Aber ein Traum …

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Popa Chubby live

Wie in meinem Bandcamp-Account ersichtlich (siehe Artikel „Katzenrätsel“) bin ich ein großer Freund des Blues. Eine Entdeckung, die ich für mich persönlich vor einigen Jahren machte, ist der New Yorker Musiker und begnadete Gitarrist Popa Chubby. Er spielte gestern in kleiner Tourbesetzung (Drummer und Bass) live im Spektrumclub in Kriegshaber und ich hatte mir frühzeitig Karten für dieses recht gut besuchte Ereignis beschafft.

Popa Chubby

(Da ich das Handyhochhalten und Fotografieren während eines Konzertes nicht mag, hier nur ein unscharfer Schnappschuss von Frau Klammerle)

 Der selbsternannte ‚King of the New York-Blues‘ hat inzwischen eine recht ordentliche Diskografie, die irgendwo zwischen klassischem Blues, Bluesrock und Classicrock der etwas härteren Sorte siedelt.

In den letzten Platten eher dem Rock als dem Blues zugetan, besinnt er sich in seinem neuen Album „Universal Breakdown Blues“ wieder auf seine Vorbilder, die Bluesrocker der 60er und die ‚three kings‘ (Albert, B.B. und Freddy); aber auch die Rock’n’Roller der Fifties oder Stevie Ray Vaughan klingen an. Gerade die beiden zu früh verstorbenen Legenden SRV und Jimi Hendrix sind ihm unüberhörbare Vorbilder.

Aber selbstverständlich (natürlich?) ist Chubby immer Chubby und unverwechselbar: Sein Gitarrespiel (auf einer Fender, die aussieht, als hätte er sie von Rory Gallagher geerbt) ist in den letzten Jahren deutlich virtuoser geworden, aber es ist nicht elegant oder filigran, es ist wie seine massive Kinderschreckgestalt: erdig, voluminös, polternd, laut, vulgär, aufdringlich – schwitzend und spuckend wird um jeden Ton gerungen.

Er kann aber auch anders: Ein Höhepunkt des Konzerts ist seine Version von „Over the rainbow“, in der er voller Spielfreude einen Bogen von der Klassik zum Boogie und zu Hendrix schlägt und sogar zwischendrin mal das Schlagzeug übernimmt und seinen fleißigen Drummer an die Wand hämmert.

Die Bühnenshow bestand aus ein paar Räucherkerzen, die Chubby umständlich entzündete. Den Gig bestritt der durch seine Körperfülle bereits gehbehinderte Musiker im Sitzen. Insgesamt war es ein mit zweieinhalb Stunden recht langes, für manchen aus dem doch leicht ältlichen Publikum auch anstrengendes Konzert; etwas zu laut aus den Boxen dröhnend und manchmal zu breiig abgemischt – dennoch vom Anfang bis zur hymnischen Zugabe (Cohens Klassiker Hallelujah) eine gelungene, runde Sache.

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