Aber ein Traum …

Autorer als andere Autoren

Meine Probleme mit der Lyrik

«Eine erschöpfte Träne der Schattenblume deiner Gedanken bittert meine schlaflose Nacht. Eine Gedankenblume meiner erschöpften Nacht tränt den Schatten deiner schlaflosen Bitternis. Meine bitteren Nachtgedanken beschatten eine schlaflose Träne deiner blumenen Erschöpfung. Deine losen Schatten erschöpfen die Gedankentränen meiner schlafverbitterten Blumennacht. Nächtens denkst Du mit einer losen Träne die erschöpften Traumblumen meines bitteren Schlafes. Eine schlaflose Tränennacht gedenken die bitteren Schatten meines Traumes deiner erschöpften Blumen. Schattene Gedanken einer bitteren Blume schöpfen in den Tränen einer Nacht des Traumes Schlaflosigkeit. Schlaflose Blumen träumen im Schatten der tränenden Nacht voller Erschöpfung Gedanken der Bitternis. Blumiger Schlafbitter träumschattet tränengedanken nachtlose Erschöpflosigkeit. Traumblumige tränenverschlafene gedankenschöpfende schattenlose Bitternis. Tränenbittere schattenschöpfende traumgedankenlose Schlafblumenschöpfungsnacht

Auszug aus: „Ein kleines Licht“, Roman

Zeitungsanzeige aus dem Jahr 1899

Als regelmäßiger Leser meiner literarischen und anderweitigen Ergüsse – ich gehe der Einfachheit halber davon aus, dass es dich gibt – hast du vielleicht bemerkt, dass ich früher ab und an gut abgelagerte Gedichtzeilen auf diese Seiten setzte. Ich habe sie meinem „Berlin-Zyklus“ entnommen, den ich in der unteren Schublade meines Textarchivs fand, wo ich ihn unter einer Vielzahl von inzwischen vergilbten Romananfängen hervorzog, vorsichtig entstaubte und anschließend mit ein paar passenden Fotografien hier einstellte. Ohne mein Blog-Projekt wäre dieser Gedicht-Zyklus wahrscheinlich dort verschimmelt und von meinen achselzuckenden Erben im Papiermüll entsorgt worden. Das wäre vielleicht nicht die schlechteste Lösung gewesen. Nun stehen die Strophen aber im Internet, wurden von Suchmaschinen katalogisiert und sind dadurch ‚unsterblich‘. Ist das jetzt beruhigend oder berunruhigend? Heute kann keiner mehr Geschriebenes vernichten, kein Pogrom kann sie aus der Welt schaffen, dieses viel gescholtene neue Medium vervielfältigt und konserviert, übergibt die Texte der ‚Ewigkeit‘ – auch wenn sie niemand dort jemals lesen wird.

Die Berlin-Lyrik entstand im Februar 1987 anlässlich eines Besuchs zum 90. Geburtstag meines Großvaters, über den ich hier bereits ausführlich berichtete. Es waren die letzten Gedichte, die ich schrieb. Danach brachte ich nur noch Prosa aufs Papier und habe mich nie wieder als Lyriker versucht. Es sei denn, ich benötigte einen lyrischen Text in einer Geschichte wie z. B. in dem Kurzroman „Ein kleines Licht“. Ich war damals, 1987, – und es war tatsächlich eine andere Zeit – eben vierundzwanzig geworden, hatte mithilfe meines ersten Romans „Das Spiel“ eine heftige Schreib- und Lebenskrise überwunden bzw. bewältigt und entwickelte schneller Ideen für Texte, als ich sie aufschreiben konnte. Von dieser enorm schöpferischen Phase zehre ich zum Teil noch heute. Daher fühle ich mich beim Posten dieser von jeder Gedichttheorie unberührten – in der Hauptsache von Celan, Fried und Ausländer beeinflussten Strophen – schon ein wenig wie ein Schwindler, der sich für einen anderen ausgibt. Auch wenn dieser Andere nur mein eigenes in der Vergangenheit verlorenes Ich ist, schmücke ich mich mit Lorbeeren, die mir im eigentlichen Sinn nicht zu-„stehen“. Denn mein „lyrisches Ich“ gibt es nicht mehr, es ging irgendwann kurz nach dem Berlin-Zyklus verloren.

gedichtWenn ich nun schon beim Gestehen bin: Das Posten meiner Lyrik auf diesem Blog war auch noch aus einem anderen Grund zweifelhaft: Ich habe heute keinen Bezug mehr zur Dichtkunst, sie ist mir fern. Ich lese sie nicht und zweifle grundsätzlich an ihrer Existenzberechtigung in der Moderne. Sie zählt für mich zu den aussterbenden oder schon toten Literaturformen wie der Heldenepos, das Hörspiel oder der Briefroman – vielleicht sogar der Roman selbst. Wenn ich durch das Internet und die Seiten meiner Blog-Kollegen bummle, habe ich zwar oft den Eindruck, es entstünde mehr Lyrik als Prosa, aber ich denke trotzdem, dass nur mehr eine Nische bedient wird, Lyriker für Lyriker schreiben. So fangen viele an.

Ich glaube auch nicht an das Funktionieren von politischen Gedichten: Dichtung ist für mich in erster Linie die Wiedergabe eines Gefühls, einer Empfindung. Sie spricht direkt die Seele des Hörers an und setzt sie in Schwingungen wie die Musik, mit der sie wesentlich verwandter ist als mit der Prosa. Wie ein Theaterstück gehört auch ein Gedicht fürs Publikum vorgetragen, um seine Melodie erfahrbar, erfühlbar zu machen; eine lyrische Strophe in einem Buch oder auf einem Monitor bleibt ebenso verborgen und seelenlos wie ein Lied, wenn ich es nur auf dem Notenblatt sehe. Nun sind aber jene Emotionen, die mir der Dichter mit der Kraft seiner Worte mitteilt, im Zeitalter des Massenmenschen und der alltäglichen Berieselung durch die Medien beliebig austauschbar, stumpf und häufig ein geradezu peinliches Klischee geworden. Es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von allen (Karl Valentin). Für mich persönlich bin ich deshalb zu dem Entschluss gekommen, dass ich darauf verzichte, mit den gleichen Wörtern und Worten von Herzenleid und -freud zu dichten wie tausende vor mir. Ich denke, dem Gedicht kann heute nichts mehr hinzugefügt werden, was nicht schon formuliert wurde und dies von besseren Dichtern als mir in einer besseren und endgültigeren Form, als ich es je zustande bringen würde.

Noch eine Anmerkung: Ich bin kein Dichter oder Philosoph und habe weder Literatur studiert noch eine eigene Theorie entwickelt. Ich haben keine neuen Ideen, ich popularisiere sie höchstens. “Naiv” gesagt: Ich schreibe ohne groß nachzudenken; einfach so gebe ich die Wirklichkeit durch das Sieb meiner Persönlichkeit weiter. Dann kommt die Kritik. Wir kennen es aus der Schule: Da wird so lange interpretiert, bis der Text ermordet wurde und anschließend wird auch noch Leichenfledderei betrieben. Dabei denke ich, dass Louis Begley recht hat: Ein Buch will das sagen, was darin steht. Nicht mehr, nicht weniger. Das gilt auch für Gedichte. Ich kenne verblüffende, einander widersprechende Interpretationen meiner eigenen Werke, die Dinge hineingeheimnissen, die ich nie in das Buch geschrieben hatte. Es geht mir ein wenig wie einem konkreten Maler: Irgendeiner sieht immer etwas Gegenständliches. Ich habe gelernt, dass ich ein Werk, wenn ich es der Öffentlichkeit übergeben habe, loslassen muss, dass es nicht mehr mein Eigentum ist. Kann es eine allein gültige, “richtige” Interpretation geben? Ist sie nicht zumindest dem Zeitgeschmack unterworfen?

Mir fällt da gerade Bruckner ein. Kann es – als letzte Frage – sein, dass ein Dichter “dumm” ist, sein Werk aber “genial”?

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13 Gedanken zu „Meine Probleme mit der Lyrik

  1. Pingback: Geistiger Diebstahl und die diebische Geistzahl | Aber ein Traum...

  2. lunaewunia sagte am :

    Also, ich verstehe schon was du meinst und ja, dadurch dass eben jeder seine gedankengrütze in die Tasten schlägt und veröffentlicht findet man schwer jene mit echtem Talent.
    Und ja viele machen es bestimmt auch aus einer follower und like Berechnung und sowas ist eklig…
    Aber ich würde bei weitem nicht alle in diese Kategorie stecken… Ich lese eben sehr gerne die lyrischen Ergüsse Personen, die mir interessant erscheinen, selbst, wenn ich mir denke, dass das nun qualitativ nicht erste Sahne war… Es hat eben so einen unmittelbaren und echten Charakter und zeigt die Person von einer anderen Seite. Klar, vieles gleicht sich, doch was will man machen, wir Menschen sind uns eben doch in unseren Grundbedürfnissen recht ähnlich ^^ Und solang der Autor nicht Sonst was von sich hält sondern sich seiner Mängel vielleicht sogar bewusst ist, ja dann kann ich persönlich das auch sehr gern lesen^^
    Lesevorlieben sind ja bei jedem anders geartet 😉

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  3. Hier lugt inzwischen auch die Sonne zwischen den Wolken hervor; auch wenn sie ihrem Glück noch nicht ganz traut.

    Wie gesagt, über Lyrik zu streiten ist verlorene Liebesmüh und es wird Zeit, das Thema hier auf meinem Blog abzuschließen und zu meiner Prosa zurückzukehren. Eigentlich wollte ich mit meinem Artikel ein wenig provozieren und habe ihn deshalb absichtlich etwas zugespitzt und apodiktisch formuliert. Mein Ziel war es, meine müden Follower, von denen ich bis auf wenige Ausnahmen nie etwas höre, ein wenig aufstacheln und auch zum Widerpruch zu reizen – hat nicht funktioniert. Mit dir und Luna rede ich und es macht mir Spaß – aber 130 schweigen; gleichgültig, was ich schreibe. Nun, ein Versuch wars wert. – Schönes Wochenende!

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  4. Lieber Wanderer, wie ich schon in meinem allerersten Kommentar klarzustellen trachtete – streiten wollte ich absolut nicht. Und da eine meiner Maximen das Lessingsche „Es eifere jeder voruteilsfrei seiner eigenen großen Liebe nach“ (oder so ähnlich), störe ich mich weder an Vegetariern noch Nichtlyrikern. Mir fehlen ja selbst genug „männliche“ Gene, etwa die Begeisterung für Autos oder Fußball, warum sollte ich Dir also übelnehmen, dass Du keine Gedichte liest und magst? Schwieriger wird es halt nur, wenn die eigenen Vorlieben verallgemeinert werden, bei Dir in dem Sinne von „Dem Gedicht kann heute nichts mehr hinzugefügt werden“. Ansonsten meine maßvolle Zustimmung, etwa was das Nischendasein von Lyrik angeht. Aber egal, ich finde es wunderbar, wie Du Deine Poesie schreibst und lebst – ob nun in Lyrik oder Prosa 🙂
    Liebe, tatsächlich sonnige Grüße!

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  5. Liebe luna,

    wir sind eigentlich einer Meinung. Schreib Gedichte, warum auch nicht? Was wäre das für eine Welt, in der keine Gedichte mehr geschrieben werden? Ich möchte nicht in ihr leben. Aber wenn wir schon bei den sozialen Medien sind, den literarischen Blogs, den Foren und den Facebook-Gruppen: Ich habe manchmal den Eindruck, es gibt dort nur noch Dichter … und Katzen. Ich fühl mich lyrisch, melancholisch, nachdenklich, bin verliebt? Habe Bauchschmerzen, bin glücklich, habe ein wenig über den Durst getrunken? Die Welt ist schlecht, der Sonnenaufgang erweckt Sehnsucht, der Regen macht mich depressiv? Ach, je, es ist November! Oh, die Bäume blühen! Politik ist Sch***. Mach ich ein Gedicht darüber. Das geht schnell und gibt ein gutes Gefühl. Kein Problem eigentlich; aber warum gibt es diesen Drang unter den Hobbylyrikern, jede dieser in ein paar Sekunden hingeworfenen Verszeilen ins Internet zu stellen und auf begeisterte Zustimmung der Follower zu warten? Das ist oft zum Fremdschämen. Die wenigen Perlen – denn die gibt es natürlich, zweifellos – kann ich nicht finden, weil sie ganz unten unter einer dicken Schicht Müll begraben liegen. Hmm, wenn Dichten wie Urlaub von der Prosa ist, wie du so treffend gesagt hast, warum postet dann jemand jedes Foto, das er in seinem Urlaub gemacht hat – auch die Verunglückten?

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  6. So, das hat jetzt etwas gedauert, weil sich aufgrund des Wetters meine Bergwanderung etwas länger hingezogen hat, als ich ursprünglich eingeplant hatte. Und weißt du was, simonsegur? Auf der Berghütte gab es auch keinen Fernseher und ich habe den „schwarzen Mittwoch“ nicht miterlebt. Was auch gut war, denn Fußball – ich erwähnte es kürzlich – interessiert mich so wenig, wie eben … zeitgenössische Lyrik. Was soll ich sagen? Ich lese keine Gedichte mehr, schon seit Jahrzehnten nicht mehr. In meinen Buchregalen verstauben unter etwa 1oooo Prosawerken und Sachliteratur etwa 2o Bände mit Lyrik; die meisten davon sind Anthologien. Ich kann der Dichtkunst absolut nichts abgewinnen – ist einfach so. Um noch einmal eine kühne Analogie zu schlagen: Lyrik ist für mich wie Fußball, Zahnärzte oder volkstümliche Musik. Ich meide sie so gut ich kann und bin froh, wenns vorbei ist.

    Aber das ist, um es noch einmal zu sagen, ein ganz persönliches Empfinden. Ich habe da wie bei meinem Vegetarismus keinerlei Sendungsbewusstsein; jeder soll sich mit dem vergnügen, was ihm am meisten Spaß macht. Manche Leute verbringen ihre freie Zeit gerne in einem Fitnessstudio und bauen dort Muskelberge auf, andere kochen fernöstliche Gerichte, stricken Socken, glotzen Netflix oder tanzen in einem Club; manche lesen Gedichte, andere Liebesromane, Krimis oder Vampirgeschichten. Jeder wie er will … Ich schreibe eben Romane und Erzählungen. Mein Blog ist ein Angebot, mich zu lesen. Ich bin nicht beleidigt, wenn man dieses Angebot nicht annimmt.

    Nebenzu bemerkt: Merkwürdigerweise fühlen sich manche Personen allein durch die Tatsache, dass ich kein Fleisch esse, von mir persönlich angegriffen und versuchen mich teilweise aggressiv zu bekehren. Bei manchen Freunden des ungebundenen Wortes sind die Reaktionen durchaus vergleichbar, wenn sie erfahren, dass ich auf den Konsum von Gedichten verzichte und sie auch nicht kritisieren möchte. Man hat mich deshalb schon mal aus einem literarischen Forum rausgeworfen.

    Grüße aus dem verregneten Süden. Ich hoffe, dass dort, wo du bist, die Sonne scheint.

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  7. @lunaewunia: Gedichte als Urlaub – das finde ich großartig.
    @Klammerle: Ich danke für Deine Anregungen. Hast Du übrigens die „Regentonnenvariationen“ von Jan Wagner gelesen? War ja das erste Mal seit langem, dass über den Leipziger Buchpreis 2015 mal wieder Lyrik in die Buchläden und in die Leseaugen rückte …

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  8. Tja, und ich wandere, wenn ich Poesie brauche. So wie auch heute. Melde mich heute Abend nochmal, während des Fußballspiels habe ich ja Zeit. 😀

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  9. lunaewunia sagte am :

    hmm, also offen gestanden sehe ich da auch so einiges ganz anders^^ Also ich kann sehr gut nachvollziehen, wenn du für dich eben den Bezug zur Lyrik verloren hast und kann mir vor allem enorm gut vorstellen, dass es sich so anfühlst, als würdest du die Leser betrügen, wenn die Lyrik einer vergangenen Epoche veröffentlichst…
    Doch dass Poesie keinen Platz in der Moderne hat, das sehe ich nicht so. Tatsächlich ist es sogar in den socialen Netzwerken überraschend vertreten, aus dem einfachen Grund, dass es zu der Schnellebigkeit passt. Sowas leist sich schnell weg, mit Glück auch leicht verständlich, geht vielleicht sogar unter die Haut, kann man liken und zum nächsten gehen. Dass Qualität und Achtung darunter leiden versteht sich von selbst, doch was solls^^
    Vielleicht hast due es ja gemerkt, als du mal auf meinem Blog warst, ich schreibe nun seit einem halben Jahr auch gedichte. Keine guten, da bin ich mir drüber bewusst. Doch es tut so gut. Ich habe 20 Jahre die Finger von Gedoichten gelassen, weil ich wusste, das ist etwas, was jeder hinkritzeln kann, wenn er einen Satz einfach auf 10 Zeilen verteilt, und darauf achtet, dass sich das Ende reimt oder eben nicht… Und ich wusste, das ist was, was auch so gut wie jeder besser kann, als ich, warum also anfangen damit? Weil es einfach gut tut, wenn man ohne Ansprüche da ran geht. Einfach Hirn aus und schreiben. Dann ist man definitiv kein Lyriker, vielmehr ein Prosaschriftsteller auf Urlaub. Und da ich so ungern wirklich weg in den Urlaub fahre, schreibe ich eben Gedichte 😉

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  10. Du kennst ein paar meiner Texte, weißt also, das mir das Poetische nicht fremd ist. Wobei wir jetzt auf die Frage stoßen, was das überhaupt ist, Poesie. Lyrik jedoch und das wollte ich sagen, produziere ich nicht,weil alle Versuche, mich in ihr auszudrücken, grausam mies sind. Wie die meiste Lyrik, die heutzutage produziert wird und sich von Prosa nur darin unterscheidet, dass die Satzzeichen fehlen und kein Blocksatz benutzt wird. Aber könnte man wirklich noch Alexandriner verwenden? Ich glaube, ich werde noch ein wenig darüber nachdenken und etwas längeres dazu schreiben. Danke für die Anregung, simonsegur.

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  11. Wäre ja auch bedenklich, wenn wir in allen Punkten einer Meinung wären. Und über Lyrik streiten – das lohnt sich nicht; das ist wie das Streiten über den Musikgeschmack (Ich höre übrigens am liebsten Blues). Aber über meine zugegebenermaßen exzentrische Einzelmeinung zu reden, dazu bin ich jederzeit bereit. Was die Auferstehung angeht – ich glaube, Lazarus hat ganz übel gerochen, als er sich aus dem Grab erhob und sind nicht E-Mails auch schon wieder veraltet? Ein Instagram-Roman muss her!

    Die Anzeige ist tatsächlich echt, sie stammt aus einer alten „Gartenlaube“, von der ich ein paar Jahrgänge zu Hause habe. Ob sie allerdings ernst gemeint war oder eine Form von Satire – der Name des Arztes gibt doch etwas zu denken – da bin ich mir nicht ganz sicher.

    Grüße zurück.

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  12. Schöner Text, der allerliebst zum Streiten einlädt: Ich beispielsweise bin in sämtlichen Punkten anderer Ansicht (der Briefroman etwa, feierte als Mail-Roman doch unlängst erst seine Auferstehung). Aber Streiten liegt mir fern; ich wollte mich nur ganz herzlich für die Zeitungsannonce von 1899 bedanken – die ist einfach göttlich. Wo hast Du die denn ausgegraben?
    Liebe Grüße!

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  13. Meinen Dank. Ja, für ernst gemeint halte ich sie auch nit, ist aber so witzig.
    Gestern schauten wir uns per Mediathek auf dem Notebook die Kabarett-Sendung „Schlachthof“ an, in der auch Konstantin Wecker auftratt. Sein neuer Song gefiel mir zwar nicht besonders, dagegen sehr sein leidenschaftlicher Aufruf zur (die Menschen berührende) Poesie, die er der (verdummenden) Parole entgegensetzt. Insofern hoffe ich, dass Du Lyrik nicht mit Poesie gleichsetzt. Denn letztere hat für mich schon per se ’ne Daseinsberechtigung …

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