Aber ein Traum …

Autorer als andere Autoren

Mittwoch, 13.03.19

Mittwoch, 13.03.19

Warum sind alle Rockgruppen, die ein „Black“ im Namen tragen, gut? Roy Black hingegen eine Katastrophe?

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Warum lesen die Frauen „Shades of Grey“ und nicht „Brautschau“? Meine Werke sind schließlich auch quälend trivial, mies geschrieben und bereiten beim Lesen Schmerzen aller Art. Mr. Klammer wird sie jetzt empfangen …

In diesem Zusammenhang (eine Frage ergibt die nächste): Mir wurde vorgeworfen, ich sei in meinem Blog nicht politisch genug, den Glossen fehle der satirische zeitkritische Biss. Auf der anderen Seite war einer der am häufigsten angeklickte Beiträge hier einer, in dem ich ein  Muffin-Rezept von Frau Klammerles (1) verriet. Hat mein Blog mehr Publikum, wenn ich über griechische Mohammed-Cookies mit braunen Pegida-Stückchen schreibe und über AfD’ler, die ihr Maul vor lauter Spenden nicht voll genug kriegen? Und will ich das überhaupt? Denn eigentlich geht es mir wie Arno Schmidt: Ich lebe in der Literatur – der rest is a nightmare.

In diesem Zusammenhang (s. o.): Warum wollte ich schon immer Schriftsteller werden, mein ganzes Leben lang? Ich habe mich nie für so wichtige Themen wie Fußball (Nein, ich werde heute nicht die Bayern glotzen), Grillfleisch (Ich bin immer noch Vegetarier) oder Autos (Meines fährt, alles andere ist mir egal) interessiert. Das stellt mich bei Smaltalk unter Männern ein wenig in die Ecke, denn niemand will mit mir über den Niedergang der deutschen Sprache wegen des Gendergaps oder über die Kapitalismuskritik bei Balzac reden. Oder über die wirklich wichtigen Dinge: Ob Selin in Der Weg, der in den Tag führt Pardais erreichen wird und welches Spiel eigentlich die Pagen in Dr. Geltsamers erinnerte Memoiren (2) mit Nikolaus Klammer spielen. Welches, in mein Unterbewusstes verdrängtes, frühkindliches Trauma ist für diese schmerzhafte Neurose verantwortlich? Ist mir einmal beim Spielen im elterlichen Wohnzimmer die Bertelsmann-Ausgabe von Goethes Werken auf den Kopf gefallen?

 


(1) Zu ihrem Rezept (12 Stück):

– für den Teig: 2 Eier (Gr. M); 125 g Zucker (im Original-Rezept stand 150 g – da hat sie mal wieder gespart); 1 Pck. Vanillezucker; 1/8 l Öl (neutral, sonst schmecken die Muffins nach Pommes Frites); 75 g saure Sahne; 200 g Mehl; 1 1/2 Teelöffel Backpulver; 50 g gemahlene Mandeln.

– für die Deko: 100 g Marzipanrohmasse; 150 g Puderzucker; 24 Schokoladentropfen, 100 g Kokosraspel; Lebensmittelfarbe; blau, 6 kleine Schoko-Cookies

Zutaten für den Teig miteinander verrühren und gleichmäßig in  Förmchen verteilen. Im vorgeheizten Backofen bei etwa 175° C 20 – 25 Minuten backen. Abkühlen lassen.Die Kokosraspel mit der Lebensmittelfarbe in einer Schüssel einfärben. Für die Augen die Marzipanrohmasse und 50 g Puderzucker verkneten, anschließend zu 24 Kugeln rollen. Dann die Schokotropfen in die Augen drücken.Aus dem restlichen Puderzucker, etwas Wasser und der Lebensmittelfarbe einen dickflüssigen Guss herstellen. Die Muffins damit einpinseln und in die gefärbten Kokosraspel tauchen. Mund ausschneiden und einen halben Schoko-Cookie hineinstecken. Die Augen mit dem Guss oben aufkleben und alles ein paar Stunden trocknen lassen.

Philosophen sagen, die Dinge würden einen nicht anblicken. Das ist manchmal nicht ganz richtig. Dabei fällt mir ein, dass meine Katze kürzlich eine Feldmaus anschleppte. Die sah mich mit dem gleichen Blick an, als ich sie rettete und im Garten laufen ließ …

(2) Gestern hat jemand übrigens den 3. Geltsamerband als Taschenbuch gekauft. Das ist ein so seltenes Ereignis, dass ich es erwähnen muss. Offenbar gibt es tatsächlich da draußen in der weiten Welt einen Menschen, der meine Bücher liest (Ich habe übrigens einen Verdacht, wer das sein könnte …)

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