Aber ein Traum …

Autorer als andere Autoren

Die Kelten und der Siasskass (I)

Frau Klammerle reagierte diesmal schnell:

Nachdem am Ende einer Katastrophenwoche auch noch der heftigste Gewittersturm seit Jahren meinen Garten verwüstet und eine Schneise der Zerstörung quer durchs Dorf gezogen hatte, setzte sie mich – der ich mich in einer Art Schockstarre befand – ins Auto und fuhr mich zu unseren Freunden im sonnigen Freiburg. Seit fast 25 Jahren fahren wir in vierteljährlichem Rhythmus  hinunter in diese schöne Stadt, in deren Weichbild (ha!) immer alles ein wenig wärmer, heiterer und gelassener wirkt als anderswo. Auch der Sohn studiert dort. Und seit 25 Jahren sind die A 8 und die A 5 oder die Ausweichroute über die A 81 und die B 31 Baustelle und wir haben es noch nie geschafft, ohne längere Staus durchzukommen – auch diesmal nicht.

Unsere Freunde sind aktive Teilnehmer am „Bewegungsprogramm“ für Herrn Klammerle und hatten zu diesem Zweck eine Wanderung in den Vogesen auf den Petit Ballon (Kleiner Belchen) geplant. Die Vogesen sind der Mittelgebirgszwilling des Schwarzwaldes – zwei Brüder, die das Rheintal voneinander trennt.

Einschub der keltischen Art:

Da ich weiß, dass der fleißigste Kommentator meiner Blogtexte ein begeisterter Freund des mystisch-mythisch-keltischen ist, folgt nun ein kleiner Einschub. Wem das ganze Keltengesums auf den Geist geht und mit jenen „schönen Verlierern“ nichts anzufangen weiß, die nie eine Schriftsprache entwickelten und über deren Kultur wir nur durch Cäsars durchaus parteiischen und oberflächlichen Bericht im bellum gallicum etwas zu wissen meinen, sollte einfach den folgenden Absatz überspringen und vielleicht morgen beim 2. Teil meines Reiseberichts weiterlesen.

Vogesen3

Blick auf den Elsässer Belchen

Der kleine Belchen gehört neben vier weiteren Bergen gleichen Namens zu dem sogenannten Belchen-System. Drei sind in den Vogesen (Elsässer Belchen, großer und kleiner Belchen), einer ist markante Landmarke und zweithöchste Erhebung des Schwarzwaldes und der fünfte liegt etwas abseits im Schweizer Jura. Von der nördlichsten Erhebung, dem Elsässer Belchen aus, peilte der astronomisch interessierte Kelte die Zwillingsberge an, mit denen ihr Standort zwei ausgedehnte Dreiecke bildet. An diesen Zwillingserhebungen konnte er dann genau die Tag- und Nachtgleichen, sowie die Sommer- und Wintersonnenwenden festmachen, weil die Sonne an diesen Tagen dann jeweils über einem anderen der übrigen Belchen aufgeht. Das Belchen-System ist also ein riesiger astronomischer Kalender und das Wort „Belchen“ leitet sich vom keltischen „Der Strahlende“ ab. Es hat nichts mit einem „Ballon“ zu tun, wie die Franzosen übersetzten. Selbstverständlich werden an all diesen Gipfeln von keltophilen Schamanen und Druiden „heidnische“ Beltane und Samheine abgehalten – ein ähnliches Theater wie in Stonehenge, das allerdings entgegen der landläufigen Meinung nichts mit den Kelten zu tun hat, sondern viel, viel älter ist.

Unseren Zahlen-Mystiker, dem dieser Einschub gewidmet ist, wird es aber erfreuen zu erfahren, dass der „Petit Ballon“ exakt 1264 m. hoch ist. Nebenbei erwähnt, haben die Deutschen diesen Hügel im ersten Weltkrieg zur Festung ausgebaut. Dort finden sich noch heute Reste einer gigantischen, vierstöckigen (!) Bunkeranlage und einer Seilbahn; heute – in friedlicheren Zeiten – sieht man vom Gipfel aus eher Kühe und eine Perlenkette von Ferme Auberges (Berggasthöfen).

Einschub Ende

Vogesen1Wer mit dem Auto zum Ziel gelangen will, fährt – von Colmar kommend – auf der D 417 nach Munster, wo er links abbiegend (auf das Hinweisschild am Straßenrand achten) über eine enge Serpentinenstraße etwa 5 km hoch zum Anfangs- und Endpunkt der Wanderung gelangt: Der Auberge et Ferme du Ried, die bereits auf bequemen 950 m Höhe liegt und den idealen Einstieg in das überschaubare, dabei eher unbekannte und auch nicht überlaufene Wandergebiet des „Petit Ballon“ bildet, der auch „Kahler Wasen“ genannt wird. Dort kann man auch – und das sei hier dringend angeraten – in einfachen Zimmern übernachten.

Nein, ein Carrefour ist kein Supermarkt, sondern eine Kreuzung

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Ich setze morgen fort, dann erkläre ich auch, was ein „Siasskass“ ist.

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Ein Gedanke zu „Die Kelten und der Siasskass (I)

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