Aber ein Traum …

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Ist sie unsterblich?

Das sind Fotos von Verena Salva, der meine Leser in meinen geheimnisvollen Geltsamer-Romanen begegnen können. Zwischen den beiden Aufnahmen der jungen Dame liegen über 80 Jahre (!). Merkwürdig … wie kann es sein, dass diese Frau schon 100 Jahre alt ist? Hat sie im Amazonasdschungel die Quelle der ewigen Jugend gefunden, nach der Konquistador Juan Ponce de León vergeblich forschte?

Verena Salva hat übrigens auch einen Blog, in dem sie Fotos, Interviews und Gedichte veröffentlicht. Vielleicht gibt sie ja dort die Antwort preis:

rosmarinkatze.wordpress.com

Oder du liest einfach meine spannenden 3 Romane

Dr. Geltsamers erinnerte Memoiren

Band 1: Die Frau, die der Dschungel verschluckte
Band 2: Die Hyänen von Berlin
Band 3: Das Gulag des Dmitri Alexandrowitsch Krakow,

die du preiswert in jeder gutsortierten Buchhandlung und selbstverständlich auch in den Internetbookstores in der gebundenen Ausgabe oder als E-Book erwerben kannst.

Band 4: In den Bücherkellern des Vatikans

ist bereits in Arbeit.

Ein paar Anmerkungen zu meinem Blog „Aber ein Traum“

Wer wagt, durch das Reich der Träume zu schreiten,
gelangt zur Wahrheit.

E.T.A. Hoffmann

Vor bald acht Jahren begann mit den folgenden, hier ein wenig erweiterten Artikeln mein persönlicher Traum von einem Blog, mit dem ich mich als Autor einer Öffentlichkeit präsentieren, neue Menschen kennenlernen, alte Bekannte wiedertreffen, Kontakte pflegen und Gespräche führen wollte, nachdem ich 20 Jahre lang geschwiegen und nur für meine Familie gelebt hatte. Ich hatte sogar die verschämte Hoffnung, meine intellektuelle Vereinsamung beenden zu können … Nun, aus diesem Traum bin ich dann doch bald erwacht. Nach all der Zeit fasse muss ich nun nüchtern zusammen: Fast niemand verirrt meinen Blog, meine Literatur oder meine Glossen. Der Blog dient mir inzwischen als Textarchiv in der ‚Cloud‘ und als Anreiz, meine Texte in eine endgültige Form zu schleifen, um sie dann für mich persönlich in ansprechender Form binden zu lassen.

Trotzdem kann ich mir selbst auf die Schultern klopfen: In der Zeit habe ich über 1000 Einträge erstellt, jede Woche, manchmal sogar jeden Tag, etwas Neues geschrieben und veröffentlicht. Dabei sind hunderte von Seiten aus meinen Romanen, viele Erzählungen, Lyrik, Kurzgeschichten, „Freitagsaufreger“, „Wochenlesen“ über Bücher und Autoren, Theaterstücke und ein umfangreiches Essay über Minnedichtung, Artikel über das Leben in meinem Dorf, Glossen und Momentaufnahmen, Gedankensplitter, Wanderberichte und sogar 3 Kochrezepte. Zum Zwecke der Illustration habe ich etwa 800 eigene Fotos eingebunden. Ich werde mir später eine Flasche französischen Sprudel von der Witwe Clicquot entkorken und mit mir selbst anstoßen.

Und weitermachen …

All that we see or seem
Is but a dream within a dream.

E. A. Poe

Gut, but mit aber zu übertragen mag ein wenig eigenwillig sein – „Edgar a Poet“ hätte es mir wohl verziehen, zumal seine Deutschkenntnisse nur gering waren. Allerdings gefiel mir aber deutlich besser als das gebräuchliche nurAber ist viel trotziger, aufsässiger, durch den langen Vokal am Anfang dominanter und hier ist es nicht als Konjunktion, sondern als Adverb gebraucht (im Sinne von wieder, abermals).

Aber ein Traum … Damit ist das Thema meines Romanes gesetzt und auch auf eine Quelle der Inspiration hingewiesen, und so beginnt das zweite Kapitel auch mit dem Erwachen aus einem Traum, der jedoch erst später erzählt wird:

„Am ersten Montag seines Sommerurlaubs erwachte Jonas Zacharias Habakuk mit bohrenden Rückenschmerzen, die wie ein Messer zwischen seinen Lendenwirbeln steckten.

Das war ihm überraschend, da der sportliche Mittvierziger nur selten Probleme mit seiner Wirbelsäule hatte und sich auch nicht erinnern konnte, am Wochenende schwer gehoben oder unbequem gesessen zu haben. Er lag daher selbstmitleidig und mehr erstaunt als ängstlich auf dem Rücken und versuchte, ihn so wenig wie möglich zu belasten. Ihm wurde bewusst, dass er bereits aus einem nicht erinnerten Traum heraus jede plötzliche Bewegung vermied, es nicht einmal wagte, seinen Kopf in Richtung Nachttischlampe und Uhr zu wenden.

Es dämmerte, wie er an dem verwaschen grauen, zum Fenster hin heller werdenden Lichtfleck an der Decke erkennen konnte und mochte gegen fünf Uhr am Morgen sein, noch viel zu früh, um an seinem verpflichtungslosen Urlaubstag Ende Juni aufzustehen.“

Ich will ehrlich sein: Erzählte Träume langweilen mich. In Romanen überblättere ich sie grundsätzlich, denn sie haben eigentlich nie etwas mit der Handlung zu tun, sie sind ein retardierender und, wie ich finde, fader Moment des Zeilenschindens. Man lernt auch die Figur des Träumenden nicht näher kennen, denn Träume sind in der Tat Schäume, sie bedeuten mir – Freud zum Trotz – buchstäblich Nichts.

Nicht nur im Buch, auch im Alltäglichen habe ich einen Horror vor Traumgeschichten. Jemand erzählt mir zu meinem Leidwesen den seinen brühwarm am Frühstückstisch, den, den er beim Erwachen träumte und den er beim Erwachen eigentlich schon wieder fast vergessen hat – meistens liegt ihm nur noch ein Geschmack auf dem Mund – und während er berichtet, geschieht etwas Seltsames: Sein Geist/Verstand/Über-Ich/Was-weiß-Ich greift ordnend ein und gibt dem Traum Folgerichtigkeit, innere Logik, einen Handlungsablauf, der nie existerte – der Traum wird zum Gleichnis, zur Allegorie. Der tatsächliche Traum war nur eine Melange von wirren und surrealen Bildern, Eindrücken, Satzfetzen und Bewegungen, alle ohne Handlung, Logik oder gar Stringenz.

Das ist wie mit den Wolkentieren, den Badezimmerfliesengestalten oder dem Jesusabbild auf dem angebrannten Tost: Eigentlich ist dort nichts zu sehen, die Gegenstände sind zufällig so, sie nehmen keinen Kontakt mit mir auf. Aber verzweifelt schafft mein Verstand Verbindungen (er ist dazu gezwungen) und es gelingt ihm, die Gegenstände zu beleben, etwas zu erkennen, was nicht da ist. Wenn er sein Bild dann gefunden hat, vergisst es es erleichtert nie mehr: Das Mondgesicht ist geboren. Bei Träumen ist das ganz ähnlich: Das Gehirn schmeißt während meines Schlafs wie ein Messie alle möglichen Abfälle des Tages wüst in einen Raum und wühlt sie durcheinander. Wenn ich aufwache, beginne ich aufzuräumen. Ich konstruiere mir meinen Traum – und oft ist er für mich wundervoll. Es gibt Traumbilder, die man nie vergisst. Aber warum muss ich sie unbedingt anderen erzählen? Was bedeuten denn jemandem meine Träume?

Ich kann verstehen, wenn man voll des Erlebten ist und durch Erzählen festhalten will, was in Wahrheit längst verloren, aber ich bin dann der schlechteste Zuhörer der Welt. Bin ich der einzige, dem es so geht?

Do I contradict myself? Very well, then I contradict myself,
I am large, I contain multitudes.“

Walt Whitman

Um noch einmal auf den Titel dieser Blogseiten und meines Romanes zurückzukommen, so ist der Widerspruch nur ein scheinbarer:

In Aber ein Traum … geht es nicht um die Träume einer unruhigen Nacht, auch wenn dort tatsächlich welche erzählt werden. Hier ist das Leben ein Traum, verstanden wie bei dem chinesischen Philosophen Zhuangzi, der sich zu der existenziellen Frage gezwungen sieht, ob er ein Mensch ist, der träumt, ein Schmetterling zu sein oder ein Schmetterling, der sich in einen Menschen träumt. Die Welten, in denen sich meine Figuren bewegen, in die Waldescher, Binderseil und die anderen wechseln, sind im eigentlichen Sinne Anderswelten, wie sie in den klassischen irischen Sagen auftauchen, auch wenn das nie so deutlich ausgesprochen wird. Es sind Welten mit einer eigenen Physik, ihren eigenen Gesetzen und ihrer eigenen Zeit – weitere Bläschen im Schaum des Universums.

Ob sie ebensoviel Existenz besitzen, wie die sogenannte Realität und ob sie nicht neben ihr, sondern zwischen ihr Platz gefunden haben: Das ist mein Thema von Aber ein Traum …

Schlussbemerkung:

Am Anfang kommt die Handschrift – das Aufsetzen.

Das hat zwei Gründe:

Zum einen zwingt mich die Arbeit mit dem Bleistift zu Langsamkeit, zur Nachdenklichkeit. Es ist wie mit dem Wandern und dem Autofahren: Wenn ich gemächlich mit dem Bleistift in der Hand über die Zeilen schlendere, jeden Buchstaben ausmale, dann kommt meine Seele mit mir am Ziel – dem Ende des Absatzes – an. Ich komme meinen eigenen Gedanken hinterher und habe die Zeit, mich in die Stimmung meines Textes zu finden. Denn diese Stimmung ist zu Anfang wichtiger als lupenrein ausformulierte Sätze. Wenn ich dagegen einen Text tippe, bin ich meistens mit den Gedanken bei den technischen Spielereien (Blocksatz, Schriftart, Tippfehler usw.) oder in der Vorstellung bereits 2 Absätze weiter.

Nachteil des Handschriftlichen ist, dass ich manchmal schon nach ein paar Stunden meine eigene Klaue nicht mehr entziffern kann; das passiert vor allem bei zwischen die Zeilen geschmierten Einschüben, die mir im Augenblick des Aufschreibens unglaublich wichtig waren! Ich schreibe handschriftlich meist nur in der Öffentlichkeit, also in einem Café oder einem Park. Ich glaube, Simone de Beauvoir hat einmal gesagt: „Der Schreibende ist der einsamste Mensch der Welt.“ Und wie eine Antwort liest sich eine Bemerkung Tschaikowskys an Nadeshada von Maeck:

„Wenn du in dir selbst keine Freude finden kannst, so blicke um dich. Geh ins Volk! Schau, wie es sich dem Vergnügen, der ungehemmten Freude hingibt.“

Im Café fühle ich mich zwar noch immer einsam, aber ich bin nicht mehr allein.

Ich hasse es übrigens, Briefe zu schreiben…

Handschrift

Die drei beliebtesten Blogbeiträge

2017 ist nun doch vorbei und es war im Privaten und im Rückblick betrachtet weder mein bestes noch mein schlechtestes Jahr. Ich habe zum ersten Mal in meinem Autorenleben einige von meinen Büchern als sog. Selfpublisher veröffentlicht, von denen sich zumindest die Bände der Geltsamer-Reihe ab und an verkaufen lassen (in der nächsten Woche beginne ich übrigens mit dem Vorabdruck des 3. Bands: „Das Gulag des Dmitri Alexandrowitsch Krakow“) und habe von den Lesern auch einige ordentliche Kritiken bekommen.

So sieht die Kritik-Sterne-Ausbeute momentan bei Amazon aus.

Dieser Blog hier hatte mit 2200 Besuchern etwa 15 % weniger Zugriffe als im letzten Jahr, insgesamt waren es seit dem Mai 2013, dem Gründungstag des Blogs, 13.500 Aufrufe. Mir folgen hier 123 Blogger – von 99 % dieser Follower höre ich allerdings nie etwas. Insgesamt kann man nicht behaupten, dass der Blog erfolgreich sei, aber das ist ja auch nicht der Grund, aus dem ich ihn führe. Nebenbei: Ich gestalte noch einen 2. Blog, nämlich rosmarinkatze.wordpress.com, der zum Gesamtkonzept der Geltsamer-Romane gehört und vorgeblich von einer der Hauptpersonen dieser „Trilogie in 5 Bänden“ geführt wird; dieser Blog hatte seit seiner Gründung im Mai 2017 insgesamt 160 Aufrufe, aber über 600 (!) Spamkommentare; also ungefähr 3 pro Tag. Wenn das kein Erfolg ist! Ich vermute, diese Spam-Schwemme in Monty-Python’schem Ausmaß liegt wahrscheinlich darin begründet, dass ich dort vorgebe, die blonde und etwas naive Dichterin Verena Salva zu sein und die vorwiegende Farbe des Blogs rosa ist.

Die im Jahr 2017 am häufigsten aufgerufenen Texte auf meinem Blog sind:

1. Der Fremde – Kurzgeschichte https://klammerle.wordpress.com/2013/07/01/der-fremde-kurzgeschichte/

2. Rache – Kurzgeschichte https://klammerle.wordpress.com/2013/11/04/rache-kurzgeschichte/

3. Minnedichtung – Essay https://klammerle.wordpress.com/2013/07/04/minnedichtung-ein-essay-i/

danach folgt nur leicht abgeschlagen:

4. Der Oktopus – Ein Capriccio https://klammerle.wordpress.com/2013/06/05/der-oktopus-ein-capriccio-a-la-heun/

Warum es ausgerechnet diese Texte sind, die hier die Rangliste anführen, weiß ich nicht. Meine persönliche Bestenliste sähe vollkommen anders aus. Interessant ist, dass alle diese Texte aus dem Jahr 2013 sind – warum auch immer …

Nun, vielleicht findet an diesem milchweißen Neujahrstag ja jemand die Ruhe, diese Geschichten zu lesen (sie sind alle nicht sehr lang) und mir zu erklären, was sie so herausragend macht.

Bis bald auf diesem Blog,

Euer Nikolaus

Schluss und Ende (für die nächste Zeit)

 

Zuerst möchte ich hier auf meinen Seiten die Blogger und Literaten begrüßen, die in den letzten Wochen neu dazugekommen sind und meine „Follower“-Zahl auf die für mich kaum glaubliche Zahl von über 100 gesteigert haben. Ich heiße euch willkommen und freue mich auf eure Anregungen, Kommentare und Texte.

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Leider muss ich euch (und auch den anderen Besuchern von „Aber ein Traum„) mitteilen, dass der Blog wie in jedem Jahr in den Monaten August und September ruhen wird. Ich werde die Zeit für eine Ruhepause nutzen, in der ich ohne Smartphone und I-Net, WLAN, Facebook und WhatsApp mit Frau Klammerle bergwandern (zuerst im Karwendelgebirge rund um den Achensee, dann im Ratschinger Tal in Südtirol) und intensiv an meiner Literatur arbeiten werde. Mein Roman „Der Weg, der in den Tag führt“ soll bis zum Herbst fertig werden.

Auf diesen Seiten haben sich über die Jahre über 500 Beiträge jeglicher literarischer Coleur angesammelt, die nur darauf warten, gelesen zu werden. Auf der TEXTE/KONTAKT-Seite können gratis im Ebook-Format Erzählungen und ganze Romane heruntergeladen werden. Falls sich jemand also ernsthaft für meine Literatur interessiert, wird ihm bestimmt nicht langweilig werden, bis ich von den hoffentlich sonnigen Alpengipfeln wieder zurückgekehrt bin und hier im Herbst frisch gestärkt und voller neuer Eindrücke und Ideen weitermache. Es gibt noch so vieles, das ich zu erzählen habe.

Wer nicht so lange warten möchte: Ich habe übrigens meinen Roman „Dr. Geltsamers erinnerte Memoiren“ drucken lassen und man kann ihn über meine Kontakt-Adresse (klammer(at)email.de) für lächerliche 6 € direkt bei mir bestellen.

geltsamer-buch

Ich wünsche euch allen eine schöne Zeit.

Bis bald,

Euer Nikolaus Klammer

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