Aber ein Traum …

Autorer als andere Autoren

Aus Niederbayerns Wald und Flur (I)

Da Herr Klammer heute faul im Liegestuhl liegt und hinter geschlossenen Augen nach Inspirationen sucht, gibt es heute einen Gastartikel vom nicht unbedingt fleißigeren, aber wesentlich erfolgreicheren Autor Hans-Dieter Heun, der gut Abgehangenes aus dem Keller holte und hiermit ein Walversprechen einlöst:

1. Der niederbayrische Tropfwal

Da ich stets, selbst bei nur beiläufiger Erwähnung des niederbayrischen Tropfwales das Zusammenzucken der Angesprochenen förmlich fühlte, nun nachfolgend die zoologische Beschreibung:

Tropfwal 001

Mit bestem Vermögen nach der wahren Natur gezeichnet.

Der sehr seltene niederbayrische Tropfwal, baleana stillanda netherbavarica, lebt als Zweitonner vorzugsweise in einsamen Waldseen, aber auch in winzigen Nestern, die er zwischen Fichtenzweigen verklebt. Er ernährt sich sehr gerne von Libellen und Sirenen, welche er mit hohen Balztönen, etwa „Libibibi“ oder „Sisisibimbim“ anlockt und bei Erscheinen mit seinen Tropfen erschlägt. Sind gerade keine Libellen oder Sirenen vorhanden, möglicherweise im Winter, stößt er mittels seiner tröpfelnden Nüstern ein tiefes „Ooohhm“ aus und frisst dann ein oder zwei neugierig herbeilaufende buddhistische Wildschweine.

Grundsätzlich ist der Tropfwal aber gutmütig, hilft sogar der örtlichen Feuerwehr bei Waldbränden, indem er brennende Hasen austritt. Manchmal wirkt er sogar Wunder, führt einsame Wanderinnen zu ebenso einsamen Waldmännern auf einsame Lichtungen, wo sie sogleich wundersam miteinander einsamen. Auf solch einsamen Lichtungen entstehen dann aber zumeist Tropfwalfahrtsorte, wo andere einsame Wanderinnen um ein ebensolches Wunder beten. Dann jedoch ist diese Lichtung nicht mehr einsam, Automobilica und Busse aus aller Damen Länder überfüllen das Unterholz, und der Tropfwal schämt sich vor den anderen Tieren des Waldes dessen, was er angerichtet hat. Sein sonst wegen der Tarnung grünes Fell läuft rot an, ein steter Tropfen höhlt den Stein, auf dem er gerade Siesta hält, der Wal bricht ge-wal-tig ein und stirbt einen grausamen Tod.

Aber das wollen wir doch nicht, oder?

Das war’s auch schon. Aber ich hoffe, im Lauf der Zeit noch weitere Artikel aus dem Heunschen Standardwerk über die niederbayerische Flora und Fauna veröffentlichen zu dürfen.

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