Am Wegesrand (XIX)

Alltägliches, Über den Tellerrand, Der Autor, Glosse, Kolumne, Leben, Literatur
Dies wird wohl eine neue Rubrik in meinem Blog:
Nikolaus sucht die Originalschauplätze von Romanen der Weltliteratur auf und irrt dort verloren umher..
Heute Teil 1:
Ingolstadt
Gestern nachmittag wurde ich von Frau Klammerle auf ihre unnachahmlich Weise, die eiserne Beharrlichkeit und Liebenswürdigkeit so miteinander vereint, dass ich zu der Auffassung gelange, es wäre meine eigene geniale Idee, von der Arbeit meinem Schreibtisch weggerissen. Normalerweise darf sie mich nur stören, wenn das Haus brennt, Zombies im Garten wüten oder das Abendessen fertig ist. Doch sie wollte mich unbedingt nach Ingolstadt entführen, wo sich gerade Sohn Nr. 1 auf Geschäftsreise aufhält und sich ein wenig einsam fühlt. Ich konnte Frau Klammerle nach den Erfahrungen bei IKEA am Wochenende (siehe hier: Andere Welten: IKEA) zumindest dazu überreden, nicht beim Ingolstadt Village Designer Outlet Halt zu machen, sondern gleich den historischen Mittelpunkt der alten Festungsstadt aufzusuchen.
Ich gebe es zu: Dort war ich erst ein einziges Mal vor zehn Jahren auf der Durchreise und ich wollte eigentlich nie wieder hin. Mein Vorurteil hat sich bestätigt: Es ist dort alles sehr aufgeräumt, übersichtlich, eisig kalt, merkwürdig provinziell, stur und … was soll ich sagen, halt oberbayerisch. Es passt sehr gut zum Bayerischen Ministerpräsidenten Seehofer, dass er dort geboren ist.
Merkwürdig fand ich, dass ich in dieser nicht allzu großen Altstadt so viele griechische Lokale auf einem Haufen gesehen habe und tatsächlich in zwei Traditionscafés nicht bedient wurde und nach längerem vergeblichen Warten gehen musste. Ingolstadt scheint noch eine Servicewüste zu sein. Gegessen haben wir dann bei einem flinken und geschäftstüchtigen Italiener, dort gab es auch anständigen Espresso.

Welcher berühmte englische Roman denn nun zu großen Teilen zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Ingolstadt und wohl nicht von ungefähr im Eismeer des Nordpols spielt? Ratet doch mal. Als Hinweis gibt es hier einen Smartphone-Schnappschuss meiner Frau, der, von einem in der Donauniederung gut beobachtbaren, „Supermond“ beleuchtet – genau die Stimmung einfängt, die in dem Roman vorherrscht, den manche als den ersten Science-Fiction-Roman bezeichnen.

ingolstadt

Das Ingolstätter Schloss

Übrigens ist Ingolstadt auch Handlungsort des einzigen Romanes von Marielouise Fleißer, die hier 60 Jahre lebte: Pioniere in Ingolstadt. Auch die Illuminatus!-Reihe von Shea und Wilson – wen wundert es jetzt noch – spielt in weiten Teilen in einem allerdings imaginierten Ingolstadt.

Und nun war ich unbemerkt ebenfalls hier, auch wenn nie ein Roman von mir hier spielen wird.

2 Gedanken zu “Am Wegesrand (XIX)

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