden sich in ihren Wer­ken. Wer sie kennenler­nen will, sollte die Bücher des Schriftstellers lesen. Ist es sinnvoll für Autoren, ihre Weltsicht wie all die Faceboo­ker, Istagramer und Twitterer wütend oder gar hasserfüllt hinauszupo­saunen? Ich denke nicht.

V. Wie stehen Sie zur Rechtschreibung?

Tatsächlich halte ich die Rechtschreibung für ein Gut, das immer mehr verloren geht und es macht mich verrückt, wenn in einem Buch auf ein »wegen« ein Dativ folgt oder gar die Rede von den »Einzigsten« ist. Trotzdem sträubt sich etwas in mir, »Leid tun«, »platzieren« oder »Frisör« zu schreiben. Denn Autoren sind in der Regel Instinktschreiber, nur we­nige haben Germanistik studiert und schlagen bei jedem Wort nach, welche Schreibweise Duden und Wahrig emp­fehlen. Ich behaupte frech, wer Germanistik studiert hat, kann kein guter Schriftsteller sein, da ihn sein Wissen um die deutschen Sprachre­gelungen daran hindert, frei von der Leber weg zu schreiben. Das gleiche gilt für Kritiker und Lehrer. Heinrich Böll soll der Unterschied zwischen »das« und »dass« nicht be­kannt gewesen sein (Da ist er ja in guter Gesell­schaft). Ich selbst habe mit Konjunktivsätzen und de­ren Verbformen erhebliche Schwierigkeiten und ken­ne zum Beispiel keine Kommare­geln; ich setze an den Stellen Kommas, bei denen ich beim Vorlesen eine kleine Pause mache. Zu 90 % ist das Komma dann doch genau an der richtigen Stelle, auch wenn ich viel zu viele mache. Den Rest sollte ein Lektor erledigen3. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass die meis­ten Leser sehr großzügig über gewisse Rechtschrei­bunsicherheiten hinweggehen, weil sie selbst nicht so genau wissen, was denn nun eigentlich richtig ist.

VI. Welche Vorbilder haben Sie?

Bitte! Können wir das gleich überspringen? Denk doch noch einmal ernsthaft über diese Frage nach. Da könntest du mich ja gleich fragen: Bei wem ha­ben Sie Ihre Ideen geklaut? Ich habe keine Vorbilder. Nie ge­habt. Das sind nur Gerüchte. Doofe Frage eigentlich. Kein Autor hat Vorbilder. Vor mir gab es eh nieman­den, der mir das Wasser rei­chen konnte. Außer Balzac vielleicht, oder …

VII. Was halten Sie von Frau X oder Herrn Y?

Manche Autoren haben wütende Anhänger. Es sitzt seltsamerweise immer einer dieser Fanboys in mei­ner Lesung und bringt seinen Liebling aufdringlich ins Gespräch. Meist sind das Schriftsteller, denen ein wenig der Ruch der Trivialität anhängt, die man – warum auch immer – »verteidigen« muss. Stephen King ist dafür ein gutes Beispiel. Ich weiß nicht, wie oft ich schon über mein Verhältnis zu diesem Autor befragt wurde, obwohl ich nie auch nur eine einzige Seite von ihm gelesen oder ihn irgendwie erwähnt oder gar negativ über ihn geredet habe. Leute! In meiner Lesung will ich nur über mich reden und nicht über Daniel Glattauer oder den Herrn Kehl­mann. Die können sehr gut für sich selbst einstehen.

Und dann gibt es noch diese letzte, gefürchtete Fra­ge, die ich auf keinen Fall beantwor­ten will:

VIII. Was machen Sie eigentlich beruflich?

Auch wenn es so klingt: Diese naive Frage ist leider kein geschmackloser Witz, sondern sie wird ernstge­meint und wohlwollend immer und immer wieder ge­stellt. Nicht nur Autoren, sondern jeder Künstler kennt sie, denn sie taucht in geselliger Runde mit der gnadenlosen Unvermeidbarkeit eines Naturgesetzes grundsätzlich nach Lesungen, bei Vernissagen, nach Konzerten, Theateraufführungen auf. Sie rangiert ne­ben der Frage, woher nun eigentlich die Ideen herkä­men, unangefochten auf Platz Eins der dämlichsten Fragen, die man einem Kunstschaffenden stellen kann.

*

Diesen und andere Texte findest du, liebe Leserin, in meinem Essayband „Noch einmal daran gedacht“, der überall im Handel als Taschenbuch oder als günstiges E-Book erwerbbar ist.


1 Ich bin wie die meisten Schriftsteller in dieser Hinsicht au­ßerordentlich konservativ. Die Abschaffung des grammatischen Geschlechts, die Vergewaltigung der Schrift und der Sprache, um durch Sternchen oder geschlechtsneu­tralere Formulierungen eine Gendergerechtig­keit zu schaffen, die dann allenfalls auf dem Papier, aber noch lange nicht in Wirklichkeit existiert, ist nicht mehr ein Dummer-Jungen-Streich (oder muss man jetzt Dumme*r-Heran-wachsende_n_s-Streich sagen?).

2 Mein Verhältnis zu diesen Wörtern ist beinahe erotisch; sie streicheln meine Seele. Ihr müsst nicht im Duden nachsehen, wie ich das getan habe; die Bedeutung von »molestieren« ist »belästigen«. Es kommt von dem lateinischen molestare und taucht eigentlich nur in Büchern des 18. und 19. Jahrhun­derts auf.  Gelernt habe ich das Wort bei den »Jugenderinne­rungen eines alten Mannes« von Wilhelm von Kügelgen (1802 – 1867). Ich besitze eine alte Manesse-Ausgabe dieses wirk­lich lesens- und empfehlenswerten »Volksbuchs« des Bieder­maiermalers, die ich irgendwann einmal aus einer Bücher­ramschkiste gezogen habe und an denen ich mich, wie es der in Dresden aufgewachsene Kügelgen selbst ausdrücken wür­de, immer wieder einmal angeregt delektiere. In den »Erinne­rungen« findet sich gegen Ende des 5. Teils folgender, von mir hier stark gekürzt wiedergegebener Satz: »[..] mir ward ir­gendein Vergnügen oktroyiert, wie zu Beispiel [..], die Spat­zen mit der Windbüchse zu molestieren.« Ich lie­be solche alt­väterlichen Formulierungen, wie sie insbesonde­re Jean Paul bis nahe an die Unles- und Unverstehbarkeit benutzt hat. Ich konzediere hier unumwunden, wie sehr sie meinen eigenen Schreibstil persuadieren. Und da steht es, mein neues Lieb­lingswort: Mein Nachbar molestiert mich also mit seinem Ra­senmäher, während ich versuche, unter dem blühenden Kirschbaum ein Nickerchen auf meinem Deckchair zu unter­nehmen. Frau Klammerle molestiert mich mit der Restmüll­tonne, während ich mich gerade zu dichteri­schen Höhenflü­gen aufschwingen will. Mein Montagmorgen molestierte mich mit mittelmäßigen Magenschmerzen. Einfach schön! Die deutsche Sprache mag im 20. Jahrhundert prägnanter gewor­den sein, aber sie hat eindeutig an Schön­heit verloren. Aber ich will euch nicht ennuieren.

Samstag, 17.10.20 – Nikolaus Klammer, der Gefährder der Jugend …

Samstag, 17.10.2020

Liebe unbekannte Leserin,

dies ist schon der „Herbst meines Missvergnügens“. Mich im Internet zu bewegen, macht mir gerade in den letzten Wochen immer weniger Freude. Von den ganzen Verschwörungsirren, Nazis, russischen Bots und Covidioten habe ich schon geschrieben, sie gehen mir täglich auf’s Neue auf den Geist. Aber da ist seit kurzem auch noch der ständige Zwang, auf jeder Site, auf die man surft, irgendwelche „Cookies“ zu akzeptieren; was vor allem am Smartphone zur nervenverzehrenden Folter ausartet. Und das muss ich jedes Mal wieder machen, wenn ich auf die Site gehe, da ich meinen Browser jetzt so eingestellt habe, dass er die doofen Spionagedateien automatisch wieder löscht, wenn ich ihn schließe. Schließlich geht mein Surfverhalten Amazon, Google und Facebook einen ***-Dreck an. Zudem ja auch Frau Klammerle meinen Internetzugang eifrig mitbenutzt. Wenn sie z. B. – wie letztens geschehen – im Netz nach einem passenden BH für sich gesucht hat, den sie dann doch im Einzelhandel in Augsburg erwarb, dann ist seither jede zweite Werbeeinblendung in meinen sozialen Medien eine Reklame für Damenwäsche – was mich nur in äußerst begrenztem Rahmen interessiert.

Neu ist auch, dass ich nun für den Verlag epubli, über den ich als Selfpublisher meine Werke veröffentliche, als Jugendgefährder und Pornograf gelte. Dort hat ihr neuer Algorithmus meine literarische Kurzgeschichtensammlung „Das Rote Haus“ aus Gründen, die nicht in Erfahrung zu bringen sind, bereits zweimal zensiert und auf dem Shop das so unanständige Cover und den Beschreibungstext aus „Jugendschutzgründen“ ausgeblendet. Inzwischen ist die Zensur mal wieder aufgehoben, aber ich denke, es ist nur eine Frage der Zeit, bis ich der cancel culture erneut zum Opfer falle.

Der Beschreibungstext lautet übrigens:

DAS ROTE HAUS – Kurze Geschichten

Der durch seine Romane bekannte Autor Nikolaus Klammer erweist sich in diesem Auswahlband mit 25 kurzen Geschichten auch als ein Meister der kleinen Form. Die hier versammelten Kurzgeschichten sind voller Experimentier- und übersprudelnder Erzählfreude. Sie berühren, machen nachdenklich und überraschen durch ihre Themenbreite, ihren Einfallsreichtum, ihre Eleganz und ihren Sprachwitz. Sie beweisen aufs Neue, wie bunt die Palette des Autors der Romanreihen »Dr. Geltsamers erinnerte Memoiren«, »Brautschau« und »Jahrmarkt in der Stadt« und der beiden Essaybände „Noch einmal davon gekommen“ und „Noch einmal daran gedacht“ ist.


Über den Autor
Nikolaus Klammer erblickte am 10. Februar 1963 das Licht dieser besten aller Welten. Er übt den Beruf des Geschichtenerzählers aus, seit er sprechen kann – also schon eine lange, lange Zeit. Er lebt und schreibt im verträumten Diedorf bei Augsburg und ist seit über dreißig Jahren glücklich verheiratet. Sein bisher veröffentlichtes und umfangreiches Werk umfasst Romane, Erzählungen und zwei Bände mit Essays und Glossen.

Das ist schon heftig! Aber nun gut. Ich gestehe, dass eine der Geschichten, nämlich der „Engel im Spiegel“, den man hier im Blog nachlesen kann, die kurze Beschreibung eines einvernehmlichen, heterosexuellen und für die Handlung wichtigen Geschlechtsverkehrs zwischen zwei Erwachsenen beschreibt. Dabei bewerbe ich mich aber eher für den Bad sex in ficition-Award der britischen Zeitschrift Literary Review, den diese an zeitgenössische Romanautoren für die schlechteste Beschreibung einer Sex-Szene vergibt. Der Rest der Kurzgeschichtensammlung, der sich selbstverständlich an ein literarisch gebildetes und erwachsenes Publikum wendet, ist freilich „schmuddelfrei“. Welche stinkenden Sumpfblüten wird die gerade grassierende, voreilige und vorauseilende political correctness noch austreiben? Und was stellt sie mit unserem kulturellen Leben an? Ich finde, sie zerstört es noch nachhaltiger, als es der Virus gerade tut. Und was ist das für eine amorphe Clique von Personen, die offenbar gerade die öffentliche Diskussion übernommen hat und munter alles und jedes unter Generalverdacht stellt und zensieren will, das sich nicht ihren Regeln unterwirft? Warum kuschen die Denker und Philosophen vor ihnen? Jenen, die erfolgreich einfordern, dass Bücher zensiert, Gedichte gelöscht oder mit Triggerwarnungen für sensible Gemüter ausgestattet werden und Künstler- und Hochschulkarrieren vernichten? Jene, die wollen, dass alte Kinderbücher entweder sprachlich gereinigt oder doch zumindest den Kindern vorenthalten werden? Die auch von mir verlangen, dass ich als zufällig männliche/r/s Literat*In (grundsätzlich in Rassismusverdacht und frauen- und transgenderfeindlich) die deutsche Sprache vergewaltigen soll, weil sie selbst den Unterschied zwischen einem grammatikalischen und einem tatsächlichen Geschlecht nicht begreifen? Was geht da vor?

Aber um Herrn Rether zu zitieren: „Was rege ich mich auf?“

*

Zumindest ist es mir endlich gelungen, vorerst die Arbeit an meiner nächsten literarischen Veröffentlichung – dem Roman „Aber ein Traum“ – abzuschließen. Es sind doch über 300 Seiten und wie ich meine, ein großes Leseerlebnis geworden.

„Ende“ unter ein Buch zu schreiben, erfüllt mich immer mit Stolz und setzt Glückshormone frei, die dann jedoch bald wieder verfliegen. Denn das Wort „Ende“ ist eigentlich eine Lüge. Nun kommt der – zumindest für mich – lästigste Teil der Arbeit, nämlich die Zeit, in der meine Testleserinnen das Werk kritisch begutachten, alles ein letztes Mal korrigiert und verbessert wird (ärgerlicherweise werden trotzdem viele Fehler übersehen), Vorder- und Rückcover entstehen, Werbetexte geschrieben werden. Ich muss trotz meiner Ungeduld viel, viel warten, obwohl ich mein „weltbewegendes“ Werk endlich meinen Leserinnen übermitteln möchte und auf ihre Reaktionen erhoffe. Zumindest kann ich garantieren, dass „Aber ein Traum“ keinerlei jugendgefährdende Inhalte hat, sondern einfach und schlicht gute Literatur ist. Im Moment rechne ich damit, dass der durchaus phantastische Roman um die Brüder Waldescher und ihre große Liebe, der sehr aufmerksame Leserinnen benötigt, im nächsten Monat erscheinen kann.

Auf den dringenden Wunsch von Frau Klammerle und anderen Leserinnen (Hallo, Luna!) habe ich meine Schreibblockade heruntergeschluckt und arbeite jetzt am 4. Teil meiner Geltsamer-Romane, die offenbar – und das schmeichelt mir sehr -, jeder liebt, der sie gelesen hat. (Der 1. Band „Die Frau, die der Dschungel verschluckte“, hat es bei Amazon immerhin auf 10 begeisterte Rezensionen gebracht). Es ist bereits etwa ein Viertel des neuen Buchs geschrieben, das den Titel „In den Bücherkellern des Vatikans“ erhalten wird. In bewährter Weise werde ich in der nächsten Woche damit beginnen, die Beta-, oder eher Gammaversion des Romans hier in homöopathischen Häppchen als Fortsetzungsgeschichte zu bloggen. Das wird hier zwar kaum gelesen, aber es ist für mich eine gute Methode, mich selbst zur Arbeit zu zwingen und für regelmäßigen Nachschub zu sorgen. Vielleicht willst du ja doch mitlesen.

*

Ist es dir aufgefallen, meine liebe und einzige Leserin? Ich habe diesmal auf Fußnoten verzichtet. Irgendwie habe ich jetzt aber das Gefühl, es fehlt etwas. Aber es geht wohl auch ohne …(1)

Liebe Grüße, Nikolaus


(1)  … manchmal zumindest.

Samstag, 03.10.20 – Ach, dieses schreckliche Jahr …

Samstag, 03.10.2020

Liebe unbekannte Leserin,

du hast bestimmt schon auf meinen allwöchentlichen Samstagsbrief gewartet, der seit Wochen der einzige, irgendwie an Literatur erinnernde Text ist, der mir noch gelingen will. Und selbst diese regelmäßige kleine Botschaft kostet mich Überwindung. Ja, du wirst es dir schon beim Lesen meiner letzten Briefe gedacht haben: Ich befinde mich gerade in einer veritablen und hartnäckigen Schreibkrise, die mich wie ein unsichtbarer Virus hinterrücks überfallen hat und gefangen hält. In den letzten, sehr fleißigen Schreibjahren voller kreativen Outputs und 12 veröffentlichten Büchern hätte ich nicht gedacht, dass mir so etwas noch einmal passieren könnte. Das war mir unvorstellbar. Ich hielt mich überheblich vor dem berühmt-berüchtigten schriftstellerischen Burnout gefeit, über den so viele Autoren jammern. Denn ich hatte ein Ziel, eine Botschaft und wusste, dass ich ein „guter“ Autor bin. Dieses ungeheuerliche, nicht enden wollende 2020 hat mich eines Besseren belehrt. Spätestens mit dem Beginn der Corona-Pandemie im März und ihren unangenehmen Begleiterscheinungen(1), dem Tod meines Vaters und der Übernahme der Betreuung meiner dementen Mutter, meinem mir immer bewusster werdenden Versagen als Autor, dem es einfach nicht gelingen will, sich eine Leserschaft aufzubauen, befinde ich mich in einer Dauerkrise. Tatsächlich befand ich mich wohl auf einem Irrweg und jetzt sehe ich mich verwirrt an einer Kreuzung um und weiß nicht mehr weiter.

Nun trage ich aber seit Vorgestern eine nagelneue und sauteure Brille, meine erste mit Gleitsicht(2). Ich habe mich noch längst nicht an sie und meinen neuen, schärferen Blick auf die Dinge gewöhnt. Aber vielleicht schenkt mir ja der Ausblick durch den schwarzen Metallrahmen neue Perspektiven und Einsichten und mir gelingt es, gelassener zu sein, den richtigen Weg wiederzufinden und endlich an meinen Texten weiterzuarbeiten. Es kann nicht länger damit weitergehen, dass ich meine eigentlich viel zu kostbare freie Lebenszeit mit Netflix, Computerspielen, Essen und dem Smartphone verplempere.

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Ein kräftiger Föhnwind schenkt dem Augsburger Land zumindest heute Vormittag eine gewisse Wärme und viel Sonnenschein. Er soll wohl mittags zusammenbrechen. Aber er hat mit leichter Hand die trüben Wolken (auch die, die in meinen Gedanken hingen, als ich zu schreiben begann), weggeblasen und eigentlich ist es schade, dass ich in meinem Kämmerlein an der Tastatur sitze und tippe. Dieser Tag schreit nach einer Bergwanderung, aber leider hat Frau Klammerle gerade Nachtwache und schläft den gerechten Schlaf der skandalös mies bezahlten, aber überaus fleißigen »Systemrelevanz«. Dringend wäre ein Aufräumen im kleinen Garten hinter dem Haus notwendig. Er verwandelt sich gerade langsam in den »totgesagten Park« von Stefan George(3). Zumindest die Büsche müssten beschnitten werden. Aber heute ist ja Feiertag und meine Nachbarn würden es nicht goutieren, wenn ich einen lautstarken Auftritt mit der elektrischen Heckenschere hinlege. Also werde ich weiter gelassen an dieser Glosse feilen, leisen »Gypsy-Jazz« laufen lassen, würzigen Chai trinken und ab und an sehnsüchtig aus dem Fenster sehen, während Frau und Katze nach ihren anstrengenden nächtlichen Beschäftigungen noch ein paar Stunden friedlich schlummern. Vielleicht schaffe ich es und schreibe noch ein paar Zeilen vom Schlusskapitel meines Roman-Projekts »Aber ein Traum«, das ich eigentlich in diesen Tagen veröffentlichen wollte, das aber wohl noch einen Monat intensiver Pflege und ein, zwei Korrekturleser benötigt(4). Zu 99,9 % bin ich fertig mit dem 300-Seiten-Werk, aber gerade die letzte Promille macht mir ordentlich zu schaffen. Der erste Satz ist einfach, ich habe gefühlt 1000 erste Sätze im Kopf, aber der letzte ist schwer, vor allem, wenn er auf den geplanten zweiten Teil Appetit machen soll. Im Moment sieht er so aus:

Kann es sein, dass die ausweglose Düsternis des Romanendes es mir gerade so schwer macht, daran weiterzuarbeiten? Was meinst du?

Liebe Grüße, dein Nikolaus.

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(1) Als da wären: Eine beständige innere Unruhe, eine unterschwellige Ängstlichkeit, ja, Furcht, schlechter Schlaf, Gewichtszunahme, noch weniger soziale Kontakte als vorher, eine depressive, sehr pessimistische Grundhaltung und viel Arbeit im Brotberuf. Oft fühle ich mich, als wäre das Ende der Welt oder zumindest mein eigenes nah. Ich bin häufig brummig und schlecht gelaunt. Vor allem ist es aber ein heftiger, Übelkeit erregender Ekel vor dem überlauten Geschrei von Nazis, Rassisten und anderen rechtsradikalen Arschlöchern, AfD’lern(1a), Irren, zynischen ausländischen Machtpolitikern mit der Intelligenz einer Fruchtfliege und vollkommen in ihre eigene, schreckliche Welt abgetrifteten Verschwörungsfanatikern, der mir meine Tage vergällt. Überall und von allen Seiten, auch in meinem privaten Leben, wollen sie mir ihre kranken Meinungen und idiotischen Wahnvorstellungen aufdrängen und mich dabei mundtot machen. Dieser Hass, der sich schneller als der Virus verbreitet, liegt mir den ganzen Tag wie ein fauliges Stück Fleisch auf der Zunge und ich kann ihn nicht loswerden. In den 80ern und 90ern, als es noch wenig oder gar kein Internet gab, durfte ich mir noch einreden, es wäre nur eine kleine Minderheit in Deutschland, die so spinnt – tatsächlich habe ich nun den Eindruck, wenn ich die Kommentare zu Tagesnachrichten lese, es wäre jeder vierte ein geistesgestörter Nazi. Es ist grotesk, dass genau jene, die ständig schreien, man könne hier nicht mehr seine Meinung sagen, wie in einer Dauerschleife ununterbrochen zu hören sind und die Stimmen der Vernunft überbrüllen. Ich jedenfalls bin sprachlos und entsetzt und knirsche hilflos mit den Zähnen, weil ich dieser brutalen Gewalttätigkeit nichts entgegensetzen kann.

(1a) Ja, ich weiß, dass nicht alle AfD-Wähler und AfD-Politiker Nazis sind – es gibt auch eine ganze Menge Deppen unter ihnen.

(2) Ja, ja, das Alter … siehe auch hier: »Die Welt durch Glas«

(3) Damit spiegelt das Gärtlein jetzt mit seiner etwas ranzigen Überfülle, seiner überbordenden natürlichen Unordnung und dem doch überall kränkelnden Blattwerk, den klebrigen Spinnweben und bleichen Herbstblüten als Gleichnis ziemlich exakt mein Lebensalter wider. Wenn es nicht einen dramatischen Einschnitt gibt und der Tod frühzeitig die elektrische Heckenschere ansetzt, dann befinde ich mich gerade im Herbst meines Lebens. Nun, das könnte schlimmer aussehen, oder?

(4) Vielleicht weißt du ja jemanden, der/die daran interessiert ist. Okay, wohl eher nicht.

Der Oktopus (eine Kurzgeschichte a la Heun)

Heute hat ein guter Freund von mir Geburtstag; ein Freund, den ich in den letzten Jahren leider etwas aus den Augen verlor (oder er mich, wie man es auch betrachten will). Selbst wenn wir uns leider in vielerlei Hinsicht voneinander entfernt haben: HD, ich denke heute an dich und feiere schön dort oben in deinem niederbayerischen Paradies zusammen mit 264 rothaarigen Feen! Den Prosecco habe ich schon auf Eis gelegt.

Du weißt es: Diese Geschichte habe ich dir gewidmet.

*

Es folgt nun ein Capriccio im literarischen Stil meines Freundes Hans-Dieter Heun aus meiner umfang­reichen Texthalde. Ich weise in diesem Zusammenhang noch einmal auf seine Romane hin, die wirklich humorvoll und lesbar. Und schon lasse ich wie automatisch das Hilfszeitwort am Ende des Satzes weg; eine Auslassung, die den Heun’schen Stil maßgeblich prägt und unverwechselbar macht. Ich kann eben nicht nur Balzac nachmachen.)

Der Oktopus
Ein Capriccio(1) ala Heun

Ein Vorzug meines Rentier-Lebens (das ist jetzt nicht mit Rentier-Fleisch zu verwechseln, das zäh und tranig – ganz anders als der Rentier auf Tabor, wo zu wohnen ich das wohl verdiente Schicksal habe) ist das Glück, für und mit Freunden zu kochen – mit ihnen den besonderen Au­genblick: den einen Schluck, den einen Bissen teilen. Wenn dann mein lieber Freund und Trauzeuge – fast hätte ich Kupferstecher gesagt -, nämlich der bekannte Autor Ni­kolaus M. Klammer, seinen Besuch zu Silvester ankündigt: Dann ist dies des Glückes fast zu viel. Aber ist nicht je­der seines Glückes Koch?

Nichts weniger als ein Silvestermenü sollt’s also sein – und ein besonderes dazu. Der Herr Kupferstecher ist nicht allem Fleischli­chen abhold, kaut es aber nur ungern zwischen den Zäh­nen (wenn es einmal tot), jedoch ist er nicht bayeri­scher als der Papst und neben den Früchten des Ackers auch denen des Meeres zugeneigt – isst also neben Obst und Gemüse immer wieder einmal alles, was schwimmt. Da ich nicht erneut ein Zicklein in den Teich hinterm Haus werfen wollte – die armen Goldfische sind vom letzten noch durcheinan­der – ließ ich mir vom Münchener Großmarkt in aller Herrgottsfrühe einen hundsgemeinen Oktopus besorgen, der sich allerdings als sau-gemein herausstellte.

ERSTES GEDICHT VOM OKTOPUS

Ein Oktopus, ein Oktopus,
acht Arme hat er und kein’ Fuß,
ist die Speise, die man servieren muss.
Denn glücklich wird ein jeder Tisch,
belädt man Teller mit Tintenfisch.

Ein Oktopus, ein Oktopus,
ist ein wahrer Hochgenuss,
wenn er zart wie ein Zungenkuss.
Wird er dir gelingen,
werden deine Freunde Hymnen singen.

oktopusSo, nach dieser lyrischen Einlage tun wir was für die Bil­dung: Die fälschlich als Polypen bezeichneten Kraken – Octopoda vulgaria – italienisch Polpo – gehören zur Fa­milie der Kopffüßer und sind nicht mit Kalmaren oder Tintenfischen zu verwechseln … Sie wissen schon, jenen schlabberigen, fetttriefend frittierten Gummireifen, die Sie gemeinsam mit matschigem Majonäse-Knoblauch-Brei beim Italiener um die Ecke serviert bekommen.

Die lernfähigen Achtfüßer haben bezeichnenderweise 8 (in Worten: Acht) Arme und erreichen eine Gesamtlänge bis über 4 Meter. Für Bodenhaftung auf glatten Flächen sorgen reihenweise Saugnäpfe. Oktopussy ist ein nacht­aktiver Einsiedler und labt sich an Krebsen und Muscheln, der alte Feinschmeck, der … Er kann sich farblich der Umgebung anpassen und, wenn er sich nicht festgesaugt hat, pfeilschnell sein (wir reden noch vom Kraken und nicht von der Erbschaftssteuer). Die äl­testen Vertreter der achtarmigen Tintenfische tauchten vor etwa 264 Millionen Jahren auf. Genug der Bildung. Merken Sie sich die Zahl Acht. Das genügt.

Während am frühen Nachmittag der Besuch nebst mei­ner Gattin im Thermalbad zu Bad Birnbach bei 34° warmem Wasser pochierte, hatte ich Ähnliches mit dem achtarmigen Mittelpunkt der heutigen Tafel im Sinn.

Falls Sie alles nachkochen wollen (aber lesen Sie auf je­den Fall vorher zu Ende): Man nimmt den Kraken, spült ihn und schneidet den Kopf ab, was nicht ganz einfach, denn er sitzt zwischen Armen und Körper. Den Kopf wirft man weg (oder kocht ihn mit und erfreut später mit ihm diese Mistviecher von Kat­zen in der Gegend). Vom Sack zieht man die Haut ab, stülpt ihn um und entfernt die Innereien. Das Kauwerk­zeug zwischen den Fangarmen wird ebenfalls herausge­schnitten.

Fischer schlagen den Kraken nun gegen brandungsumbrauste, salzüberkrustete Felsen. Dem Oktopoden fehlt jedes stützende Skelett, deshalb haben seine Arme (8 Stück!) ein Eiweißgerüst aus elastischen und ver­zweigten Proteinen, die dem Bindegewebe von Landtie­ren ähneln. Durch die Gewalt platzende Zellen setzen Enzyme frei, die die Eiweißfasern zerschneiden und den Kraken zarter machen. Wenn wir das Eiweiß so behan­deln, dann wird eine Delikatesse daraus. Da ich nur we­nige Felsen mein Eigen nenne, klopfte ich meinen Okto­poden über dem Rand der Wanne im Badezim­mer windelweich. Sie können diese Arbeit auch auf Ihrer Küchenplatte, der edlen Travertinstein-Terrasse oder an den Säulen Ihres Vestibüls erledigen; wichtig ist, dass Sie wirklich brutal und rücksichtslos.

Haben Sie auf diese Weise Oktopussy fix und fertig gemacht, schneiden oder zerschnipseln Sie 4 Karotten, 1 Zwiebel, ¼ Sellerie, eine Stange Lauch, ½ Fenchel und bringen alles in ei­nem schweren Topf mit ca. 1 ½ l Wasser, ¾ l trockenem Weißwein, 4 Lorbeerblättern und 4 kleinen scharfen Chilischoten zum Kochen. Manche Köche legen noch alte Wein­korken ins Kochwasser, sie sollen feste Verfilzungen und Gummitextur des Fleisches ver­hindern. Am wichtigsten ist, einen Oktopus sanft zu dünsten oder knapp unter dem Siedepunkt zu pochieren, damit sich die Proteine langsam auffalten, lockere Netze bilden und Wasser binden. Sie können alle Techniken kombinieren, entscheidend ist die sensible Temperatur­steuerung. Und lassen Sie sich drei bis vier Stunden Zeit – mindestens.

Day of the tentacleKommen wir zur Katastrophe: Der Begriff Krake kommt aus dem Norwegischen und bezeichnet ein Seeungeheu­er, das trinkfeste Seeleute im Mittelalter entdeckten. Vieles spricht dafür, dass Homer in der Scylla einen Kraken beschrieb.

Meine Scylla entpuppte sich als wür­diges Monster! Während ich sie vorsichtig köcheln ließ, wurden die acht Arme nicht weicher, sondern kleiner – schrumpelten wie der beste Freund des Mannes nach ei­nem Sprung in eiskaltes Wasser. Ursprünglich über ei­nen Meter groß (der Krake, nicht der Freund), war der saugemeine Oktopus nach einer Stunde im Topf um die Hälfte geschrumpft!

Das war kein Hauptgericht mehr, der Oktopus disqua­lifizierte sich zur kleinen Vorspeise. Aber ein Koch, der sich nicht zu helfen weiß, ist keiner. Der Freund und die Gat­tin planschten noch einige Stunden im Lauwarmen – ge­nug Zeit, umzuplanen: Tintenfischrisotto oder ein lecke­rer Salat ließ sich aus dem Tierchen auf jeden Fall noch gewinnen, wenn es nur endlich Mitleid mit mir hätte und sich er­weichen würde. Ich eilte in den Keller, die Vorräte kon­trollieren. Vielleicht musste ich einem im Eisschrank tiefgefrorenen Hasen das Schwimmen beibringen, damit jener den Tag rettete.

Als ich wieder in den Topf sah, zog es mir buchstäblich die Schuhe aus: Erneut war der Krake geschrumpft, hat­te die Größe eines gewöhnlichen Kalmaren – und war noch immer nicht weich. Das Tier machte sich lustig über mich, den Chef de Cuisine, den Maître!

Na warte! Ich schob meine weißen und gelochten Latschen zur Seite, spürte die kühlen Terrakotta-Fließen unter mei­nen ausladenden Fußsohlen. Ich erdete mich. Das war ein Zweikampf: Der größte Koch der Welt gegen den Kraken – da konnte es nur einen Gewinner geben. Zum Amuse-Gueule reichst du noch, dachte ich, das »freut das Maul«. Dich krieg’ ich weich – windelweich!

Wie die meisten Schriftsteller konnte man Nikolaus mit der Witwe Clicquot oder dem Baron Rothschild ab­lenken, bei den Damen war das schon schwieriger! Ich sah bereits den halblächelnden Blick meiner Holden auf mir lasten, mit dem sie mitleidig die Reste des Kraken begutachten würde: Nein, jetzt musste eine zündende Idee her.

ZWEITES GEDICHT VOM OKTOPUS

Oktopus, oh Oktopus,
was ich mit dir erleben muss.

Oktopus, oh Oktopus,
du bereitest nur Verdruss.

Oktopus, oh Oktopus,
jetzt ist aber endlich Schluss.

Ach, Oktopus, nun werd’ schon weich,
landest sonst gleich
als Futter bei den Fischen im Teich.
*

Wieder verging eine Stunde, dann sah ich erneut nach dem Kraken. Es roch verführerisch in der Küche. Ich nahm einen Schaumlöffel, fischte nach dem unbeugsa­men Monster. Sie werden es nicht glauben, aber ich lege meine Hand ins Feuer, denn ich lüge oder übertreibe nie:

Im Topf schwammen Karotten, Zwiebeln, Sellerie, Lauch, Fenchel, Lorbeerblätter, Chi­lischoten und sonst – nichts. Der Krake hatte sich einfach in Luft oder besser gesagt, in Wohlgeschmack aufgelöst … Wobei, das stimmt nicht ganz: Tief un­ten, unter dem Gemüse, auf dem Boden des Topfes, lag eine Kugel aus lila-schwar­zer Materie, hart wie eine Glasmurmel und tonnen­schwer. Es war unmöglich, den Topf anzuheben oder sie mit einer Schöpfkelle herauszufischen. Die acht Arme hatten sich wie die Milchstraße ineinander gedreht und dabei in ein schwarzes, materieschweres Loch verwandelt. Ich fühlte mich, als würde ich hinein­gezogen und hätte mich dort am Liebsten für alle Ewigkeit und noch länger versteckt.

»Was gibt es heute Abend Leckeres?« Meine Frau stand in der Küchentür, schnupperte. Frau Klammerle und mein Freund und Trau­zeuge schoben sich hinter ihr herein.

»Die Sauna macht hungrig«, rief er.

»Suppe«, sagte ich, »leckerste Oktopussuppe, das Beste, was es gibt. Das gibt es auf keiner Speisekarte der Welt. So eine einmalige Köstlichkeit kriegst du nur bei mir. Mein Pota­ge beschert sogar Mumien feuchte Träume.«

Und – glauben Sie’s mir oder nicht – ich hatte recht!

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(1) Bitte nicht mit einem „Carpaccio“ verwechseln, das sind zwei grundverschiedene Dinge.

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