Aber ein Traum …

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Montag, 11.03.19

Montag, 11.03.19

Ich will nicht in den Chor des allgemeinen Montag-Bashings einstimmen, aber dieser Morgen ist wie ein Schlag ins Gesicht.

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Allerdings besteht Hoffnung: In der letzten Woche quartierten sich in Diedorf die Storchenpärchen ein. Ein Nest ist auf dem Dach der alten Dorfkirche, das zweite direkt an einer Kreuzung der B300 auf einem Strommast. Am selben Tag begannen Arbeiter die Fangzäune für Kröten zu errichten, damit diese nicht im Paarungsrausch (die Kröten, nicht die Arbeiter) „Frogger“ auf der Landstraße spielen.

Haben nun die Störche auf die Arbeiter gewartet oder die Arbeiter auf die Frösche? Oder die Frösche auf die Störche?

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Für mich als bayerisch-rustikalen, ausufernd geschwätzigen Erzähler mit Adjektivsucht, der wie Proust nichts Kurzes schreiben kann oder will und dem jeder Satz und jede Geschichte und jeder Text ins Epische entgleiten, sogar eine Urlaubspostkarte, für mich ist Twitter ein Alptraum. Warum bilde ich mir dann trotzdem ein, dort meinen Senf im Telegrammstil beitragen zu müssen und quäle mich selbstzerstörerisch mit Stenografie ab? (twitter.com/NikolausKlammer) Apropos: Auch wenn ich es nie unterrichtete und das meiste längst vergessen habe: Ich bin übrigens bundesweit anerkannter und zertifizierter Lehrer für die Deutsche Einheitskurzschrift nach Franz Xaver Gabelsberger. Non vitae sed scholae discimus

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Dieser Tag endet, wie er begonnen hat: Grausam. Ich stand zwei Stunden auf der A8 zwischen Burgau und Zusmarshausen und anschließend auf der Umgehung im Stau und sah dem Tag zu, wie er sich langsam hinter der Nacht verbarg. Obwohl die Autobahn dreispurig ausgebaut ist, passiert das in schöner Regelmäßigkeit. Nie wird mir die sinnlose Verschwendung, an die ich meine langsam knapp werdende Lebenzeit vergeude, deutlicher als in solchen Momenten, in denen ich Zentimeter für Zentimeter vorwärts rolle, die ganze Zeit mit dem lahm werdenen Fuß auf der Kupplung stehe und in die leeren Gesichter der Autofahrer in meiner Umgebung starre. Kann man sich solche Stunden auf die Zeit im Fegefeuer anrechnen lassen? Und die gefühlten Jahre, in denen ich auf meinem Monitor auf einen Balken sah, der sich langsam von 0 auf 100 % füllte und bei 98 % einfror? Die Zeiten, in denen ich putze, die Toilette benutze, auf einen verspäteten Zug oder Bus warte, mich an einer Schlange anstellte, aufs Christkind warte?

Ich meine, ich frage ja nur …

Geschmackloses (Rewind)

In diesem Jahr hat die Gartensaison schon so früh wie noch nie begonnen. Seit mehreren Wochen bereits lacht die Sonne hier im von Gott gesegneten Schwabenländle von einem wolkenlosen, blautrunkenen Himmel. Grund genug für Frau Klammerle, allerlei Blumen und Kräutlein zu pflanzen, von mir die Kübelpflanzen ins Freie tragen zu lassen, im Frühbeet – meinem berühmten selbstkonstruierten Hochbeet – Salat zu ziehen und die Nachmittage kaffeetrinkend und auf ihrem Smartphone „Quizduell“ spielend auf der Terrasse zu verbringen. Die Forsythien und die Narzissen blühen, die Sträucher und Bäume schmücken sich mit fetten Knopen und kleinen grünen Blattspitzen. Kein Frost in Sicht. Ich musste bereits düngen und gießen und in der Nacht leuchten die Solarlämpchen – Frühsommer im März. Ob das noch lange so weiter geht?

Auch die Gartendeko wandert Stück für Stück aus den Kellerwinkeln und Vorratsschränken zu Auslüften ins Freie. Seit Mittwoch – Frau Klammerle feierte einen runden Geburtstag – thront ein neuer Frosch auf den Fliesen der Terrasse, bzw. er macht dort Joga. Damit ist ein neuer Höhepunkt  der Geschmacklosigkeit erreicht, der meinen alten Lieblingsfrosch, über den ich im letzten Jahr berichtete, um Längen schlägt. Nun, einem geschenkten und vom Schenker liebevoll selbstbemalten Frosch schaut man eben nicht ins Maul. Aber ich glaube fast, dass Sohn Nr. 2 auch wegen solcher Deko-Artikel bei uns ausgezogen ist. Hat also durchaus auch etwas Gutes…

Ein neuer Frosch ist in der Stadt.

Ein neuer Frosch ist in der Stadt.

Und hier noch der Originalblogartikel vom 14. Mai 2013, jenem Jahr, in dem es einfach nicht Sommer werden wollte:

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Nachdem ich seit über einem Jahrzehnt glücklicher Reihenhausbesitzer im ländlichen Weichbild der Stadt bin, nenne ich auch einen Garten mein Eigen. Er hat in etwa die Größe einer Picknickdecke; bietet immerhin Platz für eine Südterrasse, einen Werkzeugschuppen, einen Kirschbaum, Obststräucher, Blumenbeete, ein Kräuterbeet, Kompost und sogar ein Hochbeet, in dem ich gerade Salat, Kohlraben (ist das die richtige Mehrzahl?) und Radieschen züchte. Selbstverständlich alles in der Bonsaiausführung – gut, dass  meine Familie und ich eher unterdurchschnittlich groß sind. Die Rasenfläche ist so ausladend, dass ich schon an die Anschaffung eines Aufsitzmähers gedacht habe ;).

Mit der Zeit sammelte sich ein gerüttelt Maß an Deko-Artikeln an, die sich im sehr überschaubaren Areal verteilen; das Gärtchen an manchen Stellen okkupieren. Als da sind: Figuren aus Ton (Kugeln, Pilze, Mäuse, Katzen, Raben, eine Schildkröte, eine große Schnecke), mit der CNC-Fräse gesägte und stark verrostete Metalltiere, andere blecherne Gestalten in allen Größen, auf Stangen, am Boden sitzend, an der Mauer hängend. Dazu kommen noch Solar- und Windlichter, Laternen, Vogelhäuschen, Blumenampeln und -kästen usw, usf, etc.

Manches haben die Kinder (Muttertagsgeschenke) gebastelt, einiges wurde geschenkt (z. B. ein Solarkolibri mit einer Regenbogen-LED, inzwischen ‚leider‘ kaputt ist und im Keller verstaubt), vieles tatsächlich bei Gärtnern oder Gartenausstellungen gekauft. Frau Klammerle beginnt jedes Frühjahr damit, bei den Dekosachen auszumisten – manche rutschen ihr zufällig aus der Hand. Da aber der Nachschub ständig fließt, scheitert sie regelmäßig.

 Warum ich das alles erzähle? Nun, nachdem der Kolibri nicht mehr existiert, stelle ich heute den peinlichsten Gegenstand in meinem Gärtchen in die ‚Öffentlichkeit‘ meines Blogs: Mein von mir selbst in einem Augenblick geistiger Umnachtung erworbener, fast 30 cm hoher Frosch, der im Lotussitz prominent auf einem Mäuerchen vor dem Staudenbeet hockt und verzückt in den Kirschbaum starrt. Immerhin ist er kein Gartenzwerg oder – hochmodisch – gar ein goldfarbener Buddah. Allerdings – ich weiß es selbst – er kommt dem Gautama unter seiner Pappelfeige ziemlich nah.

Mein Prachtstück!

Mein Prachtstück!

Geschmackloses

Nachdem ich seit über einem Jahrzehnt glücklicher Reihenhausbesitzer im ländlichen Weichbild der Stadt bin, nenne ich auch einen Garten mein Eigen. Er hat in etwa die Größe einer Picknickdecke; bietet immerhin Platz für eine Südterrasse, einen Werkzeugschuppen, einen Kirschbaum, Obststräucher, Blumenbeete, ein Kräuterbeet, Kompost und sogar ein Hochbeet, in dem ich gerade Salat, Kohlraben (ist das die richtige Mehrzahl?) und Radieschen züchte. Selbstverständlich alles in der Bonsaiausführung – gut, dass  meine Familie und ich eher unterdurchschnittlich groß sind. Die Rasenfläche ist so ausladend, dass ich schon an die Anschaffung eines Aufsitzmähers gedacht habe ;).

Mit der Zeit sammelte sich ein gerüttelt Maß an Deko-Artikeln an, die sich im sehr überschaubaren Areal verteilen; das Gärtchen an manchen Stellen okkupieren. Als da sind: Figuren aus Ton (Kugeln, Pilze, Mäuse, Katzen, Raben, eine Schildkröte, eine große Schnecke), mit der CNC-Fräse gesägte und stark verrostete Metalltiere, andere blecherne Gestalten in allen Größen, auf Stangen, am Boden sitzend, an der Mauer hängend. Dazu kommen noch Solar- und Windlichter, Laternen, Vogelhäuschen, Blumenampeln und -kästen usw, usf, etc.

Manches haben die Kinder (Muttertagsgeschenke) gebastelt, einiges wurde geschenkt (z. B. ein Solarkolibri mit einer Regenbogen-LED, inzwischen ‚leider‘ kaputt ist und im Keller verstaubt), vieles tatsächlich bei Gärtnern oder Gartenausstellungen gekauft. Frau Klammerle beginnt jedes Frühjahr damit, bei den Dekosachen auszumisten – manche rutschen ihr zufällig aus der Hand. Da aber der Nachschub ständig fließt, scheitert sie regelmäßig.

 Warum ich das alles erzähle? Nun, nachdem der Kolibri nicht mehr existiert, stelle ich heute den peinlichsten Gegenstand in meinem Gärtchen in die ‚Öffentlichkeit‘ meines Blogs: Mein von mir selbst in einem Augenblick geistiger Umnachtung erworbener, fast 30 cm hoher Frosch, der im Lotussitz prominent auf einem Mäuerchen vor dem Staudenbeet hockt und verzückt in den Kirschbaum starrt. Immerhin ist er kein Gartenzwerg oder – hochmodisch – gar ein goldfarbener Buddah. Allerdings – ich weiß es selbst – er kommt dem Gautama unter seiner Pappelfeige ziemlich nah.

Mein Prachtstück!

Mein Prachtstück!

 Aufruf!

Lieber Leser und Follower von Aber ein Traum…! Sende mir doch bitte ein Bild von Deinem peinlichsten Dekogegenstand, damit ich ihn hier in einer Galerie zeigen kann.

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