Aber ein Traum …

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Archiv für das Schlagwort “Daniel”

Der dritte Winter

I.

Der kalte Ostwind hat hier

längst den Bäumen die Blätter entrissen.

In mir drängt das geheime Wissen.

Ich habe es über Wegen und Bächen errochen.

Ich fühle es regen. Ich habe es erbrochen.

 

II.

Wenn dann der Schnee fällt.

Leichentücher die Ebenen decken.

Dann gibt es nichts, das mich hält.

Dann werde ich meine Glieder recken.

Wenn die Stürme toben. Frost in die Häuser schleicht.

Dann habe ich mich erhoben. Dann ist es erreicht.

 

III.

Zittre, du verstaubte, du alte Welt.

Fürchte mich, wenn ich mich erhebe.

Lange habe ich mich totgestellt.

Erkenne nun, dass ich noch lange lebe.

Asche bleibt dort, wo ich geh‘.

Mein Blick tötet lächelnd Völkerscharen.

Und dort, wo ich länger steh‘:

Ist kein Leben mehr in tausend Jahren.

 

Gedicht IX, Daniel-Zyklus 1992

Winter3

Bekanntschaften

Ihr alle meint es gut mit mir.

Alle.

Ihr alle versteht mich.

Alle.

Ihr alle wollt nur mein Bestes.

Alle. Ihr alle.

Ihr wisst es.

Ihr drängt es mir auf.

Ich meine es nicht gut mit mir.

Ich verstehe mich nicht.

Ich will nicht mein Bestes.

Wie könnt es dann ihr?

Gedicht I, Daniel-Zyklus 1992

Ich Esel

Lust am Untergang – Ein Gedicht und wie es entstand

klack tüüüü aufgelegt wo war ich stehen geblieben ich liebe euch kommt immer gut an darauf stehen sie da verzeihen sie viel ach ja angenommen es ist nur eine bestimmte anzahl seelen vorhanden und ein leben schlüpft in die materie wie eine frau in einen seidenstrumpf und benützt sie bis sie eine laufmasche hat dann sucht sie sich einen neuen unverbrauchten wenn es also körper immer in gleicher anzahl leben gäbe je mehr menschen hieße dass doch weniger um so weniger pflanzen und tiere gibt es existieren dem augenschein stimmt das jeden tag stirbt eine rasse aus wie viele sieben milliarden

Und wie viele Ratten gibt es?

in zukunft also menschen und ratten und natürlich tauben fressen mutierte monstertauben die ratten und menschen fressen alles frisst sich gegenseitig toll ein gedanke für ein gedicht

das muss ich aufschreiben

28.11., gegen drei Uhr nachmittags.

Lust am Untergang (Version 1)

Necropolisbenn
Sie fressen einander,
zerfleischen sich.

Abfall ist,
Dunkel ist,
Dreck und Tiefe.

Saugende Strahlen in fleckigem Neon.
Dort.
Wo sie einander lauern und jagen.

Gehirne schmieren rostige Schienen.
Über Pornohefte jagen flinke Schatten.
Sie graben ihre Zähne in faulige Leichen.

Kratzen gefiederte Geräusche,
schmatzen und würgen Gekröse hervor.
Sie fressen einander, zerfleischen sich.

Schreie hallen,
klirrendes Glas.
Ratten. Tauben. Und Menschen.

aber es ist tatsächlich so heutzutage kann man gar nicht mehr schockieren zum ekel reizen ja schockieren nein das muss noch besser werden das mach ich nochmal besser lust am untergang

Punkt.

Untergang2

Lust am Untergang

Mir träumte, der Krieg hätte begonnen,

gerade in der Zeit, in der wir schliefen.

Mir träumte, es platzten tausend Sonnen,

gerade in der Zeit, in der wir schliefen.

Ich sah viel Blut geronnen

von den Wänden niedertriefen.

Ich sah voller Gier und Wonnen,

wir wir um Hilfe riefen,

um Hilfe warben,

und ohne Hilfe starben.

Voller Freude erwachte ich.

Gedicht VII, Daniel-Zyklus 1992

lyrik

Lebwohl

Ich wollte einmal nur
Frei sein den Wind schmecken
Der Leben du hast mich
Verheißt in ein Gefängnis

Dessen Stäbe enger wurden
Näherrückten mich erdrückten
Tag für Tag Tag um Tag
Ich wollte ich bin

Aber glaube mir gegangen
Mein Herz meinen Weg
Es blieb weiterhin
Bei dir von dir in dir

Gedicht III, Daniel-Zyklus 1992

Gedicht2

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