Aber ein Traum …

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Freitag, 26.07.19 – Am Ende angelangt

Freitag, 26.07.19

Du bist zwar schneller,
aber wir sind im Urlaub.
Aufkleber auf der rückseitigen Tür eines Wohnmobils

Am Ende angelangt

Das ist ein Gespräch, das ich gerade gefühlt fast täglich führe:

„Ach ja, Frau Klammerle und du, ihr macht doch dauernd Urlaub.“
„Tja, wer kann, der kann. In diesem Sommer fahren wir übrigens nach Italien; an den Iseo-See.“
„Ach, nett, da war ich auch schon.“

Es ist merkwürdig: Egal, wohin ich in den Urlaub fahre – alle waren schon vor mir da, aber mir wird es zum Vorwurf gemacht. Wahrscheinlich liegt das daran, dass sowohl meinem Brotberuf, als auch meiner Schriftstellerei ein neiderweckendes Maß an Freizeit und Faulheit unterstellt werden. Da kann ich nur sagen: Augen auf bei der Berufswahl und mal ein wenig an der eigenen Nase packen. Viele von denen, die mir Faulheit unterstellen, sind selbst nicht unbedingt fleißig und der hartnäckigste Kritiker meiner Freizeitgestaltung, der immer ein spöttisches Wort über meinen Brotberuf findet, ist seit 25 Jahren Frührentner.

*

Doch leider ist auch ein Tropfen Gallebitternis in die nun kommenden Urlaubswochen verrührt.

Also gut, ich bin es leid. Irgendwann in den letzten Wochen kapierte sogar ich hartnäckiger Träumer, dass es so nicht weitergeht, dass alle Arbeit, alle Anstrengung, aller Fleiß und alle Hoffnung vergeblich waren: Ich bin am Ende; meine Flucht vorwärts führte direkt in eine Sackgasse hinein.*

Am Ende? Nun, es gibt heute zumindest ein Staffelfinale ohne Cliffhanger und ohne die vollkommene Gewissheit, ob es im Herbst eine Fortsetzung geben wird.

Wie in jedem Sommer geht mein Blog „Aber ein Traum“ nun für zwei Monate (oder vielleicht auch für viel länger) in die Sendepause.

Ich ziehe mich vollkommen zurück in mein Schneckenhaus (Gut, ein oder zwei Fühler strecke ich noch aus …) oder, um beim Künsterbild zu bleiben: Ich wohe ab heute in meinem privaten Elfenbeinturm. Ich als Autor, der tausende von Seiten geschrieben, 8 Bücher veröffentlicht und hier fleißig gebloggt hat, fühle mich gerade allzu erschöpft und ausgelaugt, deprimiert – in die Enge getrieben und endlich auch besiegt. Mein digitales Anbiedern, die Internetprostitution, das Freundlichtun gegenüber Gleichgültigen und Überheblichen Selbstdarstellern ekeln mich an.

Ich will nun mal wieder analog leben, Kraft schöpfen, meine Ehe und meine Beziehungen pflegen, die Welt (zumindest einen kleinen Teil von ihr) sehen, ohne Verpflichtungen und äußere Zwänge sein. Das habe ich allzulange vermisst. Ich möchte dicke und noch dickere Bücher lesen, unbeeinflusst von Verpflichtungen oder Erwartungen an meinen eigenen Werken schreiben und das eine oder andere Neue auf neue Weise beginnen. Ich will morgens ohne Last und Termine erwachen und den Tag mit Mozart, Vivaldi, Albert King und einer Butterbreze beginnen. Ich will tagsüber Schönheit, Kultur und Kunst in mich aufnehmen, damit sie mich noch im Winter von innen wärmen. Ich will abends mit einem Glas Weißwein (Unser Ferienhaus liegt in einem Weingut) in der Hand auf einer Terrasse an einem See sitzen und zu den noch glühenden nahen Bergen, die mein morgiges Ziel sind, hinübersehen, während die Stille nach Sonnenuntergang etwas Kühle heranwehen lässt und die letzten Schwalben in der hohen Luft pfeifen. Ich will endlich die erschöpfte Melancholie dieses Sommers, in dem so viele Dinge enden, genießen können. Der Blog ruht in der Zeit als Versprechen wie ein schon von weitem sichtbares Storchennest, dessen Jungtiere flügge geworden und dessen Storchenpärchen in den Süden geflogen ist. Das alles will ich – und noch einiges mehr. Wird es mir zumindest im Ansatz auch gelingen? Ich will es versuchen und diese Hoffnung kann mir niemand nehmen. Bis zur Ziehung der Lottozahlen im Herbst bin ich ein Millionär.

Ja, ich bin ein von Selbstzweifeln und Lebensängsten zerfressener Autor und ein unsicherer, überaus schüchterner Mensch. Daher brauche ich Jahr für Jahr diese Ausruhphasen, um weitermachen zu können, mich vom Tonnengewicht meines Scheiterns befreien zu können. Nun, das hat auch sein Gutes: Niemand wird meine Stimme über den Sommer vermissen, denn ich finde ja keine Leser – auch nicht mit diesem Text. Da gibt es seit Wochen keinen, der sich auf meinen Blog verirrt und etwas liest, niemanden, der meine Bücher kauft, keine Kritiker, keine Anhänger, noch nicht einmal Feinde. Das Internet ist mein Totes Meer. Meine Texte dümpeln unbemerkt im Salzwassersee der Gleichgültigen und Uninteressierten. In den letzten Wochen habe ich viele lange Abschnitte meiner Werken überarbeitet und hier gebloggt, teilweise gehören diese Texte zum Besten, was ich als Schriftsteller schaffen kann – sie sind die Früchte harter und intensiver Arbeit. Es war als Werbung für mich selbst gedacht. Doch nichts fand Aufmerksamkeit oder auch nur Gnade, da war kein Publikum. Was bedeuten 150 Follower, wenn sich niemals einer von ihnen auf meine Seite verirrt oder gar einen Dialog mit mir beginnen will? Damit aus meinen Schriften Literatur wird, brauchen sie nur ein, zwei Leser, das Auge des Betrachters. Wenn dieser jedoch fehlt, dann ist alles, was ich mache, eitel und unnütz und der Blog nur ein Papierkorb. Die Mona Lisa ist ein buntes Bildchen, wenn sie im Keller hängt und niemand sie ansieht. Ein Kunstwerk wird nur eines, wenn es sich von seinem Schöpfer löst und betrachtet wird. Meine Texte sind jedoch Angebote, die nicht angenommen werden – aus welchen Gründen auch immer. Deshalb werde ich nicht nur den Blog auf unbestimmte Zeit schließen, sondern auch meine Buchveröffentlichungen zumindest für die nächste Zeit stoppen.

Meine Stimme war nicht laut, doch sie ist heiser geworden und ich muss sie jetzt verstummen lassen. Aber außer mir bedauert das eh niemand.

*

Ich wünsche trotzdem jederfrau (und -mann) eine schöne Sommer- und Ferienzeit, Erholung und Glück im Großen und – wertvoller oft – im Kleinen.

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* Ich weiß, dass es paradox ist, aber ich will in diesem Zusammenhang auf meine Erzählung „crisis“ hinweisen, in der ich schon vor fast vierzig Jahren sehr gut zusammengefasst habe, wie ich mich im Moment in Deutschland und in meinem Leben fühle.

Freitag, 05.07.19 – Was ich schon immer mal sagen wollte …

„Die Deutschen sind übrigens wunderliche Leute!
Sie machen sich durch ihre tiefen Gedanken und Ideen, die sie überall suchen
und überall hineinlegen, das Leben schwerer als billig.
Ei, so habt doch endlich einmal die Courage, euch den Eindrücken hinzugeben,
euch ergötzen zu lassen, euch rühren zu lassen, euch erheben zu lassen, ja euch belehren,
und zu etwas Großem entflammen und ermutigen zu lassen:
aber denkt nur nicht immer, es wäre alles eitel,
wenn es nicht irgend abstrakter Gedanke und Idee wäre.“

Goethe, 1827

Nicht funktionierende Wecker, kaputte Türen, Überreste von Katzenmahlzeiten auf dem Teppich. Seltsame Gewächse in meinem Hochbeet, Klavier spielende Nachbarn, Mücken, Radiosender, Gender-Wissenschaft und Rasenmäher, Weihnachtslieder, Neologismen, merkwürdige Urlaubsorte … und meist ist das Wetter schlecht. Fast beängstigend, über was ich mich schon alles aufgeregt habe – und das war nur eine kleine Auswahl der Emotionen, die für diesen Blog inzwischen zu hunderten Texten geronnen sind. (1)

Mir ist bewusst, dass jedes einzelne meiner Problemchen im dunklen Schlagschatten der oft existentiellen Nöte von anderen Menschen steht und wie ein Hundehäufchen neben einem Alpengipfel wirkt. Die Widrigkeiten in meinem Leben wirken in der Summe von Millionen, ja Milliarden viel grausamerer Einzelschicksale lächerlich nichtig und unbedeutend. Es ist beinahe schon eine Beleidigung für die wirklich Leidenden, wenn ich mich hier auf diesem Blog und speziell in meinen Freitagsaufregern über die unerquicklichen und unerfreulichen Dinge in meinem Alltag echauffiert habe oder darüber, dass wirklich niemand meine Romane liest. In der Regel sind es wirklich nur Kleinigkeiten und Erste-Welt-Wehwehchen – wie das Sohn Nr. 1 formulieren würde -, die mich plagen, aber sie sind eben Teil meiner bürgerlichen Existenz in einem der wohlhabendsten Länder der Welt. Da ich mir selbst am nächsten bin, stehen mir meine Sorgen und Nöte im Mittelpunkt, so gering man sie auch einschätzen mag. Es sind meine Rückenschmerzen, die mich plagen, es sind meine Freunde, zu denen ich den Kontakt verliere. Es ist meine Lebenszeit, die ein unerfreulicher Alltag und eine belastende Arbeit in Windeseile auffressen. Es ist mein verregnetes Wochenende. Mir deswegen ein Jammern auf hohem Niveau vorzuwerfen, ist ungerecht.

Seien wir an dieser Stelle einmal ehrlich: Jedes Leben – auch meines – ist in letzter Konsequenz tragisch. Egal, wie bequem dieses Leben ist und wie lang es noch dauern mag – es verläuft für jeden auf die gleiche Weise: Es bringt für den einen früher, für den anderen später – aber unvermeidbar – den Verlust von allem mit sich, an dem ihm gelegen ist. Am Ende des Weges verliert man sich selbst, Stück für Stück, Zahn für Zahn, Erinnerung für Erinnerung, Mensch für Mensch. Manchen geschieht der Gedächnisverluss schon lange vor ihrem körperlichen Tod. Krankheiten quälen, Träume platzen, Lebensentwürfe scheitern, geliebte Menschen verlassen uns: „Was sind wir Menschen doch? Ein Wohnhaus grimmer Schmerzen, […] Ein Schauplatz herber Angst und abgebrannte Kerzen.“ (2)

*

Oje, hier muss ich unbedingt einen Absatz machen. Ich habe mich verlaufen! Wie bin ich nur in diesen Sumpf gelangt? Und wie ziehe ich mich wieder aus ihm heraus? Mein Haar ist nicht wie das vom Baron Münchhausen zum Zopf gebunden …

Ich erzähle hier nicht von meinen Alltagsnöten, weil ich bedauert werden will. Schließlich mache ich mich doch auch oft genug über meine Missgeschicke und Peinlichkeiten lustig und belache mich selbst, sehe die Komik in den Ereignissen, die ich zuerst tragisch nahm. Ich erzähle von meinen alltäglichen Fehlschlägen, weil ich glaube, dass es ein Vergnügen ist, von den Problemen der anderen zu lesen und sich über ihre kleinen Sorgen zu amüsieren. Das lenkt wunderbar von den eigenen ab.

Heißt es nicht: Wer den Schaden hat, macht die reinste Freude – oder so ähnlich? Ich exhibitioniere meine Sorgen und Missgeschicke nur, weil ich meine Leser unterhalten will. Meine kleinen Klagen sollen ein paar vergnügte Momente lang unterhalten, goutiert und dann vergessen werden – die Glosse als Schokoriegel, als Teil der täglichen Hygiene. Was ich zu bieten habe, fordert ein-, zweimal in der Woche ein paar Minuten Lebenszeit und das kleine Risiko, enttäuscht und gelangweilt (3) zu werden. Sollte diese von mir angebotene Leckerei bei einem Leser einen schlechten oder faden Geschmack im Mund erzeugen, dann bitte ich um Verzeihung. Aber ich glaube, das Preis-Leistungs-Verhältnis meines Angebots ist sensationell. Und nein: Es ist nicht alles schlecht, was nicht so bekannt ist!

Obwohl ich weiß, dass es ein verlogenes Bild ist, sehe ich es noch immer gerne gemeinsam mit der Maus Frederick (4) auf die folgende Weise: Mit meinem Talent, Geschichten zu erfinden und sie zu erzählen, wurden mir ein Farbtopf und ein Pinsel in die Hand gedrückt, mit deren Hilfe ich diese graue, grausame Welt ein wenig bunter tupfen und dem Leser ein Lächeln auf die Lippen zaubern kann.

Auch deswegen habe ich dieses Buch geschrieben. Es ist mein Beitrag dazu, die Welt ein ganz klein wenig besser zu machen.

__________

(1) Eine Auswahl aus dieser Auswahl ist in meinem Buch „Noch einmal davon gekommen“ nachzulesen. Im Herbst gibt es einen weiteren Sammelband, der „Noch einmal daran gedacht“ heißen wird. Davon morgen mehr …

(2) Andreas Gryphius, Menschliches Elende. Ich rate sehr dazu, mehr barocke Lyrik zu lesen, dort fühle ich zumindest mich sehr heimisch. Die Autoren jender Zeit sind uns um so vieles näher als die Minnedichter vor und die Klassiker nach ihnen. Erst Barock, dann die Moderne, erst Gryphius und Fleming, dann Jandl und Celan. Lyrisch betrachtet, kann man große Teile des 18. und fast das gesamte 19. Jahrhundert getrost vergessen und überblättern.

(3) Seien wir exakt. Kein Text ist langweilig, die Langeweile ist eine Empfindung, die von innen kommt, aus dem Gefühl heraus. Sie wird nie von außen an mich herangetragen, sie existiert allein in mir selbst. Mir ist langweilig, nicht das Buch ist langweilig. Selbstverständlich gibt es viele Texte, dich mich gelangweilt haben, z. B. dieser Adalbert Stifter’sche Nachsommer, in dem edle und gute Menschen in schöner Umgebung 700 Seiten lang – nichts tun. Den halte ich persönlich für eine meiner schlimmsten Leseerfahrungen.  Offensichtlich war ich nicht das Publikum für diesen Text, ich kenne Leute, die ihn mögen. Ich schätze hingegen Arno Schmidt, andere können kaum eine Seite lesen, ohne kopfschüttelnd einzuschlafen.

Zusammengefasst: Ich werde es nie schaffen, einen Text zu schreiben, der niemanden langweilt, das schafft auch Stephen King nicht. Aber ich werde mit meinen Texten immer jemanden finden, für den gerade dieser Text neu ist, interessant ist, der mir Publikum ist. „Gehobene Literatur“, und es ist wahrscheinlich das, was die meisten schreiben wollen, hat immer nur ein kleines Publikum, auch bekannte Autoren können nur ganz selten von dem leben, was sie schreiben, vielleicht ein, zwei Leute pro Generation. Der Rest schreibt, weil er das Bedürfnis hat, seine Sicht der Dinge, seine „Utopie“, weiterzugeben. Wieviel Publikum er hat, ob zehn, zwanzig oder hunderttausend Leser, ist dabei doch nicht von Interesse.

(4) Leo Lionni, Frederick. Unter den ungezählten Kinderbüchern, die ich meinen Söhnen Abend für Abend vorgelesen habe, waren einige – wie eben dieses – von so tiefer Weisheit, dass sie eigentlich zur Pflichtlektüre von jedermann zählen sollten. Andere wiederum … waren der letzte Mist; sie waren merkwürdigerweise oft die beliebtesten.

Dienstag, 02.07.19 – Amy omnipräsent …

Amivorher

Amy – 15:27:12 Uhr

Amydanach

Amy 15:27:28 Uhr

Wie jeder gelehrte Feleologe (Katzentheologe) weiß, sind Omnipräsenz, Allgegenwart oder Ubiquität Fachbegriffe, die die allumfassende Präsenz einer Katze an mehreren Orten gleichzeitig kennzeichnen. Hier ist der Beweis: Zwischen diesen beiden Schnappschüssen liegen tatsächlich nur etwa 15 Sekunden, in denen ich schnell mein Arbeitszimmer verließ und damit meinen Bürostuhl preisgab, um mir ein Glas Wasser zu holen. Amy saß in dem Moment in einem anderen Zimmer auf einem ihr recht unbequemen Stuhl. Als ich nach Augenblicken zurückkam, lag sie wohl schon seit Stunden in vollkommenem Tiefschlaf in meinem Sessel.

Ich nehme an, Katzen haben die Möglichkeit, parallele Welten zu betreten und dadurch relative Zeitparadoxe in der unseren zu erzeugen, gleichzeitig da und nicht da zu sein (siehe auch bei Schrödinger) und einen Tag auf Wochen auszudehnen. Die gewonnene Zeit nutzen sie zum Schlafen.

Auf jeden Fall musste nun ich für den kurzen Rest des Nachmittags mit dem harten Holzstuhl vorlieb nehmen …

Montag, 01.07.19 – Jandl im Gwandl

Montag, 01. Juli 19
Ich schleppe inzwischen buchstäblich einen
Kasten Bier weniger auf den Berg.

 

*

fauler haufen!

werdenfalls

Ja ronemechs:
wandlig sam verdrohnt,
zwitschelnd par oletanen.

Nie rone melde nex:
pasin ot begrihnt,
gendelnd wer ubilanen.
werdenfalls.

jojo.

*

Manus feste primusquisatoris, aus Zorn geSchmidtet.

Die Mietglieds-Zahlen(den) des for-literat-futur-ums lösen sich wie ein Count-Daunen / in den Pfählen zu Grau-Sammen / gepresst / bettween den Saitenhieben eines dieter-kühnen-dicken Buches das eilends Eises schmelzende in der Sonnen/Wolken/Stein auf.

Und lös ich der texte konserven-vatikan-tiefe Kotz-Mahler-Moral in sauren gestählzten wortlegobauküsten / auch dich nähm ich nicht herr-lich aus/ mein klammernder affe/ mein hoffendmönch medarus / ballsackchagrinkopie le(i)der du/ wunderts micht nichten.

Ess geht kein hahne manisch voran / kain Whisky-Ovid abelt/ kein tträumer griff on/ und gar fraulicht nicht zefürpartyna. Ooch beiden Poetten muß ich lestern / m(u/a)rxst jones und engelts zappaultduster. Und Kyra schwejkt dazu.

Die Königs-Leare daraus ist / hier führen Narren Blinde in züchten Rosenberge/ la(h)ma-tier-ende Gäule spuken Wiedergekäutes / Wo bleibt das versprocheneue?

Verdamenundherrnochmal gilt: Wähnt ihr wirkendlich die Liter-auf-Ruhr in Täuschland verneuern? Düsen ist nun Ldnajs ?Auf-auf? Ruf: Heerfrauschafftän/Strengt euch mehr an!

Isglarerjetz? … und: Kritik / so … da schau her. ja … sagense mal. ach … sagense besser nichts.

Dieser von ein paar lyrischen Versuchen eingerahmte Text  aus dem Jahre 2002 ist mir gerade wieder in die Hände gefallen. Er ist von Jandl und Arno Schmidt beeinflusst, aber ich habe nicht mehr den Hauch einer Ahnung, was ich eigentlich mit ihm aussagen wollte. Dennoch gefällt er mir, wenn er auch keine große Literatur ist, so will er mir doch zu den Gedankensplittern passen. Zum Glück bin ich längst von diesem Irrweg abgekommen, denn Bachmann-Breis-verdächtig, ist das alles nicht.

In diesem Sinne:

Für Ernst

daJnl im lWdane
Jdanl im Wdlane
Jadln im Wadlne
Janld im Wandle
Jandl im Wandel
der Jandl im Gwandl

*

Ach, ja, der Bachmann-Preis 2019. Dann will ich auch mal einen klugen Kommentar abgeben. Der wurde wohl wieder weniger wegen der Qualität, als vielmehr aufgrund der Alliteration vergeben: Birgit Birnbachers Bachmann-Breis. Schade, dass die Bachmann nicht Beate hieß. Ich gratuliere trotzdem ehrlich und nur in normalem Rahmen neidisch. Das ist Literatur von und für Buchhändlerinnen.

*

Und was die Hitze angeht, damit ich auch mitgeredet habe:

Schön, dass meine Söhne vergessen haben, ihre Ventilatoren mitzunehmen, als sie ausgezogen sind.

 

Mittwoch, 26.06.19 – Hitzefrei

Mittwoch, 26.06.19
15 Kilo leichter … nur noch 8 Kilo vor mir.

Der Norden ist ein Irrtum.
Friedrich Nietzsche

Nach einem heißen und langen Arbeitstag faul unter dem Kirschbaum liegen – und von seinen zuckersüßen Früchten naschen. Das ist Glück. Und das werde ich noch eine Weile genießen, deshalb nehme ich mir noch eine Woche hitzefrei vom Blog – oder länger. Je nachdem, was das Wetter mit uns vorhat.

Ich bin übrigens kein Hitzejammerer, sondern Sommermensch und im Moment mehr Körper als Geist; mehr Trans- als Inspiration. Folglich ist auch dieser Gedankensplitter ein kurzgefasster und schnell dahingeschriebener, bevor mein verdächtig brummender PC den Wärmetod erleidet. Aber mir ist das recht so. Von mir aus kann es noch zwei Monate so weitergehen, dann fahre ich nach Italien an den Iseosee. Aber ich will niemanden mit meinen Sommergefühlen auf die Nerven gehen.

Bis dann,

Nikolaus

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