Aber ein Traum …

Autorer als andere Autoren

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Martin, Julian und „rabimmel, rabammel, rabumm“

Heute ist Martinstag und es ist für den Abend Regen angesagt. Die selbstgesbastelten Laternen der nassen und frierenden Kinder werden zischend verlöschen und aufweichen, wenn man den Umzug nicht gleich in einer muffigen Turnhalle stattfinden lässt; immer schön zu zweit im Kreis herum. Dann gibt es zwar mehr „Laterne, Laterne“, aber noch weniger „Sonne, Mond und Sterne“ und auch das Abschlussfeuer erweist sich als eine schwierige Herausforderung. Das Quängeln und Weinen der lieben Kleinen wird die Nerven der Eltern bis hin zur herausgeforderten körperlichen Züchtigung und weit darüber hinaus strapazieren. Ein gelungenes Familienfest, so ein Martinsumzug in der Kita. Jedes Jahr von Neuem ein Höhepunkt der Familienaufstellung.

Dieser Martin aber!

Dieser: Ach, so bescheidene, dieser: Ach, so heuchlerische römische Offizier, dessen Name ausgerechnet der Kriegerische bedeutet und den die Kirche uns als Paradigma christlicher Barmherzigkeit präsentiert, er wird auf seinem weißen, gut im Futter stehenden Pferd geritten kommen und Rosinenbrot verteilen.

Unter Dutzenden von verhungernden und leprakranken Bettlern, die nicht zuletzt deshalb vor den Toren der Stadt Amiens, damals Samarobriva genannt, frieren und leiden, weil die brandschatzenden, vergewaltigenden und raubmordenden Truppen des damaligen Unterkaisers Julian, dessen Legionen der Offizier angehört, die Stadt geplündert haben, unter diesen Obdachlosen wird er sich einen einzelnen herauspicken. Ihn wird er mit einem halben Reitermantel beglücken; kein Geld, kein Wasser, keine Nahrung, kein Harz IV., nicht einmal der Tod: Ein viel zu kleines rotes Stück Stoff ist seine Barmherzigkeit.

Dabei will Martin nicht den ganzen Mantel opfern, er, der nur in die Stadt zum Quartiermeister eilen muss, um sich einen neuen Reiterumhang zu holen und der doch genau weiß, dass zwei Hälften nie ein Ganzes ergeben. Dann wird er zufrieden mit sich und seinem Gott weiterreiten und einen Verhungernden zurücklassen, der unter dem zu kurzen Mantel, unter dem sein nackter, wunder Fuß hervorsieht, so lange ein bisschen weniger frieren wird, bis ein weiterer römischer Soldat das halbe Kleidungsstück als Armee-Eigentum erkennen und zornig konfiszieren wird. Nun, Martin ist später Bischof in Tours und heilig; den Bettler hat man wahrscheinlich erschlagen, wenn er nicht über kurz an Hunger oder Krankheit starb, sein Name ist nicht überliefert; aber er diente der Erbauung der Gläubigen …

Der äußerst lukrative und erfolgreiche Feldzug des Julian (331 – 363) gegen die Alamannen, an dem der Hl. Martin auf der Gewinnerseite teilnahm(1), diente dem gerade erst unter seinem Cousin Constantinus II. Mitregent gewordenen und äußerst ehrgeizigen jungen Unterkaiser zur Festigung seiner Macht. Er brauchte Geld und treue Legionen. Beides konnte er sich zuerst in Germanien und dann in Gallien sichern. Noch während seiner Eroberungen wurde er zum oströmischen Kaiser ausgerufen. Kaiser Julians Regierungszeit ist eine Phase der Restauration, der Gegenreformation. Er degradierte das eben erst unter Konstantin I. (288 – 337) zur Staatsreligion ausgerufene Christentum zu einer jüdischen Sekte unter vielen und versuchte mit aller Staatsgewalt, einen diffusen neuplatonischen Glauben einzuführen, der auf der alten Vielgötterei beruhte und den Sonnengott Helios in den Mittelpunkt stellte, den bereits Eliogabal, einer seiner Vorgänger, zum obersten Gott erkoren hatte; ein Gott, dessen Licht alle anderen überstrahlt: „Sonne, Mond und Sterne …“

Julians sehr tradtionellen Sonnengesänge „An den König Helios“ erinnern an Echnaton und bemerkenswerterweise auch an Franziskus. Ob er diesen Wandel aus Überzeugung, aus Atheismus oder aus Machtpolitik einleitete, darüber haben Historiker immer wieder  heftig diskutiert(2). Für die katholische Kirche ist er jedoch auch heute noch ein Abtrünniger, ein Ketzer: Julianus Apostata nennt sie ihn. Eine Wahrheit über Julian, wenn es überhaupt eine gibt, ist schwierig auszumachen, denn der Mensch der Spätanike versteckte sich geschickt hinter Regeln und Konventionen und gab nur wenig von sich preis.

Julian war nicht lange Kaiser. Schon in seinem dritten Regierungsjahr starb er überraschend in einem sinnlosen Feldzug(3) und sein Nachfolger Jovianus – übrigens während seiner Soldatenzeit ein Freund des Hl. Martin – macht alle Reformen eilig rückgängig und das Christentum wieder zur Staatsreligion. In der Literatur jedoch hat Julians kurze Herrschaft nachhaltige Spuren hinterlassen. Eine Unzahl Autoren hat seit der Spätantike über ihn und seinen Kampf gegen das übermächtig werdende Christentum geschrieben; jene historische Chance, etwas zurechtzurücken, die durch einen leichtfertigen Tod in einer unnötigen Schlacht vergeben wurde.

Wie würde Europa heute aussehen, wenn Byzanz heidnisch geblieben wäre, bis ins Mittelalter hinein? Autoren wie Eichendorff, Motte-Fouqué und Ibsen schrieben über oder gegen Julian, selbstredend auch der unsägliche, germanophile Felix Dahn und der in den dreißiger Jahren sehr erfolgreiche, aber heute recht unbekannte, stark von Dostojewski geprägte Dmitri Mereschkowski, der Julian und seine Zeit in einem umfangreichen und durchaus lesbaren, dabei leider etwas zu einseitigen Roman darstellt.(4) Diese Liste ließe sich noch beliebig verlängern. Einen Autor will ich noch nennen, der – nicht überraschend – als einziger Julians mutmaßliche, aber nicht bewiesene Homosexualität in den Fokus rückt: Julian von Gore Vidal.

Dieser Briefroman des 2012 hochbetagt verstorbenen amerikanischen Autors, der auch hier – wie immer in seinen historischen Werken – versteckt über die verlogene amerikanische Politik im allgemeinen und den Kennedy-Clan im besonderen schreibt, ist gut recherchiert und konstruiert und ein idealer Einstieg, wenn man sich für die wahren Hintergründe der gärenden Endzeit des römischen Reiches interessiert, deren geistige Auseinandersetzungen zwischen Christ und Antichrist den Heiligen Martin prägten, jenen doch äußerst zwiespältig zu betrachtenden Heiligen, der heute so harmlos auf seinem Pferd daher geritten kommt und sich von Kindern und Laternen begleiten lässt.

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(1) Die Überlieferung sagt, der schüchterne Martin habe ein paar Mal den Dienst an der Waffe verweigert und dafür Büroarbeit gemacht. Als ich mich bei meiner ersten Kriegsdienstverweigerung auf Martin berief, wurde ich ausgelacht.

(2) Noch immer ist das Standardwerk „Julian, der Abtrünnige“ von Joseph Bidez aus dem Jahr 1940. Es ist nur noch antiquarisch oder in Büchereien erhältlich. Eine aktuellere, dabei auch für Geschichtslaien gut lesbare Gesamtdarstellung stammt von dem Althistoriker Klaus Rosen. „Julian. Kaiser, Gott und Christenhasser“, Klett-Cotta, 2006

(3) Der Philosoph Fritz Mauthner behauptet übrigens in seinem überaus lesenswerten Roman „Hypatia“ von 1892 (bei mobileread als kostenloses E-Book erhältlich), in dem der Kaiser zu Beginn einen bemerkenswert religionskritischen Auftritt hat, Julian sei von einer christlichen Verschwörung umgebracht worden.

(4) Kostenfrei als Ebook bei Amazon.

Mitleid mit dem Teufel

Am Wochenende war es wieder soweit: An Michaeli wurde in Augsburg nicht nur die Dult eröffnet – ein Straßenmarkt, der  bei gutem Wetter besser besucht ist als die Samaria-Schlucht auf Kreta oder der Markusplatz in Venedig -, sondern auch das blonde, edle Turamichele (1) durfte wieder ran und – von seinem Podest hoch über dem mit Jahrmarktsbuden gefüllten Rathausplatz herab – von hunderten von Kindern umjubelt, auf den armen, hässlichen Teufel einstechen. Ich kam am Sonntag, einem strahlenden Herbsttag, der noch ein wenig Sommersüße in sich trug, zum ersten Mal seit mindestens zwanzig Jahren in den doch recht zweifelhaften Genuss dieser Aufführung.

Dabei fiel mir ein, dass ich vor vielen Jahren dem Augsburger Künstler, Bildhauer und Architekten Claus M. Scheele (2) geholfen habe, einen Zyklus mit Bildern und dazu passenden Texten einzurichten, sodass der damals entstandene Text durchaus auch meine Handschrift trägt. Es ist sein „Augsburg-Zyklus oder die Türme des Elias“. In ihm geht Scheele auch auf diesen merkwürdigen, barbarischen Brauch ein, der an blutige Gladiatorenkämpfe und an unseren rassistischen Umgang mit jenen, die anders sind, erinnert. Das Turamichele ist ihm dabei ein Symbol für Intoleranz und Ausgrenzung. Besser hätte ich es auch nicht sagen können. Und nach den Ereignissen der letzten Zeit ist der Text von Claus wirklich prophetisch:

6. Die Türme des Elias und das Religiöse

Geduldig wartend, träumerisch angstvoll, verharren zuschauende Menschen an der Basis meiner frauenunterhosenfarbenen Leistengestalt. Seit quälend langer geschichtlicher Zeit sind sie als willige Goldesel für jene Saugenden eingeübt, die vorgeben, Einfluß auf das zu haben, was nach dem körperlichen Ableben kommen könnte. So quellen generationenlang mittelalterliche Geschichten von Gut und Böse aus ihnen heraus; unerkanntes Vexierbild des launigen Lebens, jene Sage vom monströsen Bösen und dem schwebenden Guten. Immer wieder getroffene und gebrochene Vereinbarungen unter der räuberischen menschlichen Gattung bringen es nicht ans Licht, Gut und Böse als eine ausschließlich gefühlsmäßige, der Rasse zuzuordnende Empfindung zu verstehen.

Zu Michaeli werden lernbegierige Kinder herbei geführt, um ihnen das ausweglose Puppenspiel des blumenumkränzten Turamichele zu zeigen. Das Fenster in langhalsiger Höhe springt auf, zwei humanoide Figuren schieben sich in das unverstellte Blickfeld. Eine lichte, federflüglige Gestalt von idealem Äußeren steht hochaufgerichtet über einem häßlichen, sich windenden, mit dunkler Haut geflügelten, wehrlosen Körper und sticht mit einer ehernen Lanze erbarmungslos auf sein unbewaffnetes Opfer ein. Die johlende, grausam mitzählende Kindermenge begleitet anfeuernd zu Füßen des hölzernen Figurenspiels die Attacken. Jeder verhängnisvolle Stich ist ein gelungener Aufruf zur hoffnungslosen Intoleranz

ein blutiger Stoß dem anders Aussehenden,
dem anders Sprechenden,
und der letzte Stoß
dem anders Denkenden.

Jeder Stoß ist ein Stich ins offene Herz der geliebten Demokratie.
Jeder Stich bringt uns näher der Wiedergeburt des uniformen Goldesels.

[…]

 

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(1) Turamichele, auch „Tower-Mike“ oder preußisch „Turm-Michael“ genannt, ist eine Glockenspiel-Figur im altehrwürdigen Augsburger Perlachturm, die an Michaeli unter dem Beifall und dem Mitzählen von Kindern zum Rhythmus der Glockenschläge bis zu zwölfmal auf Luzifer einsticht. Offenbar ist das Uhrwerk der 70 Jahre alten Figur inzwischen etwas aus dem Takt geraten, denn der Teufel zappelt schon, bevor der Erzengel ihn mit seiner Lanze trifft. Das ursprüngliche Figuren-Ensemble aus dem 16. Jhd. wurde im 2. Weltkrieg zerstört und die Aufführung war tatsächlich mal kurz „im Sinne der Aufklärung“ zwischen 1806 und 1822 verboten. Die Augsbürger und vor allem ihr Nachwuchs lieben ihr Turamichele und auch ich habe ihm als Kindbegeistert zugejubelt und anschließend einen Luftballon in den Himmel steigen lassen.

(2) Ja, das M. (für Mittelinitial) habe ich bei Claus geklaut; ich gebe es zu. Die Homepage von Claus Scheele mit vielen Fotos von seinen Werken und Kunstaktionen ist absolut sehenswert und sei hier noch einmal extra empfohlen. http://www.bildhauer-scheele.de/scheele_vita.htm

Dennoch bleibt etwas zurück

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Nikolaus Klammer, Blauer Schmetterling – Acrylfarbe auf handgeschöpftem Papier, 1984

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„So zwingt das Leben uns,
zu scheinen, ja, zu sein wie jene,
die wir kühn und blind verachten konnten.“
Goethe, Torquato Tasso

Dieses Gemälde habe ich heute unter einem Stapel von alten Texten, die ich schon seit Jahren nicht mehr in die Hand genommen habe, begraben gefunden. Ich suchte eigentlich nach der Fortsetzung der Kriminalerzählung Das schwarze Urteil. Den Text fand ich leider nicht mehr vollständig (ich werde den Rest wohl nachdichten müssen, falls Interesse besteht), aber einige meiner Jugensünden, die ich der Welt ersparen und wahrscheinlich demnächst im Altpapiercontainer entsorgen werde – falls meine Sentimentalität das zulässt.

Dieses Bild jedoch –  auf von mir auf selbst geschöpftem Papier gemalt – an das ich ich keinerlei Erinnerung mehr hatte, löste eine Vielzahl von Gefühlen in mir aus – in der Hauptsache Bedauern. Es ist mit Sicherheit kein Meisterwerk, das ich da zwischen den grauen Ausdrucken meines ersten Theaterstücks auf „Umweltpapier“ (1), Gedichten und einem frühen Romanentwurf gefunden habe, aber es weist weit in die Vergangenheit in eine Zeit zurück, als ICH ein anderer war. Ein weit entferntes und fremdes ICH. Freilich, diese ICH-Schicht von damals gibt es noch, aber sie ist verborgen unter anderen Persönlichkeitsschalen, die über die Dekaden darüber wuchsen wie die Häute einer Zwiebel oder die Jahresrinden eines Baums. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob mir heute mein unausgegorenes und arrogantes Vergangenheits-ICH von damals sympathisch wäre. Mein früheres ICH wäre jedenfalls von meinem heutigen maßlos enttäuscht; da hatte es sich von seiner Zukunft mehr erwartet als den einigermaßen gutsituierten, aber vollkommen desillusionierten älteren Mann, der ich heute bin. Er hätte mich kühn und blind verachtet.

Mit Anfang 20 hatte ich für mich einen imaginären Anzug geschneidert, den ich für den Rest meiner Tage tragen wollte, den des „romantischen, larmoyanten und zynischen Künstlers“, des Hemingway-Schriftstellers. Der Anzug passte nirgendwo und zwickte beim Tragen. Am Bauch war er zu eng, an den Ärmeln zu kurz, an den Hosenbeinen zu lang. Sehr schnell wurde der Stoff an Knie und Ellbogen fadenscheinig und seine breiten Schulterpolster kamen aus der Mode. Aber ich konnte mich glänzend in ihm verstecken, selbstgefällig und überlegen auftreten, mich als das Genie ausgeben, das ich zwar nicht war, aber unbedingt und bald werden wollte. Wie viele „romantische Künstler“ besaß ich eine Doppelbegabung: Neben dem Schreiben hatte ich mich der Malerei verschrieben und dilettierte in beiden Kunstrichtungen fröhlich und von der Weltbedeutung meiner Werke überzeugt vor mich hin (Jonas Nix aus Die Wahrheit über Jürgen ist meinem damaligen ICH nachgebildet). Nicht von ungefähr zeigt das Gemälde oben einen „blauen Schmetterling“, weist auf Novalis hin und auf die Schönheit eines flüchtigen Moments. Auf die Wiedergabe des seltsamen Gedicht-Prosa-Zwitters, den ich auf der Rückseite des Kunstblattes fand und den ich damals für echte, tiefempfundene Lyrik hielt, verzichte ich an dieser Stelle voller Scham (2).

Doch schon bald kam in meinem Leben der Augenblick, an dem ich mich zwischen der Malerei und dem Schreiben entscheiden musste. Es waren die Jahre, in denen ich gezwungen wurde, mich mit der „braunen“ Schuld meines Vaters auseinanderzusetzen, der Frage, ob er ein Mörder war: „Die Väter genießen die Trauben und den Söhnen werden die Zähne stumpf.“ Ich schrieb über die Vergangenheitsbewältigung in der Nazi-Söhne-Generation meinen Roman Das Spiel, von dem ich hier bislang nur ein paar Bruchstücke veröffentlicht habe. Das Buch und sein Thema beschäftigten mich viele Jahre, ließen mich reifen. Die Literatur ist eine eifersüchtige Geliebte. Sie duldet keine andere Muse neben sich. Sie will den ganzen Menschen mit Haut und Haar und ich war ihr seit unserer ersten Begegnung leidenschaftlich verfallen. Das wollte ich wirklich und das will ich auch heute noch: In und mit und vielleicht auch von der Literatur leben. Danach habe ich mein ganzes Leben ausgerichtet, Schreiben ist mein Lebensziel und -zweck. Ich hatte keine wirkliche Wahl – die Literatur entschied sich für mich.

Dennoch (hier bewusst das weiche, bedauernde „dennoch“, nicht das trotzige, zornige „trotzdem“), dennoch bleibt etwas zurück, wenn ich meine frühen Versuche auf dem Gebiet der Malerei betrachte. Es ist eine nachgiebige, melancholische Stimmung; eine Nachdenklichkeit, die Erkenntnis, dass alles auch anders hätte werden können, mein Leben und damit ich selbst ein völlig anderer hätten werden können. Was wäre geschehen, wenn ich mich damals für die Malerei und die Lyrik entschieden hätte? Oder wenn ich einfach aufgehört hätte, Kunst zu machen? Wäre alles besser verlaufen? Das ist ein nutzloser Gedanke, wie das bunte Herbstblatt eines alten Baumes, das der Sturm endlich herabgezerrt hat und das nun wie ein toter Schmetterling im feuchten Dreck der grauen Straße liegt.

Ein kurzer bedauernder Blick sei mir jedoch vergönnt, dann gehe ich auch brav meinen einsamen Weg weiter …


(1) Gibt es das überhaupt noch, graues Umweltschutzpapier? Wahrscheinlich ist sie ausgestorben wie die Jutetasche und die Anti-Atomkraft-Buttons. Manchmal glaube ich, es sind mehr Dinge aus meinen jungen Jahren verloren gegangen, als neue in den späteren dazu kamen. Heute bekam ich von meinem Bruder eine Urlaubspostkarte vom Bodensee; er ist wahrscheinlich der letzte Mensch auf Erden, der kein Instagram oder Whats-App hat. Wann habe ich eigentlich die letzte Postkarte geschrieben? Vor fünf, vor zehn Jahren? Merkwürdig, man erinnert sich meist, wann man etwas zum ersten Mal getan hat, aber nie, wann man es zum letzten Mal tat. – Und ich habe jetzt überhaupt keine Ahunung, was diese Gedanken mit meinem Text oben zu tun haben …

(2) Also gut, weil ich so nett gefragt wurde:

Blauer Schmetterling

Heute schneit es direkt in mein Herz.
Heute ist die Straße glatt, die mich zu dir führt.

Heute dampft Nebel über den Böden.
Heute verliere ich meinen Weg im Schnee.

Heute liegt Kälte wie ein Leichentuch auf den Feldern.
Heute friert meine Seele, liegt nackt vor dir.

Doch schon morgen wird das anders sein.
Morgen bin ich dein Schmetterling,
tanze wie Staub in der Sonne,
flattere wie ein Lachen durch die Luft.

Morgen.

Gedanken zur Erzählung „crisis“

hydria tam diu ad fontem portatur, donec vel tandem frangatur.*

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Was man aus dem Brunnen ißt – Anthologie von Wolkenstein, Band III – 2004 – ISBN 3-93-1069-17-6

Ein brütend heißer, schier endloser Sommer; die abgestumpften Menschen leiden an Schlaflosigkeit, Depressionen und seltsamen Visionen. Ihre Begegnungen sind nur noch oberflächlich und zufällig. Doch etwas geht vor sich. Die Gesellschaft verändert sich, etwas scheinbar Neues entsteht in der Hitze der Nacht. Ein WORT wird in den Gassen geflüstert: Von vielen wie eine Erlösung begrüßt, heben Faschischmus und Rassismus ihr hässliches Haupt aus dem Schmutz der Gosse. Alle hören die Worte der Demagogen, sehen den Hass ihrer Anhänger, erleiden die blanke Gewalt auf den Straßen, aber niemand will widersprechen, einschreiten, gegen sie aufstehen, bis es zu spät ist.

Das alles habe ich bereits vor über dreißig Jahren in crisis erzählt. Zu meinem Erschrecken ist diese Geschichte heute aktueller als damals.

*

Laut WordPress-Statistik hatte ich in den letzten Tagen keine Zugriffe auf meinen Blog. Das ist selbst für meinen kaum besuchten und unbeliebten Blog ernüchternd wenig. crisis wollte niemand lesen. Ich kann es verstehen. Denn crisis ist trotz ihrer kompositorischen Schwächen Literatur – und die passt nicht in die heile „Wir-haben-uns-alle-lieb“-Bloggerwelt und ins Internet. crisis tut weh. Diese kurze Erzählung ist ein scharfes Messer ohne Klinge, dem der Griff fehlt. Aber das ist doch die Aufgabe von Literatur: Sie ist dieses Messer! Sie muss weh tun. Nur der Schmerz weckt aus dem Schlummer der Selbstgefälligkeit und der Gleichgültigkeit, in dem wir in unseren Wohlfühlnischen und Internetblasen liegen und wir mit Gleichgesinnten anerkennendes Schulterklopfen und „Gefällt mir“ austauschen.

*

Obwohl ich durchaus kein Freund davon bin, meiner eigenen Literatur eine Hermeneutik beizugeben – sie zu erklären -, glaube ich, dass die ebenso komplexe wie komplizierte Erzählung crisis, die ich in den letzten Tagen unter Ausschluss aller Öffentlichkeit bloggte, ein paar Erläuterungen nötig hat.

crisis ist einer der wenigen Texte von mir, die schon einmal von einem Verlag veröffentlicht wurden. Er entstand für eine inzwischen längst vergriffene Anthologie des Magdeburger Wolkenstein-Verlages (www.vonwolkenstein.de), deren Titel und Motto: „Was man aus dem Brunnen ißt“ lautete und die 2004 dort erschienen ist.  Da ich ein Autor bin, der ungern etwas verkommen lässt, beruhte meine für die Antologie eingereichte Erzählung auf einem alten Fragment aus den späten Achzigern, das ich für die Anthologie stark erweiterte und ergänzte. Ich benutzte dazu Teile meines nie vollendeten ersten Romans Das Spiel, der aus der gleichen „Schaffensphase“ stammt. Dies mag vielleicht die Verwendung eines Diktaphons durch den Ich-Erzähler, seine rücksichtslose und weinerliche Egozentrik und das heute sehr fragwürdige Frauenbild des Textes erklären. Ich hielt es nicht für nötig, die Sturm-und-Drang-Elemente meiner Jugend zu glätten, da sie direkt aus der Seele des jungen Mannes kamen, der diesen Text begonnen und wieder einmal nicht zu Ende gebracht hatte.

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Ein Portrait des Künstlers als junger Mann – Wasserfarben

Der Verlagsleiter, Robert Knorr von Wolkenstein, stellte ‚crisis‘ damals die folgenden einleitenden Worte voraus:

„Klammer nimmt sich der Macht des Wortes an, der Macht, die ein Wort haben kann, weil es das Denken speist, weil es das Sinnen bestimmt, Nahrung und Druckmittel ist, Lüge, Wahrheit und Manipulation gleichermaßen ausüben kann. Es ist die Angst, die uns treibt, es ist die Gier nach dem nicht versiegenden Quell unserer Wollust. In Klammers Geschichte gilt nicht die Befreiung durch das Wort, sondern nur die Macht des manipulierenden Gedankens, der das aufgreift, was an tierischen Atavismen in uns west.“ – Ist damit etwas erklärt? Ich weiß es nicht.

Entgegen meinen sonstigen Gewohnheiten sind in dieser Geschichte alle Wörter kleingeschrieben – mit Ausnahme des WORTes und des geheimnisumwitterten ER, auf den alle wie auf einen Messias warten. Ich halte die durchgehende Kleinschreibung normalerweise für einen überflüssigen Manierismus, den ich meide (Achtung! Ich schreibe klein – jetzt folgt Literatur!). Ich will es dem Leser nicht unnötig schwer machen und es gibt außer Arroganz  und Faulheit zumeist keinen Grund, dies zu tun. Hier jedoch erschien mir die Kleinschreibung als Möglichkeit, die Gleichförmigkeit und amorphe Stupidität der Tagesläufe des Erzählers auch optisch wiederzugeben. Sie sind ein langweiliger, immer wieder wiedergekäuter Brei aus sich zum Verwechseln ähnlichen heißen Sommertagen und -nächten ohne Höhepunkte, Entwicklungen und Ereignisse. Allein die Versprechen von IHM und das WORT ragen heraus, stehen wie Türme in der niedrigen Sumpflandschaft. Und doch sind es nur Lügen, die bereits meinen Vater zerstört haben; hohle Phrasen aus dem Repertoire der Agitatoren und Hassprediger, der Betrüger und Mörder, die schon einmal ganz Deutschland in den Abgrund gelockt haben und es nun erneut tun wollen. Spätestens seit AfD und Pegida sind sie wieder da: lauter, frecher denn je suchen sie nach Anhängern und sähen ihre verdorbene Saat der Gewalt. Man hört sie an den Straßenecken und in den Kneipen, auf öffentlichen Plätzen, in den socialmedia. Ihre  WORTe finden sich in den Reden der Wutbürger und inzwischen auch der willfährigen Politiker. Unglaublich, was heute von geistigen und realen Brandstiftern wieder öffentlich gesagt und getan wird, welche WORTe sie sich erlauben dürfen. Das hätte einen Trupp SA’ler zu stehenden Ovationen hingerissen. crisis will ein Warnruf sein, doch ich weiß, er wird ungehört verhallen. Die Nazis können lauter schreien als ich und im Zweifelsfalle werden sie mich eben einfach totschlagen.

Aber wie oben schon gesagt: Niemand liest meine Literatur und deshalb kann ich hier schreiben, was ich will. Das hat auch seine Vorzüge.

*

So unglaublich und erschreckend das klingen mag: Die Gespräche, die in crisis geführt werden, sind alle authentisch. Sie sind Abschriften von Tonbanddokumenten, die ich als junger Mann aufgezeichnet habe. Wie der Erzähler war auch ich mit einem kleinen Diktaphon unterwegs und schnitt die Wortwechsel mir unbekannter Personen am Nebentisch mit. (Vorsicht: Ich mache das manchmal heute noch und mein Mikrophon ist unaufälliger als damals). Die hilflose Ohnmacht des Erzählers in crisis, der von Gewaltvisionen und anonymen Mächten in den Tod gehetzt wird, entstammt übrigens meiner E.T.A.-Hoffmann-Lektüre. Ausgerechnet, wird an vielleicht denken. Aber Hoffmann ist ein zwar vielgelesener, leider ebenso oft unterschätzter wie missverstandener Autor, dem ich vieles für mein eigenes Werk verdanke. Letztlich klingen in ‚crisis‘ bereits die Hauptthemen meines Romans „Aber ein Traum“ an: Fremdheit, Ausgeliefertheit, Unsicherheit.

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Plakat zu meinem ersten Theaterstück: „67“

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Bevor die Nazis begannen, Menschen zu verbrennen, verbrannten sie ihre WORTe, verbogen sie, machten sie zu einem Werkzeug ihrer Verbrechen. Dadurch ist es ihnen tatsächlich gelungen, dass viele deutsche Autoren in ihrer Heimat vollkommen in Vergessenheit gerieten und ihre Werke heutzutage, wenn überhaupt, nur noch antiquarisch erhältlich sind. Eine ganze Generation an Schriftstellern wurde vernichtet und nach dem Krieg musste die deutsche Literatur wieder stotternd von neuem beginnen. Das darf nicht noch einmal geschehen. Auch deswegen habe ich crisis geschrieben. Auch wenn sie unter der Brandung des Twitter-, WordPress-, WhatsApp- und Facebook-Geschwätzes sang- und klanglos untergehen wird. Im Internet findet die Bücherverbrennung unserer Tage statt.

Sie opfern Schlaf, um Philosophie zu lernen. Man sollte im Gegenteil Philosophie studieren, um schlafen zu lernen.

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* wörtlich: Das Wasser wird so lange zur Quelle gebracht, bis es endlich gebrochen werden möge. Heute sagt man: Der Krug geht so oft zum Brunnen, bis er bricht.

Sommerliche Leseempfehlungen: F. M. Klinger

Man vergisst in Deutschland nichts geschwinder als gute, weise und verständige Bücher.“

F. M. Klinger

Es passiert mir immer wieder. Manchen Fallen kann ich nicht entgehen und wenn ich ehrlich bin, will ich es auch nicht: Mit fast Arno-Schmidt’scher Lust stürze ich mich auf einen abseitigen vergessenen Autoren, entdecke ihn für mich persönlich, lese begeistert eines seiner Werke, das ich dem entlegenen Winkel eines Antiquariats dem Staube entriss. Klar, dass ich nun alles von ihm lesen will! Nur um anschließend feststellen zu müssen: An den Rest seines Œuvres ist – wenn überhaupt – allein mit erheblichem zeitlichen oder finanziellem Aufwand heranzukommen.

Klinger1Ein solcher Fall ist Friedrich Maximilian Klinger, von dessen Werk es bei Cotta die letzte einigermaßen vollständige Gesamtausgabe (für normale Leser unbezahlbar) im Jahre 1879 gab, einem Autor immerhin, dessen Theaterstück „Sturm und Drang“ einer ganzen Literaturepoche den Namen gibt.

Klinger (1752 – 1831) gehörte in seinen jungen Jahren zum Frankfurter Kreis Goethes und folgte diesem nach Weimar, dabei seine Universitätsausbildung zum Rechtsgelehrten abbrechend, um als freier Künstler zu arbeiten und dann schnell an diesem Versuch zu scheitern. Im Fürstentum stand er den gesellschaftlichen Ambitionen des späteren Geheimen Legationsrats Goethe nur im Wege und fiel ihm wie Lenz oder Kaufmann oder übrigens am Anfang auch Schiller bald so lästig, dass er ihn still und leise aus seinem Gesichtsfeld entfernen ließ. 1776 kam es deshalb zum endgültigen Bruch mit dem Dichterfürsten. Nach einigen Wirren gelang Klinger ab 1780 eine militärische Karriere in der russischen Armee, in der er immerhin bis zum Generalmajor aufstieg. Durch diesen gesellschaftlichen Aufstieg fand Klinger auch wieder Gnade bei Goethe und führte mit ihm ab 1811 einen regen Briefwechsel. Klinger liegt in St. Petersburg beerdigt.

Neben seiner bürgerlichen Karriere – seinem Brotberuf – war er ein fleißiger, weiterhin ausschließlich in Deutsch schreibender Autor. Neben seinen populären Dramen veröffentlichte Klinger dicke Bände mit Gedanken und Maximen, die recht behäbige und staatstragende Aphorismensammlungen und zu Recht vergessen sind –  und eben neun „philosophische“ Romane, von denen das bekannteste und auch immer wieder neu aufgelegte Werk Faust’s Leben, Thaten und Höllenfahrt ist. Alle Romane sind Werke in spätaufklärerischer Manier, angefüllt mit voltaireschen und rousseauschen Gedanken und Weltanschauungen. Zumindest die ersten, noch ganz vom Feuer des Sturm und Drangs erwärmten Bände lassen sich auch heute noch gut lesen, jedoch werden die neun Bücher von Roman zu Roman kälter, schwerer und langweiliger. Vielleicht hat Klinger dies selbst bemerkt, denn ursprünglich hatte er zwölf Doppel-Romane geplant und den neunten, dessen Titel Das zu frühe Erwachen des Genius der Menschheit allein schon abschreckend wirkt, nie vollendet.

Selbstverständlich wusste jeder, dass Goethe seit Jahrzehnten an seinem opus magnum schrieb, was Klinger jedoch nicht hinderte, als erster 1779 ein Werk über die deutscheste aller mittelalterlichen Sagenfiguren zu veröffentlichen. Vielleicht war dies auch der wahre Grund seines Bruchs mit Goethe.* Klingers äußerst pessimistischer, zutiefst am Charakter des Menschen zweifelnder Faust war das erste Werk, das ich von ihm las. Ich fand den Roman im zerfledderten III. Band einer Werksauswahl, die ich 1987 vom Ramschtisch eines Berliner Antiquariats mitnahm. Faust begegnet in dem Werk, vom Teufel und anderen Höllengestalten (Leviathan) begleitet, nie einem guten Menschen, so sehr er einen solchen finden will, sondern nur Heuchlern, die auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind: Egal, ob es sich um Eremiten, Äbtissinen, den Papst (Alexander VI.) oder Faust selbst handelt, die schlussendlich alle mit viel Getöse zur Hölle fahren. Hier sorgt nicht Gott, sondern Satan für die Gerechtigkeit:

Der Teufel stund in Riesengestalt vor ihm. Seine Augen glühten wie vollgefüllte Sturmwolken, auf denen sich die untergehende Sonne abspiegelt. Der Gang seines Atems glich dem Schnauben des zornigen Löwens. Der Boden ächzte unter seinem ehernen Fuße, der Sturm sauste in seinen fliegenden Haaren, die um sein Haupt schwebten, wie der Schweif um den drohenden Kometen. Faust lag vor ihm, wie ein Wurm, der fürchterliche Anblick hatte seine Sinne gelähmt, und alle Kraft seines Geistes gebrochen. Dann faßte ihn Leviathan mit einem Hohngelächter, das über die Fläche der Erde hinzischte, zerriß den Bebenden, wie der muthwillige Knabe eine Fliege zerreißt, streute den Rumpf und die blutenden Glieder mit Ekel und Unwillen auf das Feld, und fuhr mit seiner Seele zur Hölle.“

Der Antiquariatsband enthielt auch noch den ersten Teil des zugehörigen Zwillingsromans Geschichte Giafars des Barmeciden, der mir persönlich noch besser gefiel. Giafar, der aus den Tausend-und-Eine-Nacht-Erzählungen bekannte Großwesir Hārūn ar-Rašīds (Bitte nicht mit dem bitterbösen Dschafar aus Disneys „Aladdin“ verwechseln!), ist eine Art morgenländischer „Hiob“. Er glaubt unerschütterlich an das Gute im Menschen und in seinem Kalifen Haru;, auch wenn ihm der Teufel beständig das Gegenteil demonstriert.

Klinger2Mit dem Giafar begann allerdings mein Leiden. Obwohl Klinger interessanterweise in der damals noch existierenden DDR häufiger als im Westen gedruckt wurde und ich in Ostberlin eine günstige Werkauswahl besorgen konnte, war ausgerechnet der Giafar nirgendwo aufzutreiben. Ich musste 25 Jahre warten, bis ich das Buch zuende lesen konnte. Heute findet der Giafar sich als digitale Ausgabe im Internet und kann – wie auch die meisten der anderen Romane Klingers – auf jedem E-Book-Reader gelesen werden. Und genau das sollte man tun: Gerade die beiden ersten „philosophischen“ Romane von F. M. Klinger muss man einfach gelesen haben.

Fausts Leben, Thaten und Höllenfahrt bei Mobileread

Geschichte Giafars des Barmeciden bei Projekt Gutenberg-DE

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* Auch von Lessing und Lenz gibt es Entwürfe für Faustdramen. Heinrich Heine erhielt einmal eine Audienz bei Goethe. Als dieser ihn fragte, an was er arbeite, antwortete Heine, er schreibe einen Faust. Heutzutage hätte Heine ihm wahrscheinlich den Peer’schen Stinkefinger gezeigt. Der Dichterfürst überlegte kurz, dann ließ ihn rausschmeißen.

Heines letztes Werk ist übrigens in der Tat eine Faustadaption, aber da war Goethe schon lange tot…

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