Eine Fruchtfliege macht noch keinen Sommer

Alltägliches, Essen, Garten, Leben, Literatur, Rezepte

Eine Fruchtfliege macht noch keinen Sommer; ein paar Dutzend in der Küche mahnen jedoch, endlich das gepflückte Obst zu verarbeiten. An diesem Wochenende wird nicht geschrieben, sondern die Gartenernte eingekocht; z. B.:

Stachelbeer-Aprikosen-Marmelade

1500 g reife Stachelbeeren, gesäubert (die vertrockneten Blütenrückstande und die Stiele entfernen – das verbraucht die meiste Zeit)

750 g reife Aprikosen, entkernt, in kleine Stücke geschnitten

750 g Gelierzucker (1:3), dadurch bleibt die Marmelade schön fruchtig, bitte die Menge bei Gelierzucker (1:2) selbst ausrechnen, Veganer und Zuckerfeinde benutzen Aga-Aga, dann wird es aber wirklich sauer …

1 Zimtstange,

1 paar Blätter Zitronenmelisse, kleingeschnitten, (können auch weggelassen werden, sieht aber nett aus),

Grappa oder Marillengeist nach Belieben

Alles wird zusammen in einem großen Topf gut umgerührt und für 24 Stunden zugedeckt in Ruhe gelassen, sonst wird die Marmelade nicht fest. Anschließend für 5 Minuten aufkochen, eventuell den entstehenden Schaum abschöpfen (der schmeckt ebenfalls sehr lecker) und die Zimtstange entfernen. Jetzt erst reichlich vom Schnaps hinzugeben. Wem alles zu „stückig” ist, kann es nun pürieren. Ich rate aber davon ab. Dann die Masse heiß in gut gewaschene Gläser füllen, verschließen, stürzen. Fertig.

Diese Marmelade ist ein sinnliches Erlebnis, eine einzigartige Geschmacksexplosion. Die meisten Gläser muss ich verschenken, die Nachfrage ist gewaltig. Ich kenne nur eine Person, die von meiner Marmelade nicht begeistert isst. Das ist Frau Klammerle. Sie mag keine Stachelbeeren … dahinter steckt ein Kindheitstrauma, würde ich mal vermuten.

Wie ich bereits in meinem letzten Artikel schrieb: Alles was ich mache, ist autobiografisch. Auch wenn ich in der stehenden Hitze eines Julinachmittags reife Stachelbeeren pflücke und mir die Hände dabei zersteche, sie säubere und dann einkoche, ist etwas von mir drin; ist dieses Glas Marmelade „autobiografisch“. Wie die Beeren durch ein Sieb gepresst werden, fließt auch ein Text durch das Raster meiner Persönlichkeit.

Er ist durchtränkt vom Gelierzucker meiner eigenen Meinung, schmeckt mal sauer, mal klebrig süß.

Marmelade

Das Ergebnis. Man beachte die Arbeitsplatte, die sich in 2/3 der deutschen Küchen befindet. Hinter dem Fenster ist leider kein Wald, aber immerhin mein Ginko.

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