Aber ein Traum …

Autorer als andere Autoren

Fahrkarte

Helmut mochte keine Bahnfahrten.

genau so das heißt wenn ein text natürlich nur ein erster satz muss immer wieder in der erinnerung kleben kurz deutlich zack zack gib’s ihm

Nein, er hasste sie nicht. Es gab nur wenige Dinge oder Tätigkeiten, die er hasste.

sage ich einfach so und ein gedanke bleibt unausgesprochenes elend ein krummes holz der wirklichkeit arbeit

Eine Menge Leute hasste er.

die alle welche wo warum wann frage fang ich an sollte ich auch menschen erwähnen die er hasst obwohl ist vielleicht nicht nötig kurze sätze

Aber Dinge? Ihm fielen auf Anhieb nur Wäscheklammern aus Plastik ein.

bemerkt jemand ich musste lachen harmonia einer dieser witze die aus mir heraus aber der leser schwer zu sagen wahrscheinlich achselzucken

Die verabscheute er.

verabscheute eine andere ebene abscheu hass definieren oder lassen was wird er überhaupt in den großen und ganzen sicher noch einmal erwähnen hier bereits den bogen schlagen zu galilei ist zu früh nur ein tropfen der verzischt

Bahnfahrten hingegen mochte er nicht. Besonders, wenn sie ihn in die Nacht führten und er sein Gesicht in der zitternden Scheibe des Abteilfensters spiegeln sah. Während er vergeblich nach Schlaf suchte.

ein satz konstruktion na ja vielleicht sollte galilei der ketzer hier schließlich war es nicht seine sünde die erde aus dem mittelpunkt zu nehmen das denken nur alle tatsächlich beschäftigte sich die inqusition mit seiner behauptung dass die hostie sich nicht tatsächlich in christi fleisch wandle das war seine häresie

Helmuts heutige Fahrt dauerte zwar nicht bis zum Dunkelwerden. Aber er spürte Erleichterung, als er endlich den Waggon verließ. Er suchte sich einen Weg durch die Menschentrauben hinaus aus dem Bahnhof.

malamud ein neues leben beginnt zum verwechseln ähnlich habe es zufällig gerade gelesen das ärgert mich zudem auch das weitere ähnlich muss ich jetzt meine geschichte ändern ehemaliger trinker überleg ich mir ein andermal

Auf dem Vorplatz blieb er unschlüssig stehen. Er sah sich um. Am ehrlichsten sind Städte im Bahnhofsviertel. Hier zeigen sie ihr hässliches Gesicht.

das ist der satz wegen dem ich am anfang nur darauf läuft es hinaus am ehrlichsten eine erfahrung jetzt kann der leser ja nicken das kennt er jetzt muss die handlung einsetzen helmut muss ich sagen helmut mir graut vor dir das ist deine häresie daher denke ich gerüche farben geschmack soweit sie einen gegenstand betreffen dem sie scheinbar innewohnen nichts weiter sind als reine namen

Ihm fiel Beuerle ein. Es war schon seltsam: Gerade jetzt kam ihm der kleine, geschäftige Beuerle aus der Werbeabteilung in den Sinn. Nicht zu verwechseln mit dem Bäuerle vom Technischen Einkauf. Der nahm sich wichtiger, als er war. Der kleine Beuerle befand sich in dem stagnierenden Alter zwischen dreißig und vierzig. Den belanglosen Jahren, in denen man fertig ist, Kinder großzieht und sich nie etwas zu ändern scheint.

das ist das alter das den autor nicht interessiert weil es langweilig langwierig langsam bis zum alter noch zeit verschweigen verschwiegen still ein krummes holz

Beuerle war für Helmut ein typischer Vertreter seiner Altersstufe. Kinderlos, aber verheiratet, immer bemüht, freundlich zu sein. Standfest in politischen Disputen und ehrgeizig. Helmut wusste nicht viel von Beuerle. Er sah ihn im Büro die Gänge entlang hasten, ständig hinter einem Termin herrennend, der er auch langsamen Schrittes eingehalten hätte. Ab und zu tauschte man freundliche Worte in der Kaffeepause. Helmut hatte Beuerle auch schon mal ein Buch geliehen. Er fragte sich, warum der Mann nicht Meier hieß.

wenn du eine sinneswahrnehmung verwirfst nicht unterscheidest zwischen erkanntem und angenommenem wirst du ja dann verlierst du jede möglichkeit für ein richtiges urteil

Eines aber rechnete Helmut dem Beuerle groß an: Letztes Jahr auf dem Betriebsausflug hatte Helmut zu viel getrunken, war gegen Wigand ausfallend geworden und hatte sich auch sonst daneben benommen. Da nahm ihn Beuerle beiseite. Er fuhr ihn nach Hause, wo er ihm noch eine Weile Gesellschaft leistete. Ruth war mal wieder nicht da. Das fand Helmut fair vom Beuerle. Er musste oft daran denken. Obwohl er sich nicht mehr genau erinnern konnte. Durch den gepanschten Sangria hatte er ein Loch im Gedächtnis. Wie kam er jetzt auf Beuerle? Auf dem Bahnhofsvorplatz einer fremden Stadt stehend. Das wusste er nicht.

natürlich ich habe ja die geschichte natürlich mir geht es um wigand und natürlich du merkst helmut aber jetzt muss er endlich handeln

Helmut wand den Kopf nach beiden Seiten, zögerte, um dann doch noch schnell vor den herannahenden Autos über die Querstraße zu springen. Jemand hupte. Er nahm es kaum wahr.

in gedankenpflasterversunkener achtunggefühlslosigkeit mein ziel vorn augen blick augenblick

Er wählte eine Straße, von der er wegen der vorweihnachtlichen Beleuchtung mutmaßte, sie würde zur Stadtmitte führen. Er hätte jetzt gerne einen Glühwein getrunken. Es war doch schon empfindlich kalt. Er würde dann am Rand des Bürgersteigs mit einem heißen Glas in der Hand stehen. Die Menschen beobachten, die eilig zwischen den Läden wechselten.

alle körper leuchten sie mit der schönheit ihrer formen ohne sie die formen ohne ihre schönheit der formen ohne sie wäre die welt sie wäre ohne diese formen das sage ich euch tausendmal sie wäre chaos ein immenses krummes holz

Helmut überlegte, wie Beuerle mit Vornamen hieß. Er sah sich lauernd um.

ja das ist da erwartet man das drama noch ist offen wohin alles führt ein mörder aus lust ein schmutziger kleiner mann jede option beibehalten

Sie war nicht die erste Frau, deren Blickkontakt er suchte. Aber sie war die erste, die seine Aufmerksamkeit auf sich lenkte und ihn interessierte. Sie schien im Gegensatz zu den anderen Zeit zu haben. Sie kam ihm nur langsam entgegen.

die legende erzählt dass mohammed sich beim eintreten des boten gottes in sein zelt erhob dass mohammed dabei den bei seinem lager stehenden wasserkrug mit wasser umstieß mohammed als er rückkehrte von den sieben himmeln sah das wasser es war noch nicht ganz ausgeflossen das war jene sekunde in der keine zeit verging das war ein augenblick der länger dauert kenzaburô ôe zen und ein baum in flammen das war der moment vor dem epileptischen anfall leiter karamasoff heilig heilig das war das endlose nu in dem sich die welt

Auch Helmut verzögerte nun seinen Schritt, blieb stehen. Listig spähte er in ein Schaufenster, dessen Inhalt er allerdings kaum wahrnahm. Dann schlenderte er weiter, auf die Frau zu, die nun am Rand des Bürgersteigs stand. Sie war jünger als Helmut. Aber dieser Eindruck mochte ihn täuschen, denn er war kurzsichtig und hatte erst kürzlich seine ungeliebte Brille verloren. Ruth hatte ihn dazu überredet, sich eine zuzulegen, da es sie störte, wenn er nah vor dem Fernseher saß oder beim Autofahren von ihr verlangte, die Hinweisschilder zu lesen. Nach einer Woche war die Brille zufällig von seiner Nase gerutscht und in einen Kanal gefallen, in den er sah. Ruth hatte ihm diese Geschichte nicht geglaubt. Sie glaubte nie etwas von den Dingen, die er erzählte, nicht einmal seine Lügen.

wer einmal die wahrheit spricht dem glaubt man nicht auch wenn er sonst nur lügen spricht und sie bewegt sich doch

Helmut kniff die Augen zusammen. Die Frau war jung, das sah er jetzt. Schön war sie nicht gerade, auch ungeschickt gekleidet, aber das sollte ihm kein Hinderungsgrund sein. Er überzeugte auch nicht durch sein Aussehen. Wigand hatte mal zu ihm gesagt, er habe die starren Knopfaugen eines Teddybären. Helmut trat näher an sie heran, nahm sie nun scharf in den Blick. Noch sah sich die Frau um, ein Fuß gewichtet, mit dem anderen wippend, hatte sie ihn bisher übersehen. Ihr Haar war lang und dunkel, so, wie er es mochte. Dieses Haar knisterte, wenn man mit der Hand hineinfuhr. Da war er sicher.

dass hinfort keine zeit mehr sein soll und keine sicherheit handeln ja handlung nein stillstand ein atemholen in der zeit ein kleiner moment der unsicherheit ein hinweis

Auf der Straße hielt ein Auto. Die Beifahrertür wurde geöffnet. Helmut war nun ganz nah. Einen Schritt entfernt. Dann konnte er ihr Parfüm riechen, die Frau berühren. Ein erfreutes Lächeln schob ihre die Mundwinkel nach oben, aber es war nicht für Helmut bestimmt. Der dachte an die Umgebung.

bahnhofsviertel schnell schnell fünfzig euro im auto kommt immer gut

Aber er täuschte sich. Die Frau stieg in den wartenden Wagen, küsste den Fahrer und redete vertraut auf ihn ein. Das war ihr Freund oder Mann. Helmut schämte sich. Er hatte die Frau für eine Prostituierte gehalten. Er stand an seinem Platz, sah dem Auto hinterher, bis es in eine Seitenstraße bog.

die erste frau die erste chance verwirrung was will er wo geht es hin

Helmut griff enttäuscht unter dem Mantel in die linke Tasche seiner Anzugjacke. Er bekam seinen Flachmann zu fassen. Er zog die kleine Flasche hervor und schraubte sie auf. Er zitterte, während er den Verschluss vollgoss, die Kälte des Abends und der wenige Schlaf machten sich bemerkbar. Er verschüttete einen Teil des billigen Weinbrands.

kann ich eine materie oder eine substanz konzipieren sie mir vorstellen sie würde diese oder jene gestalt besitzen dass sie im verhältnis zu anderen nicht herauszulösen

Helmut setzte an und trank, da bemerkte er eine Bewegung in seinem Blickfeld. Auch er wurde beobachtet.

einer den andren die frau helmut ein obdachloser der leser der autor ein passant demiurg gott häretiker eine ewige kette der beobachtung

Ein Obdachloser stand ganz nah neben Helmut. Er trug eine lächerliche Nikolausmütze, an deren Spitze eine rote Plastikkugel leuchtete. Der Mann war unrasiert und seine Kleidung besudelt. Die graue Hose des Penners wies Flecken auf, die erbärmlicher stanken als seine Fahne. Helmut rümpfte die Nase und atmete durch den Mund.

daher denke ich danke nichts weiter als reine namen ihr eigentlicher sitz ist im wahrnehmenden körper im leser verstehst du im leser nimmt man ihn weg dann verschwinden die qualitäten süß sauer bewegt ruhig ein baum im wald sein rufen er brennt

Helmut war, als würde er in den Augen des Penners ein Schicksal sehen. Es missfiel ihm. „Was willst du?“, erkundigte sich Helmut betont herablassend. Der übernächtigte und wässrige Blick seines Gegenübers glitt in einer seltsamen Mischung aus Gier und Zärtlichkeit über den Flachmann in Helmuts Hand. „Hast du mal ´ne Zigarette, Kumpel?“, fragte der Mann undeutlich nuschelnd. Helmut schüttelte den Kopf. „Oder ´n Zwickel, ich muss mal telefonieren.“ Der Säufer legte den Kopf schief und lächelte ironisch. ‚Wir verstehen uns’, drückte er damit wortlos aus, ‚das war nur eine Lüge. Aber irgend etwas muss ich dir ja erzählen. Es gibt eben Konventionen.’ Helmut zögerte. Eigentlich wollte er nur weg. Hier hatte er nichts verloren. Trotzdem konnte er sich nicht zum ersten Schritt entscheiden. Er wusste, sein Zögern war nicht in der Person des Obdachlosen begründet. Sondern allein in der lächerlichen Zipfelmütze, die jener trug, die ihn in eine obzöne Nikolaustravestie wandelte. „Ich war auch ganz artig…“, sagte Helmut und lächelte zurück. Da rückte der Penner näher. Sein penetranter Uringestank drang Helmut trotz aller Gegenmaßnahmen in die Nase. Helmut fletschte die Zähne und schluckte, hielt dem Säufer in Abwehr seine kleine Flasche mit dem ausgestreckten Arm hin. Der musste einen Schritt zurücktreten, um sie zu nehmen. „Da, schenk´ ich dir“, würgte Helmut. Er drückte dem Mann den Flachmann in die nachgebende Hand. Dann hatte er es eilig, davon zu kommen. Er drehte sich nicht um, obwohl der Säufer hinter ihm herrief. Was, das konnte er schon nicht mehr verstehen. Er beschleunigte noch seinen Schritt. Fast rannte er. Angewidert spuckte mehrmals auf den Boden. Aber das Urin-Fuselgemisch lag als hartnäckiger Belag auf seiner Zunge. Sein Wunsch von eben nach dem Glühwein kehrte zurück. Helmut griff in die Hosentasche, fühlte das Kleingeld, das dort steckte. Es würde reichen. Es waren einige größere Münzen dabei. Er bekam seinen Ehering zu fassen. Die vertraute Form beunruhigte ihn sofort. Trotzdem musste er sich zwingen, die Hand aus der Tasche zu nehmen. Er wollte nicht mit dem Ring zu spielen. Das gab nämlich ein pelziges Gefühl in den Fingerspitzen, das sich in den Zähnen fortsetzte. Er kannte das. Er hatte es schon einmal erlebt und er verband diese Erinnerung mit Wigand, den er eigentlich vergessen wollte. Ja, ein oder zwei Glühwein. Ja, das war jetzt eine Lösung.

nikolaus pah eine idee nur um kinder zu kneten stahlgewitter zorn erzieht nikolausneurose für schulpsychologen es wird zeit ideen müssen auch einmal sterben wenn wir neues wollen ein ferner spiegel drei kugeln aus gold im namen der toleranz sollten wir endlich das recht beanspruchen die intoleranz nicht länger zu tolerieren nikolaus martin paulus coca cola die intoleranz hat viele namen such dir einen aus nikolaus klammer

[Mal wieder etwas experimentelleres. Das lasse ich jetzt ein paar Tage wirken. Dann wird es fortgesetzt.]

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