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  • Teil 25: 7. Kapitel – Sahars Sage (8)

    Teil 25: 7. Kapitel – Sahars Sage (8)

    »Eine weitere der Maschinen explodierte plötzlich und … gerade als sich Straif wieder aufrappeln wollte … noch eine – diesmal direkt in seiner Nähe. Er wurde von der Wucht des Flammenstoßes wie ein ge­worfener Stock gegen die Wand neben dem Ventilator geschleudert. Deren Eisüberzug begann bereits zu schmelzen und Wasser lief in kleinen Rinnsalen an ihr herab. Die leuchtenden Bänder an der Decke zerplatz­ten und Funken und Glassplitter regneten zu Boden. Überall brannten nun die Gerätschaften und die Schläuche, die sie verbanden und sie stießen einen schwarzen und beißenden Qualm aus, in dem die Flam­men unheimlich irrlichterten. Hatte es vorhin noch so ausgesehen, als würde Straif erfrieren oder von Wölfen oder Golemen zerrissen wer­den, standen jetzt die Chancen gut, dass er entweder verbrennen oder in dem fetten, wirbelnden Ruß ersti­cken würde. Straif wollte auflachen, aber sein Mund erzeugte nur ein gequältes Husten. Diese Fülle an To­desgefahren wurde ihm langsam zu grotesk, um sie noch ernst nehmen zu können. Seine Lage war viel zu unwirklich. Der Tod sollte sich endlich entscheiden, auf welche Weise er ihn unter die Wurzeln des Ygdras schi­cken wollte, wo die verstorbenen Krieger des Baumes in der Halle der Helden ein ewig währendes Festmahl feierten.« Dies ist die 8. Podcastfolge der 2. Season.

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  • Teil 24: 7. Kapitel – Sahars Sage (3)

    Teil 24: 7. Kapitel – Sahars Sage (3)

    »Er trat näher heran, um sich dieses Wesen genauer anzusehen. Damit löste er erneut einen Mechanismus aus. Links und rechts von dem Thron–Podest standen wieder breite Feuerschalen, die mit schwarzen Steinen, die wie Kohle aussahen, gefüllt waren und bisher nur schwach geglüht hatten. Doch plötzlich flammte aus beiden eine mächtige Feuerzunge empor und beleuch­tete die Gestalt auf dem hohen Sitz, deren Gesicht vor­her durch den Schatten einer von Raureif überzogenen Kapuze verborgen geblieben war. Sie trug unter dem schwarzen Umhang schlichte, blaue Kleidung und ihre in Lederhandschuhen steckenden Hände ruhten ent­spannt auf den Lehnen des Sitzes. Obwohl auch diesen Körper merkwürdige Röhren mit den Maschinen neben ihm verbanden, saß dort kein Golem, sondern … ein Mensch! Allerdings erkannte Straif sofort, dass der Mann schon vor ewigen Zeiten gestorben war.Trocke­ne, papierdünne und graue Haut überspannte das merkwürdig zerknitterte, von Eiskristallen glitzernde Gesicht, das durch das Feuer sichtbar wurde. Die Au­genhöhlen unter den geschlossenen, eingesunkenen Li­dern waren hohl und leer, die dünnen Lippen zu einem ewigen Zähnefletschen zurückgezogen. So musste der Tod lächeln, wenn er kam, um einen Sterbenden zu ho­len. Dieser Mann war wohl schon zu Lebzeiten keine Schönheit gewesen, aber seine starre, grinsende Lei­chenfratze war ein Anblick, den Straif in einem ganzen Leben nicht mehr vergessen würde. Er erschauderte: Der junge Krieger stand unbezwei­felbar vor der Mumie eines Vorgängers, dessen Kno­chen eigentlich schon vor tausenden von Jahren zu Staub hätten zerfallen sollen.«

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  • Isabella, die Krippenkatze  – Teil I

    Isabella, die Krippenkatze – Teil I

    Isabella, die Krippenkatze Ein weihnachtliches Capriccio von Nikolaus Xaver Maria Klammer und die Fortsetzung von Karl-Heinz, der Weihnachtshund. »Das Gnom-Nom zwitschelte in den dichten, neugierigen Olentanen und Edwin witterte die Gefahr«, las Egon M. Friederbusch sich selbst laut den Satz vor, den er eben in dem Textverarbeitungsprogramm seines Laptops getippt hatte. Er bekam von den […]

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  • Teil 23: 7. Kapitel – Sahars Sage (2)

    Teil 23: 7. Kapitel – Sahars Sage (2)

    »Diese steinerne, aus geschmolzenem Vulkangestein er­richtete Wand war nicht durch eine Laune der Natur oder wie das Raue Gebirge durch den Druck der Gro­ßen Welle nach dem Sturz entstanden, sondern ein mächtiges, meilenlanges Bauwerk aus einer längst ver­gangenen Zeit, das zumindest in seiner Höhe einen Ver­gleich mit dem Südwall nicht scheuen musste. Auch hier im Norden hatte jemand eine Grenzmauer errich­tet, die die Jahrtausende fast unbeschadet überstanden hatte, weil sie fast vollkommen unter Eis und Schutt begraben lag. War der Fjall Tud’AsQ etwa ein Vorgän­gerbauwerk oder wie der gigantische Wall erst zweitausend Jahre später in der Zeit der Reichskriege ent­standen? Wobei „erst“ ein etwas unpassender Be­griff war, denn beide Daten lagen auch für Straif schier end­los weit zurück in einer vom Nebel der Jahrhunder­te verschleierten Vergangenheit, über die er nur übertrieb­ene und bruchstückhafte Geschichten kannte. Doch diese Mauer, unter deren Schatten er sich duck­te, war keine tote Ruine. Sie strahlte Macht und Bos­haftigkeit aus, als wäre sie gerade eben erst von ihren Erbauern verlassen worden. Wie einen Geruch dünste­te sie dieses Böse aus dem spiegelglatten und speckig glänzenden Obsidian, aus dem sie errichtet war, aus. Sein Instinkt warnte Straif vor einer Gefahr, die größer war als die Eiswölfe, größer als alle Ungeheuer, denen er in den Überlebenden Ländern je begegnen mochte. Konnte diese Bedrohung der Grund sein, aus dem die Wölfe geflohen waren? Hatte ihre feine Witterung sie aufgenommen, ihr Instinkt sie gewarnt? Hatten sie das Böse gespürt, aber auch das Licht und die Wärme?«

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  • Teil 22: 7. Kapitel – Sahars Sage (1)

    Teil 22: 7. Kapitel – Sahars Sage (1)

    »Da hörte er es. Er war das gierige und hungrige Heulen einer nicht allzu fernen Gruppe großer Tiere. Andauernd und dumpf hallend kroch es wie Nebelfetzen über den Schnee, den die heraufziehende Dämmerung fleckig machte. Hinterhältig schlich es sich zu ihm heran und schien sein jagendes Herz mit einem bitterkalten Griff zu packen. Straifs Pulsschlag setzte einmal aus, er er­starrte zur Eissäule und der gierige Wind zerrte an dem reglosen Krieger. Seine erschütterte Seele weiger­te sich, zu glauben, welches Wort sein Verstand ihm zuflüsterte: „Eiswölfe!“, entsetzte er sich.«

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  • Teil 21: 6. Kapitel – Das Fest beginnt (Schluss)

    Teil 21: 6. Kapitel – Das Fest beginnt (Schluss)

    »Ceҫecs Hoffnungen wurden nicht betrogen, denn die Küchendiener schleppten auf breiten Tragen die besten Gerichte und Speisen heran, die die überaus reiche Handelsstadt Ka­rukora zu bieten hatte: Scharfe Suppen, die man mit den seltensten und köstlichsten Gewürzen und Ölen mischen konnte, Berge von grünen, nur kurz in Salz­wasser aufgekochten Gemüsen, Safran–Tomaten–Reis mit Hühnerfleisch, Couscous mit frischen Kräutern, Zitronenabrieb und Rosinen, dünne quittengelbe Nudeln vom Stifsa–Baum, Töpfe voller Saucen, Tunken und feinsten Kernölen, üppige Salate, mit Kalbsbries oder Mandeln gefüllte und frittierte Oli­ven, fette gesalzene Butter und die unterschiedlichsten Backwaren. Dazu wurden zuerst Salmlinge aus dem Marat gereicht und verschiedene Brackwasserfische aus dessen Mündungsdelta ins Süd­meer, gebraten, gekocht, imeigenen Fett und Gewürzen gesotten, als wendländische Bouillabaisse oder als eis­gekühltes, frisches Tatar. Und dies war nur der erste Gang. Anschließend folgte Geflügel aller Art, in dessen Zubereitung sich die Köche des Vezirs an Raffinesse ge­genseitig übertrumpft hatten. Gänse, Rebhühner, Wildenten, Seetauben, Fasane und große, mit ihren ei­genen Eiern und Lebern gefüllte Kardaumen – einer großen Laufvogelart, die es nur im westlichsten Hin­derland gab; dazu Pfannen mit ihren Innereien, mit zarten Palmensprösslingen vermischt.«

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