Aber ein Traum …

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Neujahrsgrüße 2020

31. Dezember 2019, Silvester

Ich gebe es zu: Ich bin ein wenig skeptisch, wenn ich an das neue Jahr denke und das Leben, das ich in ihm führen werde. Aber die Zeit lässt sich durch Jammern nicht aufhalten und ich bin auch noch ein wenig von Weihnachten überfressen. Außerdem beginnt ja eigentlich nichts Neues. Es setzt sich nur das Alte fort; die Landmarke „Neujahr“ ist ein zufällig gewählter Kalendertag. Die Chinesen feiern den Beginn des neuen Jahres zum Beispiel erst am 25. Januar, die Juden ihr Rosch ha-Schana erst am 19. September und die Muslime genau einen Monat eher, am 19. August 2020. Bei den Römern startete der Jahreskreis am 1. März und im Mittelalter bis in die Renaissance hinein war der Neujahrstag am 25. März. Für Lehrer und Schüler beginnt das Jahr mit dem Ende des Sommerferien. Der 31. Dezember ist also ein Tag wie jeder andere, kein Grund daher, Dinner for one zu sehen, sich zu besaufen, Fondue zu essen und 5000 Tonnen Feinstaub in Form von Feuerwerk und kubischen Böllern in die Luft zu blasen und allen Haustieren – auch meiner Katze – ein nachhaltiges Trauma zu verpassen. Und es ist absolut keine passende Gelegenheit, zu versuchen, sein Leben zu ändern. Wenn es nicht gelingt, es an einem anderen Tag zu machen, warum dann ausgerechnet am 1. Januar? Ich gebe es offen zu: Dieses Silvester war nie mein Fest. Trotzdem bleibt da dieses Gefühl, heute über das Gestern und das Morgen nachzudenken, die Gesellschaft zwingt mich geradezu.

Nun, falls ich nicht gegen 22:30 Uhr mit den Confessiones von Augustinus in der Hand – den Bischof von Hippo plagten vor fast 2000 Jahren ganz ähnliche Gedanken – in meinem Lesesessel einnicke und einigermaßen wach bin, wenn 2020 beginnt (1), dann werde ich mir selbstverständlich einen Piccolo und dann mein Dachfenster öffnen, „Ah!“ und „Oh!“ sagen, an meinem Getränk nippen und über die Zukunft im Allgemeinen und meine persönliche, immer kürzer werdende, im Besonderen nachdenken. Und ich werde auf alle meine Mitmenschen ein Glas erheben, die mit mir gemeinsam in dieses 2020 hinein gehen können und wollen, ob als Familie, Freunde, Kollegen oder als Blogfollower. Manche kenne ich nur über die Bücher und Texte, die ich von ihnen lese, aber sie sind mir näher als mancher, dem ich in persona begegne.

Ich wünsche uns allen ein gesundes und glückliches Neues Jahr.

Euer Nikolaus!

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(1) Falls sich jemand fragt: Frau Klammerle, Krankenschwester in einer Intensiv-Frühgeburten-Abteilung, arbeitet wie in jedem Jahr in der Silvesternacht und rettet Leben (das ist sinnvoller als alles andere, was der Rest von uns so an Silvester macht). Deshalb werden ich und meine Katze, die sich allerdings ängstlich und zitternd im Keller verkriechen und erst im Morgengrauen von dort wieder hervorkriechen wird, heute alleine sein. Übrigens startet das neue Jahrzehnt, die berüchtigten Zwanziger Jahre, erst am 01.01.2021 (Ich weiß, ich bin ein Klugscheißer, aber ich kann halt nicht aus meiner Haut)!

So ist das Leben eben …

Tja, lieber Leser, du hast es sicher auch bemerkt. Es ist November … deshalb verzeih mir diesen Text. Im November darf ich das.

Omne animal post coitum triste, behauptet ein Aphorismus aus dem 18. Jahrhundert, der fälschlicherweise Aristoteles untergeschoben wurde. So weit würde ich zwar aus eigener Erfahrung nicht gehen, aber eines stimmt – zumindest bei mir: Nach dem Bücherschreiben ist der Autor traurig. Seit geraumer Zeit ist mein neuer Roman „Nutzlose Menschen“ im Buchhandel erhältlich und ich warte ungeduldig auf eine Reaktion meiner von mir wohl nur eingebildeten Leser – doch es kommt keine. Der Schriftsteller ist einer, der glaubt, es würden alle so aufgeregt wie er selbst auf sein neues Buch warten. Doch er lügt sich in die Tasche, jeden Tag und mit jedem Buch aufs Neue. Auf die „Nutzlosen Menschen“ wartete niemand und ich befüchte, dass ich bislang der einzige bin, der meinen neuen Roman gelesen hat. Auch für meine anderen Bücher interessiert sich gerade niemand.

Jammer, jammer … du weißt schon, der traurige Autor, in seinem Selbstwertgefühl verletzt. Ich wollte eigentlich ganz anders anfangen.

Ich versuche es mal so: Die Zeitumstellung ist vorbei und die Nächte und meine Dämonen haben vor vier Wochen an Sanhaim nicht wie vorher schleichend, sondern mit einem Handstreich den Abend erobert und frühe Schwärze vor der Haustür ausgeschüttet. Mein Brotberuf zwingt mich im Dunkeln aus den Federn und ich kehre erst heim, wenn es wieder dunkel ist. Nicht, dass ich dabei allzu viel Sonnenlicht versäumen würde; denn hier, in unmittelbarer Nähe zur Donau, liegt bei Hochdrucklagen den ganzen Tag ein zäher, grauer Nebel über der Landschaft und er lässt sich nur selten und dann auch nur für wenige Stunden vertreiben. Es ist eben ein typischer November hier, vielleicht ein wenig zu trocken und zu warm, aber ebenso trist und deprimierend, wie er das seit meiner Kindheit in jedem Jahr ist. Und im November sterben die Menschen.

Jammer, jammer … ihr wisst schon, der traurige Autor. Ich wollte wirklich ganz anders anfangen.

Vielleicht so: Es ist leicht, über das Internet zu schimpfen und ich suche auch fast täglich nach den Gründen (außer meiner Ruhmsucht und Selbstverliebtheit), aus denen ich drei- bis viermal in der Woche meine Literatur und meine Gedanken blogge, mich auf Facebook und neuerdings auch auf Instagram herumtreibe. Mein Brotberuf erlaubt mir zwar eine gewisse Freizeit; doch dieser selbstgewählte, aber nach sieben Jahren bloggen ein fröhliches Eigenleben führende Zwang, mich hier auf diesen Seiten bei einer eingebildeten Öffentlichkeit zu prostituieren, nimmt viel zu viel meiner Zeit in Anspruch, die ich lieber mit Frau Klammerle, Freunden oder einem Buch verbringen sollte. Denn meine Prosa lesen, das habe ich in der langen Zeit, in der ich nun meinen Blog schon führe, gelernt, lesen, das macht im Internet niemand (Es gibt eh von Jahr zu Jahr immer weniger Menschen, die das tun. König Literatur ist tot, es lebe Königin Netflix-Serie). Denn eigentlich – da sind wir uns hoffentlich einig, lieber Leser, den ich mir immer noch trotzig beim Schreiben einbilde, ist Literatur (außer kurzer Lyrik) nicht für dieses schnelllebige und nach der nächsten Sensation gierende Medium gemacht. Die modernen Menschen haben die Aufmerksamkeitsspannen von Essigfliegen(1) und ich bin mir sicher, dass auch diese Ausführungen schon viel zu lang sind, um mehr als einen kurzen, überfliegenden Blick von den Besuchern deines Blogs zu bekommen.

Jammer, jammer … ihr wisst schon, der traurige Autor. Ich werde jetzt mal ganz anders anfangen.

Dennoch möchte ich das Internet mit seinen unzähligen Möglichkeiten und meinen eigenen Blog nicht mehr missen, sie haben nicht nur die Gesellschaft, sondern auch meine kleine Welt vollkommen verändert: Meine Begegnung und Auseinandersetzung mit dem Internet war meine ganz persönliche Revolution, meine „Renaissance“. Danach war meine Erde eine Kugel und drehte sich um die Sonne. Ich bin vielen, vielen Menschen begegnet, mit denen ich offline niemals in Kontakt gekommen wäre und die mir – im Guten wie im Schlechten – weiterhalfen. Manche – wenige, aber immerhin – von ihnen darf ich inzwischen als Freunde bezeichnen. Ich schätze, dass gut die Hälfte meiner Leser mich zuerst online entdeckte. Ohne den Blog wiederum würde ich vor mich hin privatisieren, tausend Texte und Geschichten beginnen und nichts zuende bringen. Diese Seite gibt mir Halt und Führung, presst eine Struktur in mein Leben, denn sie zwingt mich an jedem Tag, für meine eingebildeten Leser, die alle wissen wollen, wie es mit meinen Figuren oder mit mir weitergeht, zu schreiben. Meine Romane hätte ich ohne die Ordnung und die Termine, die mein Blog mir auferlegt, niemals fertiggeschrieben. Bin ich deshalb ein „Online-Autor“, was immer das auch bedeutet? Doch wohl nicht, denn alle meine Texte entstehen zuerst auf dem Papier und werden – wenn überhaupt – auch eher in Buchform als als E-Book konsumiert. Aber klar, Sucht spielt hier eine Rolle, die Meinung, man würde etwas versäumen, wenn man auf seiner Terrasse in der Sonne sitzt. Der Griff zum Smartphone und der Kontrollblick, ob jemand etwas erwiderte, den Blog besuchte oder gar dort ein „Gefällt mir“ hinterließ, ist eine kaum kontrollierbare, lästige und schlechte Gewohnheit, die mir manchmal wie das Kratzen an einem juckenden Ausschlag erscheint. Manche haben Heroin, Zigaretten, Alkohol, manche ihren Fernseher, ich habe das Internet … Meine Sucht kann ich mir aber auch schnell wieder abgewöhnen, wenn Vodaphone zickt oder ich gerätelos in den Urlaub fahre.

Das Leben allerdings, da gebe ich dir völlig recht, lieber imaginierter Leser, das ist anderswo – an einem anderen Ort, zu einer anderen Zeit. Nicht hier in Augsburg, nicht im November. (2)

Liebe Grüße, Nikolaus

Dies ist kein informelles Gemälde meines Freundes Norbert Kiening, sondern der eben abfotografierte Himmel über Diedorf.


(1) Sohn Nr. 1, der Biologe, hat vor ein paar Jahren in Oxford an Essigfliegen geforscht. Sie können sich knapp zwanzig Sekunden daran erinnern, dass irgendwo eine Gefahr droht, dann haben sie es wieder alles vergessen und fliegen erneut und unverdrossen in die Gefahr hinein. Zwanzig Sekunden, hm … eigentlich ganz schön lang. Ich muss mein Urteil revidieren. Die Aufmerksamkeitsspanne eines modernen Menschen ist schlechter als die einer Essigfliege. Übrigens: Sohn Nr. 1 ist in der Lage, durch reines Betrachten das Geschlecht einer Essigfliege zu bestimmen. Aber das wirklich nur nebenzu.

(2) Aber zum Glück hat Frau Klammerle wieder Weihnachtsplätzchen und Lebkuchen gebacken und diesmal vielleicht ein wenig übertrieben. Das wird mich retten.

Freitag, 01.11.19 – Was macht man an Allerheiligen?

Freitag, 01.11.19

Heute ist ein düsterer und grauer Tag – November eben und dazu auch noch Allerheiligen. Was macht man nach dem Friedhofsbesuch? Man kann sich natürlich wie ich die groben, frisch imprägnierten Wanderschuhe anziehen, durch das feuchte Laub stapfen und bei jedem Atemzug die klare, bereits nach Schnee und auch ein wenig nach Verwesung duftende, Luft genießen, aber ich kann auch verstehen, wenn man da lieber Zuhause bleibt. Da kann ich nur empfehlen, die Heizung weit aufzudrehen, sich eine Kanne Tee zu kochen, heimlich den ersten Lebkuchen zu naschen, den Lieblings-Lesesessel aufzusuchen und geduldig zu warten, bis sich die Katze zu einem auf den Schoß setzt. Während man sie täumerisch streichelt, kann man ja ein neues Buch anfangen, während draußen vor dem beschlagenen Fenster die letzten Blätter von den Bäumen fallen und bereits mittags die Abenddämmerung einsetzt. Vielleicht ja eines von meinen? Die „Jahrmarkt-in-der Stadt“-Bücher passen sich zumindest farblich gut an den Tag an.

Gerade erst ist mit „Nutzlose Menschen“ der neueste Band der Reihe erschienen …

Man kann die „Jahrmarkt in der Stadt“-Reihe z. B. bei der einzigen Buchhandlung bestellen, die meine Bücher führt (oder schnell als spottbilliges EBook auf den Reader laden).

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Und weil es so schön zu Allerheiligen und November passt: Nirgendwo habe ich kindlicher und ungelenker gefertigte Schmerzensmänner und Kruzifixe als auf den Almen und an den Wegkreuzungen in den Südtiroler Dolomiten gefunden. Geht man weiter nach Süden, wird das Leiden Christi zwar grausamer, aber wesentlich eleganter und weniger berührend.

Montag, 07.10.19 – Pläne und Vergeblichkeiten

Montag, 07.10.19
Tand, Tand ist das Gebilde von Menschenhand.
Fontane, Brücke am Tay

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Das Tiroler Lechtal, das mit seinen überaus schroffen Bergspitzen und herrlichen Seitentälern von einer wildromantischen Flusslandschaft geprägt ist, die an die Weiten Kanadas erinnert, ist von Augsburg aus ein lohnendes Ziel für Natursüchtige und Wanderer, die auch beim Bergwandern nicht auf Marillenschnaps und Kaiserschmarrn verzichten wollen. Wenn es normal läuft, dann fährt man mit dem Auto von meiner Haustür in knapp zwei Stunden bis zum Eingang des Tals.

Das Lechtal – ein Sehnsuchtsort

Seit einigen Jahren versuchen Frau Klammerle und ich trotz vieler Rückschläge immer wieder unverdrossen – manche würden es naiv nennen – dort ein paar unbeschwerte Urlaubstage zu verbringen, zuletzt über den Brückentag zwischen dem 3. Oktober und dem darauffolgenden Wochenende hinweg. Wir waren auch schon im Frühjahr und zwei-, dreimal im Sommer dort. Doch obwohl wir als Augsburger ebenfalls Lechanrainer(1) sind, mag uns dieses Tal offenbar nicht. Denn es wird uns grundsätzlich jeder unserer Aufenthalte dort massiv verregnet. Schon die Anreise am Donnerstag war ein mittleres Desaster, denn bereits die B17 Richtung Süden war ab Steingaden wegen einer Baustelle gesperrt und ich musste auf einer kurvigen Umleitungsstrecke eine Stunde hinter einem italienischen Laster hinterherzuckeln, der offenbar noch nie etwas vom Feiertagsfahrverbot gehört und es auch nicht gerade eilig hatte, aber so breit war, dass man ihn einfach nicht überholen konnte. Dann, kurz hinter Füssen, noch immer hinter dem Italiener her, begann auf der österreichischen B179 der übliche Stau Richtung Fernpass um die Ortschaft Reutte herum. Da ließen wir dann noch einmal über eine Stunde auf dem grauen Asphalt liegen und kamen deshalb erst in der Abenddämmerung an unserem Ziel in Stanzach(2) an. Lassen wir der Wahrheit Gerechtigkeit erfahren: Es war zwar kalt, aber schön. Doch schon der nächste Tag begann wolkenverhangen und brachte ab Mittag anhaltenden und starken Regen, den wir gestern auch wieder brav mit nach Hause genommen haben und der gerade gegen die Fensterscheibe meines gut eingeheizten Arbeitszimmers prasselt, während ich dies schreibe. Goldener Oktober? Zumindest in diesem Jahr ist das ein ziemlich makaberer Witz.

Beeindruckend, aber nass und arsc*kalt.

Am Samstag ging dann überhaupt nichts mehr. Der stürmische Westwind trieb die Wolken tief ins Tal hinunter, die hinter sich die Berge versteckten; es hatte höchstens 5° C und ergiebigen Land- und Schnürlregen. Die Schneefallgrenze sank auf 1500 m herab. Die Rettung vor der Herbstdepression war die Ehrenberger Therme mit ihrer schönen und ausgedehnten Saunaanlage, die jedoch spätestens ab Mittag vollkommen mit schwitzenden, wohlgenährten Leibern überfüllt war.(3) Nein, dieses Lechtal mag uns nicht. Aber wir sind unverbesserlich und werden in knapp drei Wochen wieder in die Alpen fahren (diesmal ins Martelltal) und auf Sonnenschein und Wärme hoffen. Drückt uns die Daumen!

So war das letzten Herbst in Südtirol.

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Mein nächstes Buch ist fertig und demnächst bestellbar. Es ist auf über 250 Seiten eine weitere Sammlung meiner besten Blogartikel und trägt den Titel „Noch einmal daran gedacht“. Im Gegensatz zum Vorgänger „Noch einmal davon gekommen“ wird der Fokus auf meinen Texten zur Literatur im Allgemeinen und meiner eigenen im Besonderen liegen. Es werden dort also Kritiken, Essays und dazu Gedanken zu meinem literarischen Schaffen und Schöpfen und meinem Leben als Autor, aber auch die eine oder andere Glosse zu finden sein, die im Lauf der letzten 7 Jahre für „Aber ein Traum“ entstanden sind. Ich habe diese Blogartikel erweitert, umgeschrieben, aktualisiert und in Zusammenhänge gebracht und glaube, dass mir dieses Buch ganz gut gelungen und originell ist. Im Moment warte ich auf mein Korrekturexemplar vom Verlag, dann kann ich zusammen mit meiner kleinen Helferlein-Lektorin die üblichen kleinen Tippfehler ausmerzen. Die Chancen stehen gut, dass der Band noch Ende Oktober vor meinem Herbsturlaub in den Regalen der Online-Buchhandlungen stehen wird und von meinen „begeisterten“ Lesern in Massen erworben und genossen werden kann.

Noch einmal daran gedacht, 260 Seiten, illustriert

Anschließend werde ich in den nächsten Wochen endlich die Arbeit am 2. Teil meiner Fantasy-Saga „Der Weg, der in den Tag führt“ abschließen, um den Band noch vor Weihnachten zu veröffentlichen. Auf diese Weise bleibe ich 2019 in meinem Edititonsplan. „Die Verliese des elfenbeinernen Palasts“ leisteten mir im Sommer heftigen Widerstand und ich musste den Roman mehrmals komplett umschreiben und umstrukturieren, als mir deutlich wurde, dass ich noch einen 3. Teil benötige, um alles zu einem befriedigenden Ende zu führen und auszuerzählen. Dadurch wird „Der Weg, der in den Tag führt“ zu einer umfangreichen Trilogie anwachsen. Ein längerer Abschnitt, der der Einstieg zum 2. Teil sein sollte, flog raus und wird nun den 3. Teil  eröffnen. „Die Schlacht um Paradis“ wird aber noch eine Weile auf sich warten lassen, weil ich 2020 endlich als erstes die Geltsamer-Reihe beenden (zumindest aber fortsetzen) will und anschließend den zweiten Brautschau-Roman und einen Band Erzählungen aus dem „Jahrmarkt in der Stadt“ in Angriff nehmen möchte. Zumindest ist das mein Plan, der sich freilich auch noch ändern kann. Da ich kaum Leser habe, muss ich ja keine Erwartungshaltungen erfüllen und kann in meinem eigenen Tempo an den Texten schreiben, an denen ich gerade Interesse habe. Es hat auch durchaus Vorteile, ein unbekannter, selten gelesener Autor ohne Fangemeinde zu sein …

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(1) Der Tiroler würde uns „Anstößer“ nennen …

(2) Dort feierte man an diesem Wochenende übrigens „Oktoberfest“. Deshalb waren die Gaststätten geschlossen und nur ein feuchtklammes Bierzelt, das 9 Euro Eintritt kostete, hatte geöffnet. Dort gab es natürlich nichts für Vegetarier, dafür spielten „Igor und seine Oberkrainer“(!). Nein, wir waren nicht dort, wir blieben in unserem Zimmer in der Pension und hungerten bei einer kargen Brotzeit. Zum Glück hatten wir wenigstens einen Flachmann und eine Flasche Wein dabei, die uns diesen Abend retteten.

(3) Nebenbei: Gibt es eigentlich außer mir noch einen Menschen, der sich kein hässliches Tatoo hat stechen lassen?

 

Leseprobe: Nutzlose Menschen – Roman (4)

Fortsetzung Leseprobe Nutzlose Menschen – Kapitel 4.4

Der hellsichtige Gauner Escroq wusste freilich, dass er ei­nen jungen Mann wie René durch nichts anderes an sich binden konnte als durch Geld und deshalb begann er – der er seinen Brotherren bislang zwar regelmäßig, aber in ei­nem verantwortbaren Rahmen betrogen hatte – größere Summen zu hinterschlagen, die er gewinnbringend anleg­te und deren Zinsen er in der Form von kleinen, aber durchweg exquisiten Geschenken an René weitergab. Als erstes richtete er ihm in der Nähe der Vareseschen Firma eine hübsche, kleine Wohnung ein und stellte ihm einen seiner abgelegten Diener zur Verfügung. Dann gewöhnte er ihn schnell an den Luxus von weißen, seidenen Hand­schuhen, Theaterbesuchen und, soweit es Renés zarte Ge­sundheit zuließ, an unterhaltsame Abendgesellschaften mit Zeitungsleuten und Soubretten. Dies ging ein knappes Jahr gut, bis der verwöhnte René, der tagsüber den Laufburschen und nächtens den Grafen spielte und bald seine Volljährigkeit erreichte, die Erniedrigungen im Kon­tor nicht mehr ertrug. In Varese, der noch immer glaubte, dass René sein Nachtlager im Kontor hatte, keimte zur gleichen Zeit erstmals ein dunkler, kaum fassbarer Ver­dacht, seine Geschäfte wären nicht ganz in der Ordnung, in der sie hätten sein sollten. Er wusste nichts besseres, als seine Mutmaßungen ausgerechnet seinem treuen Buchhalter anzuvertrauen, der ihn für den Moment beru­higen konnte, sich aber in die Ecke gedrängt fühlte und spürte, dass er eine endgültige Entscheidung zu treffen hatte. Schon in der darauffolgenden Woche erlitt Andoche Varese ein heftige Magenkolik, an der er nach einem schmerzhaften, aber kurzen Todeskampf verstarb. Der ei­gentlich mit einer eiseren Gesundheit ausgestattete Bau­her überraschte alle in seiner Nähe ob seines plötzlichen Hinscheidens. Für Eingeweihte war noch erstaunlicher, dass der in geschäftlichen Dingen oft so törichte Geizhals ein von einem inzwischen leider ebenfalls verstorbenen, aber über jeden Verdacht erhabenen Pariser Notar be­glaubigtes, einwandfreies Testament hinterließ, in dem er ausgerechnet seinen Pflegesohn René zum Erben der Fir­ma und des beweglichen Gutes machte und auch nicht vergaß, Escroq mit einer ordentlichen Rente abzufinden. Obwohl sich bald wie ein summender und lästiger Mü­ckenschwarm entfernte Verwandte von Varese einfanden, die lauthals Ansprüche auf das Erbe erhoben, war dieser letzte Wille nicht anfechtbar. Auch der von den Anwälten der enttäuschten Hinterbliebenen geäußerte Verdacht, vielleicht habe einer der beiden Nutznießer das Testa­ment gefälscht oder gar dem so raschen und unerwarteten Tod des Baumeisters nachgeholfene, ließ sich, selbst als die Staatsanwaltschaft von Amiens direkte Ermittlungen anstellte, nicht erhärten.

René Carols Lage hatte sich also erneut ins Glückhafte gewendet, obgleich nicht Fortuna, sondern ein lüsterner Silen seine Verhältnisse beeinflusst hatte. Er sah sich plötzlich in die Rolle eines nicht unvermögenden Ge­schäftsmannes, der mit Ecroq einen hervorragenden Be­rater hatte, gestellt. Es lag nicht in Carols Charakter, sich von einem solch billigen Erfolg blenden zu lassen; denn die Wechselfälle seines jungen Lebens waren ein zwar bit­terer, aber zu guter Lehrmeister gewesen, um ihn sich si­cher fühlen zu lassen. Der willkommene Besitz der Bau­firma und das kleine Vermögen seines Onkels, die ihm durch den auch ihn überraschenden, aber durchaus will­kommenen Tod des Geizhalses in die Hände gefallen wa­ren, sollten ihm nur die erste Stufe auf seiner Jakobslei­ter in den Himmel seiner ehrgeizigen Ziele sein, nach de­nen sich sein unbeugsamer Wille verzehrte. Er wollte ein Staatsmann werden, der die Geschicke der Nationen prägt und die Millionen an Livres sein eigen nennt, die ihn in die Lage versetzten, sich über der Masse der Men­schen zu erheben und den ihm angemessenen Lebensstil zu führen. Er wusste, dass seine Leiter für ein Waisen­kind aus dem Volk sehr hoch war, begann sie aber sofort und ohne ein Zögern zu beschreiten. Er überließ Escroq, dem er hinlänglich vertrauen konnte, wenn er sich ab und an von ihm liebkosen ließ, die Geschäfte seiner Firma, in der es nun keine Betrügereien mehr gab und deren Rein­gewinne sich bei bleibendem Umsatz verdoppelten, nach­dem sein Verwalter die alten Bürohilfen entließ und neue, ehrlichere anstellte. René selbst ging nach Paris, wo alle Träume – auch die Albgesichte – wahr werden; er wollte sich eine fundierte Ausbildung verschaffen und es gelang ihm, bei Jean-Jaques Vale-Noir, dem neben Grindot und dem jungen Viollet-le-Duc, dessen Stern gerade erst zu leuchten begann, größten Architekten unserer Zeit, in die Lehre zu kommen und bei ihm die Baukunst zu studieren. Gleichzeitig bot ihm seine Lehrzeit die Möglichkeit, sich endlich in einer Gesellschaft zu bewegen, der er sich längst zugehörig fühlte. Da er nie das Maß verlor, ihm sei­ne gesundheitliche Verfassung verbot, eine Affäre mit ei­ner Schauspielerin zu beginnen und sein Verstand, über den üblichen Rahmen hinaus beim Ekarté zu verlieren, reichte ihm die monatliche, übrigens nicht unwesentliche Geldzuweisung Escroqs für seine Auslagen. Er lernte Emile de Rastignac kennen, den zynischen Ziehsohn der beiden Titanen der Macht und des Kapitals, über diesen de Marsay und Nuncingen, der auf dem Sprung stand, Mi­nister zu werden. Der Graf faszinierte ihn und Rastignac fand in René in vielerlei Beziehung sich selbst wieder, nahm ihn behutsam unter seine Fittiche und führte ihn in den Kreisen, in denen er selbst verkehrte, ein. Als René nach drei Jahren mit seinem Patent und einem über­schwenglichen Empfehlungsschreiben Vale-Noirs in die Provinz heimkehrte, um durch seine fundierten Kenntnis­se sein Baugeschäft zu erweitern und zum bedeutendsten im Umkreis von Beauvais und Amiens zu machen, hatte er im Sinn, die erste Gelegenheit zu nützen und zurück nach Paris zu gehen, um dann für immer in der einzigen Stadt zu bleiben, in der es sich zu leben lohnt. Diese Gele­genheit bot sich schnell, denn er hatte mit seinem Buch­halter, den er flugs zu seinem Partner machte und ihn da­mit noch fester an sich schmiedete, einen treuen Berater, der ein Genie war, wenn es darum ging, sich auf Kosten Dritter zu bereichern.

Als er, von Escroq gedrängt, zum ersten Mal an einem warmen Sonntag im Mai den Gottesdienst von St. Jacques besuchte und durch seine stoische Geduld die ausufernde Predigt des von ihm seit seines Aufenthalts im Orphelinat verhassten Abbés Rouge, der ihn häufig und grundlos ge­prügelt hatte, wie eine unvermeidbare Naturkatastrophe ertrug, wurde er, als wäre es nie anders gewesen, von den anständigen Bürgern, denen der Besitz von Geld auch dem von Moral und Ehre gleichkommt, als einer der ihren behandelt und er kehrte mit Einladungen zu einem Dut­zend Teegesellschaften bei Familien mit unverheirateten Töchtern heim. Sein zärtlicher Mentor machte ihn auf den Fabrikanten d’Arçon aufmerksam, der einen Baugrund in Paris suche, um sich dort niederzulassen. Dessen Vermö­gen wurde auf über eine Million Franc geschätzt und er hatte als angenehme Daraufgabe noch eine schöne, wohl­erzogene und allseits bewunderte Tochter. Dazu war d’Arçon in einem Maß beschränkt, das aus ihm ein ideales Schlachtlamm machte und es Wunder nahm und wohl nur an den wachsamen Augen seiner Frau lag, dass er noch nicht in die Hände von Betrügern, Anwälten und Banki­ers gefallen war. Nachdem Escroq seinem Epheben die dem Leser bereits oben zur Kenntnis gebrachten Tatsa­chen des Papierfabrikanten mitgeteilt hatte, begann die­ser sofort einen fleißigen Briefwechsel mit seinen Pariser Freunden und wurde ein regelmäßiger Gast von Madame d’Arçons Salon, wo er, obgleich er ihre Dummheit durch­schaute, Interesse an der Tochter der Hauses zeigte und sich im übrigen – an die köstlichen Gesellschaften der Ma­dame d’Espard gewöhnt – außerordentlich langweilte. Nach angemessener Frist wurde Hippolyte d’Arçon durch den Anwalt Derville ein Grund im respektablen Viertel d’Enfer so außergewöhnlich günstig angeboten, dass nur ein Narr oder ein sehr kluger Mann Bedenken getragen hätte, es zu erwerben und Arçon, der beides nicht war, griff ohne viel Überlegen zu. Ebenso schnell nahm er auch Carols Entwurf an, der gleichfalls der billigste war. Er for­derte nur einen repräsentativen Balkon zur Straßenseite hin, auf dem er an Festtagen mit seiner Familie den Para­den auf der Rue d’Enfer beizuwohnen gedachte. René beugte sich lächelnd dem Wunsch des Fabrikanten, auch wenn er seinen genial schlichten und klerikalen Fassa­denentwurf durch diesen Alkoven profanisieren musste.

Im Sommer des Jahres 1837 begannen schließlich die Ausschachtungsarbeiten und es zeigte sich dabei schnell, aus welchem Grund das Gelände so geheimnisvoll und günstig zum Verkauf angeboten worden war. Der Pferde­fuß offenbarte sich, als die Arbeiter, die Carol, da sie billi­ger waren, aus Beauvais mitgebracht hatte, in geringer Tiefe im Erdreich auf menschliche Knochen und auf Grab­steine, die hebräische Inschriften trugen, stießen. Als dann prompt einer der Arbeiter beim entsetzten Zurück­weichen vor diesen Überresten stürzte und sich den Fuß brach, verbreitete sich unter den abergläubischen Leuten schnell, dass man in einem aufgegebenen Friedhof grub und es Unglück bedeutete, auf diesem wahrscheinlich von einem Fluch belasteten Gelände weiterzuarbeiten. Die Verwünschungen und Versprechen der Vorarbeiter konn­ten sie ebenso wenig dazu bringen, ihre Schaufeln und Spitzhacken wiederaufzunehmen, wie der eilig herbeige­rufene Carol, der ihnen anhand der jüdischen Jahreszah­len auf den Steinen vorrechnete, dass es es sich hier um die makaberen Reste eines alten jüdischen Friedhofs aus der Regierungszeit Ludwigs des XII. handelte, diese Be­gräbnisstätte also dreihundert Jahre alt und längst ent­weiht war. Obwohl er sich entrüstet gab, beglückwünschte sich Carol doch zu diesem für ihn glücklichen Fund, den er für seine Zwecke nutzen konnte. Er hatte zwar über seine etwas zwielichtigen Freunde den Grundstückser­werb eingefädelt, war aber über den Friedhofsfund selbst überrascht, wie wahrscheinlich alle außer dem ehemaligen Besitzer, der auch ihm im Verborgenen geblie­ben war. Trotzdem geriet Carol in einige Verlegenheit, als er dem sich die Haare raufenden Ehepaar d’Arçon erklä­ren musste, warum die Arbeit schon nach fünf Tagen ruh­te. Die Dame des Hauses – ruhig neben ihrem Mann auf einer im Kaiserreich modischen Chaiselongue sitzend – hörte sich die Vorbringungen des Architekten aufmerk­sam an, dann sagte sie:

»Ob ihre Leute arbeiten wollen oder nicht, kann nicht un­sere Sorge sein, Monsieur Carol. Wir haben einen Vertrag und drängen auf seine Erfüllung. Sollte es aus welchen Gründen auch immer zu Verzögerungen kommen, sehen wir uns gezwungen, diese leidige Angelegenheit unseren Anwälten zu übergeben. Wir können einen Aufschub, auch im Anbetracht des nahenden Herbstes, nicht dul­den.« Carol verbeugte sich und er erkannte von neuem, mit wem im Hause Arçon er zu verhandeln hatte. Er lä­chelte sehr höflich.

»Selbstverständlich werden die Arbeiten fortgesetzt. Ich sehe mich jedoch gezwungen, neue Arbeiter in Vertrag zu nehmen. Da ich nach diesem Vorfall in Beauvais keine Männer finden werde, muss ich sie mir in der Hauptstadt besorgen. Die Arbeiter in der Stadt sind weniger aber­gläubisch, lassen sich diese weltgewandte Gesinnung al­lerdings teuer bezahlen. In der Folge bin ich außerstande, meinen Voranschlag der Kosten aufrecht zu erhalten. Mein Partner, Monsieur Escroq, wird Ihnen in den nächs­ten Tagen eine neue Schätzung überbringen.« Madame d’Arçon und der schmale Architekt maßen sich. Sie warf ihm einen ihrer gefürchteten Medusenblicke zu, aber Ca­rol hielt ihm gleichgültig stand. Sie wusste, dass der Ar­chitekt seine Rechnung in einem außerhalb seiner Verant­wortung liegenden Fall wie diesem erhöhen konnte und Carol war sicher, die Arçons würden ihn nicht vom Ver­trag entbinden, da sie trotz der unvermeidlichen Aufsto­ckung keinen Bauherren finden konnten, der ihnen billi­ger ein repräsentatives Stadthaus errichtete.

Er verabschiedete sich mit dem Versprechen, seine Fris­ten einzuhalten, entließ unverzüglich alle Arbeiter, die nicht Willens waren, ihre abergläubische Furcht zu über­winden. Dann suchte er den Oberrabbiner der Pariser Ge­meinde auf. Dort war nichts mehr von einem alten Fried­hof in Enfer bekannt, aber nach einer ordentlichen Spen­de des Architekten, die er Arçon in Rechnung stellte und die die Armen der Gemeinde unterstützen sollte, war man schnell einig, wie man die leidige Sache ohne größere Af­faire aus der Welt bringen konnte. Jüdische Arbeiter gru­ben in Anwesenheit mehrerer Rabbiner die sterblichen Überreste und Grabsteine ihrer vor so langer Zeit verstor­benen Volksgenossen aus und verbrachten sie in den Ge­meindefriedhof im Cementaire de Montparnasse. Dann besorgte Carol neue Arbeiter aus Stadtvierteln, die weit von der Rue d’Enfer entfernt lagen. Damit schien die un­erfreuliche Angelegenheit ausgestanden und die Arbeiten kamen zur Freude der Arçons gut voran. Escroqs neue Schätzung der Kosten belief sich nun auf glatt zweihun­derttausend Franc, dafür hatte er sich von den gewissen­haften Provinzanwälten von Hippolyte d’Arçon einen Ver­tragszusatz abringen lassen, nach dem er diese Zahl um höchstens zehn vom Hundert überschreiten konnte.

Madame Helga war damit zufrieden und ihre Aufmerk­samkeit ließ nach. Vielleicht wäre sie nachdenklich ge­worden, wenn sie geahnt hätte, dass die Partner Carol und Escroq in der nächsten Zeit fleißig seltsame Kontakte knüpften. Der Architekt reiste mehrmals nach Angoulê­me, wo er in bestem Einvernehmen mit dem großen und dem dicken Cointet, jenen hartnäckigsten und böswilligs­ten Konkurrenten der d’Arçons, zusammentraf. Und Es­croq wurde in etwas zweifelhaften Etablissements häufig in Henri Michots Begleitung gesehen. Der Papierfabri­kant und seine Frau ahnten jedoch nicht, dass sich ein Gewitter am Horizont zusammenzog, das den noch wol­kenlosen Himmel ihrer bürgerlichen Existenz bald ver­düstern sollte. Sie wussten nicht, dass sie der Mittelpunkt einer Intrige waren und erst ein leichtes Vorgeplänkel der Schlacht um ihr Vermögen geschlagen hatten.

Mein neues Buch „Nutzlose Menschen“ ist erscheinen.

Das war die letzte Leseprobe aus dem vierten Kapitel dieses zentralen Romans von meinem „Jahrmarkt in der Stadt“-Zylus. Das Kapitel, ein Romananfang im Stil von Honoré Balzac, kann auch gut ohne Kenntnis des gesamten Buches gelesen werden. Ich will hier noch einmal daran erinnern, dass heute der letzte Tag ist, an dem man meine E-Books zum Sommerrabattpreis von 0,99 € je Buch erwerben kann. Morgen kosten sie wieder mehr.

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