19.05.22 – Ein kleines Jubiläum

Dies war der erste der 1200 Fotos, die ich auf meinen Blog hochgeladen habe. Es zeigt meine frischerworbene Estragon-Pflanze, die es übrigens noch heute gibt und Würze in mein Kochleben bringt.

Liebe Leserin,

sind wirklich schon wieder 2 Wochen vergangen, seit ich meine letzte Flaschenpost in das mare interrete (1) geworfen habe? Non res! Betrachte ich die Zugriffszahlen in der Blogstatistik, ist meine Nachricht sang- und klanglos im Salzwasser untergegangen und hat kein Ufer erreicht. Aber das ist ja ein vetus petasus und ich weiß auch nicht, warum ich immer wieder darüber klage. Frau Klammerle und ich sind übrigens gesund geblieben und haben uns nicht wie die Herren Söhne bei unserer Schwiegertochter angesteckt, die übrigens beide trotz Impung und Booster (2) unter heftigen grippeähnlichen Symptomen litten, aber wieder auf dem Weg der Besserung sind. Die Elders gehören – zumindest bislang – zu denen, die kein Corona kriegen. Hoffentlich bleibt das so.

Meine Websites

Apropos Blog! „ABER EIN TRAUM“ feierte Anfang Mai sein 9jähriges Bestehen. Ich habe seitdem 1475 Beiträge, Videos und über 1 GB Bilder hochgeladen. Hier kann man fast meine gesamte Literatur (Romane, Kurzgeschichten, Erzählungen – sogar Gedichte) finden und dazu hunderte Essays, Glossen, Rezensionen, Tagebucheinträge und vieles, vieles mehr. Zwischenseitlich hatte der Blog fast 200 Follower, heute sind es nur noch 5.

Die Statistik der 9 Jahre … sie spricht für sich. Internet-Mode ändert sich schnell. Blogs sind „out“ – so wie Facebook, literarische Foren und vieles anderes, was mal interessant war. Allgemein ist im Internet eine Entwicklung weg vom Text, von der Analyse, dem Gespräch und von der längeren Betrachtung hin zu dem schnellen, ungeduldigen Mausklick, zu Schlagworten, Aggression und Niveaulosigkeit zu beobachten. Das ist nicht schade, weil liebgewonnene Gebäude plötzlich leerstehen und langsam verwahrlosen, sondern weil unsere Gesellschaft zunehmend verdummt. Von mir jedenfalls wird es niemals einen Tiktok-Auftritt geben.

Dazu bildete im Lauf der vielen Jahre mein Blog wie ein rhizombildender Bambus weitere Triebe aus, so z. B. den Internetauftritt https:\\rosmarinkatze.wordpress.com einer meiner Romanfiguren, meine Brautschau-Site https:\\brautschau.blog und seit diesem „Winter meines Missvergnügens“ auch meine Podcast-Site brautschauzeitmussenden.wordpress.com. Überall ist die Publikumsresonanz erbärmlich oder überhaupt nicht vorhanden.

Trotzdem ist die ganze Arbeit nicht umsonst gewesen, die nicht mehr zählbaren Stunden Tippen, Gestalten und Bearbeiten nicht verschwendet, die vielen hundert Euro, die der Auftritt jährlich kostet, sind nicht verloren. Denn inzwischen hat sich ABER EIN TRAUM zu meiner Autobiografie entwickelt. Hier finde ich mich selbst. Hier finde ich mein Leben. Es ist ein viel besserer Erinnerungsspeicher als die Fotos auf meinem Smartphone oder mein unzuverlässiges und häufig lückenhaftes Gedächtnis. Er ist mein Arno-Schmidt’sches Zettelarchiv. Ohne den Blog hätte ich nie meine Bücher noch einmal überarbeitet, sie in Form gegossen und schließlich im Selbstverlag veröffentlicht. Ohne ihn hätte meine zwanzigjährige Schreibpause nie geendet, ohne ihn wären nie „Brautschau“, „Dr. Geltsamers erinnerte Memoiren“ und meine beim Publikum beliebten Essaysammlungen „Noch einmal davon gekommen“ und „Noch einmal daran gedacht“ entstanden. Sie sind Kinder von ABER EIN TRAUM und wurden geboren, weil ich meinen Blog im Inhalten füllen wollte.

Ich werde also mit meinem Blog weitermachen und möchte wieder mehr an und mit ihm arbeiten, häufiger und wieder regelmäßiger Texte, Bilder und Gedanken teilen. Und im nächsten Jahr werde ich das Zehnjährige feiern und mich erneut über mangelnde Resonanz beklagen.

Aber vielleicht überrascht mich ja auch die Zeit …

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(1) „Das Meer des Internets“, wie wir alten Lateiner, die in der Steinzeit das Latinum machten, wissen.
(2) Wer hat eigentlich dieses doofe „denglische“ Wort aufgebracht? Kann man nicht einfach „Auffrischungsimpfung“ sagen wie früher? Booster, das klingt irgendwie nach der Tante mit dem schrecklichen Münchner City-Slang, die uns im Werbeblock vor den Nachrichten gerade ihre nutzlosen Vitaminpräparate andrehen will.

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