Aber ein Traum …

Autorer als andere Autoren

Das goldene Kalb – Teil 2

»Auf jeden Fall brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen, Martin. Ich werde die Unterlagen über Sie noch heute Abend vernichten. Es steht auch nichts Wichtiges drin«, sagte Haschek.

Liebermann wand sich wieder zu ihm. Der Dicke tippte sich an die Nase. Die Lüge war ihm ins Gesicht geschrieben. Der Architekt machte eine Pause, schabte dann mit den Fingern über die Stirn.

»Ich habe unser Gespräch falsch begonnen. Hören Sie, ah, Martin … Wir vergessen einfach meine Worte über den Detektiv und jene Unterlagen. Ich wollte Ihnen nur begreiflich machen, wie intensiv ich mich mit Ihnen befasst habe. Sie müssen sich darüber nicht weiter beunruhigen. Ich stehe in der Öffentlichkeit und muss auf meinen Ruf achten. Ich überprüfe regelmäßig die Liebhaber meiner Frau. Das ist eine Routine, die sich schon mehrmals als nützlich erwiesen hat. Judith ist manchmal … wenig wählerisch. Aber Sie gehören nicht zu dieser Art von Männern. Im Gegenteil, ich bin wegen der Dinge, die ich über Sie weiß, sehr ermutigt. Wissen Sie – gerade heraus gesagt – ich brauche dringend Ihre Hilfe.«

Nun hatte er es endgültig geschafft, Liebermann aus der Fassung zu bringen. Erneut versuchte er, die Person hinter dem breiten, nun maskenhaft verschlossenen Gesicht des Architekten zu erfassen. Es gelang ihm nicht. Haschek wich dem bohrenden Blick sofort aus, winkte der Bedienung.

»Ich darf Sie doch zu einem kleinen Kognak einladen?«, fragte er und machte im gleichen Atemzug seine Bestellung. Liebermann lehnte sich zurück.

»Dr. Haschek, ich wäre Ihnen wirklich dankbar, wenn Sie dieses Versteckspiel unterlassen könnten. Ich habe keine Ahnung, was Sie von mir wollen, aber ich möchte nichts mit Ihnen zu tun haben. Ich habe ein flüchtiges Verhältnis mit Ihrer Frau. Das ist ihnen ja bekannt. Wenn Sie deshalb mit mir Streit suchen, so lassen Sie sich sagen: Ich habe mit Ihren Eheproblemen nichts zu tun. Das ist wirklich eine Sache zwischen Ihnen und Judith. Wie Sie gerade festgestellt haben, bin ich nicht ihr einziger Liebhaber und auch nicht der wichtigste, nehme ich an. Judith ist eine sehr gelangweilte Frau und sie hungert nach Abwechslung. Ich sage noch einmal, ich will nichts damit zu tun haben.«

Haschek hörte ungeduldig zu, setzte mehrmals zu einer Entgegnung an. Als sein Gegenüber schwieg, warf er eilig ein:

»Aber ja. Ja, ich stimme Ihnen völlig zu. Eifersucht stünde mir wirklich schlecht zu Gesicht. Sie werden doch von Judith wissen, dass diese Heirat nichts weiter als ein Geschäft war. Ein bilaterales Übereinkommen, eine Symbiose, wenn Sie so wollen. Sie brachte den politischen Einfluss ihres Vaters in die Ehe. Sie wissen, er ist Stadtrat …«

Liebermann nickte und kippte seinen Kognak. Haschek folgte seinem Beispiel, bevor er weiter sprach.

»Naja, und von mir kommt der Luxus, den sie benötigt. Judith ist über zehn Jahre jünger als ich und wir waren nie aneinander interessiert, hatten vom Anfang an getrennte Schlafzimmer. Wir haben uns absolute Freiheiten garantiert.«

»Sie sind schwul, nicht wahr?«, warf Liebermann flink ein, um Haschek zu verunsichern, was ihm allerdings nicht gelang. Der Dicke lachte, bestellte zwei weitere Weinbrände. Nach einer Weile beendete ein trockener Husten seine Heiterkeit.

»Hat Sie Ihnen das erzählt?«, fragte er und berührte sanft die Hand von Liebermann, die dieser eilig unter den Tisch rettete. Er lachte wieder, diesmal blubbernd und erschöpft.

»Das ist typisch für sie. Es ist eines von Judiths Lieblingsgerüchten. Sie lässt kaum eine Gelegenheit aus, es unter die Leute zu bringen. Sie will mich damit ärgern und mir Unannehmlichkeiten bereiten, aber das gelingt ihr nicht. Glauben Sie mir, selbst wenn ich homosexuell wäre, würde ich sicher nicht versuchen, den Liebhaber meiner Frau zu verführen. Nein, nein, ich habe ein ganz anderes Interesse an Ihnen, seien Sie unbesorgt.«

»Noch sorge ich mich nicht. Aber was wollen Sie denn nun von mir?«, fragte Liebermann. Er legte nun doch seine Jacke ab, die ihm zu heiß wurde und warf sie nachlässig über den Mantel von Haschek, der sie mit erhobenen Augenbrauen sofort wieder herunter nahm und auf den freien Sitz neben sich legte.

»Nun sind Sie endlich neugierig, das ist gut. Haben Sie sich jetzt an den Gedanken gewöhnt, mit den gehörnten Ehemann ein Gespräch zu führen?«

Liebermann wusste nicht, ob er nicken oder den Kopf schütteln sollte. Aber Hascheks Frage war rhetorisch, er sprach sofort weiter.

»Ich werde ein wenig ausholen müssen. Trinken Sie noch einen Kognak?«

»Nein, zwei genügen wirklich. Ich will mich nicht mit Ihnen betrinken. Wenn es Sie nicht stört, hätte ich aber gerne noch einen Kaffee.«

»Wie Sie meinen. Es macht Ihnen doch nichts aus, wenn ich …«

»Keineswegs.«

Warum trank der Dicke so viel? Wollte er sich Mut antrinken oder hatte er ein Alkoholproblem? Judith hatte Liebermann nichts davon erzählt.

»Also, Martin, Sie sind mir sehr sympathisch, das können Sie mir glauben. Ich habe wirklich nur freundschaftliche Gefühle für Sie.« Der jüngere Mann seufzte hörbar, aber Haschek blieb unbeirrt.

»Nun müssen Sie mir etwas versprechen. Was ich Ihnen jetzt erzähle, muss absolut vertraulich behandelt werden. Es ist sehr wichtig.«

»Vertrauen gegen Vertrauen. Ihre Unterlagen über mich sind Ihre Absicherung.«

»So dürfen Sie es nicht sehen. Ich habe Ihnen ja gesagt, ich würde die Papiere vernichten.«

Haschek war ein durchtriebener und wahrscheinlich auch intelligenter Mann. Nichts von dem, was er sagte, war absichtslos. Liebermann erkannte dessen Geschick neidlos an. Der Architekt trank seinen dritten Kognak, sah sich noch einmal absichernd um. Niemand saß in der unmittelbaren Nähe der beiden. Er senkte trotzdem seine Stimme. Liebermann musste sich vorbeugen, um ihn zu verstehen.

»Ich bin in eine außergewöhnlich dumme Sache gerutscht. Sie haben vielleicht die Möglichkeit, mir herauszuhelfen. Ich meine, die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass ich in absehbarer Zeit erheblichen Ärger mit der Staatsanwaltschaft bekommen werde. Dabei bin ich vollkommen unschuldig. Ich war nur mal wieder zu freundlich und vertrauensselig. Die Konsequenzen einer Anklage können Sie sich ja vorstellen. Ich wäre ruiniert und Judith kann ohne mein Geld nicht leben.«

»Judith würde keinen Augenblick zögern, Sie zu verlassen. Ich denke sogar, Sie würden ihr damit einen Gefallen tun«, unterbrach ihn Liebermann. »Sind Sie in einen Bestechungsskandal verwickelt?«

Haschek zog die Mundwinkel herunter.

»Das würde Ihnen Freude machen, nicht wahr? So stellen Sie sich wohl meine Kreise vor, immer die Hand in der Hosentasche der anderen, alle sind käuflich und und durch und durch korrupt.«

»Ist es denn nicht so?«, erwiderte Liebermann überlegen, nun wirklich interessiert. Er hätte gerne einen Einblick in die Machenschaften der Augsburger Society bekommen. Haschek nickte. Für einen Moment suchte er nach Worten.

»Lassen wir das, behalten Sie Ihre Vorurteile. Seien Sie glücklich mit ihnen. Es wäre schön, wenn alles so einfach wäre, wie Sie sich das so denken. Aber jetzt zu meinem Problem: Kennen Sie die Makleragentur Sonnenheim? Nein, nicht wahr? Diese seltsame Agentur gibt es seit einem knappen Vierteljahr und dort handelt man mit Häusern und Grundstücken, die es nicht gibt. Sie können sich bei Sonnenheim am Bau von Eigentumshäusern beteiligen und in die Erschließung von Grundstücken investieren. Die versprochenen Gewinne sind gigantisch. Gerade in diesen Zeiten, in denen es nirgendwo anständige Zinsen gibt wirkt das Angebot von Sonnenheim wie ein Honigtopf auf Bären. An mich sind die Makler vor einem halben Jahr herangetreten und haben mir Häuserpläne abgekauft, die sie dann ihren Kunden als ihre Projekte vorlegen. Mein guter Name ist natürlich ein Zugpferd. Eine ganze Menge Leute sind darauf hereingefallen, ohne das Kleingedruckte zu lesen. Sie haben im Osten von Augsburg zwischen Lechhausen und Derching in der Nähe der Müllverbrennungsanlage in kiesigen Sumpfgrund investiert In einen Grund, der laut Bebauungsplan der Stadt in den nächsten zwanzig Jahren nicht freigegeben wird,« erläuterte Haschek. Es klang auswendig gelernt. Liebermann pfiff durch die Zähne.

»Nicht schlecht, aber doch sehr illegal, nehme ich an.«

»In der Tat. Das ist aber ein alter Trick; man muss nur geschickt sein. Die Leute von Sonnenheim waren es aber nicht. Die Staatsanwaltschaft ist auf sie aufmerksam geworden und die Polizei wird am Montag eine Razzia in ihrem Büro durchführen.«

»Woher wissen Sie das?«

»Ein …, sagen wir mal, Bekannter hat mir das gestern im Vertrauen erzählt.«

»Nun, dann werden sich die Herren von Sonnenheim schnell in den sonnigen Süden absetzen«, mutmaßte Liebermann. Haschek schüttelte den Kopf.

»Nein, davon weiß nur ich. Und ich werde mich hüten, diesen Gaunern etwas zu sagen. So wie die mich in ihre dreckigen Geschäfte verwickelt haben, verdienen sie es nicht anders.«

»Und wo ist jetzt Ihr Problem?«

»Stellen Sie sich nicht dumm, Martin. Es geht um meine Grundrisse. Wenn die Polizei die bei Sonnenheim findet, bin ich am Ende. Es wird mir keiner glauben, wenn ich behaupte, ich hätte nichts von dem Betrug gewusst.« Er ächzte, um Mitleid heischend. Liebermann sah auf seine Uhr.

»Es ist jetzt gleich drei Uhr. Anstatt mit mir zu reden und sich mit Kognak volllaufen zu lassen, würde ich mir an Ihrer Stelle schnellstens meine Zeichnungen holen.«

Haschek hob verzweifelt die Hände.

»Sie haben nichts verstanden, Martin. Meinen Sie ernsthaft, die würden mir meine Pläne geben, wenn ich hereinspaziere und einen schönen Tag wünsche? Nein, schließlich haben sie mich ja bezahlt. Außerdem würden sie doch sofort den Braten riechen und ich will diese Schweine im Gefängnis sehen, diese Verbrecher!«

Er hatte sich in Rage geredet und schlug mit der flachen Hand auf den Tisch. Liebermann fand die Rechtsauffassung des Architekten interessant. Haschek war nicht über den Betrug der Makler böse, sondern darüber, wie sie ihn in ihre Gaunereien verwickelt hatten. Der Dicke bestellte sich noch einen Kognak. In diesem Augenblick verstand der Jüngere, was der Architekt von ihm wollte. Er zog scharf die Luft ein.

»Also, Haschek, wenn Sie denken, ich hätte nichts Besseres zu tun, als wegen ihrer blauen Augen am Wochenende in diesem Maklerbüro einzusteigen und Ihre Zeichnungen zu stehlen, dann glauben sie auch noch an den Weihnachtsmann!«, sagte er empört. Sein Gegenüber kniff die Augen zusammen.

»Es wäre nicht das erste Mal, dass sie so etwas tun«, erwiderte er ruhig, »und man hat Sie nie erwischt.«

Das Herz von Liebermann schlug plötzlich schneller. Dieser Scheißkerl, er wusste wirklich alles!

»Ich weiß nicht, wovon Sie reden …«, sagte er vorsichtig.

»Das kann ich mir nicht denken. Es ist lange her, nicht wahr, aber noch nicht verjährt.«

Haschek leerte seinen Kognak. Dann machte er leise sein Angebot:

»Martin, ah, … Hören Sie zu. Genau das ist mein Vorschlag. Lehnen Sie nicht gleich ab, hören Sie erst einmal zu: Das Büro von Sonnenheim ist in dem Gebäude Frölich-, Ecke Sieglindenstraße, gegenüber vom Diakonissenhaus, sie kennen es sicher. Es ist kein Problem, da rein zu kommen, wenn man etwas geschickt ist. Wäre ich noch ein wenig beweglicher, würde ich es selbst machen. Sie gehen rein, holen die Unterlagen, fertig. Dort gibt es keine Alarmanlage. Sie steigen dort einfach ein, das ist eine Sache von fünf Minuten.«

»Wenigstens die Tür wird doch abgeschlossen sein, oder gibt es einen roten Teppich für mich? Nein, das mache ich auf keinen Fall.«

»Sie sollen es nicht umsonst machen. Ich würde Ihnen zwanzigtausend Euro zahlen. So hoch sind doch Ihre Schulden, nicht wahr?«

Warum war Liebermann von Neuem über seine Kenntnisse erstaunt? Dieser Detektiv hatte ganz außerordentlich gut gearbeitet. Er wollte etwas Unfreundliches sagen, aber Haschek hob beschwichtigend die Hand.

»Sagen Sie jetzt noch nichts. Mein Geld wäre ja nur ein erfreulicher Nebeneffekt für Sie. Ich kenne Sie, Martin. Ich kenne Sie. Es würde Sie reizen, dort einzubrechen. Sie mögen es abstreiten, so lange sie wollen.«

Liebermann tippte nur mit dem Zeigefinger gegen seine Stirn. Haschek lachte.

»Sie können mich nicht täuschen. Jetzt, in diesem Augenblick, reizt es Sie bereits. Sie können sich schon dabei sehen, wie Sie bei Sonnenheim einbrechen. In Ihrem Inneren läuft ein Film mit diesem Geschehen ab«, führte er geradezu genüsslich aus. War der Architekt verrückt geworden oder sprach nun endlich der Alkohol aus ihm

»Sie müssen mich verwechseln. Ich bin kein Einbrecher.«

Liebermann lächelte spöttisch, aber Haschek ließ sich nicht beirren.

»Wie Sie meinen. Aber ich weiß doch, Ihnen geht es nur um den Thrill. Sie brauchen das Gefühl im Bauch. Warum schlafen Sie mit Judith?«

»Na hören Sie mal …«

»Nein, jetzt hören Sie. Judith reizt Sie doch nicht nur sexuell; so viel kann sie einem jungen Mann wie Ihnen nicht bieten. Es ist etwas anderes, das Sie bei ihr suchen. Es sind die Heimlichkeiten, die Angst des Überraschtwerdens, der betrogene Ehemann, natürlich auch mein Geld und das Abenteuer.« Das Lächeln von Liebermann war unsicherer geworden. Er war gespannt, worauf Haschek hinauswollte.

»Sie sind ein Spieler. Gar nicht weit von hier, im Hinterzimmer einer Pizzeria, spielen Sie an jedem ersten Freitag im Monat Texas-Hold’em und Black Jack. Sie verlieren. Sie verlieren immer. Ihr Gehalt und Judiths Zuwendungen zusammen können das Loch nicht stopfen.« Liebermann wurde ernst. Haschek hatte alle Trümpfe in der Hand. Es war ihm anzumerken, wie sehr er den Moment genoss.

»Sie sind ein Spieler«, fuhr der Architekt fort, »aber sie lieben nicht das Spiel an sich, sondern die Gefahr, das Risiko, das Abenteuer hinter verschlossenen Türen, dieses Milieu!« Haschek wurde munter, als er sich das Gaunerleben von Liebermann in bunten Farben ausmalte. Dieser sah ihn mitleidig an.

»Was für Filme sehen Sie eigentlich?«, fragte er bissig und beendete Hascheks Höhenflug. Der Architekt musterte ihn böse.

»Es geht auch im Klartext, Martin, wenn Ihnen das lieber ist: Sie bringen mir bis Sonntagabend meine Pläne. Ich gebe Ihnen zwanzigtausend in bar auf die Hand. Ich verlange doch keinen Mord von Ihnen. Und wir haben beide einen Vorteil: Sie sind Ihre Schulden los und ich bin aus der Klemme. Überlegen Sie es sich. Das ist ein Geschäft, mehr nicht. Für dieses Geld arbeiten Sie doch über ein Jahr.«

»Und sie kaum einen Monat. Nein. Wegen Ihnen werde ich nicht zum Verbrecher!«

»Verbrecher! Liebermann, Verbrecher!« Der Architekt war nun wirklich wütend. Händeringend kämpfte er um seinen schönen Plan, der so kläglich ins Wasser zu fallen schien. Offenbar hatte er gedacht, er könne Liebermann leichter um den Finger wickeln.

»Es ist doch kein Verbrechen, diesen Betrügern von Sonnenheim meine Pläne zu nehmen. Außerdem helfen Sie damit einem Unschuldigen!«

»Woher weiß ich, dass Sie nicht in die Gaunerei verwickelt sind?«, fragte Liebermann ruhig und sah erneut zum Fenster hinaus. Diesmal hatte er das letzte Wort. Haschek blieb eine ganze Weile stumm. Liebermann überlegte, ob der Architekt sich durchschaut fühlte oder wegen der ungeheuerlichen Mutmaßung getroffen war.

»Martin, Zwanzigtausend Euro«, stotterte er schließlich, verlegte sich nun aufs Flehen. »Ich bitte Sie.«

Pause.

»Was würden wohl Ihr Arbeitgeber oder Ihr Vermieter über Ihr Vorleben und Ihre Spielsucht sagen?«, fügte er so leise hinzu, dass Liebermann ihn gerade noch verstand. Er sah Haschek wieder an und nickte.

»Warum suchen Sie sich nicht einen anderen Gauner für Ihre Drecksarbeit?«, erkundigte er sich. Haschek spitzte die Lippen.

»Sie sind der Einzige, den ich kenne.«

»Und Sie sind ein Schwein, Haschek«, entgegnete Liebermann laut. Der Dicke versuchte ein Lächeln, das ihm gründlich mißlang. Er hob die Hände.

»Ich will ein Geschäft mit Ihnen machen. Sie müssen mich nicht lieben«, stellte er fest. Liebermann preßte Daumen und Zeigefinger fest gegen die Augen, dann sah er auf und zuckte er mit den Achseln.

»Dreißigtausend. Und alle Unterlagen, die Sie über mich haben«, sagte er.

Er wusste: Er war dabei, einen riesigen Fehler zu machen.

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