02.03.21 – Die Leserschaft braucht Sensationen

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Dienstag, 02.03.21

Liebe Leserin,

ich habe vor genau 4 Jahren begonnen, meine Bücher als Selfpublisher und Indieautor zu veröffentlichen. Das machte ich in erster Linie, weil ich meine Werke gerne im Bücherschrank stehen haben wollte. Dann wurde ich etwas ehrgeiziger …

Sie machen sich doch gut im Bücherregal, oder?

Im März 2017 brachte ich also mit Meister Siebenhardts Geheimnis den ersten Roman meiner Fantasy-Reihe »Brautschau« heraus und praktisch gleichzeitig mit Die Frau, die der Dschungel verschluckte auch den ersten Band der »Geltsamer«-Reihe. Im Mai folgte dann schon Noch einmal davon gekommen mit meinen besten Blogartikeln. Danach habe ich bis heute noch zehn weitere Bücher veröffentlicht und in diesem Monat steht mit Stromausfall mein neuer Band mit Erzählungen in den Startlöchern.

Ich bin sehr naiv an die Sache herangegangen und habe viele Fehler gemacht, die sich noch immer auswirken und Mitschuld tragen, dass ich nur wenige Bücher verkaufe.

Die größten Fehler machte ich bei meiner Fantasy, die wie alte Semmeln in der Auslage verschimmeln:

Ich verwende für alle meine Bücher den gleichen Namen Nikolaus Klammer; egal ob das Werk Genre ist oder  Belletristik. Zumindest für die Fantasy hätte ich mir ein anderes, markantes Pseudonym suchen sollen, das Erwartungen weckt. Es wäre richtig gewesen, meine verschiedenen literarischen Gesichter durch unterschiedliche Namen zu trennen. Die Leserschaft möchte Klarheit – mein Name auf all meinen so unterschiedlichen Werken verirrt nur und stößt ab. Wenn die Leserinnen Milkaschokolade kaufen wollen, haben sie eine gewisse Erwartungshaltung, die erfüllt werden soll. Da darf das Produkt nicht plötzlich bitter oder salzig schmecken. Erec T. – das steht natürlich für Tiberius – Stronghold wäre z. B. ein toller Fantasyautoren-Name gewesen. Da steckt Ritterlichkeit drin, Mittelalter, Kraft und Pathos! Erec T. Stronghold statt Nikolaus M. Klammer – das klingt doch gut und ist leicht zu merken! Es schreiben ja auch nur Amis gute Highfantasy. Bei SF und Fantasy sollte eh viel mehr englische Sprache auf dem Titel auftauchen, der viel, viel reißerischer sein muss als meine Romantitel. Nicht »Meister Siebenhardts Geheimnis« und nicht »Brautschau« (1) – viel besser wären »His darkest secret« und »The Matchmaker Files«. Auch sollte unbedingt ein Zitat von Stephen King auf den Titel: Superb Fantasy! Das hat er freilich nicht über mein Buch, sondern über ein anderes gesagt. Also habe ich nicht gelogen, sondern nur selektiv zitiert. Denn ohne King-Zitat oder einen Vergleich mit dem „Herrn der Ringe“ geht es einfach nicht, wenn man ein Fantasybuch verkaufen will. Und auf jedes Cover muss ein SPIEGEL-Bestsellerautor-Aufkleber!

Halte ich mich daran, dann müsste mein Cover so aussehen:

Im Vergleich dazu sind die Titelbilder meiner Romane bieder und langweilig, ja abschreckend. Sie müssten vielmehr eyecatcher sein und dramatisch. Auch wenn sie wie in diesem von mir schnell hingepfuschten Cover (2) nichts mit dem Inhalt zu tun haben. Ich vermute wirklich, wenn meine Fantasyromane Cover wie dieses hätten, dann würden sie von den Leuten eifrig gekauft und gelesen. Aber will ich das? Möchte ich für meine Romane Leser, die auf solch ein Augenfutter hereinfallen?

Was meinst du? Soll ich mir noch ein Pseudonym zulegen und meine Bücher mit melodramatischen Pulp-Covern ausstatten? Vielleicht auch der Belletristik aus meinem »Jahrmarkt in der Stadt«-Zyklus die Titel attraktiver gestalten? Ich denke, ich werde eine Kunstaktion starten, die ich Die imaginären Cover nennen werde. Als nächstes mache ich aus »Aber ein Traum« einen Liebesroman von Jeanne Apprêt. Eine schöne Frau von hinten, Lavendelfelder, reife Zitronen, eine toskanische Villa … mir fällt schon etwas ein.

Ich hatte in einem Februar noch nie so wenige Zugriffe auf meinen Blog wie in diesem Jahr. Das mag auch daran liegen, dass man mir meine Lustlosigkeit anmerkt, für praktisch niemanden zu schreiben. Das ist ein Teufelskreis, ich weiß. In den nächsten Wochen werde ich hier noch ein wenig stummer sein, denn Frau Klammerle und ich sind am Renovieren. Wir lassen uns eine neue, topmoderne Küche einbauen und damit die alten Schränke Platz im Keller haben, wird er nach zwanzig Jahren endlich einmal ausgemistet. Im Moment herrscht also gerade ziemliches Chaos in der Wohnung und wir können nicht mal kochen. Die Lieferdienste freut es und wir haben sogar schon angegrillt.

Bis demnächst, dein Nikolaus

__________________________________
(1) Ich will nicht nerven, aber warst du schon auf meiner neuen Website für meine Fantasy-Romane? Sie ist mir wirklich gelungen, finde ich. Auf brautschau.blog findest du alles, was du über diese Bücher wissen willst und noch vieles mehr.

(2) Keine Sorge, liebe Bookcover-Verkäufer, die ihr so eifrig bei Instagram eure Instant-Titelbilder anpreist! Ich habe nicht vor, euch Konkurrenz zu machen. Meinen kleinen Entwurf erkläre ich hiermit zur public domain – wer ihn von euch für seinen Fantasyroman verwenden möchte, kann von mir die Datei geschenkt haben.

22.02.21 – Ich … ein weißer Mann, ein Rassist?

Alltägliches, Aufreger, Der Autor, Fragen, Gedankensplitter, Geschichte, Gesellschaft, Kolumne, Leben, Literatur, Sprache

Montag, 22.02.21

Liebe Leserin,

wie wir alle, werde auch ich ohne mein Zutun immer wieder in eine neue Gruppe eingeteilt. Was oder wer letztlich bestimmt, zu welcher Menschengruppe ich gehöre, bleibt dabei recht diffus und es ist für mich meist nicht durchschaubar. Dies wird in einem gesellschaftlichen Dialog entschieden, der nur allzu oft ein Monolog ist, der über meinen Kopf hinweg bestimmt, was oder wer ich bin – oder gefälligst zu sein habe. Oft sind es äußere Faktoren, die mich definieren und auf die ich wenig oder überhaupt keinen Einfluss habe; z. B. mein inzwischen bibliesches Alter von 58 Jahren, das mich automatisch der Personengruppe der Boomer zuordnet und mir gewisse Eigenschaften unterstellt. Diese Eingruppierung konnte ich mir nicht aussuchen. Es ist ein Anzug, der mir nicht passt, aber ich muss ihn tragen. Und dann bin ich nicht einmal LSBTIQ* – ich hoffe, ich habe niemanden vergessen und beleidigt -, sondern nur ein unaufälliger, heterosexueller Mann, dessen Hautfarbe aufgrund seiner Ahnenreihe zwischen schweinchenfarben rosig und käsig weiß diffundiert und im Hochsommer an ungeschützten Körperteilen auch mal ins Hellbraune geht. Als Kind verkleidete ich mich u. a. als Cowboy oder Indianer und habe Huckleberry Finn und Jim Knopf gelesen. Ich gendere weder beim Schreiben meiner Literatur, noch beim Sprechen und sehe auch keinen Grund, dies zu tun. (1)

Ich hatte nie eine Chance: Aufgrund alldessen bin ich ein Rassist. Punkt.

Dies unterstellt mir zumindest die Erzählung, die die gesellschaftliche Diskussion in den Medien, der Politik und in den Universitäten dominiert. Es scheint mir jedoch die aus den USA herübergeschwappte Erzählung einer sehr übersichtlichen Anzahl von Personen zu sein, einer studentischen Avantgarde, der es trotzdem gelungen ist, kulturelle Dominanz zu erreichen und ihre Forderungen vielerorts durchzusetzen. Eine Diskussion ist nicht erwünscht und ich wüsste auch nicht, mit wem ich sie führen sollte. Inzwischen ähneln die schlimmsten Auswüchse wie shitstorms und die cancel culture Buchverbrennungen und Hexenverfolgungen (2) und führen in Extremfällen zur Vernichtung ganzer Karrieren.

Doch zurück zum Thema. Zweifelsohne gibt es in meiner Generation zuhauf Rassisten. Die Anzahl der Deppen stagniert auf hohem Niveau. Wer sonst würde die AfD wählen? Aber mich ohne Kenntnis meiner Person nur aufgrund meiner Lebensumstände zu den Rassisten zählen, ist eine Unverschämtheit. Diese ist zwar nicht –  wie manche argumentieren – „rassistisch“, aber zumindest ein Vorurteil, das mir entgegengebracht wird. Denn ich werde nicht über meine Person, sondern über meinen gesellschaftlichen Status eingeordnet.

Zwischen Vorurteilen und Rassismus ist ein gerne vergessener Unterschied. In meiner Familie gab und gibt es unverbesserliche Rassisten. Ich kann den Unterschied durchaus erkennen. Vorurteile kann man im Gegensatz zu Rassismus überprüfen und korrigieren. Aber „Ausrotten“ (LTI!) kann man sie beide nicht. Das Schubladendenken ist Teil der menschlichen Existenz, gehört zur Überlebensstrategie und wird übrigens auch oft mit der festen Meinung einer Person verwechselt. Ich habe Vorurteile – ja – wie alle anderen auch. Es gibt keinen vorurteillosen Menschen und es wird auch nie einen geben. Manche meiner Vorureile sind kleinlich, manche lächerlich, die meisten halten einer Überprüfung nicht stand. Aber im Gegensatz zum Rassisten setze ich mich mit meinen Vorurteilen auseinander und schere nicht alle aufgrund einer zufälligen Äußerlichkeit über einen Kamm.

Aber ich bin kein Rassist. Wir sind alle homo sapiens sapiens und stammen wahrscheinlich alle von einer einzigen „Eva“ ab, die vor 200.000 Jahren in Botswana lebte. Ihrer Hautfarbe war klimabedingt schwarz. Der Begriff „Rasse“ ist also höherer Blödsinn. Wir bald 8 Milliarden Menschen sind alle Familie und der Coronavirus macht keine Unterschiede. Warum dann wir? Das einmal als Erstes. Nun wird mir natürlich trotz dieser Aussage unterstellt, ich wäre zumindest unterschwellig und unterbewusst „Rassist“. Ich habe auf diesen Vorwurf hin meine Literatur untersucht. Freilich kommen in den meisten meiner Erzählungen und Romanen ausschließlich „Weiße“ vor. Sie spiegeln die gesellschaftliche Realität wider, in der ich existiere. In meinen Fantasy-Romanen sind übrigens nahezu alle „Nicht-Weiß“. Aber dies nur am Rande. Wie gehe ich nun mit den Personen, die in meinen Texten auftauchen und ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen angehören, um? Obwohl selbstverständlich das eine oder andere Stereotyp und Vorurteil durchschimmern mögen, kann ich keinen Rassismus entdecken, ich entwürdige niemanden aufgrund einer Äußerlichkeit. Ich überprüfe immer wieder meine Texte darauf. Das gleiche gilt auch für mein alltägliches Leben, in dem ich wegen meines Brotberufs mit sehr vielen Angehörigen von gesellschaftlichen Minderheiten begegne. Sehr bewusst versuche ich, die Einzelperson zu „beurteilen“ und nicht ihr Umfeld oder ihre Herkunft.


(1) Ich habe Lingua Tertii Imperii, 1984, Babel-17  und Die Kriegssprachen von Pao gelesen. Ich weiß, dass Sprache das Denken einer ganzen Gesellschaft und Generation beeinflusst, ja, manchmal mittels Sprache gezielt gesteuert wird. Wer auch immer die Sprache der Menschen diktiert, beherrscht sie, denn was nicht sagbar ist, ist auch nicht denkbar. Das Experiment, die deutsche Sprache durchzugendern und nicht nur Frau und Mann, sondern jede noch so winzige geschlechtliche Minderheit dabei mitaus- und anzusprechen, ist grotesk und muss meiner Meinung nach scheitern. Denn gerecht wäre Sprache nur dann, wenn ich tatsächlich jeden einzelnen von uns 81 Millionen persönlich ansprechen würde. Nur in diesem – unmöglichen – Fall könnte ich wirklich sicherstellen, dass alle mitgemeint sind und ich niemanden übersehen habe. Zumindest müsste sich eine gerechte Sprache nicht nur an Geschlechtsidentitäten, sondern auch an alle gesellschaftlichen Gruppen wenden, denn viele Menschen definieren sich nicht über ihr Geschlecht, sondern z. B. über ihren akademischen Grad. Wären die Sprachgenderapologethen konsequent, so müssten sie bei einer allgemeinen Anrede auch immer alle Doktortitel, die es gibt, alle Berufe, alle Heimatorte etc. aufzählen. Das kann höchstens ein Computer leisten. Diese babylonische Sprachverwirrung wird im schlimmsten Fall genau auf die Minderheiten zurückfallen, die man eigentlich einbeziehen wollte. Selbstverständlich ist Sprache eine scharfe Klinge ohne Griff, die man vorsichtig verwenden sollte, denn sie kann die Sprechenden wie die Hörenden verletzen. Aber wie weit soll dies gehen? Schon jetzt wird mancher brav ausgegenderte Zeitungsartikel unverständlich  – und wie ich finde anbiedernd.

(2) Ich werfe hier nur einmal nebenzu ein, dass es weniger die katholische Kirche war, die den Hexenwahn in Gang brachte, sondern die „modernen“ Kirchenreformer um Luther und Calvin. Im Mittelalter eher die Ausnahme, wurde die Hexenverfolgung erst mit der Neuzeit en vouge. Die meisten Scheiterhaufen brannten in protestantischen Gegenden. Warum ich dies erwähne und die Fußnoten mal wieder länger als den Haupttext mache? Selbstverständlich will ich auch beweisen, dass ich ein belesenes, schlaues Kerlchen bin. Aber dazu denke ich, dass die heutigen Sprachreformer den gleichen Fehler wie die Kirchenreformer machen und mit den Boomern eine Gruppe verteufeln, in die sie auch mich eingereiht haben. Versteh mich richtig: Ich betrachte ich mich nicht als ein Opfer von Verfolgung und würde auch nie die Unverschämtheit besitzen, mich einem zu vergleichen. Aber ich sehe auch, wohin solch ein radikaler Reformeifer führen kann.

Sonntag, 24.05.20 – Diese entsetzliche Erfolglosigkeit

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Pfingstsonntag, 31.05.20

Zuerst einmal die gute (na ja, nicht für jeden) Nachricht: Die Maus, von der ich in der letzten Woche berichtet habe, versteckt sich nicht mehr im Schlafzimmer. Ich habe ja eine Lebendfalle aufgestellt und sie mit Popcorn und Schokolade gefüllt. Ich war mir sicher, ich würde die Maus darin fangen. Pustekuchen. Diese Falle ist so pazifistisch, dass sie sich nicht schloss, als die kleine, braune Feldmaus meiner Einladung folgte und in der Finsternis der Nacht aus ihrem Versteck gekrochen kam. Sie fraß die Falle leer und stellte sich dabei so geschickt an, dass sie den Fangmechanismus nicht auslöste. Trotzdem wurden ihr Popcorn und Schokolade zum Verhängnis. Denn die Maus hatte in ihrer Gier Amy, die Katze, übersehen, die zu meinen Füßen in meinem Bett lag. Tatsächlich wartete meine Katze genüßlich ab, bis die Maus satt war und wieder aus der Falle kam, dann hüpfte sie mit einem Aufschrei auf ihr Opfer, das ihr in der Nacht zuvor entkommen war und diesmal, vollgefressen wie es war, keine Chance hatte. Erst in diesem Moment wurde auch ich wach (es war mal wieder kurz nach vier Uhr). Viel war allerdings nicht mehr zu sehen. Amy, die vielleicht doch so etwas wie ein schlechtes Gewissen plagte, packte sich die Maus und rannte wie der Blitz mit ihr im Maul durch die Katzenklappe hinaus aus der Wohnung. Ich habe keine Hoffnung, dass sie ihre wiedergefundene Beute vor der Haustür mit einer Verwarnung laufen ließ, sondern befürchte eher, dass ich demnächst beim Unkrautjäten auf die kümmerlichen Überreste einer Katzenmahlzeit stoße. Dann wäre das die Geschichte, in der Amy über Umwege Popcorn und Schokolade fraß.

Übrigens hat sie das Karma anschließend schwer gebeutelt, denn in der Nacht darauf bekam sie Ärger mit einer anderen Katze, die bei einem Kämpfchen brutal und fest in den Rücken gebissen hat. An dieser Wunde bildete sich dann ein gewaltiger, eitriger Abzess, der beim Tierarzt behandelt werden musste. Da es Frau Klammerle (immerhin Krankenschwester im Intensivbereich) nervlich nicht packte, war ich mit Mundschutz, Desinfektion, Abstandregelungen und einem flauen Gefühl im Magen dabei, als der Veterinär der armen leidenden Katze den stinkenden Eiter aus der Wunde quetschte, sie sorgfältig ausspülte und ihr zum Abschluss noch zwei Spritzen verpasste.

Keine Sorge, jetzt ist sie wieder auf der Höhe und gestern kam sie stolz mit einem kleinen Vogel in die Wohnung geschlendert. Nur noch ein kahler Fleck in ihrem flauschigen Fell erzählt noch von der Angelegenheit.

*

Und – ach! – da habe ich Optimist einen ganzen Stapel meines neuen Buchs zuhause, der nur Platz wegnimmt. Ich dachte, jeder würde ein Exemplar wollen, weil es mir so gut gelungen ist und ich wäre jetzt endlich im Schriftsteller-Olymp angekommen! Pustekuchen. Ich hätte es ja eigentlich aus meinen bisherigen Erfahrungen wissen müsssen: Für meine Literatur interessiert sich weiterhin keine Sau. Ich habe noch kein einziges Buch verkauft, auch nicht als spottbilliges E-Book. Die Leute wollen Nikolaus Klammer nicht einmal geschenkt.

Vielleicht sollte ich zwischen Cover und erste Seite Popcorn und Schokolade legen …

*

Und dann ist da noch die Sache mit dem Urlaub von Frau Klammerle und mir. Eigentlich wollten wir ja ins Burgund fahren und hatten bereits im Februar eine Ferienwohnung angemietet. Pustekuchen. Corona kam, wir mussten stornieren und die Hälfte unseres Geldes als Verlust abschreiben. Trotzdem haben wir nun über Pfingsten und darüber hinaus gemeinsam zwei Wochen Urlaub und wir werden sie eben in der Heimat verbringen. Ziel ist es trotzdem, ein gewisses Feriengefühl aufkommen zu lassen. Deshalb planen wir Ausflüge zu Fuß und Rad in die Umgebung und versuchen, unser Häuslein und unseren Garten als Ferienwohnung zu behandeln (keine Alltagsarbeiten, wenig putzen, viel „chillen“ usw.) Statt der Abtei Cluny besichtigen wir eben Kloster Andechs. Ich bin gespannt, ob uns das gelingt, zuhause abzuschalten.

Am Freitag haben wir zumindest unsere erste Radtour nach Blumenthal bei Aichach gemacht; also mal ins oberbayerische Hinterland von Augsburg, das wir normalerweise meiden. Wir sind lieber in unserem Wilden schwäbischen Westen oder im Allgäu unterwegs. Obwohl wir uns ein paar Mal verfuhren und eigentlich nicht dort rauskamen, wo wir hinwollten, alle Biergärten geschlossen waren und am Mittag das Wetter recht zweideutig und kühl wurde, hat es Spaß gemacht und durchaus ein wenig Urlaubsgefühl vermittelt. Später kehrte auch wieder der weiß-blaue Himmel zurück, wir saßen auf der Sonnenterrasse unseres Diedorfer „Ferienhauses“ und genossen den Schrobenhausener Spargel, den wir vom Nahen Osten mitgebracht haben. Immerhin ist der Weißwein, den wir dazu tranken, ein Weißburgunder.

Morgen wanderen wir in der Schwäbischen Alp. Und ich habe keine Ahnung, wie ich in diesen Absatz „Popcorn und Schokolade“ schmuggeln kann. Herzliche Urlaubsgrüße.

Bis bald! Euer Niklas.

Ja, auch zuhause ist es schön!

Sonntag, 24.05.20 – Der ewige Turm

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Sonntag, 24.05.20

Wann werdet ihr es begreifen, Freunde?
Ich schreibe auch, wenn mein Computer aus ist
und ich weder Notizbuch noch Bleistift in der Hand halte.

Nikolaus M. Klammer

Ein Verlagslektor würde beim Lesen des Anfangs dieses Textes die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, ihn bedenklich schütteln und in ihm den Gedanken wälzen, ob er überhaupt noch zu retten sei  – beide, der Text und der Schriftsteller(1). Aber spätestens seit dem „Mann ohne Eigenschaften“ ist es guter Ton unter uns Autoren, mit dem Wetterbericht zu beginnen. Deshalb ignoriere ich das. Also:

Gestern war so ziemlich der scheußlichste Regentag seit langer Zeit. Ein zorniges Tief aus dem Nordwesten brandete mit enormer Wucht gegen die Alpen und entließ bei seinem Vorüberziehen in deren herrlichen Vorland (in dem ich das Glück habe, leben sein zu dürfen), enorme Wassermassen. Es hinterließ Kälte und bei mir eine bemerkenswert deprimierte Stimmung. Sie hat sich trotz des sonntäglichen Sonnenscheins, in dem wieder muntere weiße Wolkenschafe ungestört von hässlichen Kondenzstreifen (2) über den bayerisch-blauen Himmel treiben, nicht verbessert. Das mag auch daran liegen, dass ich müde und unkonzentriert bin. Ich habe die halbe Nacht in meinem Schlafzimmer (Frau Klammerle hat Nachtwache) hinter einer kleinen, äußerst munteren Feldmaus hergejagt, die Amy, meine Katze fröhlich maunzend angeschleppt und dann sehr schnell aus den Augen verloren hat. Eine Weile begleitete sie noch aufmunternd meine Bemühungen, das Tier einzufangen, aber dann wurde es ihr schnell langweilig und sie suchte sich andere Vergnügungen. Jedenfalls schläft sie jetzt friedlich auf meinem Sofa (Frau Klammerle auch, allerdings im ehemaligen Zimmer von Sohn Nr. 2 unterm Dach). Die Maus ist noch immer nicht gefangen – wahrscheinlich versteckt sie sich hinter dem Kleiderschrank. Ich habe zwei Fallen aufgestellt (3) und nun warte ich. Meine Laune hat sich dadurch nicht eben gebessert.

Doch worum geht es eigentlich? Es ist das alte Lied und es ist von Rilke. Mein Vater, der vor gut einem Monat verstarb, wollte es übrigens auf seiner Todesanzeige stehen haben und ich habe ihm den Wunsch erfüllt:

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.

Da er nicht religiös war, mochte mein Vater nur die erste Strophe dieses Gedichts abgedruckt haben, doch es geht noch weiter:

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.

Dieser Turm, um den ich kreise – ungefähr einmal im Jahr -, das ist die Literatur (mein persönlicher Gott, wenn man so will). Er ist nicht nur uralt, sondern auch hoch und mächtig und erweist sich als vollkommen interesselos und unbeeindruckt von meinen Bemühungen, in seiner Umgebung emporzusteigen, um seine Spitze zu erreichen. Immer wieder aufs Neue komme ich an einen Punkt, an dem mich Abwinde ins Trudeln und fast zum Abstürzen bringen. Dann sacke ich ab und muss nach einer Thermik suchen, die mich langsam höher bringt. Im Moment befinde ich mich mal wieder bei solch einem Niedergang. Es hat sich viel angestaut in den letzten Monaten und es liegt als Gewicht auf meinen Schultern, das mir das Gleiten um den Turm noch schwerer macht: Die bedrückende äußere Situation, in der wir alle sind, die soziale Verarmung und Vereinsamung, die Trauer, die Brot-Arbeit. Mit meiner Gesundheit geht es bergab, ich nehme zu und bin launisch wie ein alter Straßenkater. Die Erfolglosigkeit und auch Sinnlosigkeit meiner literarischen Bemühungen (gerade habe ich ein neues Buch veröffentlicht, das niemanden zu interessieren scheint) gibt mir gerade den Rest.

Und da ist auch noch diese Maus! Ich bräuchte dringend Abstand und Urlaub, doch der ist ja gecancelt. Statt über Pfingsten wie ursprünglich geplant ins Burgund zu fahren und die Abtei Cluny zu besichtigen, gibt es – falls Herr Söder es uns gestattet – Tagesausflüge ins Ammergau und ins Kloster Ettal. (4) Deprimierend, nicht wahr? Ich weiß, vielen geht es ähnlich oder sie sind noch schlechter dran. Aber einmal im Jahr, wenn ich meine Runde um den uralten Turm gedreht habe, dann darf ich auch jammern. Schließlich gehört das Selbstmitleid schon immer zu meinen stärksten Gefühlen.

Aber genug jetzt. Leben ist mehr. Hier noch ein Bild von einer Hummel, die sich auf einer Schnittlauchblüte in Frau Klammerles Kräutergarten niedergelassen hat und dort „Pollenklößchen“ formt.(5) Das ist der Zopf, mit dem ich mich selbst aus dem Sumpf meines Selbstmitleids ziehen kann. So flauschig …

 


(1) Zum Glück wird nie ein Verlagslektor (oder meinetwegen auch eine Verlagslektorin) einen meiner Texte in die Finger bekommen. Dieser Beruf ist eh wie „Torfstecher“ oder „Stenotypistin“ nahezu ausgestorben.

(2) So entsetzlich diese Pandemie ist, die gefühlt nun schon zwei Jahrhunderte währt: „Corona“ nimmt viel, aber sie gibt auch zurück.

(3) Selbstverständlich sind das Lebendfallen. Ich bin Tierfreund und Vegetarier. Der beste Köder ist übrigens Marzipan, wie ich festgestellt habe. Freilich ist keines im Haus, deshalb habe ich Popcorn und Schokolade in die Fallen. Keine Ahnung, ob Feldmäuse das mögen. Kommt Zeit, kommt Maus. Im Winter haben wir 3 Wochen gebraucht, bis wir eine gefangen hatten, die sich unter dem Kühlschrank versteckt hielt und sich an unseren Lebensmittelvorräten bediente. Meine Schwiegertochter in spe hat sie „Piepsi“ getauft.

(4) Geheimtipp: In der dortigen Schaukäserei kann man den besten Käsekuchen der Welt essen. Ungelogen!

(5) Ja, ich wurde auch durch die „Biene Maja“-Zeichentrickfilme sozialisiert. Willi war immer mein Lieblingscharakter.

Sonntag, 03.05.20 – Ein zögernder Neuanfang

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Sonntag, 03.05.20

Ich wollte, ich wäre irgendeine Beethovensche Sinfonie
oder irgend etwas, das fertig geschrieben ist.
Das Geschrieben-Werden tut weh.
Balzac

Heute wird mein Blog „Aber ein Traum“ 7 Jahre alt. (1)

Happy Birthday!

Deshalb wird es für mich höchste Zeit, ihn wiederzueröffnen und in ihm fortzuschreiben, mit ihm gemeinsam in meiner momentan etwas stagnierenden Entwicklung als Autor fortzuschreiten. Diese neun Wochen Schweigen nicht nur von meiner Seite waren die längste Auszeit, die ich mir je von meinem Blog-Tagebuch genommen habe. Selbstverständlich wollte ich meinen ganz persönlichen lockdown(2) schon früher beenden; der Gedanke an den Blog war wie eine lästiger Mückenstich,  der von Tag zu Tag stärker juckte. Aber zugleich wurde es für mich auch schwieriger, diesen Schritt auch tatsächlich zu tun und mein Verstummen zu beenden – mich endlich zu kratzen. Ich gewöhnte mich schnell an die Stille und hatte auch das Gefühl, dass meine Stimme von niemandem wirklich vermisst wurde. Also schob ich den Tag, an dem ich hier wieder schreiben würde, immer weiter vor mir her – oft aus guten Gründen, aber immer mit durchaus schlechtem Gewissen. Mit einigen Menschen geht es mir übrigens ganz ähnlich. Je länger die schweigende Phase zwischen mir und einem alten Freund dauert, um so weniger gelingt mir, über meinen Schatten zu springen und wieder Kontakt aufzunehmen.

Mein letzter Eintrag hier stammt vom 25. Februar. Es ist in der Zwischenzeit einiges geschehen, das mir die gut zwei Monate Schweigen in meiner Erinnerung viel länger erscheinen lässt. Ich wurde noch im Februar krank (kein Covid-19, vermute ich, sondern eine ganz stinknormale, aber sehr hartnäckige und mich niederschmetternde Influenza). Gleich nach meiner Genesung wurde ich wie viele andere von meinem Brot-Arbeitgeber in die Heimarbeit an meinen PC verbannt. In diesem Heimat-Exil befinde ich mich im Großen und Ganzen noch immer. Während Frau Klammerles Leben und Alltag als „systemrelevante“ (ein neuer Euphemismus für „mies bezahlt“ und „gefährlich“) Krankenschwester im Intensivbereich zwar arbeitsreicher, aber nicht unbedingt anders wurden, hat sich sich mein Zeitempfinden dadurch auf merkwürdige Weise verändert. Im Ewiggleichen der auferzwungenen Quarantäne, in der soziale Kontakte, sieht man mal von denen zu meiner Frau ab, nur noch über Videokonferenzen stattfinden, ich manchmal den Wochentag vergesse und das Fortschreiten in der Zeit nur an dem Wachstum der Pflanzen in meinem Gärtchen und der Zahlen auf der Waage messbar ist, entwickelte sich eine neue Art Alltag, die bitter-süß ist, die viel nimmt, aber auch gibt.Vielleicht muss man sich das Paradies ähnlich vorstellen.

Ich kümmere mich viel um Frau Klammerle (4), lese dicke Bücher und schreibe viel regelmäßiger als vorher an meinen Texten. Urlaube wurden storniert, doch der kleine Garten hinter dem Haus war in dem herrlichen Wetter des Aprils beinahe ein Ersatz für die Feriendomizile in Frankreich und in der Toskana. Wir wandern und radeln statt im Gebirge in den heimatlichen Westlichen Wäldern herum und entdecken durch aus Schönes, Sehenswertes, das uns bisher verborgen blieb.  Und ich habe den Roman „Die Verliese des elfenbeinernen Palastes“, von dem es hier im Blog einige Leseproben gibt, fertiggestellt. Ich bin gerade mit Hilfe meiner fleißigen Testleser auf Fehlersuche und bei den letzten Korrekturabeiten. Dieser 2. Band meiner dystopischen „Der Weg, der in den Tag führt“-Trilogie ist mir meiner bescheidenen Meinung nach gut gelungen. Falls noch jemand hier Lust hat, das Buch (und selbstverständlich auch den 1. Band „Karukora“) als E-Book zum Testlesen oder gar zum Rezensieren gratis zu bekommen, sollte er/sie sich bitte bald bei mir melden, da ich das Buch spätestens Ende Mai in den Handel bringen möchte.

Lieber von mir mal wieder etwas voreilig herbeiphantasierter Leser, der du – wie ich hoffe -, erneut zu mir in mein Heim gefunden hast und mir zuhörst: Du siehst also, dass mir vieles wichtiger als der Blog war.  Mit ihm konnte ich nichts zum momentanen Weltgeschehen beitragen, was nicht schon hunderttausend Stimmen vor mir formuliert haben und du wirst sicherlich auch anderes zu tun gehabt haben. Auch deshalb habe ich bis heute geschwiegen, denn manchmal – auch wenn ich es nicht wahrhaben will – muss die Literatur hinter der Realität zurückstehen. Doch das soll sich nun wieder ändern.

Eine Sache bleibt mir noch übrig, die ich berichten muss. Wie ich befürchte, wird sie noch eine ganze Weile meine Gedanken und mein Leben beherrschen. Es ist das grausame Schicksal meines Vaters.

Das ist eine Fotografie von ihm irgendwann am Anfang der Sechziger Jahre. Mein alter Herr, der den 2. Weltkrieg und fünf Jahre russische Gefangenschaft überlebte und als begeisterter Bergsteiger die höchsten Gipfel der Welt erklommen hat, wurde am 13. April 93 Jahre alt. Aber eine Feier durfte nicht mehr stattfinden. Er hatte zwar ein paar Herzbeschwerden und konnte inzwischen nicht mehr gut laufen, aber er war bis vor kurzem noch recht rüstig und bei klarem Verstand gewesen. Er wohnte allein in seiner riesigen, mit Erinnerungsstücken vollgestopften Wohnung, aber ein unglücklicher Treppensturz Ende Februar zwang ihn knapp vor der Corona-Isolierung zurerst ins Krankenhaus, wo ich ihn wegen meiner Erkältung nicht besuchen konnte und dann in ein Heim, in dem übrigens auch seit über zehn Jahren meine vollkommen demente Mutter gepflegt wird, die niemanden mehr erkennt und inzwischen gefüttert werden muss. Von diesem Moment an hatten meine Geschwister und ich überhaupt keinen Kontakt mehr zu unserem Vater. Es herrscht ja in Bayern ein strenges Besuchsverbot. Da er fast vollständig taub war, konnte auch nicht mehr mit ihm telefonieren. Wir haben ihm noch Briefe geschrieben, aber ich weiß nicht, ob er sie gelesen hat. Denn sein Zustand verschlimmerte sich von Tag zu Tag, auch sein Geist verwirrte sich. Kurz nach seinem einsamen Geburtstag wurde er erneut ins Krankenhaus eingeliefert und starb nach einer meiner Meinung nach vollkommen sinnlosen Knie-OP am 20. April – alleine und ohne seine Familie wiederzusehen. Die Urnen-Beerdigung muss wegen der Quarantänebestimmungen in kleinstem Familienkreis und ohne die üblichen tröstenden Rituale stattfinden.

 


(1) Dies war der erste Eintrag: „But a dream“

(2) Man lernt in diesen – um einen alten klingonischen Fluch zu zitieren – „interessanten“ Zeiten viele neue Wörter (und Verhaltensweisen).

(3) Ich habe inzwischen 5 verschiedene Konferenzprogramme auf meinem Rechner, weil jeder meiner Kontakte ein anderes präferiert. Ab und an spiele ich mit einem Freund über die Webcams Schach. Wir trinken dabei Bier und tun so, als würden wir wie früher im Abraxas sitzen. Das funktioniert übrigens erstaunlich gut.

(4) Wir hatten gerade unseren 33. Hochzeitstag und es soll ja nicht der letzte bleiben. Siehe auch hier: 29 Jahre