Aber ein Traum …

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Der fürchterliche Monat

Der fürchterliche Monat.

Einer der bedauerlichsten Irrtümer der Evolution ist der, dass sie den Menschen nicht wie den Bären, die Maus, den Igel oder das Murmeltier oder auch den Siebenschläfer zum Winterschlaf geführt hat. Man sollte sich diese Tiere als glücklich vorstellen. Der Mensch jedoch muss unverdrossen auch in der kalten Jahreszeit wirken, weben und handeln, leben, lieben, leiden und – frieren. Wie angenehm wäre es, für drei oder vier Monate all die Arbeit, den Ärger, die Politik und die Mitmenschen zu vergessen, sich Anfang November in sein Schlafzimmer zurückzuziehen, noch ein wenig im Zauberberg zu blättern (da macht es nichts, wenn man im Frühjahr nicht mehr weiß, was man gelesen hat), dann gelangweilt und sattsam müde das Nachttischlicht löschen, sich in dicke Federkissen einrollen und bis in den März hinein zu schlafen, um gestärkt und ein paar Pfunde leicher gemeinsam mit der Natur wieder zu erwachen.

Gut, ein paar Dinge wären anders, aber wahrscheinlich besser: Man müsste Weihnachen im Sommer feiern, auch alle Geburtstage würden in die schöne Jahreszeit fallen. Auf der anderen Seite gäbe es das unselige Skifahren nicht und keine Langlaufloipen. Die Berge würden nicht von den Dinosaurierskeletten der Lifte und Bahnen verschandelt und durch die Beanspruchung verkarsten, es gäbe keine Glatteisunfälle und Rentnerinvasionen auf Mallorca, man müsste keinen Schnee schippen, sein Auto nicht enteisen und Heizöl und Benzin würde noch ein paar Jahrhunderte länger reichen. Kein Bauer könnte mehr seine Gülle schon im Februar auf die Felder kippen und – welche Erleichterung – den rheinischen Karneval würden ebenfalls alle verschlafen (Statt „Kölle alaaf“ hieße es „Kölle schlaf“). Vielleicht gäbe es auch weniger Kriege, weil die Leute lieber schlafen als kämpfen. Die Verbrechensrate wäre bestimmt geringer; man bräuchte für edle Pelzmäntel keine Tiere schlachten und würde insgesamt länger leben, da uns unser Energiehaushalt zu einem langsameren, ruhigeren Leben zwingen würde.

Man stelle sich nur die heiteren Familienfeste Ende Oktober vor, bei denen man sich von einander verabschiedet und sich gemeinsam seinen Winterspeck anfuttert, um die anschließenden Fastenmonate zu überstehen, die man schlafend und angenehm in seine Pfühle gekuschelt verbringt. Das türkische Zuckerfest wäre dagegen eine Diätveranstaltung. Apropos Diät: Die Winterruhe wäre ein wirklich funktionierendes ‚Abnehmen im Schlaf‘ für jedermann und alle Frauen kämen ohne irgendwelche ‚leckere‘ Diät-Drinks und die Weight-Watchers im Frühjahr mit ihrer Bikinifigur aus dem Schlafzimmer!

Aber es soll leider nicht so sein … Die Tretmühle läuft ohne Pause weiter.

Und der schlimmste dieser Wintermonate ist der Januar, an dem eigentlich nichts zweigesichtiges ist, da er einem tagein, tagaus seine hässliche Fratze entgegenstreckt. Der Januar ist ein Monstrum, ein Unhold. Dass das neue Jahr ausgerechnet mit diesem toten, amorphen und grauen, dabei endlosen Monat beginnen muss, ist mir ein Rätsel. Januar ist kein Neubeginn. Er ist noch vollkommener Winter, kalt, düster, seine Wetterkapriolen grausam und davon, dass die Tage wieder länger werden, merkt man auch noch nichts. Der Januar kennt kaum Feiertage und keine Lichtblicke, man leidet unter Vitamin-D-Mangel und depressiven Schüben. Er bringt die ersten bedeutenden Schneemengen und viele zusätzliche Arbeiten und Gefahren. Bewegungslos und gleichförmig reihen sich seine kurzen Tage aneinander und die bitteren Nächte werden nicht einmal vom Lichterschmuck wie im Dezember erhellt. Es gibt auch plötzlich keine Glühweinstände und Weihnachtsmärkte mehr, obwohl sie gerade jetzt viel notwendiger sind als während des Advents, in dem normalerweise vorweihnachtliches Tauwetter und frühlingshafte Temperaturen vorherrschen.

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Warum ist ausgerechnet der Januar einer dieser Monate mit 31 Tagen? Nicht einmal die gnädige Kürze des Februars will man uns gönnen. Warum nimmt man nicht wenigstens den letzten Tag und hängt ihn meinetwegen an den Juni? Ein 31. Juni hätte immer schönes, warmes Sommerwetter, aber ein 31. Januar – wer braucht denn den? Gleiches gilt übrigens für den diesjährigen Schalttag Ende Februar, auch dieser ist völlig verschwendet an den Winter und sollte z. B. in den goldenen September verschoben werden. So könnte man durch eine einfache Kalenderänderung dem Jahr zwei weitere schöne Tage hinzufügen. Vielleicht sollte man den Januar gleich zwischen Juli und August legen! Das ist es: Dann hätten wir einen Monat mehr Sommer. Warum ist darauf eigentlich noch niemand gekommen? Vielleicht sollte ich mit dieser genial einfachen, aber sinnvollen Forderung einmal zu meinem Bundestagsabgeordneten gehen …

Aber wie immer hört ja keiner auf mich! Nein, der erste Monat des Jahres hat nichts, was mir symphatisch ist, außer an unverdienter Länge hat er von allem zu wenig. Er ist abweisend wie ein verbitterter alter und ungewaschener Mann. Und alle 12 Monate, wenn ich ihn fast schon wieder vergessen habe, tritt er erneut in mein Leben, hockt sich ausdauernd  auf meine Seele und belästigt mich. Ja, wie  gerne würde ich zumindest den Januar verschlafen! Ich habe es versucht, war letzte Woche fest entschlossen, erst wieder aufzustehen, wenn Anfang Februar mein Geburtstag ansteht. Frau Klammerle und auch mein Arbeitgeber waren von der zwingenden Notwendigkeit, diesen Monat einfach auszulassen, nicht zu überzeugen. Nur deshalb gibt es heute einen Blogeintrag. Eigentlich wollte ich noch im Bett sein.

Wenn Ihr also von heute an nichts von mir hört: Weckt mich nicht.

Enden will ich allerdings mit den Zeilen meines engen Freundes und Leidensgefährten Walther Vogelweide, der missmutig und übellaunig schon vor einigen Jahren dichtete:

„Möchte ich verslâfen des winters zît ! 
wache ich die wîle, sô hân ich sîn nît, 
daz sîn gewalt ist sô breit und sô wît. 

Diesen und andere Texte findet ihr in meinem Buch „Noch einmal davon gekommen“, das als Softcover oder als Ebook überall im Buchhandel erhältlich ist.

Donnerstag, 02.01.20 – klein und kurz

Donnerstag, 02.01.20

Ja. Freilich weiß ich es und ich habe das Unglück auch kommen sehen. Jedesmal nach Weihnachten tappe ich in die gleiche Falle und prokrastiniere in den wertvollen Tagen zwischen den Jahren, anstatt mich ernsthaft an meine literarische Arbeit zu machen oder etwas Sinnvolles wie den Haushalt oder die Steuer. Während Frau Klammerle ihrerseits bienenfleißig morgens um Fünf Uhr oder abends um Neun in ihre nervenaufreibende Arbeit rennt und sich aufopfernd um unseren Lebensunterhalt kümmert, liege ich stattdessen stundenlang faul auf der Couch, stopfe Lebensmittel und Süßigkeiten in mich hinein, trinke zuviel Bier und glotze Netflix-Serien oder daddle RPG’s am PC. Ab und an schlage ich sogar mal ein Buch auf, über dem ich dann jedoch regelmäßig einschlafe. Schon das morgendliche Aufstehen fällt schwer, Zähneputzen, Waschen und Anziehen noch mehr. Wenn Amy, die Katze, nicht lautstark meutern würde, weil sie gefüttert werden will, würde ich die Kaffeemaschine aufs Nachtkästchen stellen und bliebe dann wahrscheinlich zwischen dem 27. Dezember und dem 06. Januar komplett im Bett. Geschrieben habe ich kaum ein Wort, meine Romanprojekte liegen momentan auf Eis. Meister Siebenhard, der Geltsamer und Co. müssen eben warten. Sie maulen zwar, aber so ist das Leben mit einem faulen Autor eben; da müssen sie durch.

Nun, es gibt wahrscheinlich schlechtere Methoden, zu überwintern und es ist ja möglich, dass Balzac mit seiner Meinung recht hatte, dass man alt wird, wenn man sich nicht viel oder besser überhaupt nicht bewegt (siehe: Bäume und Schildkröten). Aber ich ärgere mich trotzdem über mich – alle Jahre wieder. Die „staade Zeit“ ist eigentlich viel zu kostbar und eine echte Gelegenheit, um ein wenig Ruhe und zu sich selbst zu finden, nachdem der hektische Advent vorüber ist, aber ich verschwende diese geschenkte Pause unter Wert und nun ist sie auch gleich wieder vorbei. Was zurückbleibt, ist statt Erholung körperliche Erschöpfung und Blähungen, statt Anregungen Dumpfheit und larmoyante Lethargie und statt Bewegung ein paar lästige Kilos mehr auf den Hüften, die ich in den nächsten Wochen wieder mühsam herunterhungern muss.

Aber diese Phase ist jetzt glücklicherweise vorbei und es soll vielleicht kein neues Kapitel, aber zumindest ein anderer Abschnitt kommen, in dem ich mich selbst wie Münchhausen an meinem Zopf aus dem Sumpf, in dem ich es mir bequem gemacht habe, ziehe. Ich habe deshalb mit einer ganz leichten Arbeit angefangen, die mir Spaß macht. Ich bastle gerade an einem Kurzgeschichtenband, den ich noch im Januar auf die übliche Weise veröffentlichen will.

Liebe geduldige Leserin, die ich mir immer einbilde, wenn ich hier auf meiner einsamen, von allen Schifffahrtsrouten weit entfernten Bloginsel an meinen Flaschenpost-Botschaften arbeite, meine liebe, hochgeschätzte und einzige Leserin! Hier folgt der Beweis, dass ich tatsächlich ein wenig für dich gearbeitet habe:

Das ist mein Entwurf für das Cover meines neuen Buchs. Ich bin durchaus zufrieden. Über Kritik oder Lob würde ich mich aber freuen.

Man sieht also, ich habe durchaus etwas getan und vergleicht man obigen Entwurf mit meinen ersten ungelenken und missglückten buchgestalterischen Gehversuchen, kann man doch erkennen, dass ich ein wenig dazugelernt habe. Die Textseiten – das ganze Buch enthält 24 Kurzgeschichten und wird ungefähr 230 Seiten dick – werden im gediegenen Baskerville-Font gesetzt sein und in etwa so aussehen:

Der Beginn der Titel-Geschichte.

Also, ich bin wieder da und fleißig. Grüße von meinem Eiland im Internetmeer. Wir lesen uns!

 

 

 

 

Manche Tage haben eine Farbe – Neujahrsgedanken

Manche Tage haben eine Farbe.

Wie kann es sein, dass sich ein ganzes Leben in einem kurzen Moment verdichtet, ganz wie das Spektrum der Lichtstrahlen im Brennpunkt einer Linse? Wie ein ruhiger, breiter Strom fließt es manchmal dahin, behäbig und ausgeglichen. Plötzlich, weil zu Beginn unmerklich, nimmt die Strömung zu, beschleunigt sich. Alles strudelt nun rasend schnell auf ein drohend nahes Ziel hin, das Flussbett wird unbequem und schmal. Das Leben ist mehr, aber nun konzentriert es sich in einem Punkt, einer felsigen, bedrohlichen Enge, durch die es schäumend und Wirbel schlagend seinen Weg bricht. Dahinter, nur wenige Augenblicke später, verbreitert sich der Fluss und atmet ruhiger, aber er ist doch nie mehr der, der er vorher war. Es dauert lange, bis sich der aufgewühlte Schlick, der das Wasser schmutzt und dunkelt, wieder setzt.

Diese besonderen Tage der Entscheidung haben in meiner Erinnerung eine Farbe. Ich bin versucht, vom Hochnebelgrau eines Herbsttages zu erzählen, einem nasskalten Grau, das zäh an die Häuserfronten klammert und in mein Gemüt beißt.

Ich würde gerne vom Blau einer hellen Sommernacht sprechen, einem Blau, das Liebe fordert und Trauer findet, berichten vom schmerzhaft hellen Milchton eines Neujahrmorgens, der in der Tat wie eine Wiedergeburt war, von der Prüfung am Tag der braunen Hitzeschlieren, vom hoffenden Ausflug in die rote Stadt, dem Grün eines von Nebelschwaden eingehüllten Alpengipfels.

Obgleich tief und ernst empfunden, wird mir das alles beim Aussprechen schon allzu seicht, die Sprache gleitet mir wie Sand durch die Finger. All das hat erschreckend wenig Belang und ist voller Lüge und falscher Sentimentalität. Deshalb will ich lieber davon schweigen, denn jeder auch nur mit einem Hauch von Empfindsamkeit begabte wird mit ein wenig Mühe in seiner eigenen Erinnerung fündig werden und dabei überrascht feststellen können, dass, je älter das aufgedeckte Gestern ist, er um so weniger von Gesichtern, Daten und Bewegungen behalten hat, es bleiben, unentwirrbar miteinander verwoben, die Gefühle und die Farbe, jene leuchtende Melodie in den Dingen. Ich glaube, dies ist das geheime Raster, nach dem das Gehirn seine Erinnerungen ordnet.

Dieser Tag gestern war gelb und er vermischte sich auf magische Weise mit einem Tag in meiner Vergangenheit, den ich lange vergessen wähnte. Beide hatten sie die Farbe von blühendem Löwenzahn auf einer ungemähten Frühlingswiese, das gallebittere Gelb der endlosen, die Augen überfordernden Rapsfelder, die glitzernden Reflektionen der Sonnenstrahlen auf feuchten Butterblumen – komplementär gespiegelt in den purpunen Wolkenfäusten eines nahenden Gewitters. All das hat sich ins Schwarz meiner Pupillen gebrannt wie ein goldener Glanzfleck.

Das schimmernde, flirrende Gelb dieser Tage wird mich immer frisch und immer neu begleiten. Ich möchte mein Leben gerne beenden, während ich mich an den Gedanken an meinen gelben Tag festklammere; seine Nuancen stetig wieder neu entdeckend, sie mit den zögernden, letzten Atemzügen in den Raum hauchend, in dem ich ein letztes Mal zu liegen komme.

Jenes aggressive und aufdringliche Gelb beherrscht mich, denn es ist mir ein Synonym für ein Glück geworden, das ich einmal kennenlernte und allzu schnell wieder verlor.

(Sozialistische Selbstkritik: So nicht! Sentimentales Geschwurbel, akute Adjektivdiarrhö, schwieriger, verschachtelter Satzbau für einfache, klare Empfindungen; zu viel erlesen, zu wenig selbst entwickelt – viel zu lang. Und nie, nie einen Text mit einer rhetorischen Frage beginnen oder gar mit einem „Als…“. Goldene Regel: Wenn ein Buch mit „Als…“ beginnt, ist es Mist. Solche Bücher will ich selbst nicht lesen – also sollte ich sie auch nicht schreiben.)

Dennoch, beim Schreiben habe ich das tief und echt empfunden. Mein Tag war gelb.

Neujahrsgrüße 2020

31. Dezember 2019, Silvester

Ich gebe es zu: Ich bin ein wenig skeptisch, wenn ich an das neue Jahr denke und das Leben, das ich in ihm führen werde. Aber die Zeit lässt sich durch Jammern nicht aufhalten und ich bin auch noch ein wenig von Weihnachten überfressen. Außerdem beginnt ja eigentlich nichts Neues. Es setzt sich nur das Alte fort; die Landmarke „Neujahr“ ist ein zufällig gewählter Kalendertag. Die Chinesen feiern den Beginn des neuen Jahres zum Beispiel erst am 25. Januar, die Juden ihr Rosch ha-Schana erst am 19. September und die Muslime genau einen Monat eher, am 19. August 2020. Bei den Römern startete der Jahreskreis am 1. März und im Mittelalter bis in die Renaissance hinein war der Neujahrstag am 25. März. Für Lehrer und Schüler beginnt das Jahr mit dem Ende des Sommerferien. Der 31. Dezember ist also ein Tag wie jeder andere, kein Grund daher, Dinner for one zu sehen, sich zu besaufen, Fondue zu essen und 5000 Tonnen Feinstaub in Form von Feuerwerk und kubischen Böllern in die Luft zu blasen und allen Haustieren – auch meiner Katze – ein nachhaltiges Trauma zu verpassen. Und es ist absolut keine passende Gelegenheit, zu versuchen, sein Leben zu ändern. Wenn es nicht gelingt, es an einem anderen Tag zu machen, warum dann ausgerechnet am 1. Januar? Ich gebe es offen zu: Dieses Silvester war nie mein Fest. Trotzdem bleibt da dieses Gefühl, heute über das Gestern und das Morgen nachzudenken, die Gesellschaft zwingt mich geradezu.

Nun, falls ich nicht gegen 22:30 Uhr mit den Confessiones von Augustinus in der Hand – den Bischof von Hippo plagten vor fast 2000 Jahren ganz ähnliche Gedanken – in meinem Lesesessel einnicke und einigermaßen wach bin, wenn 2020 beginnt (1), dann werde ich mir selbstverständlich einen Piccolo und dann mein Dachfenster öffnen, „Ah!“ und „Oh!“ sagen, an meinem Getränk nippen und über die Zukunft im Allgemeinen und meine persönliche, immer kürzer werdende, im Besonderen nachdenken. Und ich werde auf alle meine Mitmenschen ein Glas erheben, die mit mir gemeinsam in dieses 2020 hinein gehen können und wollen, ob als Familie, Freunde, Kollegen oder als Blogfollower. Manche kenne ich nur über die Bücher und Texte, die ich von ihnen lese, aber sie sind mir näher als mancher, dem ich in persona begegne.

Ich wünsche uns allen ein gesundes und glückliches Neues Jahr.

Euer Nikolaus!

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(1) Falls sich jemand fragt: Frau Klammerle, Krankenschwester in einer Intensiv-Frühgeburten-Abteilung, arbeitet wie in jedem Jahr in der Silvesternacht und rettet Leben (das ist sinnvoller als alles andere, was der Rest von uns so an Silvester macht). Deshalb werden ich und meine Katze, die sich allerdings ängstlich und zitternd im Keller verkriechen und erst im Morgengrauen von dort wieder hervorkriechen wird, heute alleine sein. Übrigens startet das neue Jahrzehnt, die berüchtigten Zwanziger Jahre, erst am 01.01.2021 (Ich weiß, ich bin ein Klugscheißer, aber ich kann halt nicht aus meiner Haut)!

Eine kleine Weihnachtspause

Es ist für mich mal wieder an der Zeit, meine digitalen Ramschläden für ein, zwei Wochen zu schließen und vollkommen analog und ablenkungsfrei mit der Familie zu feiern, ein Buch zu beenden und Ruhe zu finden. Wir sehen uns 2020.

Ich wünsche deshalb allen Freunden, Kollegen, Followern und auch jenen, die nur zufällig über meinen Blog stolpern, erholsame, ruhige und vor allem friedliche Feiertage im Kreise der Menschen, die sie lieben. Viel Hoffnung, dass uns die Zeitläufte eine kleine Atempause gönnen, habe ich nicht, aber wünschen kann man es sich ja.

Ich zumindest werde in den amorphen, seltsam zeitlosen Tagen zwischen den Jahren – die man hier in Bayern eine „staade“ Zeit nennt, die zuerst auch endlos scheinen will, aber dann ganz schnell wieder vorbei sind -,  eine Pause einlegen, die ich zum Nachdenken, Sammeln und Planen und vor allem zum Schreiben nutzen will. Nach diesem im Privaten zwar durchaus gelungenen, ansonsten aber nicht allzu glücklichen und für mich als Autor wie immer auch frustrierenden Jahr habe ich für ein hoffentlich besseres 2020 einiges vor.

Die Reise geht weiter, aber lasst mich vorher noch ein wenig ausschlafen …

Bis irgendwann im Januar,

Euer

Nikolaus Klammer

 

 

 

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