Aber ein Traum …

Autorer als andere Autoren

Die Tränen des Autors

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Wenn es in diesem Sommer etwas gibt, auf das wirklich Verlass ist, dann ist es der Regen. Die Kirschen im Baum platzen auf und verfaulen, die Mücken gehen schon am Vormittag auf ihre blutdürstige Jagd, Pilze wachsen aus dem feuchten Erdreich und meine Terrasse vermoost. Traut man sich einmal zum Wandern, auf’s Rad oder auch in einen Biergarten, dann schiebt bereits das nächste Gewitter gierig seine rabenschwarzen Wolken in den Himmel und droht mit Blitzen am Horizont.

Die Rosen jedoch blühen wie noch nie. Sie scheinen die einzigen Gewinner dieses Regensommers zu sein.

Nein, ich kann durchaus nicht verleugnen, dass mich das alles ein wenig – ziemlich – depressiv macht. Dazu kommt, dass  meine Literatur im Netz keine Freunde oder Leser findet. Die Interesselosigkeit an meinem Werk ist so groß, dass ich vermuten muss, es liegt an mir und meiner mangelnden schriftstellerischen Gabe. Weder auf diesen Blog, noch auf Andere Welten, Andere Zeiten wird zugegriffen. Niemand will mit mir ins Gespräch kommen, meine Texte werden nicht gelesen, die kostenlosen E-Books nicht heruntergeladen – sie verschimmeln wie meine überreifen Stachelbeeren am Strauch, ein Überangebot, das niemand will. Deshalb habe ich im Moment auch wenig bis gar keine Lust, hier weiter zu machen und werde über den Sommer hinweg nur noch sporadisch veröffentlichen.

Aber ein Traum war nur ein Traum, den ich über drei Jahre geträumt habe, in den ich unendlich viel Arbeit, Zeit und Herzblut investiert habe. Inzwischen bin ich aufgewacht. Die schillernde Seifenplase meiner Träume ist geplatzt.

Ich grüße die wenigen, die hier ab und an vorbeisehen und wünsche ihnen einen wundervollen, erlebnisreichen und glücklichen Sommer. Vielleicht scheint ja auch manchmal die Sonne …

Euer Nikolaus Klammer

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3 Gedanken zu „Die Tränen des Autors

  1. Hallo Sam,

    ich bin gerade wieder im Tal und möchte dir ein paar Worte zu deinen ausführlichen Anmerkungen geben – auch wenn ich nicht ganz verstehe, warum du hier und nicht im anderen Blog kommentiert hast. Zuerst: „Andere Zeiten, andere Welten“ ist mein Zweitblog, den ich im Dezember letzten Jahres gegründet habe, um meine ernsthafte Literatur – die ich hier einem hoffentlich geneigten Publikum vorstelle – von meiner dem Fantastischen zuzuordnende Genreliteratur zu trennen. Es war eine Frage der Ordnung und ich bemühte mich, den zweiten Blog im Gegensatz zum „Aber ein Traum“-Durcheinander so sauber und übersichtlich zu strukturieren, wie mir möglich war. Was ich allerdings nicht erwartete: Während der alteingesessene „Aber ein Traum“-Blog ordentlich läuft, gelesen wird und über 100 Follower hat, dümpeln die anderen Zeiten und Welten so vor sich hin und es gibt Wochen, in denen sich niemand in ihnen verirrt.

    Aber du hast Recht – ich bin kein Freund davon, bei anderen Bloggern zu kommentieren und bei ihnen kleine „Gefällt mir“ als Duftspur zu hinterlassen – auch wenn ich den Text dazu gar nicht erst gelesen habe. Dazu habe ich bei all der Schreiberei auch keine Zeit. Klar, lesen und gelesen werden, kommentieren und kommentiert werden, ist der Schlüssel zum „Erfolg“ – auch wenn ich mir nicht ganz sicher bin, was für einer es sein soll. Aber ich habe einige Jahre als Moderator in einem literarischen Forum gearbeitet und bin des ganzen Kommentierens und Pflegens der – ach – so empfindlichen Dichterseelen leid – sie waren wie Vampire, die mich ausgesaugt haben. Das will ich alles nicht mehr.

    Zu deinen einzelnen Punkten:

    1. „Klatuu barada nikto“ ist der Befehl, mit dem in dem SF-Klassiker „Der Tag, an dem die Erde stillstand“ verhindert werden kann, dass der Roboter eines außerirdischen Besuchers die Welt zerstört. Jeder Geek kennt diesen Satz und ich habe ihn deshalb gewählt, um klar zu machen, was den Besucher meines Blogs erwartet.
    Hier übrigens der Trailer zum Film: https://www.youtube.c0mwatch?v=fpatdUrUEtY. Tja, ist bei dir nicht angekommen.

    2. Du bist also ungeduldig. „Meister Siebenhardts Geheimnis“, der 1. Roman meines Brautschau-Zyklus, ist mit 150.000 Wörtern etwa 750 Buchseiten lang und damit eine lange Lesestrecke. Es gibt den Roman gebunden (für 12 € direkt bei mir bestellbar) oder als Gratisdownload von meiner Dropbox. Du findest die Seite, auf der man ihn herunterladen kann, unübersichtlich? Mag sein, ich werde sie noch einmal überarbeiten.
    Hier noch einmal der Link zum Buch:
    azw3-Version (Kindle)
    epub-Version (Tolino, etc.)

    (3) Hm. Fanatasy-Leser im allgemeinen sind Freunde von langen Geschichten. Es macht ihnen in der Regel auch wenig aus, einen Zyklus zu beginnen, den der Autor noch nicht beendet hat (z. B. „Game of Thrones“, „Der schwarze Turm“, „Der Name des Windes“ und viel andere), wichtig ist nur, ständig nachzufüttern. Meine Bücher sind ein Angebot und freilich auch ein Risiko für den Leser. Er opfert Zeit und es kann sein, dass er sie mit unausgegorenem Mist verschwendet hat. Deshalb der Blog: Hier kann jeder hinein schnüffeln, ob es ihm passt oder nicht. Übrigens erscheint noch in diesem Jahr ein weiterer „Brautschau“-Roman, der unabhängig von der Trilogie ist und vor ihren Ereignissen spielt: „Der Weg, der in den Tag führt“. Der hat nur 450 Seiten und obwohl auch Figuren aus der Trilogie vorkommen, kann er als eine Art von Prequel gelesen werden, ohne sie zu kennen. Übrigens finden sich unterLesestube eine Vielzahl von längeren und kürzeren Geschichten, über die ein Interessierter meinen Schreibstil kennenlernen kann – übrigens auch meinen mit knapp 200 Seiten eher kurz geratenen Roman „Dr. Geltsamers erinnerte Memoiren“.

    (4) Ein seltsamer Vorwurf. „Brautschau“ ist nicht wieder ein Buch von denen. Es ist anders, originell, neu. Es gibt keine Hobbits, Elfen, Orks, Zauberer oder anderes übersinnliches Gelichter. Es spielt in keiner mittelalterlich angehauchten Welt. Eine Einführung gibt es hier: Meister Siebenhardt ist fertig. Aber du hast recht. Ich sollte eine Inhaltsangabe auf die „Brautschau-Seite“ setzen.

    Ich danke dir noch einmal für deine Anmerkungen, die mich durchaus zum Nachdenken gebracht haben und hoffe, dass wir uns hier oder an einem anderen Ort wiederlesen.

    Liebe Grüße
    Niklas

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  2. Hallo Sam, ich danke dir für deine wirklich ausführlichen und nachdenkenswerten Anmerkungen, die ich erst jetzt lese, da ich im Moment einen Wanderurlaub (siehe bitte: https://siebenhardt.wordpress.com/2016/08/09/kurze-rast/ ) mache und gerade selten – eigentlich nie – im Internet bin. Ich gehöre zu der seltsamen und aussterbenden Rasse, die kein Smartphone besitzt und es oben auf einem Gipfel aus dem Rucksack fischt, um zu schauen, ob er ein Netz hat und sich Pokemons in der Nähe befinden.
    Ich melde mich, wenn ich wieder zurück im Tal bin.
    Grüße Nikolaus.

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  3. Kann ich gut nachfühlen. Und nein, ich habe nichts von deinen Werken gelesen. Ich weiß gerade nicht mal wirklich, wie ich überhaupt auf deinen Blog gefunden habe… aber die Worte beschreiben meine Empfindungen über das Schreiben auch sehr gut.

    Ich glaube, das Problem liegt da bei den meisten Bloggern einfach in ihrer Selbstbezogenheit. Als ich angefangen habe, dachte ich: „Ja, schön, dass es noch andere Leute gibt, die Schreiben, aber mir geht es ja darum, was ich selber schreibe.“
    Ist ja auch klar. Nur ist das Doofe eben, dass es allen so geht. Mir war das auch klar und deshalb habe ich einfach angefangen, auch in anderen Blogs zu schmökern und hier und dort mehr oder weniger geistreiche Kommentare da zu lassen, um einfach einen gewissen Austausch anzuregen. Funktioniert auch und tatsächlich habe ich einige Blogs gefunden, in denen ich mittlerweile echt gerne lese. Aber ich schreibe unter’m Strich eben immer noch viel lieber und da liegt, wenn man sich noch keinen guten Namen gemacht hat, der Hund wohl auch begraben.

    Da mir der Eintrag von dir, da er sich so familiär anfühlt, aber so nahe geht, lasse ich dir einfach mal meine Begründungen da, weshalb ich keine Lust hatte, in deinem „Andere Welten, andere Zeiten“-Blog zu lesen, weil ich denke, dass sowas möglicherweise noch eher helfen würde, als wenn ich mich jetzt aus Mitgefühl dazu durchringen würde.

    Ich beschreibe einfach mal ganz offen und ehrlich die Gedanken, die ich beim ersten Eindruck hatte, ob sie jetzt gerechtfertigt sind oder nicht, ist nochmal ne andere Frage.

    1.) „Klaatu barada nikto“ direkt im Untertitel wirkt total befremdlich. Ich habe mir nur gedacht: „Versteh ich nicht, es wird davon ausgegangen, dass ich das entweder interessant finden soll oder etwas damit anfangen kann.“ Weder das eine noch das andere war der Fall, was schon eher zu einer gewissen Reserviertheit führte. Waren für mich nur aneinandergereihte Wörter.

    2.) Ich war ungeduldig. Wo soll ich eigentlich anfangen zu lesen? Ich habe auf „Brautschau – die Trilogie“ geklickt, irgendwo muss man ja anfangen. Wenn’s nach mir geht, ich bin immer gerne mit so wenigen Klicks wie möglich auf irgendeiner Seite, auf der ich anfangen kann, zu lesen. Und als ich auf der Seite ankam, wusste ich auch nicht wirklich, wo es denn nun eigentlich losgeht.

    3.) „Brautschau – Die Trilogie“ und „Brautschau – Roman einer weiten Reise“. Für mich als Gelegenheitsleser auf fremden Blogs wirkte das erstmal wie eine krasse Abschreckung. „Trilogie“ = viel zu lesen. „Weite Reise“ = Viel zu lesen. Der zufällige Blogbesucher, so wie ich einer bin, will wahrscheinlich erstmal einen kleinen Vorgeschmack. Auch wenn klar ist, dass man ja einfach mal ein bisschen von vorne reinlesen kann… man fühlt sich immer ein klein wenig verpflichtet, Dinge auch zu Ende zu lesen, weshalb man nicht unbedingt mit einer „TRILOGIE“ anfängt. Verstehst du?

    4.) Ich habe keine Ahnung, was mich erwartet. Habe kurz nach einer Beschreibung gesucht, was das nun eigentlich für ein Werk ist. Eine knappe Beschreibung kann oft mehr Interesse wecken, als das Buch an sich. „Brautschau“, „Fantasy“ und „Lange Reise“ waren die einzigen Schlagwörter und da kamen mir nur die Gedanken: „Achso, mal wieder so etwas.“

    5.) Den fünften Punkt gibt es so genommen nicht mehr, hier habe ich weggeklickt. Und jetzt fällt mir auch auf, dass ich auf meinem Blog hier und dort selbst noch viel optimieren kann, aufgrund der Einsichten, die ich gerade niedergeschrieben habe.

    Naja. Ich hoffe, das wirkte jetzt nicht zu barsch und direkt. Wenn ich sehe, dass ich viele Seitenaufrufe, aber keine Kommentare, Likes, Abos, sonst nix habe, denke ich mir auch oft: „Waaaarum seid ihr einfach wieder gegangen?!“ und wünsche mir eine Antwort darauf.

    Liebe Grüße
    Sam

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