Aber ein Traum …

Autorer als andere Autoren

Ein kleiner Werkstattbericht (4)

Is there anybody out there? Pink Floyd

VORSICHT! DIESER ARTIKEL IST IN LARMOYANTER UND DÜSTERER STIMMUNG GESCHRIEBEN!

Allgemeines.

Ich wollte zwischen den Jahren eine kleine Blogpause machen. Es kam anders. Ich nahm mir mal wieder die Freiheit heraus, mir selbst zu widersprechen. Darin bin ich Meister. Do I contradict myself? Very well, then I contradict myself, I am large, I contain multitudes. (Walt Whitman) Es ist schön und beruhigend, dass es zu jeder Lebensäußerung ein passendes Zitat von einem berühmten Menschen gibt.

Sehe ich als Autor auf das eben vergangene Jahr zurück, dann war es für mich insgesamt eine Enttäuschung, ein weiteres Jahr des Scheiterns. Obwohl ich noch nie so viel und so eifrig geschrieben habe wie 2014 – nicht zuletzt um diesen Blog mit Inhalten zu füllen -, wurde ich noch nie so wenig gelesen und gab es so wenig Interesse an meiner Literatur. Ich konnte nirgendwo veröffentlichen, keine Lesung halten, keinen Cent verdienen. Wahrscheinlich ist es Hochstapelei, wenn ich mich selbst als Schriftsteller bezeichne.

Hier im Netz war es nicht anders; ich falle durch seine Maschen. Laut der von WordPress erstellten Statistik stagnierte der Blog bei etwa 50 Followern, von denen sich offenbar viele überhaupt nicht für meine Literatur interessieren. Ich habe keine Ahnung, aus welchen andren Gründen mir manche „folgen“. Durchschnittlich habe ich drei bis vier Zugriffe am Tag (von denen viele nur ein irrtümlicher Klick bei einer missglückten Googlesuche sind*). Meine Texte werden nicht heruntergeladen und nicht gelesen, deshalb auch nicht kommentiert.

Trotzdem – ich habe das schon einmal erwähnt – werde ich „Aber ein Traum…“ regelmäßig fortführen, denn ich habe auch nach zwanzig Monaten und nach 450 Artikeln noch Freude an dem Blog. Er ist mir eine liebe (manchmal auch lästige) Angewohnheit geworden, inzwischen längst ein Teil von mir. Ob es allerdings noch weiterhin sinnvoll ist, ihn „öffentlich“ zu führen: Ich weiß es nicht. Literatur ist ein Angebot an die Freiheit des Anderen, eine Erfahrung zu machen. Wenn mein Angebot nicht angenommen wird oder keine Qualität hat, dann muss ich die Konsequenzen ziehen und mich niemandem weiter aufdrängen.

Jahrmarkt in der Stadt.

Gestern bloggte ich den Schluss von meinem Roman „Die Wahrheit über Jürgen„. Er ist damit hier in einer um zwei Kapitel gekürzten Fassung lesbar. Es lohnt sich wohl nicht, wenn ich mir die Arbeit mache und ihn vollständig als E-Book zum Download einstelle. Er wäre nur eine weitere Dateileiche.

Damit verbunden ist die Frage, ob ich noch weitere Werke aus dem Zyklus „Jahrmarkt in der Stadt“ herschenken soll. Da wären neben ein paar Erzählungen noch der Kriminalroman „Das Goldene Kalb„, die Künstlernovelle „Ein kleines Licht“ und das Hauptwerk des Zyklus‘, der umfangreiche Roman „Nutzlose Menschen„). Da ich außer den kryptisch-sarkastischen Anmerkungen meines Schriftstellerkollegen Hans-Dieter Heun keine Kommentare auf meine Artikel oder Texte bekomme, tappe ich auch völlig im Dunkeln, was ich richtig und was ich falsch mache.

Doch jetzt habe ich wirklich genug gejammert. Es ist ein Fehler, vor dem Frühstück zu bloggen. Jetzt werde ich zuerst meinen Weihnachtsbaum kleinsägen und dann einen langen Waldspaziergang in der klaren Luft dieses herrlichen Tages machen. Vielleicht ist danach mein Kopf wieder etwas weniger umwölkt.

Zum Abschluss will  eine kleine Umfrage wagen:

Selbst

Selbstbildnis mit kleiner Depression (Radierung, 2014)

_____________

*von den zwei Leuten, die gestern auf meinem Blog waren, suchte einer nach: „gelangweilten Katzen im Minirock

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3 Gedanken zu „Ein kleiner Werkstattbericht (4)

  1. Pingback: Einfach weitermachen… | Aber ein Traum...

  2. qed.

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  3. Hans-Dieter Heun sagte am :

    Seit Tagen gehen mir zwei Worte im Kopf um: ‚Literarische Onanie‘ – Doch das ist wohl eine zu unanständige Bezeichnung für das Herzblut, welches viele arme Poeten vergießen.

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