Aber ein Traum …

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Montag, 20.10.19 – Alles neu macht der … Oktober?

Montag, 20.10.19

Nein, ich bin durchaus nicht der Auffassung, dass der Herbst der Frühling des Winters ist!

Dieser Spruch, der mal Adalbert Stifter und mal Henri de Toulouse-Lautrec und mal einem anderen schlauen Geist zugeschrieben wird und den man in der letzten Zeit immer häufiger hört, klingt zwar höchst hintersinnig, er ist aber nur höherer Blödsinn.  Denn dann müsste doch der Frühling der Herbst des Winters sein? Oder der Sommer der Frühling des Herbstes? Oder vielleicht ist gar der Herbst der Herbst des Herbstes? A rose is a rose is a rose. Sollte aber doch etwas an dem Spruch dran sein, dann ist kein Wunder, dass ich gerade unter einer gewissen Frühjahrsmüdigkeit leide … oder gibt es kurz vor dem Winterschlaf auch eine Herbstmüdigkeit? Wie dem auch sei. Man könnte das klinische Ergebnis meiner Anamnese auch altmodisch einen schwachen Fall von Ideosynkrasie oder auch neumodisch einen Anflug von Burnout nennen, woran ich in diesen Tagen leide. Und da ich ja recht wehleidig bin (ich bin ein Mann), jammere und klage ich über mein schweres Schicksal und falle allen damit auf die Nerven. Früher hätten die Ärzte in solch einem Fall Bewegung in frischer Luft, Sommerfrische und wegen des Überschusses an schwarzer Galle einen kräftigen Aderlass empfohlen.

Auf jeden Fall fühle ich mich an diesem Montag, an dem sich mal wieder einer meiner „Follower“ von meinem Blog abgemeldet hat – gerade was auch die Sinnhaftigkeit meine literarischen Ergüsse angeht –  wie ein angeschlagener, schwankender Boxer, der sich mit unzureichender Deckung seit zehn Runden gegen einen übermächtigen Gegner behauptet und eigentlich längst das Handtuch hätte werfen sollen; nur noch Starrsinn und Trotz hält ihn auf den Beinen. Sein – mein – Widersacher ist die öffentliche Wahrnehmung, das Publikum, das ich manchmal viel zu verzweifelt zu erreichen suche, obwohl mir mein Verstand sagt, dass es ein hoffnungsloses Unterfangen ist. Deshalb geht auch jeder meiner Konter ins Leere; ich habe z. B. noch keines meiner beiden neuen Bücher verkaufen können und bei niemandem Interesse oder gar Aufmerksamkeit erweckt, nicht einmal bei meinen Freunden und Verwandten. Ich blute längst aus Mundwinkeln und Nase, alles tut mir weh und ich schaffe es kaum mehr, die müden Arme schützend vors Gesicht zu heben. Jeder Schlag lässt mich zurücktaumeln.

Ich ziehe deshalb an dieser Stelle die Reißleine und werde ein wenig Urlaub machen und zwar in einer Gegend, wo zumindest die recht zuverlässige Wettervorhersage von Bergfex für das nächste Wochenende Großes verspricht; nämlich ins Martelltal im Südtiroler Vinschgau. Ich hoffe, dass dort der Herbst noch viel Sommer und Wärme in sich trägt(1). Und falls die Wetterfrösche sich doch irren sollten und es nasskalt und regnerisch wird – na, nicht so schlimm: Das Bergsteigerhotel, in dem Frau Klammerle und ich residieren, hat eine große Sauna- und Wellnesslandschaft. Nur das mit dem Aderlass, das werde ich sein lassen und mir vielleicht stattdessen eine Massage verschreiben. Ich werde also über die kommenden, massiv gehäuften, dunkelschwarzen Feiertage (2) in den Süden zur Sonne und in meine Berge verreisen und dem Blog und mir selbst mal wieder eine kleine Pause gönnen; mein Treibstofftank muss wieder gefüllt werden.

*

Übrigens war ich an diesem Wochenende sehr fleißig, wenn auch nicht gerade literarisch. Ich habe an den Titelbildern meiner „Brautschau“-Romane gearbeitet, dessen nächsten – „Die Verliese des elfenbeinernen Palastes“ – ich in den nächsten Wochen zum Abschluss bringen werde, um ihn vielleicht noch in diesem Winter zu veröffentlichen. Da es mir trotz verzweifelter Hilferufe nicht gelungen ist, einen talentierten Gestalter oder Zeichenkünstler für mein Werk zu interessieren, musste ich dann eben doch in den sauren Apfel beißen und diese Arbeit selbst machen. Dies, obwohl ich für das Designen keinerlei Talent besitze, was man meinen anderen Titelbildern ja auch ansieht. Aber mir wurde ja von einigen glaubhaft versichert, die „Brautschau“-Cover seien besonders mies und würden einen potentiellen Käufer nur abschrecken. Auch wenn das sicher nicht der einzige Grund ist, aus dem ich keine Leser finde, ist an diesem Vorwurf sicher etwas dran. Daher habe ich mich an die Arbeit gemacht und die Titel der Serie komplett verändert; sie ein wenig an die Gepflogenheiten der professionellen Genre-Illustratoren angepasst. Und so sehen meine „Brautschau“-Bücher ab der nächsten Auflage aus:

Ich würde mich wirklich freuen, wenn ein Seemann dort draußen auf dem weiten Meer des Internets, der zufällig auf diesen Text, den ich wie meine anderen als Flaschenpost losgeschickt habe, seine Meinung zu meinen neuen Covern äußern könnte. Herzlichen Dank im Voraus!

Dann lesen wir uns im November wieder! Ich wünsche eine schöne Zeit und hoffe, dass ihr alle gut über die düsteren Feiertage kommt.

Euer Nikolaus.

Psst! Hier ist noch ein Entwurf für ein Brautschau-Geheimprojekt, an dem ich seit geraumer Zeit nebenzu arbeite (Aber nicht weiterverraten, bitte …).

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(1) Ich will ja niemanden neidisch machen:

(2) Reformationstag, Allerheiligen, Allerseelen, Samhain, Halloween, wie man diese Tage der Trübnis und der Beschwichtigungsrituale an die angebetete Todesgottheit auch nennen und begehen will – auf eurer Feier des Beginns der winterlichen Düsternis müsst ihr diesmal auf mich verzichten.

Am letzten Halloweenabend 2018 stand ein kleines, schüchternes Gespenst vor meiner Haustür und hielt mir stumm und fordernd seine noch leere Beutetasche entgegen. „Na, musst du mich nicht ‚Süßes oder Saures‘ sagen?“, fragte ich und er sah mich an, als sei ich komplett irrsinnig geworden. „Nein, nix Saures. Ich will Süßes“, erwiderte er nach einem Moment des Überlegens. Genauso will ich es nächste Woche halten – nix Saures, nur Süßes.

Dienstag, 08.10.19 – Die gehasste Sojawurst

Dienstag, 08.10.19

Es sind nun über 35 Jahre ins Land gegangen, seit ich für mich persönlich entschied, zumindest auf einem Gebiet ein besserer Mensch zu werden und Verantwortung für die Welt zu zeigen: Von einem Tag auf den anderen entschloss ich mich, auf Fleisch zu verzichten und mich nur noch „ovo-lacto-vegetabil“ zu ernähren. Der Grund lag nicht darin, dass ich keine tierischen Produkte mochte. Es war ein ganz persönlicher, recht einsamer moralischer Entschluss. Solange ich mich gesund mit pflanzlichen Alternativen ernähren kann, soll wegen mir kein Tier leiden müssen. So einfach war das. Niemals hatte ich irgendwelche missionarische Absichten und wollte jemanden zu meiner Lebensweise bekehren; das istnur eine Sache zwischen mir und meinem schlechten Gewissen, wenn ich Reportagen über Schlachthöfe und Massentierhaltung lese. Wie andere ihre Ernährung handhaben, ist ihre Entscheidung, in die ich mich nicht einmische und die ich auch nicht mit ihnen diskutieren will. Jedermann/frau soll sich so ernähren, wie er es für richtig erachtet. Wenn jemand Fleisch gerne essen möchte und das täglich und bei jeder Mahlzeit, dann soll er das tun. Ich will das eben nicht – das ist doch ganz einfach. Und ich will niemandem mit dieser Entscheidung lästig fallen. Das war von mir leider sehr naiv gedacht. Schnell musste ich feststellen, wie sehr allein die Tatsache meines Vegetarismus‘ die Menschen in meinem näheren und weiteren Umfeld provozierte, als wäre mein Verzicht ein gezielter Angriff auf ihre Lebensart, als wäre meine Person zu einem lebendiggewordenen Vorwurf geworden, der den „Carnivoren“ den Appetit verdirbt. Ich habe unzählige Bekehrungsversuche von Fleischessern hinter und wahrscheinlich auch noch vor mir. Ich weiß nicht, warum das so ist. Vor 30 Jahren waren es nur Bekannte, Freunde und meine Familie, die mir das Leben schwermachten und vor denen ich mich ständig dafür entschuldigen und verteidigen musste (und auch heute noch muss), dass ich die schreckliche Untat begehe und kein Fleisch konsumiere(1), heute im Zeitalter der sozialen Medien, überschwemmt mich ein Vegetarierhass, der mich fassungslos macht.

Damals, Anfang der 80er Jahre, als nur etwa 1 Prozent der Bevölkerung der BRD auf Fleisch verzichtete, war es übrigens keine einfache Sache, sich vegetarisch zu ernähren. Außer in der Pizzeria (Gelobt sei die italienische Küche! Es gibt keine bessere auf der Welt!) gab es in keinem Lokal eine nennenswerte Speisenauswahl für Fleischmeider und hätten der sparsame Schwabe und der Allgäuer nicht traditionell Kässpätzle auf der Karte, wäre ich wohl inzwischen auf irgendeiner Bergwanderung verhungert.(2) Fleischersatzprodukte wie Getreideküchlein, Aufstriche, Sojawurst oder Ähnliches gab es nur im Reformhaus, das war teuer, farblich abstoßend, von merkwürdiger Konsistenz und schmeckte oft grauenvoll. Dies hat sich zu meinem Glück geändert, in der Hauptsache, weil Vegetarismus im Moment eine Art Modeerscheinung ist und sich immer mehr Menschen – im Moment sind es über zehn Prozent der Deutschen und ihre Zahl steigt – für diese Ernährung entscheiden. Klar, dass die Lebensmittelindustrie hier viel Potential sieht und mit Leidenschaft in das Geschäft mit Vegetarismus und Veganismus eingestiegen ist, während übrigens die Reformhäuser diesen Trend vollkommen verschlafen haben und noch immer ihre alten, ungenießbaren Tofu-Bratstücke verkaufen. Inzwischen macht der Wurstfabrikant Rügenwalder Mühle fast 30 % seines Umsatzes mit seinen pflanzlichen Produkten.(3) Und dann gibt es da noch – inzwischen nicht nur in Bioläden, sondern auch in den Discountern – „Fleischersatz“-Burger, die Hamburger-Pattys simulieren; die besten soll es bei REWE geben. Das erfreut die Vegetarier, die jetzt plötzlich leckere Burger und nicht nur Zucchinischeiben grillen können – führt aber zu erstaunlichen Kommentaren im Internet, in denen blanker Hass, Abscheu und, ja, Rasissmus und Faschismus zu lesen sind(4). Mir ist bewusst, dass dies nur ein Nebenkriegsschauplatz in der Schlacht um die Deutungshoheit von Klimakatastrophe, Umweltzerstörung, Fridays for future, Fahrradfahren, Kreuzfahrten, Waldrodung, Migration, Nahost-Konflikt etc. ist, aber von den Verbohrten und braunen Irren, für die „Gutmensch“ ein Schimpfwort ist, wird die Schlacht um den veganen Burger, in der rechtschreibunsicher die unselige Nazisprache fröhlich Urständ feiert,  ebenso verbissen geführt, als wäre er so etwas Ähnliches wie das Fahren eines SUVs; ein Aushängeschild für eine übergriffige Lebensweise, die die eigene in ihrer Existenz bedroht. Es ist eine Auseinandersetzung, an der ich überhaupt nicht teilnehmen möchte. Ich will nicht ernsthaft darüber streiten, ob man „vegetarische Bratwürste“ „Würste“ nennen darf, weil es Ettikettenschwindel sei, der ein paar Senioren beim Einkauf verwirren könnte. Genauso wenig will ich darüber diskutieren, warum ein „Leberkäse“ „Leberkäse“ heißen darf, obwohl sich darin weder „Leber“ noch „Käse“ befinden(5). Tatsache ist, dass der „Fußabdruck“ dieser Veggie-Burger besser ist als der von normalen Hamburgern und absolut niemand gezwungen wird, die Dinger zu essen. Von mir schon gar nicht.

Nein, ich bin nicht unter die Foodblogger und Instagramer gegangen, die Bilder von ihrem Essen aufnehmen. Trotzdem: Das war vegetarisch und schon lecker (auch das Bier).


(1) Mein Vater glaubte lange, ich sei nicht nur Vegetarier, sondern auch schwul geworden und würde demnächst ins Kloster gehen oder auf dem Monte Verità nackt meinen Namen tanzen. Für ihn war mein Vegetarismus eine direkte Attacke auf seine strammdeutsche und einzig richtige Lebensweise. Ich bin froh, dass er zu alt ist, seine Lebenweisheiten bei Facebook zu verbreiten.

(2) Vor ein paar Sommern war ich am Müritzsee und auf der Insel Rügen. Dort haben Vegetarier keine Chance. Es gibt wirklich keine fleischlosen Alternativen in den Lokalen; sogar der Kartoffelsalat enthält Speckwürfel. „Wir haben Fisch.“ – „Das ist auch Fleisch.“ – „Dann nehmen Sie doch die Nudeln mit Soße von der Kinderkarte.“ – „Aber das ist doch eine Bratensoße!“ – „An der ist nur ein bisschen Fleisch dran.“ – „Ein bisschen Fleisch … Es gibt doch auch kein bisschen schwanger!“ Diese Diskussion habe ich ein dutzendmal führen müssen. Meine Vorurteile gegen den deutschen Osten haben sich bestätigt.

(3) Ich will gar nicht so genau wissen, wie viel Chemielabor im veganen Rügenwalder Aufschnitt steckt, aber das Zeug schmeckt erstaunlich gut und ist eine schöne Abwechslung auf der Semmel.

(4) Mit Sicherheit gibt es auch „militante“ Vegetarier und ich bin auch schon von der anderen Seite angegriffen worden, weil ich „bloß“ Vegetarier und nicht Veganer bin, aber die sind doch eine winzige Minderheit. Ich kann übrigens nicht einsehen, warum ich keinen Honig, Eier oder Milch zu mir nehmen sollte.

(5) Auch Soja- oder Mandelmilch darf nicht mehr „Milch“ heißen,  billiger Weißwein jedoch weiterhin als „Liebfrauenmilch“ verkauft werden. Merkwürdig. In einem „Jägerschnitzel“ ist auch kein Jäger drin und in der Kinderschokolade … aber das führt zu weit.

 

Dienstag, 24.09.19: Die Große Depression

Dienstag, 24.09.19
Noch drei Monate bis Weihnachten

„Oh, Jammer und Not. Oh, dräuend Ungemach.
Oh je, oh jemine, die Sorgen! Die Sorgen!“
Donald Duck

Alles ist nur eine Zeitlang schön.
Vorerst.
Nikolaus Klammer

Pünktlich wie die verheerenden Herbststürme in den USA, die Lebkuchen und Nikoläuse in den Supermarktre­galen, den Kürbiscremesuppen, Wildwochen und Maro­ni-Rezepten auf den Speisekarten der Gaststätten und die künstliche Erregung, wer wieder einmal nicht den Literaturnobelpreis bekommen hat, ist ab Ende September in allen literarischen Zeitschriften, Feuilletons, Blogs und Foren, bei allen Dichterlingen und jenen, die es noch werden wollten – oder wie ich nur meinen, es zu sein -, ein Phä­nomen zu beobachten, das exakt bis zum ersten Advent reicht: Obwohl es noch ein paar Monate hin ist, erinnert man sich plötzlich wieder an den No­vember mit all seinen makaberen Festtagen. Es riecht überall nach Verzweiflung, Verwesung und Tod.

Mit den morgendlichen Nebeln, die ein viel zu früher, eiskalter Nordwind aus den klammen Wiesen über die feuchten, grauen Wege treibt, auf denen letzte bunte Blätter wie tote Schmetterlinge kleben, kultivieren die Literaten ihre ach so tiefempfundene, ach so heuchleri­sche Pseudotrauer, ich will sie mal Das Große Herbstjammern nennen. Sie wird im Advent von der Weih­nachts-Weinerlichkeit und der Feiertags-Betroffenheit abgelöst. Dann folgt bis in den März hinein die Winterdepression.

Es is geradet, als hätten sie voller Ungeduld den ganzen Som­mer darauf gewartet: Wie bestellt legen auch gleich ein paar Große der Zunft erschöpft ihre Stifte zur Seite und den Geist in die Hände einer trauernden Nachwelt. Plötzlich springt jeder auf diesen Zug auf und drückt seine Betrof­fenheit in mehr oder weniger gelungenen Nekrologen und larmoyanten Erinnerungen aus. Die Journalisten reiben sich die Hände, weil sie ihre längst geschriebenen genialen Nachrufe endlich gegen Bares im Feuilleton unterbringen können und die Verleger sind erfreut, weil sie pünktlich zur Buchmesse die Werke des – egal, wie alt er war – immer allzu früh von uns Gegangenen nach­drucken können und diese sich wie geschnitten Brot verkaufen. Ich glaube, es gibt keinen einzigen gro­ßen Autoren, der mitten im Sommer in seiner Villa auf Fuerteventura starb. Vielleicht wird hier von der Verlagsmafia auch manches Ableben künstlich hinausgezögert.(1)

Apropos Sommer: Wo haben sie sich eigentlich in den letzten Mona­ten versteckt gehalten, jene aschgrauen, wehmütigen, todessehnsüchtigen, morbiden Gedichtlein und Texte voll von Herbst, Ab­schied, Weltschmerz, frühem Leid, Bedauern, Melancholie, Depressi­on, Krankheit, Verzweiflung? Lagen sie am Strand in der Sonne? Wie Saunaschweiß perlen sie jetzt auf den erhitzten Stirnen der Lyriker und tropfen mit salzigen Tränen vermischt aufs Papier oder die Tastaturen! Ach, so klamm und kalt ist dem Poeten plötzlich, ein namen­loses Gefühl greift ihn fest und unbarmherzig ans Herz und engt seine Brust. Wie einsam und verlassen ist er doch mit einem Mal, wie gleichgültig behandeln ihn sei­ne Mitmenschen – so furchtbar allein ist er mit seinen tiefen Empfindungen und Sorgen. So sehr trägt er am Gewicht der Welt, am Kummer seiner Menschheit, dass ihm jeder Schritt zur schleppenden Qual wird. So schrecklich ist das Absterben der Natur und so furcht­bar dabei sein eigenes Los, so bedeutungsschwanger die Kürze der Tage und die lange, frostkalte Nacht. Jam­mern auf höchstem Niveau. Ach, wir sind doch nur Staub im Wind.

„Oje, morgens ist es jetzt schon immer länger dunkel. Und abends auch. Da brauche ich tatsächlich Licht im Bad! Ich musste schon die Heizung anmachen, festes Schuhwerk und die dicke Jacke aus den hinteren Schrankwinkeln ziehen … Und in drei Monaten ist Weihnachten! Wann soll ich da nur mit meiner Diät an­fangen können?“

Das ist doch ein Gedicht wert! Das muss ich allen mit­teilen, darüber muss man schreiben dürfen. Meine Herbstdepression, die interessiert die anderen, die teile ich. Ich habe traurige Worte, die will jeder hören. Meine zweihunderttausend Facebook-Freunde kennen das gar nicht, das muss ich ihnen erklären! Von denen empfin­det niemand so tief und ehrlich wie ich. Vielleicht kriege ich ja von allen ein „Gefällt mir“. Ich nenne das Gedicht:

Herbstnacht
Ein Wasserfall von Kälte stürzt hernieder.
Die Menschen werden fahl und grau.
Asche dunkelt den Himmel.
Lichter erwachen
zu geisterhaft glitzerndem Leben.
Müde bleichen Sterne
in schweren Wolkenmeeren.
Nacht wimmert zwischen den Ästen,
beweint den verlorenen Tag.
Die Stadt erbricht lasterhaftes Tun.
Schlaf sinkt wie Tod herab.
Schwärze schluckt den Lärm.
Nebel geifert grauen Qualm.
Alles still, Gott so fern:
Albträume Wahnsinniger.

Gut, nicht? Ich bin selbst ganz betroffen von der Tiefe meiner Lyrik. Ich werde mir jetzt eine Flasche Bordeaux öffnen und noch ein paar Tränen über das Schicksal der Menschheit vergießen. Dann schmecken die ersten Schoko-Lebkuchen noch viel besser.

*

PS. Diesen inzwischen gut abgehangenen, aber nie veraltenden und ähnliche ältere Texte dieses Blogs habe ich in meinem Büchlein „Noch einmal davon gekommen“ gesammelt, das demnächst mit „Noch einmal daran gedacht“ eine Fortsetzung erhält.

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(1) Und damit habe ich jetzt auch einmal ein Fake-Nachricht in die Welt gesetzt. Ich bin gespannt, wann ich es bei web.de als Schlagzeile lese.

Freitag, 26.07.19 – Am Ende angelangt

Freitag, 26.07.19

Du bist zwar schneller,
aber wir sind im Urlaub.
Aufkleber auf der rückseitigen Tür eines Wohnmobils

Am Ende angelangt

Das ist ein Gespräch, das ich gerade gefühlt fast täglich führe:

„Ach ja, Frau Klammerle und du, ihr macht doch dauernd Urlaub.“
„Tja, wer kann, der kann. In diesem Sommer fahren wir übrigens nach Italien; an den Iseo-See.“
„Ach, nett, da war ich auch schon.“

Es ist merkwürdig: Egal, wohin ich in den Urlaub fahre – alle waren schon vor mir da, aber mir wird es zum Vorwurf gemacht. Wahrscheinlich liegt das daran, dass sowohl meinem Brotberuf, als auch meiner Schriftstellerei ein neiderweckendes Maß an Freizeit und Faulheit unterstellt werden. Da kann ich nur sagen: Augen auf bei der Berufswahl und mal ein wenig an der eigenen Nase packen. Viele von denen, die mir Faulheit unterstellen, sind selbst nicht unbedingt fleißig und der hartnäckigste Kritiker meiner Freizeitgestaltung, der immer ein spöttisches Wort über meinen Brotberuf findet, ist seit 25 Jahren Frührentner.

*

Doch leider ist auch ein Tropfen Gallebitternis in die nun kommenden Urlaubswochen verrührt.

Also gut, ich bin es leid. Irgendwann in den letzten Wochen kapierte sogar ich hartnäckiger Träumer, dass es so nicht weitergeht, dass alle Arbeit, alle Anstrengung, aller Fleiß und alle Hoffnung vergeblich waren: Ich bin am Ende; meine Flucht vorwärts führte direkt in eine Sackgasse hinein.*

Am Ende? Nun, es gibt heute zumindest ein Staffelfinale ohne Cliffhanger und ohne die vollkommene Gewissheit, ob es im Herbst eine Fortsetzung geben wird.

Wie in jedem Sommer geht mein Blog „Aber ein Traum“ nun für zwei Monate (oder vielleicht auch für viel länger) in die Sendepause.

Ich ziehe mich vollkommen zurück in mein Schneckenhaus (Gut, ein oder zwei Fühler strecke ich noch aus …) oder, um beim Künsterbild zu bleiben: Ich wohe ab heute in meinem privaten Elfenbeinturm. Ich als Autor, der tausende von Seiten geschrieben, 8 Bücher veröffentlicht und hier fleißig gebloggt hat, fühle mich gerade allzu erschöpft und ausgelaugt, deprimiert – in die Enge getrieben und endlich auch besiegt. Mein digitales Anbiedern, die Internetprostitution, das Freundlichtun gegenüber Gleichgültigen und Überheblichen Selbstdarstellern ekeln mich an.

Ich will nun mal wieder analog leben, Kraft schöpfen, meine Ehe und meine Beziehungen pflegen, die Welt (zumindest einen kleinen Teil von ihr) sehen, ohne Verpflichtungen und äußere Zwänge sein. Das habe ich allzulange vermisst. Ich möchte dicke und noch dickere Bücher lesen, unbeeinflusst von Verpflichtungen oder Erwartungen an meinen eigenen Werken schreiben und das eine oder andere Neue auf neue Weise beginnen. Ich will morgens ohne Last und Termine erwachen und den Tag mit Mozart, Vivaldi, Albert King und einer Butterbreze beginnen. Ich will tagsüber Schönheit, Kultur und Kunst in mich aufnehmen, damit sie mich noch im Winter von innen wärmen. Ich will abends mit einem Glas Weißwein (Unser Ferienhaus liegt in einem Weingut) in der Hand auf einer Terrasse an einem See sitzen und zu den noch glühenden nahen Bergen, die mein morgiges Ziel sind, hinübersehen, während die Stille nach Sonnenuntergang etwas Kühle heranwehen lässt und die letzten Schwalben in der hohen Luft pfeifen. Ich will endlich die erschöpfte Melancholie dieses Sommers, in dem so viele Dinge enden, genießen können. Der Blog ruht in der Zeit als Versprechen wie ein schon von weitem sichtbares Storchennest, dessen Jungtiere flügge geworden und dessen Storchenpärchen in den Süden geflogen ist. Das alles will ich – und noch einiges mehr. Wird es mir zumindest im Ansatz auch gelingen? Ich will es versuchen und diese Hoffnung kann mir niemand nehmen. Bis zur Ziehung der Lottozahlen im Herbst bin ich ein Millionär.

Ja, ich bin ein von Selbstzweifeln und Lebensängsten zerfressener Autor und ein unsicherer, überaus schüchterner Mensch. Daher brauche ich Jahr für Jahr diese Ausruhphasen, um weitermachen zu können, mich vom Tonnengewicht meines Scheiterns befreien zu können. Nun, das hat auch sein Gutes: Niemand wird meine Stimme über den Sommer vermissen, denn ich finde ja keine Leser – auch nicht mit diesem Text. Da gibt es seit Wochen keinen, der sich auf meinen Blog verirrt und etwas liest, niemanden, der meine Bücher kauft, keine Kritiker, keine Anhänger, noch nicht einmal Feinde. Das Internet ist mein Totes Meer. Meine Texte dümpeln unbemerkt im Salzwassersee der Gleichgültigen und Uninteressierten. In den letzten Wochen habe ich viele lange Abschnitte meiner Werken überarbeitet und hier gebloggt, teilweise gehören diese Texte zum Besten, was ich als Schriftsteller schaffen kann – sie sind die Früchte harter und intensiver Arbeit. Es war als Werbung für mich selbst gedacht. Doch nichts fand Aufmerksamkeit oder auch nur Gnade, da war kein Publikum. Was bedeuten 150 Follower, wenn sich niemals einer von ihnen auf meine Seite verirrt oder gar einen Dialog mit mir beginnen will? Damit aus meinen Schriften Literatur wird, brauchen sie nur ein, zwei Leser, das Auge des Betrachters. Wenn dieser jedoch fehlt, dann ist alles, was ich mache, eitel und unnütz und der Blog nur ein Papierkorb. Die Mona Lisa ist ein buntes Bildchen, wenn sie im Keller hängt und niemand sie ansieht. Ein Kunstwerk wird nur eines, wenn es sich von seinem Schöpfer löst und betrachtet wird. Meine Texte sind jedoch Angebote, die nicht angenommen werden – aus welchen Gründen auch immer. Deshalb werde ich nicht nur den Blog auf unbestimmte Zeit schließen, sondern auch meine Buchveröffentlichungen zumindest für die nächste Zeit stoppen.

Meine Stimme war nicht laut, doch sie ist heiser geworden und ich muss sie jetzt verstummen lassen. Aber außer mir bedauert das eh niemand.

*

Ich wünsche trotzdem jederfrau (und -mann) eine schöne Sommer- und Ferienzeit, Erholung und Glück im Großen und – wertvoller oft – im Kleinen.

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* Ich weiß, dass es paradox ist, aber ich will in diesem Zusammenhang auf meine Erzählung „crisis“ hinweisen, in der ich schon vor fast vierzig Jahren sehr gut zusammengefasst habe, wie ich mich im Moment in Deutschland und in meinem Leben fühle.

Freitag, 05.07.19 – Was ich schon immer mal sagen wollte …

„Die Deutschen sind übrigens wunderliche Leute!
Sie machen sich durch ihre tiefen Gedanken und Ideen, die sie überall suchen
und überall hineinlegen, das Leben schwerer als billig.
Ei, so habt doch endlich einmal die Courage, euch den Eindrücken hinzugeben,
euch ergötzen zu lassen, euch rühren zu lassen, euch erheben zu lassen, ja euch belehren,
und zu etwas Großem entflammen und ermutigen zu lassen:
aber denkt nur nicht immer, es wäre alles eitel,
wenn es nicht irgend abstrakter Gedanke und Idee wäre.“

Goethe, 1827

Nicht funktionierende Wecker, kaputte Türen, Überreste von Katzenmahlzeiten auf dem Teppich. Seltsame Gewächse in meinem Hochbeet, Klavier spielende Nachbarn, Mücken, Radiosender, Gender-Wissenschaft und Rasenmäher, Weihnachtslieder, Neologismen, merkwürdige Urlaubsorte … und meist ist das Wetter schlecht. Fast beängstigend, über was ich mich schon alles aufgeregt habe – und das war nur eine kleine Auswahl der Emotionen, die für diesen Blog inzwischen zu hunderten Texten geronnen sind. (1)

Mir ist bewusst, dass jedes einzelne meiner Problemchen im dunklen Schlagschatten der oft existentiellen Nöte von anderen Menschen steht und wie ein Hundehäufchen neben einem Alpengipfel wirkt. Die Widrigkeiten in meinem Leben wirken in der Summe von Millionen, ja Milliarden viel grausamerer Einzelschicksale lächerlich nichtig und unbedeutend. Es ist beinahe schon eine Beleidigung für die wirklich Leidenden, wenn ich mich hier auf diesem Blog und speziell in meinen Freitagsaufregern über die unerquicklichen und unerfreulichen Dinge in meinem Alltag echauffiert habe oder darüber, dass wirklich niemand meine Romane liest. In der Regel sind es wirklich nur Kleinigkeiten und Erste-Welt-Wehwehchen – wie das Sohn Nr. 1 formulieren würde -, die mich plagen, aber sie sind eben Teil meiner bürgerlichen Existenz in einem der wohlhabendsten Länder der Welt. Da ich mir selbst am nächsten bin, stehen mir meine Sorgen und Nöte im Mittelpunkt, so gering man sie auch einschätzen mag. Es sind meine Rückenschmerzen, die mich plagen, es sind meine Freunde, zu denen ich den Kontakt verliere. Es ist meine Lebenszeit, die ein unerfreulicher Alltag und eine belastende Arbeit in Windeseile auffressen. Es ist mein verregnetes Wochenende. Mir deswegen ein Jammern auf hohem Niveau vorzuwerfen, ist ungerecht.

Seien wir an dieser Stelle einmal ehrlich: Jedes Leben – auch meines – ist in letzter Konsequenz tragisch. Egal, wie bequem dieses Leben ist und wie lang es noch dauern mag – es verläuft für jeden auf die gleiche Weise: Es bringt für den einen früher, für den anderen später – aber unvermeidbar – den Verlust von allem mit sich, an dem ihm gelegen ist. Am Ende des Weges verliert man sich selbst, Stück für Stück, Zahn für Zahn, Erinnerung für Erinnerung, Mensch für Mensch. Manchen geschieht der Gedächnisverluss schon lange vor ihrem körperlichen Tod. Krankheiten quälen, Träume platzen, Lebensentwürfe scheitern, geliebte Menschen verlassen uns: „Was sind wir Menschen doch? Ein Wohnhaus grimmer Schmerzen, […] Ein Schauplatz herber Angst und abgebrannte Kerzen.“ (2)

*

Oje, hier muss ich unbedingt einen Absatz machen. Ich habe mich verlaufen! Wie bin ich nur in diesen Sumpf gelangt? Und wie ziehe ich mich wieder aus ihm heraus? Mein Haar ist nicht wie das vom Baron Münchhausen zum Zopf gebunden …

Ich erzähle hier nicht von meinen Alltagsnöten, weil ich bedauert werden will. Schließlich mache ich mich doch auch oft genug über meine Missgeschicke und Peinlichkeiten lustig und belache mich selbst, sehe die Komik in den Ereignissen, die ich zuerst tragisch nahm. Ich erzähle von meinen alltäglichen Fehlschlägen, weil ich glaube, dass es ein Vergnügen ist, von den Problemen der anderen zu lesen und sich über ihre kleinen Sorgen zu amüsieren. Das lenkt wunderbar von den eigenen ab.

Heißt es nicht: Wer den Schaden hat, macht die reinste Freude – oder so ähnlich? Ich exhibitioniere meine Sorgen und Missgeschicke nur, weil ich meine Leser unterhalten will. Meine kleinen Klagen sollen ein paar vergnügte Momente lang unterhalten, goutiert und dann vergessen werden – die Glosse als Schokoriegel, als Teil der täglichen Hygiene. Was ich zu bieten habe, fordert ein-, zweimal in der Woche ein paar Minuten Lebenszeit und das kleine Risiko, enttäuscht und gelangweilt (3) zu werden. Sollte diese von mir angebotene Leckerei bei einem Leser einen schlechten oder faden Geschmack im Mund erzeugen, dann bitte ich um Verzeihung. Aber ich glaube, das Preis-Leistungs-Verhältnis meines Angebots ist sensationell. Und nein: Es ist nicht alles schlecht, was nicht so bekannt ist!

Obwohl ich weiß, dass es ein verlogenes Bild ist, sehe ich es noch immer gerne gemeinsam mit der Maus Frederick (4) auf die folgende Weise: Mit meinem Talent, Geschichten zu erfinden und sie zu erzählen, wurden mir ein Farbtopf und ein Pinsel in die Hand gedrückt, mit deren Hilfe ich diese graue, grausame Welt ein wenig bunter tupfen und dem Leser ein Lächeln auf die Lippen zaubern kann.

Auch deswegen habe ich dieses Buch geschrieben. Es ist mein Beitrag dazu, die Welt ein ganz klein wenig besser zu machen.

__________

(1) Eine Auswahl aus dieser Auswahl ist in meinem Buch „Noch einmal davon gekommen“ nachzulesen. Im Herbst gibt es einen weiteren Sammelband, der „Noch einmal daran gedacht“ heißen wird. Davon morgen mehr …

(2) Andreas Gryphius, Menschliches Elende. Ich rate sehr dazu, mehr barocke Lyrik zu lesen, dort fühle ich zumindest mich sehr heimisch. Die Autoren jender Zeit sind uns um so vieles näher als die Minnedichter vor und die Klassiker nach ihnen. Erst Barock, dann die Moderne, erst Gryphius und Fleming, dann Jandl und Celan. Lyrisch betrachtet, kann man große Teile des 18. und fast das gesamte 19. Jahrhundert getrost vergessen und überblättern.

(3) Seien wir exakt. Kein Text ist langweilig, die Langeweile ist eine Empfindung, die von innen kommt, aus dem Gefühl heraus. Sie wird nie von außen an mich herangetragen, sie existiert allein in mir selbst. Mir ist langweilig, nicht das Buch ist langweilig. Selbstverständlich gibt es viele Texte, dich mich gelangweilt haben, z. B. dieser Adalbert Stifter’sche Nachsommer, in dem edle und gute Menschen in schöner Umgebung 700 Seiten lang – nichts tun. Den halte ich persönlich für eine meiner schlimmsten Leseerfahrungen.  Offensichtlich war ich nicht das Publikum für diesen Text, ich kenne Leute, die ihn mögen. Ich schätze hingegen Arno Schmidt, andere können kaum eine Seite lesen, ohne kopfschüttelnd einzuschlafen.

Zusammengefasst: Ich werde es nie schaffen, einen Text zu schreiben, der niemanden langweilt, das schafft auch Stephen King nicht. Aber ich werde mit meinen Texten immer jemanden finden, für den gerade dieser Text neu ist, interessant ist, der mir Publikum ist. „Gehobene Literatur“, und es ist wahrscheinlich das, was die meisten schreiben wollen, hat immer nur ein kleines Publikum, auch bekannte Autoren können nur ganz selten von dem leben, was sie schreiben, vielleicht ein, zwei Leute pro Generation. Der Rest schreibt, weil er das Bedürfnis hat, seine Sicht der Dinge, seine „Utopie“, weiterzugeben. Wieviel Publikum er hat, ob zehn, zwanzig oder hunderttausend Leser, ist dabei doch nicht von Interesse.

(4) Leo Lionni, Frederick. Unter den ungezählten Kinderbüchern, die ich meinen Söhnen Abend für Abend vorgelesen habe, waren einige – wie eben dieses – von so tiefer Weisheit, dass sie eigentlich zur Pflichtlektüre von jedermann zählen sollten. Andere wiederum … waren der letzte Mist; sie waren merkwürdigerweise oft die beliebtesten.

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